Der Krieg mit den Molchen

Der Krieg mit den Molchen

Taschenbuch
4.618
Karikatur Und ParodiePolitische Pop-ArtWissenschaftlichFeuerwerk An Illustrationen

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Beschreibung

Die brillanteste Satire gegen Fortschritt und Profit Kapitän van Toch entdeckt auf den indonesischen Inseln eine seltsame Molchart, die sich zu allerlei Arbeiten abrichten lässt. Manager wittern ein Riesengeschäft, ein gigantisches »Salamandersyndikat« entsteht. Das Molchzeitalter scheint angebrochen. Doch bald sind die Tiere so clever, dass sie den Spieß umdrehen und ihre einstigen Herren bedrohen. »Lange hat mich keine Erzählung mehr so gefesselt und gepackt. Ihr satirischer Blick für die abgründige Narrheit Europas hat etwas absonderlich Großartiges.« Thomas Mann

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Klassiker
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
328
Preis
12.30 €

Autorenbeschreibung

Karel Capek (1890-1938) wurde als Sohn eines tschechischen Landarztes in Malé Svatonovice geboren. 1909 nahm er in Prag ein Philosophiestudium auf, das er nach einem Jahr in Berlin fortsetzte. Er arbeitete als Journalist, Dramaturg und Regisseur, schrieb Feuilletons, Erzählungen und Romane sowie Stücke und Reisebücher aus England, Italien, Spanien und den skandinavischen Ländern. Drei Jahre nach seiner Heirat mit der Schauspielerin Olga Scheinpflugová starb er in Prag an einer Lungenentzündung.

Beiträge

9
Alle
4.5

Wow

Viel besser als ich gedacht hätte. Sehr lesenswert, witzig und auch sehr ernst. Nur ein paar Sachen sind für mich unverständlich/schwer zu mögen, was daran liegt, dass das Buch fast 100 Jahre alt ist.

5

Ich weiß gar nicht wie, oder wo ich hier starten soll, so ein verrücktes Buch! Sowas hab ich tatsächlich noch nie nie gelesen und ich bin wirklich ziemlich verwundert, dass das Buch nicht bekannter ist. Ganz große Satire. Der Krieg mit den Molchen startet einigermaßen unauffällig im Stil eines gewöhnlichen Romans, Kapitän von Toch ist im übrigen die vermutlich größte Lisa, der ich bis dato getroffen habe, dieses "denglisch" war wahnsinnig anstrengend zu lesen xD, aber peu à peu hat sich die Dynamik des ganzen Buches doch sehr gewandelt. Auf einmal war es nicht mehr die stringente Erzählung, sondern es wurde wild zwischen allen möglichen Personen und auch in der Zeit herumgesprungen, immer wieder unterbrochen von Zeitungsartikeln, Einträgen aus Fachbüchern und Magazinen. Auf der einen Seite ist Der Krieg mit den Molchen mehr als einfach nur witzig - Čapek zeigt keine Gnade - vor niemandem. Er nimmt jedweden Glauben auf die Schippe (inklusive Judentum und den Christen), überhaupt alle Amerikaner, Asiaten und vor allem auch die Europäer, Journalisten, Akademiker - alle bekommen ihr Fett weg. Auf der anderen Seite ist es aber auch schonungslos und trifft den Nerv der Zeit (Angang der 30er Jahre) sehr akkurat - Molche werden ausgebeutet, als Sklaven gehalten und es werden Versuche an ihnen durchgeführt. Klingt bekannt? Die Moral von der Geschicht? Menschen sind habgierige Idioten. Passt heute noch genauso gut wie damals.

