Blick ins Buch

Comics

Die Frau als Mensch 2

4,2(17)
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Über das Buch

Der mit Spannung erwartete Nachfolgeband zu Ulli Lusts Sachcomic-Besteller DIE FRAU ALS MENSCH. DIE FRAU ALS MENSCH wurde als erster Comic überhaupt mit dem Deutschen Sachbuchpreis geehrt. Jurybegründung: „Die starke Frau als Mensch. In ihrem so kenntnisreichen wie fantasievollen Sachbuch zu den Anfängen der Menschheit zwischen Evolution und Kultur zeigt Ulli Lust, dass die Rolle von Frauen in der Menschheitsgeschichte weitgehend unsichtbar blieb. Der lange Zeit vorherrschende Blick auf den Menschen als Mann ist grundlegend revisionsbedürftig, und das zeigt dieses Buch anhand eines originellen Ineinandergreifens von wissenschaftlichen Erkenntnissen aus Archäologie, Anthropologie und Kunstgeschichte, immer wieder inspiriert von Alltagserfahrungen. Mit diesem vielschichtigen Zugang vermag Ulli Lust festgefahrene Vorstellungen aufzubrechen. Das gilt auch für das Genre des Sachbuchs, das durch die virtuose Verbindung von Bild und Wort auf das Schönste erweitert wird.“
ISBN9783956404948
VerlagReprodukt
Erscheinungsdatum23.02.26
Seitenzahl304

Rezensionen & Bewertungen

17 Bewertungen

3 Rezensionen

4,2

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  • rhea_
    rhea_

    50 Follower

    0,5

    Schuster bleib bei deinen Leisten… und vor allem zitier keine völkischen Esoterik-Schwurbler

    Eigentlich hätte es mich nach dem ersten Band nicht überraschen sollen, dass Ulli Lust den Schwurbler Storl zitiert. Dieses Mal war es jedoch nicht zu übersehen. Die spannendsten Thesen sind entweder mit einem Storl-Zitat, mit einem „Danke für die Info Hebamme XY“ oder einfach gar nicht belegt. Das ist kein Sachbuch. Das ist keine Recherche. Immerhin sind die Zeichnungen schön. Man merkt, dass Lust wissenschaftliches Arbeiten zwar gelernt hat, aber eben nicht im historischen Kontext, sonst hätte sie gewusst, dass vor allem ein Storl keine Sekundärliteratur ist. Da hätte sie doch fast besser Wikipedia zitiert. Und zur Erklärung: sie zitiert unter anderem aus Storls Urmedizin. Dieses Werk ist absolut wissenschaftsfeindlich. Und sie zitiert, ohne ihn einzuordnen. Damit gibt Lust Storl Raum und eine Bühne. Warum müssen so viele feministische Sachbücher entweder auf die Hexen- oder Schamaninnenschiene abzielen und sich dann was zurecht schwurbeln? Generell hatte ich den Eindruck, dass Lust eine Geschichte erzählen will und sich die Fakten dazu sucht und dreht, wie sie ihr gefallen. Auch die Verbindung zwischen modernen Menschen und Steinzeitmenschen, die ich im ersten Band noch für ein spannendes Konzept und einen guten Ansatz hielt, sind im zweiten Band nur noch da, um das zu belegen, was sie gerne hätte. Zumindest liest es sich so. Ich wollte es so gerne mögen, aber ich konnte es nicht mögen.

    1 Tage vor

  • ankeliest
    ankeliest

    64 Follower

    5,0

    Tatsächlich ist die Autorin fast so alt wie ich, stellte ich fest. Vielleicht hat sie genau, wie ich, schon in der Jugend immer die Frau in allem gesucht, wo war sie (nicht als nackte Allegorie auf Plätzen oder Schlossgärten, sondern als Mensch)? Hier ist sie Schamanin mit Verbindung zwischen Welten. Am erfolgreichsten war der Mensch, glaube ich, in der Steinzeit. Jedenfalls, wenn man unter Erfolg versteht, seine eigenen Lebensgrundlagen nicht zu zerstören. Das hat nichts mit der Frau als besserem Menschen, sondern mit der Kultur zu tun, die Frauen einen anderen Platz gab. Interessante Betrachtung, wieder auf der Grundlage von archäologischen Funden, ethnologischen Vergleichen und künstlerischen Gedanken. Aber bitte erst den ersten Band lesen.

