Der Marsch

Der Marsch

Taschenbuch
4.36
KriegIdealeSoldatChaos

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Beschreibung

1865, der Amerikanische Bürgerkrieg liegt in den letzten Zügen. Nach dem Sieg über Alabama marschiert General William T. Sherman mit einer Armee von sechzigtausend Mann durch Georgia, South und North Carolina. Plündernd, Brände legend, vergewaltigend. Stolz und letzter Widerstand der Südstaaten gehen in der Barbarei der hochgerüsteten Union zugrunde. Mit ungeheurer Suggestionskraft entwirft E.L. Doctorow ein Panorama des Krieges in Einzelschicksalen und zeigt mit welcher Wucht jeder Krieg eine zivilisierte Welt ins Chaos stürzen kann.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
416
Preis
11.30 €

Autorenbeschreibung

E.L. Doctorow, geboren 1931 in New York City. Er erhielt für sein Werk zahlreiche Auszeichnungen.Für ›Der Marsch‹ (FTV / Bd. 18200), seinen Roman über den amerikanischen Bürgerkrieg, wurde er mit dem Pen/Faulkner Award ausgezeichnet. E.L. Doctorow starb am 21. Juli 2015 in New York.

Beiträge

2
Alle
4.5

Gegen Ende des amerikanischen Bürgerkriegs zieht die Armee der Union durch Südstaatengebiet, wobei es immer wieder zu kleineren Scharmützeln und großen Schlachten kommt. Im Schlepptau mit dabei auf diesem monatelangen Marsch: befreite Sklaven, Entwurzelte, Flüchtlinge, Glücksritter ... Anhand von vielen Einzelschicksalen wird dieser dramatische Abschnitt des (eigentlich schon entschiedenen) Krieges anschaulich dargestellt. Ohne Schönfärberei, aber auch ohne simple plakative Schockeffekte. Beeindruckend, erschreckend und erhellend.

5

Der Amerikanische Bürgerkrieg kurz vor der Entscheidung - im Jahre 1865 führt DER MARSCH von Georgia über South Carolina nach North Carolina. Den Unionstruppen schliessen sich immer mehr (dann ehemalige) Sklaven an und es wird nur zu deutlich, dass dies nur der Schwächung der “Rebellen“ diente und kein hehres Ziel der Nordstaaten war (nachher wurde es dann so “verkauft“). Letztlich sind sie nur zusätzliche Mäuler, die kaum gestopft werden können und es gilt sie loszuwerden. Ihnen wird schmerzlich bewusst, dass ihre neue Freiheit eben auch Heimatlosigkeit bedeutet – in jeder Beziehung. DER MARSCH ist ein Episodenroman, der unterschiedliche Schicksale beschreibt, die teilweise miteinander verwoben sind. Die Beweggründe der einzelnen Personen (es gibt keinen Hauptprotagonisten, was wunderbar demokratisch ist) werden aufgezeigt, es gibt Gewalt, Liebe, Verzweiflung, Überlebenskämpfe, Nachsicht, Mitgefühl, Patriotismus, Opportunismus, Desertation, Verrat, Nächstenliebe……und wieder grausame Gewalt. Was fühlt eine hellhäutige Ex-Sklavin, was ein Arzt im Lazarett, was ein Gutsherr, was ein Deserteur, was ein General, was eine Mutter, was eine “höhere“ Tochter, was ein schon vorher freier Farbiger und so fort ? Ihr Blick auf den furchtbaren Krieg, ihre Art damit umzugehen, ihre Art den Überlebenskampf aufzunehmen, ihre Art das Grauen zu verarbeiten, zu verdrängen…… davon handelt dieses sehr beeindruckende Buch. Es ist ausgesprochen spannend, aber keineswegs sensationslüstern oder blutrünstig. Die Sprache ist präzise, aber nicht kühl – sie ist mitfühlend, aber nicht schwülstig; perfekt getroffener Tonfall. Ganz fabelhaft sind die Karten im Innendeckel – so kann man den Weg, den Marsch gedanklich besser verfolgen. Zum Glück wird nicht ausufernd über Kriegsstrategien gefachsimpelt und so kann jedem Leser (auch den nicht sonderlich geschichtlich Interessierten) dieses Buch nur ans Herz gelegt werden. Grossartige Nachhilfe resp. Auffrischung ohne Lehrerattitüde.

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