Der Passfälscher

Der Passfälscher

Taschenbuch
5.04
UntergrundPassErinnerungJochen Klepper

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Beschreibung

In seinen engmaschig komponierten, fast unglaublich klingenden, anekdotenreichen Erinnerungen berichtet der Zeitzeuge Cioma Schönhaus mit Sinn für Selbstironie und Spannung aus seinem wechselvollen Leben im nationalsozialistischen Berlin. 1942 entscheidet er sich, in den Untergrund zu gehen, um einer weiteren Verfolgung und der drohenden Deportation zu entgehen. Seinen Unterhalt bestritt er mit dem Erlös aus dem Verkauf der bereits zur Beschlagnahmung vorgesehenen Wertsachen seiner Familie. Finanziell unabhängig, fälschte er Ausweispapiere, die Hunderte von Todgeweihten retteten. Fesselnd und zuverlässig berichtet er, wie er sich als 20-Jähriger täglich durchschlagen musste und dabei sogar die Stirn besaß, sich von dem verdienten Geld, mit dem er als Verfolgter ansonsten nicht viel anfangen konnte, eine kleine Segeljacht auf dem Wannsee zu kaufen. Sein Bericht zeugt von Intelligenz und Einfallsreichtum, von Lebenslust und auch von Leichtsinn. Er begegnete vielen ebenfalls in Not geratenen Menschen, u.a. Renate, der Tochter des Theologen Jochen Klepper, die sich der Deportation zusammen mit ihren Eltern durch Selbstmord entziehen sollte, und der berüchtigten Stella Goldschlag, die als sog. U-Boot Juden in ihren Verstecken an die Gestapo verraten musste. Ihm selbst gelang es immer wieder, durch das Netz der Verfolger hindurchzuschlüpfen. Schließlich kam ihm die Gestapo doch auf die Spur und suchte ihn steckbrieflich mit Foto im Deutschen Kriminalpolizeiblatt des Reichskriminalamtes Berlin. Mit seinem Fahrrad gelang ihm die Flucht in die Schweiz - selbstverständlich mit eigens gefälschten Dokumenten.
Ein Beispiel für einen jungen Menschen, der den Kopf oben hielt und den NS-Schergen trotzte.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Fachbücher
Sub-Genre
Geschichte & Archäologie
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
240
Preis
19.60 €

Autorenbeschreibung

Cioma Schönhaus, geb. 1922 in Berlin als Samson Schönhaus (Rufname: Cioma). Bis 1942 übte er folgende angelernte Berufe aus: Schneider, Bügler, Knopflochmacher, Nähmaschinenmechaniker, Erdarbeiter, Gärtner und Metalldreher. 1942-1943 illegaler Aufenthalt in Berlin. Steckbrieflich von der Gestapo gesucht, flieht er 1943 in die Schweiz - mit selbst gefälschten Papieren.

Beiträge

1
Alle
5

Beeindruckend

In "Der Passfälscher" erzählt Cioma Schönhaus seine außergewöhnliche und bewegende Lebensgeschichte, die vor dem Hintergrund des Dritten Reiches stattfindet. Es ist eine Erzählung, die den Leser immer wieder staunen lässt und die Frage aufwirft, wie solche Ereignisse wahr sein können (in jeglicher Hinsicht). Der Protagonist, Cioma Schönhaus, ist ein bemerkenswert kluger junger Mann, der jedoch auch seine schusseligen Momente hat. Diese Mischung aus Intelligenz und Schusseligkeit verleiht ihm eine besondere Authentizität und macht ihn umso liebenswerter. Die Handlung ist ergreifend, da Schönhaus seine Fähigkeiten als Passfälscher einsetzt, um sich und anderen Juden während der NS-Zeit das Überleben zu ermöglichen. Durch die detaillierte und einfühlsame Darstellung der Ereignisse erhält der Leser einen tiefen Einblick in die Schrecken und Herausforderungen dieser Zeit. Insgesamt ist "Der Passfälscher" ein beeindruckendes Buch, das den Leser durch seine einzigartige Geschichte und den facettenreichen Protagonisten fesselt. Die Mischung aus historischem Kontext und persönlichen Erlebnissen verleiht dem Werk eine besondere Tiefe und Emotionalität. ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

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