    14. März 2026

  • dunis.lesefutter
    dunis.lesefutter

    421 Follower

    4,0

    Umfang- und detailreich

    Es ist noch kein Jahr her, dass Uli Lust den deutschen Sachbuchpreis gewonnen hat. Ich denke noch immer mit einem breiten Lächeln an die Preisverleihung in der Hamburger Elphi zurück. Und schon hat sie nachgelegt. Mit dem zweiten Teil, der sich im Großen wieder mit der Weiblichkeit und im Detail mit Schamaninnen beschäftigt vermittelt sie wieder auf sehr besondere Art, ihr großes Wissen über die Frühgeschichte des Feminismus. Niemand kann Historisches so gut vermitteln, wie sie - mit viel Liebe zum Detail beginnt die Eiszeit in dieser Graphic Novel beim Animismus, geht weiter mit philosophischen Themen wie der Macht des Schenkens, der Inspiration und der Poesie bis zur darstellenden Kunst. Die Rolle der Frau ist in jedem Kapitel das Zentrum, um das sich alles dreht und wir lernen einmal mehr, welche große Macht ihnen zugesprochen wurde, bis insbesondere das Christentum Weiblichkeit in seine Schranken wies. Ich feiere die Detailverliebtheit mit der die Autorin Anschaulichkeit herstellt. Hier ist nichts eintönig. Von Sprechblasen, über längere Texte, bis hin zu Übersichten gibt es hier viele stilistische Mittel. Das wirkt manchmal wie ein Wimmelbild, regt aber zum näheren hinschauen an. Die Bezüge zur Realität sind pointiert gesetzt und auch der etwas ironische Humor, der ab und zu durchscheint, trifft genau meinen Nerv. Dass auch hier wieder sehr viel Arbeit drin steckt, sieht man auf den ersten Blick. Die zahlreichen Quellenangaben untermauern den Wahrheitsgehalt der Recherche von Uli Lust. Die zahlreichen Zeichnungen tragen alle ihre Handschrift die für mich einen Wiedererkennungswert vollzogen hat. Wenn ich sie das nächste Mal sehe, muss ich unbedingt fragen, wie lang sie für so ein umfangreiches Werk braucht. Eine sehr lesenswerte Graphic Novels, gerne schon für ältere Jugendliche und eine gute Ergänzung zum Geschichtsstudium. Solltet ihr also einen Faible für feministische Literatur haben, die sich auf die Epoche der Menscheit bezieht, oder einfach mehr über unseren Status Quo in der Vergangenheit erfahren wollen, dann empfehle ich euch dieses Buch sehr.

    15. Apr. 2026

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Seitenbasierte Kommentare

Seite 269%
rhea_
rhea_3 Tage vor

Schon wieder Storl?! Bin kurz davor, abzubrechen… Storl ist keine verlässliche Quelle… Storl ist ein neopaganer Schwurbler… das bereitet mir Sorgen für den Rest des Buches

Autorin / Autor

Über Ulli Lust

Ulli Lust, geboren 1967 in Wien, ist eine österreichische Comiczeichnerin und Illustratorin. Ihr Comic "Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens" (avant-verlag) erhielt International viel Aufmerksamkeit und wurde mit dem Ignatz Award und dem Los Angeles Times Book Award ausgezeichnet. Es folgten unter anderem "Flughunde" (nach Marcel Beyer) und "Wie ich versuchte, ein guter Mensch zu sein" (beide Suhrkamp). Ulli Lust zählt zu den wichtigsten deutschsprachigen Comiczeichner:innen; sie unterrichtet Zeichnung und Comic an der Hochschule Hannover.

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