Die Buchwanderer

Die Buchwanderer

Taschenbuch
3.58
FiktionGeheimnisBücherweltKlassiker

Durch das Verwenden dieser Links unterstützt du READO. Wir erhalten eine Vermittlungsprovision, ohne dass dir zusätzliche Kosten entstehen.

Beschreibung

Ein Blick auf die schöne Unbekannte und schon hat Ron die Verabredung mit seinem Cousin Magus vergessen und folgt ihr durch die Stadt. Doch in der Bibliothek verliert er ihre Spur – oder hat sie ihm mit Shakespeares „Romeo und Julia“ eine Botschaft zuspielen wollen? Sofort beginnt Ron mit der Lektüre und findet sich im selben Augenblick mitten in Verona wieder … Was wie eine romantische Liebesgeschichte beginnt, wird nicht nur für Ron zu einer literarischen Reise durch die Weltliteratur – von Verona in das Russland Puschkins, wo Ron plötzlich nicht mehr nur eine Randfigur ist, sondern in die Rolle Eugen Onegins schlüpfen muss – und weiter zu Cervantes „Don Quijote“. Schon bald bemerkt Ron, dass er nicht der einzige Wanderer zwischen den Bücherwelten ist. Doch der Ausweg bleibt verschlossen und die Ereignisse mysteriös. Ist die schöne Rosalia der Schlüssel zu diesem Geheimnis? Und welche Rolle spielt der heimlich in seine Nachbarin Charlotte verliebte Magus, der die eigenen Gefühle stets hinter seiner Kunst versteckt? Immer fließender werden die Grenzen zwischen Lesen und Erleben. Und immer stärker rückt die existentielle Frage in den Vordergrund, wo zwischen Realität und Fiktion jeder einzelne seine eigene Wirklichkeit (er-)findet.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Fantasy
Sub-Genre
N/A
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
212
Preis
13.90 €

Beiträge

2
Alle

Die üblichen 50 Seiten um mich zu überzeugen hat dieses Buch bekommen. Aber leider wurde es eher schlimmer. Anfangs haben wir einen Creep. Er verfolgt eine Frau, nur, weil sie ihn einmal kurz angelächelt hat. Dass sie ein bestimmtes Buch in der Bibliothek ‚fallen gelassen‘ hat, ist sicher ein Zeichen für ihn. Da läuft es einem schon kalt den Rücken runter, dass ein Kerl so egozentrisch denkt - und dabei noch der Protagonist ist. Und wir sind hier nicht in einem Psychothriller, der in den Schädel eines Stalkers einzutauchen versucht! Danach wird es etwas langweilig. Ich mag es, wenn der Protagonist vorgestellt wird, bevor die Action beginnt. Nur so kann der nicht völlig neurotypische Leser zumindest ein paar Stellen deuten, die ‚show‘ und nicht ‚tell‘ sind. Ohne diesen Deutungsrahmen am Anfang bin ich ziemlich aufgeschmissen, wenn es darum geht, die Handlungen der Figuren zu verstehen, wenn sie die nicht im Buch explizit erklären. Aber vom Prota selbst erfährt man nur wenig Hintergrund, erst recht nicht, warum er so gruslig ist (denn offenbar soll er das gar nicht sein?). Dafür aber kriegt man seitenweise die Biografie von zwei Charakteren, die zumindest bei einem Viertel des Buches noch keinerlei Relevanz hatten. Und um dem noch die Krone aufzusetzen, haben wir ‚Erregung‘ zeigende Gesichtsröte und ebenmäßige, aber bebende Nasenflügel, die Temperament verraten. Das sind so Formulierungen, die ich leider gar nicht ertragen kann. Die passen eigentlich nur in 50 Shades of Grey rein. Zu guter Letzt hat mich aber auch das nicht überzeugt, was mich eigentlich bewogen hatte, das Buch zu kaufen. Ich LIEBE Bücher über Bücher. Und die Idee, in Geschichten springen zu können, hat mich schon immer fasziniert. Dass Romeo und Julia hier auch eine Rolle spielte, verriet dazu auch der Klappentext. Aber nicht, dass alle Figuren im Buch Romeo und Julia zu mögen scheinen. Ich hatte gehofft, sie packen sich sowohl Romeo als auch Julia und sagen sowas wie ‚ICH GLAUB, ES HACKT! Die Wissenschaft sagt, vor einer Beziehung von sechs Monaten kann das gar keine Liebe sein, in der Zeit ist das nur eine Neurose. Und ihr wollt euch deswegen umbringen? Das ist nicht romantisch, das ist grottendämlich. Liebe ist, wenn ihr 50 Jahre mit einander aushaltet, ohne euch bei euren Streits zu erwürgen, und ihr euch immer noch mögt. Und jetzt geht ohne Abendessen ins Bett, ihr Kleinkinder.“ Aber das wirklich als Liebesgeschichte ernst zu nehmen und sich nicht einzumischen? Nein, sorry, das hätte mich auch ohne die anderen Probleme so aufgeregt, dass ich nicht hätte weiterlesen können.