5

Antikapitalistischer, antinationalistischer, antifaschistischer apokalyptischer Science-Fiction Roman? Yes please. Aber wahrlich nicht erbaulich. Alle hatten tausend absolut stichhaltige wirtschaftliche und politische Einwände bei der Hand, warum es nicht möglich sei. Ich bin weder Politiker noch Nationalökonom, ich kann sie nicht überzeugen. Was tun? Die Welt wird vielleicht versinken, untergehen, aber wenigstens aus allgemein anerkannten politischen und wirtschaftlichen Gründen, wenigstens mit Hilfe der Wissenschaft, Technik und der öffentlichen Meinung, unter Einsatz des gesamten menschlichen Scharfsinns! Keine kosmische Katastrophe, sondern lauter staatliche, machtpolitische, wirtschaftliche und andere Gründe. - Dagegen kann man nichts machen In den dreißiger Jahren genauso wahr wie in Zeiten des voranschreitenden Klimawandels. Und wieder einmal wird vor Augen geführt, dass vielleicht einzelne Menschen etwas lernen können, die Menschheit jedoch noch nie eine Lektion gelernt hat. Cool.

5

Radiolesung (mdr Kultur), gelesen von Ilja Richter.

4

Eine bisher unentdeckte Molchart, die von den Menschen im Tausch von Perlen gegen Waffen zum Selbstschutz gegen Haie ausgerüstet wird, schwingt sich durch hohe Fertilität zur neuen dominierenden Gattung auf, die Menschen verstehen es nicht und lassen sich die Welt von den Molchen abkaufen, indem sie anfangs Küstenstriche, später ganze Kontinentalteile von den Molchen abgraben und ins Meer versinken lassen. Für mich ein Gleichnis auf die Globalisierung - wir, der Westen lagern kleinweise alles, aber auch alles in Off-, oder Nearshore Länder aus, um die Gewinnspannen hochzuhalten und den Aktionären ihre Renditen zu sichern. Čapek wiederum ging es 1937 darum, die nationalen Konflikte am Vorabend des 2. Weltkriegs aufzuzeigen. Ein Seitenhieb auf eine nordische Mutation der Molche, mit weißerer Haut und aufrechterem Gang, auf die Deutschland sehr Stolz ist, zeigt Čapeks Weitblick. Čapeks Sprache ist über weite Strecken so neu und frisch, dass dieser Roman, wüsste man es nicht, auch ein zeitgenössischer sein könnte. http://twitpic.com/5j8d3g

5

Radiolesung (mdr Kultur), gelesen von Ilja Richter.

5

Radiolesung (mdr Kultur), gelesen von Ilja Richter.

5

The most fascinating, most experimental, most fun world classic I have ever read. And on top of that it is so accurate and shockingly modern in the way it depicts the world's societies...

5

Ich weiß gar nicht wie, oder wo ich hier starten soll, so ein verrücktes Buch! Sowas hab ich tatsächlich noch nie nie gelesen und ich bin wirklich ziemlich verwundert, dass das Buch nicht bekannter ist. Ganz große Satire. Der Krieg mit den Molchen startet einigermaßen unauffällig im Stil eines gewöhnlichen Romans, Kapitän von Toch ist im übrigen die vermutlich größte Lisa, der ich bis dato getroffen habe, dieses "denglisch" war wahnsinnig anstrengend zu lesen xD, aber peu à peu hat sich die Dynamik des ganzen Buches doch sehr gewandelt. Auf einmal war es nicht mehr die stringente Erzählung, sondern es wurde wild zwischen allen möglichen Personen und auch in der Zeit herumgesprungen, immer wieder unterbrochen von Zeitungsartikeln, Einträgen aus Fachbüchern und Magazinen. Auf der einen Seite ist Der Krieg mit den Molchen mehr als einfach nur witzig - Čapek zeigt keine Gnade - vor niemandem. Er nimmt jedweden Glauben auf die Schippe (inklusive Judentum und den Christen), überhaupt alle Amerikaner, Asiaten und vor allem auch die Europäer, Journalisten, Akademiker - alle bekommen ihr Fett weg. Auf der anderen Seite ist es aber auch schonungslos und trifft den Nerv der Zeit (Angang der 30er Jahre) sehr akkurat - Molche werden ausgebeutet, als Sklaven gehalten und es werden Versuche an ihnen durchgeführt. Klingt bekannt? Die Moral von der Geschicht? Menschen sind habgierige Idioten. Passt heute noch genauso gut wie damals.

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