Der letzte Sommer
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Beschreibung
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Ricarda Huch (1864-1947), die große Historikerin und Dichterin, war in den 1930er Jahren gleich mehrfach für den Literaturnobelpreis im Gespräch. Alfred Döblin bewunderte ihre Prosa, als Historikerin beeinflusste sie Golo Mann, Thomas Mann nannte sie »die erste Frau Deutschlands ... wahrscheinlich die erste Europas« – die sie in vielerlei Hinsicht auch war. In eine wohlhabende Braunschweiger Kaufmannsfamilie hineingeboren, zog Ricarda Huch als junge Frau nach Zürich, um dort als eine der ersten Frauen überhaupt zu promovieren. Sie verweigerte den Nazis die Loyalitätserklärung und trat aus der gleichgeschalteten Preußischen Akademie der Künste aus, die sie als erste Frau aufgenommen hatte. Nach dem Krieg bemühte sie sich, dem Widerstand in Deutschland ein Denkmal zu setzen, unbestechlich und mutig bis zuletzt.
Beiträge
Heute möchte ich euch die Briefroman-Erzählung "Der letzte Sommer" von Ricarda Huch aus dem Jahr 1910 vorstellen. Der Gouverneur Jegor von Rasimkara versucht als Vertreter des zaristischen Regimes, die zunehmenden Studentenunruhen mit Repressionen und Todesurteilen zu unterdrücken. Aus Angst vor Anschlägen zieht er sich gemeinsam mit seiner Familie auf sein Landgut zurück. Auf Drängen seiner Frau Lusinja stellt er den jungen Akademiker Lju als Sekretär ein, der in Wahrheit als Schutz vor einem möglichen Attentat dienen soll. Unbemerkt ist Lju jedoch selbst Anarchist und plant den Mord an dem Gouverneur. Um Lusinjas Angst weiter zu schüren, platziert er einen zweiten Drohbrief unter ihrem Kopfkissen. Als sie erkennt, dass der Brief von Lju stammt, konfrontiert sie ihn, doch er zerstreut ihre Zweifel geschickt. Schließlich tötet er das adelige Ehepaar mit einer Sprengladung. Ricarda Huchs "Der letzte Sommer" ist in einem nüchternen, stellenweise distanzierten Schreibstil gehalten, der stark von psychologischer Spannung lebt. Die Autorin arbeitet mit Andeutungen, unterschwelliger Bedrohung und einer bewusst zurückgenommenen Sprache, die mehr auf Atmosphäre als auf Handlung setzt. Diese Zurückhaltung kann jedoch auch als Schwäche empfunden werden, da zentrale Konflikte eher beschrieben als unmittelbar erfahrbar werden. Insgesamt bleibt die Erzählung emotional kühl, wodurch es schwerfällt, eine echte Bindung zu den Figuren aufzubauen. Leider hat mir das Buch deshalb nicht gefallen und mich stellenweise sogar ein wenig gelangweilt. Bewertung: 2,5 von 5 Sternen ✨️

Beschreibung
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Ricarda Huch (1864-1947), die große Historikerin und Dichterin, war in den 1930er Jahren gleich mehrfach für den Literaturnobelpreis im Gespräch. Alfred Döblin bewunderte ihre Prosa, als Historikerin beeinflusste sie Golo Mann, Thomas Mann nannte sie »die erste Frau Deutschlands ... wahrscheinlich die erste Europas« – die sie in vielerlei Hinsicht auch war. In eine wohlhabende Braunschweiger Kaufmannsfamilie hineingeboren, zog Ricarda Huch als junge Frau nach Zürich, um dort als eine der ersten Frauen überhaupt zu promovieren. Sie verweigerte den Nazis die Loyalitätserklärung und trat aus der gleichgeschalteten Preußischen Akademie der Künste aus, die sie als erste Frau aufgenommen hatte. Nach dem Krieg bemühte sie sich, dem Widerstand in Deutschland ein Denkmal zu setzen, unbestechlich und mutig bis zuletzt.
Beiträge
Heute möchte ich euch die Briefroman-Erzählung "Der letzte Sommer" von Ricarda Huch aus dem Jahr 1910 vorstellen. Der Gouverneur Jegor von Rasimkara versucht als Vertreter des zaristischen Regimes, die zunehmenden Studentenunruhen mit Repressionen und Todesurteilen zu unterdrücken. Aus Angst vor Anschlägen zieht er sich gemeinsam mit seiner Familie auf sein Landgut zurück. Auf Drängen seiner Frau Lusinja stellt er den jungen Akademiker Lju als Sekretär ein, der in Wahrheit als Schutz vor einem möglichen Attentat dienen soll. Unbemerkt ist Lju jedoch selbst Anarchist und plant den Mord an dem Gouverneur. Um Lusinjas Angst weiter zu schüren, platziert er einen zweiten Drohbrief unter ihrem Kopfkissen. Als sie erkennt, dass der Brief von Lju stammt, konfrontiert sie ihn, doch er zerstreut ihre Zweifel geschickt. Schließlich tötet er das adelige Ehepaar mit einer Sprengladung. Ricarda Huchs "Der letzte Sommer" ist in einem nüchternen, stellenweise distanzierten Schreibstil gehalten, der stark von psychologischer Spannung lebt. Die Autorin arbeitet mit Andeutungen, unterschwelliger Bedrohung und einer bewusst zurückgenommenen Sprache, die mehr auf Atmosphäre als auf Handlung setzt. Diese Zurückhaltung kann jedoch auch als Schwäche empfunden werden, da zentrale Konflikte eher beschrieben als unmittelbar erfahrbar werden. Insgesamt bleibt die Erzählung emotional kühl, wodurch es schwerfällt, eine echte Bindung zu den Figuren aufzubauen. Leider hat mir das Buch deshalb nicht gefallen und mich stellenweise sogar ein wenig gelangweilt. Bewertung: 2,5 von 5 Sternen ✨️