5

Ron ist neu in der Stadt und unterwegs zu einer Verabredung mit seinem Cousin Magus, als zwei smaragdgrüne Augen ihn auf der Stelle fesseln. Sofort wirft er alle Pläne über Bord und verfolgt das schöne Mädchen quer durch die Stadt, bis in die Bibliothek. Doch dort verliert er sie aus den Augen. Zurück bleibt eine aufgeschlagene Ausgabe von „Romeo und Julia“, die er aus einem Impuls heraus ausleiht. Als er sich später in die Lektüre vertieft, kann er es nicht fassen, er befindet sich mittendrin im schönen Verona, in dem die Fehde zwischen den Montagus und Capulets schwelt und das berühmteste Liebespaar der Literatur mit sich in den Abgrund zieht. „Die Buchwanderer“ ist ein erstaunliches Werk, eine Liebeserklärung an alle Leseratten, die sich mit Begeisterung Hals über Kopf in jedes neue Abenteuer zwischen zwei Buchdeckeln stürzen. Ron und Rosalia wandern durch drei große Werke der Weltliteratur. Erst sind sie nur Randfiguren in „Romeo und Julia“, während sie in Puschkins „Eugen Onegin“, in die Rolle des tragischen Liebespaares schlüpfen und zu Guter Letzt in Cervantes „Don Quijote“ ihr Glück selbst in die Hand nehmen und ihre eigene Geschichte schreiben. Dabei stellt der Leser aber fest, das hinter dem Ganzen ein großer Metaerzähler steck. Magus, der teilweise auch als Handelnder eingreift, ist der große, alles wissende Autor der Geschichte um Ron und Rosalia. Doch nicht immer halten sich seine Schöpfungen an ihre Rolle. Besonders Rosalia ist ein eigenwilliges Persönchen, das gern mal ungewohnte Wege geht. Dabei will Magus mit der Geschichte um die beiden doch nur, seine Liebe zu seiner Nachbarin zum Ausdruck bringen, denn im realen Leben ist er dazu zu schüchtern und introvertiert. So müssen Ron und Rosalia herhalten und plötzlich sieht man sich der philosophischen Frage gegenüber, was von dem, das wir wahrnehmen ist eigentlich Realität. Sind wir wirklich, oder nur der Traum, bzw. die Geschichte eines höheren Wesens? Dabei unterhält die Autorin mit einem wundervollen Sprachstil, der nie langweilt oder belehrt. Im Gegenteil, ich habe mich beim „buchwandern“ so wohl gefühlt, dass ich manchmal wünschte, auch ich könne einfach ein Buch aufschlagen und die Liebesgeschichte zwischen Romeo und Julia erleben, anstatt sie nur zu lesen.

Beitrag erstellen