Wie ist es, ohne den andern weiterleben zu müssen?
Ein morgendliches Klopfen an der Tür zu ihrer Wiener Wohnung, die Übersetzerin Renata Spaziani öffnet, und die Nachricht, die ihr ein Polizist überbringt, ändert alles: Konrad Grasmann, mit dem sie die letzten fünfundzwanzig Jahre zusammengelebt hat, die Liebe ihres Lebens, ist, erst Anfang sechzig, schon am vorigen Tag auf einem Parkplatz gestorben.
Seine Herkunftsfamilie war verständigt worden, Renata aber nicht. Und während sie den Schock des jähen Endes ihrer innigen Partnerschaft verkraften muss, Konrad am liebsten nachsterben will und sich doch ins Leben zurückkämpft, muss sie aushalten, dass Konrads Familie diese Partnerschaft nicht respektiert. Renata und Konrad waren nicht verheiratet, ihr Gefährte hat kein rechtsgültiges Testament hinterlassen. Renata wird doppelt beraubt ... Ergreifend, poetisch und klug, gelegentlich zornig und auch komisch erzählt Sabine Gruber in "Die Dauer der Liebe" davon, wie es ist, ohne den anderen weiterleben zu müssen.
ORF-Bestenliste August und September 2023: Platz 1
"Sabine Gruber findet eine Sprache für das eigentlich Unfassbare." Deutschlandfunk, Undine Fuchs
"Ein tieftrauriges Buch, das in seiner literarischen Kraft und Schönheit vielen Menschen viel geben kann." Deutschlandfunk Kultur Lesart, Joachim Scholl
Erstmals im Taschenbuch
Eine Frau, deren Lebensgefährte nach 25 Jahren plötzlich verstirbt. Neben ihrer Trauer sieht sie sich auch seiner Familie gegenüber, die ihr nichts lassen möchte... Ein sprachlich guter Roman über die Trauer, das Leben und die Liebe. Schlussendlich für mich aber nicht neu in seiner Botschaft. Ausführliche Rezension folgt auf meinem Instagramaccount seelich_buchliebe
1. Sept. 2024
3,5
Eine Frau, deren Lebensgefährte nach 25 Jahren plötzlich verstirbt. Neben ihrer Trauer sieht sie sich auch seiner Familie gegenüber, die ihr nichts lassen möchte... Ein sprachlich guter Roman über die Trauer, das Leben und die Liebe. Schlussendlich für mich aber nicht neu in seiner Botschaft. Ausführliche Rezension folgt auf meinem Instagramaccount seelich_buchliebe
Eines Abends steht die Polizei vor Renatas Tür. Konrad, ihr Lebensgefährte, ist unerwartet auf einem Parkplatz verstorben. Nun muss die Übersetzerin nicht nur damit klarkommen, dass eine geliebte Person sie nach 25 Jahren für immer verlassen hat, sondern auch mit der Tatsache, dass – vor dem Gesetzt und vor allem für Konrads Familie – eine Liebe ohne Trauschein nichts wert ist. So beginnt eine niederschmetternde Zeit für Renata und schon bald muss sie sich fragen, ob sie wirklich alles über ihren Partner wusste.
„Die Dauer der Liebe“ ist mein erstes Buch der österreichischen Autorin Sabine Gruber, die für ihr Werk - bestehend aus Erzählungen, Gedichten, Hörspielen, Theaterstücken und Romanen - mehrfach ausgezeichnet wurde. Die Handlung wird aus Sicht der Protagonistin in der Gegenwartsform und der dritten Person erzählt, so dass wir das Gefühl haben, Renata von Anfang an durch diese furchtbare Situation zu begleiten und ihre Emotionen unmittelbar und in all ihrer Wucht zu erfahren. Das ist vor allem dann eindringlich, wenn geschildert wird, wie Konrads Familie dessen Wünsche völlig übergeht und Renata um so viele wertvolle und Erinnerungsstücke betrügt.
Renata selbst fühlt sich nach Konrads Tod wie betäubt, den Handlungen von Schwiegermutter, Schwägerin und Schwager hat sie nichts entgegenzusetzen. Verzweifelt klammert sie sich an an die Erinnerungen, die sie mit ihrem Lebensgefährten verbinden, doch mit jedem Gegenstand, der aus der gemeinsamen Wohnung verschwindet, scheint auch er nach und nach zu verblassen. Als sie schließlich in Konrads Kleidung und seinen Unterlagen Hinweise auf ein großes Geheimnis entdeckt, findet ihr guter Freund Bruno das sogar positiv. Denn vielleicht, so hofft er, kann das Renata endlich aus ihrer Lethargie reißen.
