Die Chronik der Sperlingsgasse

Die Chronik der Sperlingsgasse

Taschenbuch
3.87

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Beschreibung

Die Chronik der Sperlingsgasse entwirft aus der Perspektive des alternden Johannes Wachholder ein fein gegliedertes Panorama einer Berliner Straße, deren Bewohnergeschichten sich zu einer poetischen Sozialgeschichte des Alltags fügen. Raabe verbindet episodische Chronik, Erinnerungsprosa und humorvoll-melancholische Skizze; sein Stil ist zugleich behutsam ironisch und von empfindsamer Anteilnahme getragen. Im Kontext des deutschen Poetischen Realismus erscheint das Werk als frühes Beispiel jener Kunst, im unscheinbaren Milieu die historischen Spannungen, Verluste und Hoffnungen des 19. Jahrhunderts sichtbar zu machen. Wilhelm Raabe, 1831 in Eschershausen geboren, schrieb diesen Debütroman in seinen Berliner Jahren und veröffentlichte ihn 1856 unter dem Pseudonym Jakob Corvinus. Seine eigene Erfahrung von Provinzherkunft, Großstadtbeobachtung und ungesicherter künstlerischer Existenz prägt die genaue Wahrnehmung kleiner Leute und beschädigter Lebensläufe. Die Nachwirkungen von Biedermeier, Revolutionserfahrung und bürgerlicher Neuordnung lieferten ihm den geistigen Hintergrund für diese stille, doch vielstimmige Chronik. Empfohlen sei dieses Buch allen Lesern, die Realismus nicht als bloße Wirklichkeitsabschrift, sondern als moralisch wache Erinnerungskunst verstehen. Die Chronik der Sperlingsgasse belohnt geduldige Lektüre mit Wärme, Witz und historischer Tiefenschärfe; sie zeigt, wie aus einer Gasse eine ganze Welt werden kann.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Klassiker
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
88
Preis
9.70 €

Beiträge

1
Alle
4

Der Poetische Realismus ist doch etwas Schönes, und Raabe kann man da wohl wohlgetrost neben Fontane einordnen. Ein schönes Bild aus der damaligen Gesellschaft, auch wenn, wie es bei diesen Autoren gern üblich ist, nicht viel passiert. Und eine Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Personen, die sich einen Großvater teilen, hat immer eine wunderlichen Beigeschmack. „Wir sprachen an jenem Tage nicht viel! Das Glück ist stumm, und was die Liebe - die wahre Offenbarung Gottes - sich zuflüstert, hat noch kein Dichter auf Papyrus, Pergament oder Papier festgehalten.“

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