Sabine Gruber ist hier eine großartige Geschichte über Trauer und Verlust gelungen, aber auch darüber, dass Familienbande beim Thema Geld dann oft doch zerreißen. Ihr Schreibstil ist mitreißend, ihre Worte voll schmerzhaft-poetischer Wahrheit, aber das ganz ohne Kitsch. Damit macht „Die Dauer der Liebe“ große Lust, das weitere Werk der Autorin zu entdecken.
13. Juli 2023
5,0
Eines Abends steht die Polizei vor Renatas Tür. Konrad, ihr Lebensgefährte, ist unerwartet auf einem Parkplatz verstorben. Nun muss die Übersetzerin nicht nur damit klarkommen, dass eine geliebte Person sie nach 25 Jahren für immer verlassen hat, sondern auch mit der Tatsache, dass – vor dem Gesetzt und vor allem für Konrads Familie – eine Liebe ohne Trauschein nichts wert ist. So beginnt eine niederschmetternde Zeit für Renata und schon bald muss sie sich fragen, ob sie wirklich alles über ihren Partner wusste.
„Die Dauer der Liebe“ ist mein erstes Buch der österreichischen Autorin Sabine Gruber, die für ihr Werk - bestehend aus Erzählungen, Gedichten, Hörspielen, Theaterstücken und Romanen - mehrfach ausgezeichnet wurde. Die Handlung wird aus Sicht der Protagonistin in der Gegenwartsform und der dritten Person erzählt, so dass wir das Gefühl haben, Renata von Anfang an durch diese furchtbare Situation zu begleiten und ihre Emotionen unmittelbar und in all ihrer Wucht zu erfahren. Das ist vor allem dann eindringlich, wenn geschildert wird, wie Konrads Familie dessen Wünsche völlig übergeht und Renata um so viele wertvolle und Erinnerungsstücke betrügt.
Renata selbst fühlt sich nach Konrads Tod wie betäubt, den Handlungen von Schwiegermutter, Schwägerin und Schwager hat sie nichts entgegenzusetzen. Verzweifelt klammert sie sich an an die Erinnerungen, die sie mit ihrem Lebensgefährten verbinden, doch mit jedem Gegenstand, der aus der gemeinsamen Wohnung verschwindet, scheint auch er nach und nach zu verblassen. Als sie schließlich in Konrads Kleidung und seinen Unterlagen Hinweise auf ein großes Geheimnis entdeckt, findet ihr guter Freund Bruno das sogar positiv. Denn vielleicht, so hofft er, kann das Renata endlich aus ihrer Lethargie reißen.
Sabine Gruber ist hier eine großartige Geschichte über Trauer und Verlust gelungen, aber auch darüber, dass Familienbande beim Thema Geld dann oft doch zerreißen. Ihr Schreibstil ist mitreißend, ihre Worte voll schmerzhaft-poetischer Wahrheit, aber das ganz ohne Kitsch. Damit macht „Die Dauer der Liebe“ große Lust, das weitere Werk der Autorin zu entdecken.
13. Juli 2023
3 von 6 Rezensionen
Autorin / Autor
Über Sabine Gruber
Sabine Gruber, lebt als freie Schriftstellerin in Wien. Für ihre Erzählungen, Gedichte, Hörspiele und Theaterstücke sowie ihre Romane "Aushäusige", "Die Zumutung" (C.H.Beck, 2003), "Über Nacht" (C.H.Beck, 2007), "Stillbach oder Die Sehnsucht" (C.H.Beck, 2011) und "Daldossi oder Das Leben des Augenblicks" (C.H.Beck, 2016) erhielt sie zahlreiche Preise und Stipendien, u.a. den Anton-Wildgans- Preis, den Veza-Canetti-Preis und den Österreichischen Kunstpreis für Literatur. Sabine Gruber war mit "Über Nacht" für den Deutschen und mit "Daldossi oder Das Leben des Augenblicks" für den Österreichischen Buchpreis nominiert.