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Der große Wunsch

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Über das Buch

Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2023

Was tun, wenn die eigene Tochter nach Syrien reist, um einen Glaubenskrieger zu heiraten? – »Einer der politisch hellsichtigsten deutschen Schriftsteller.« DIE ZEIT


Feinfühlig und scharfsinnig erzählt Sherko Fatah eine erschütternde Vater-Tochter-Geschichte vor dem Hintergrund der Konflikte im Nahen Osten, die auch das heutige Westeuropa längst erreicht haben.

Eine Tochter verschwindet. Sie ist aufgebrochen, um sich in Syrien mit einem Glaubenskrieger zu verheiraten, den sie im Internet kennengelernt hat. Zurück bleibt ein Vater, der sich Vorwürfe macht. Hätte Murad seiner Tochter Naima nur mehr von seinem Herkunftsland erzählt, von dem er sich hier in Deutschland endlich gelöst hat. Hätte er ihren Fremdheitsgefühlen nur mehr Beachtung geschenkt. Vielleicht wäre sie dann nicht im Namen der Religion in eine Welt heimgekehrt, die ihr vollkommen unvertraut ist. Murad sieht nur eine Lösung: Er muss Naima finden. Und so nimmt er Kontakt zu Schleusern auf, reist in das Kurdengebiet an der türkisch-syrischen Grenze und stellt sich dabei auch seiner eigenen Vergangenheit. Als ihm die Schleuser ein Audiotagebuch präsentieren, das von einer Frau in Rakka aufgenommen wurde, mit großer Wahrscheinlichkeit Naima, entscheidet Murad, die gefährliche Reise in das Herrschaftsgebiet des Islamischen Staates auf sich zu nehmen …

Editionen (2)

ISBN9783630877372
VerlagLuchterhand
Erscheinungsdatum30.08.23
Seitenzahl384

Rezensionen & Bewertungen

31 Bewertungen

6 Rezensionen

3,6

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  • _sarina_
    _sarina_

    149 Follower

    5,0

    ✨️ Highlight

    📚 Inhalt Ein Albtraum für Murad hat begonnen. Seine Tochter ist verschwunden. Sie ist nach Syrien aufgebrochen, um sich mit einem Glaubenskrieger zu verheiraten und ihren Teil für den heiligen Krieg beizutragen. Murad ist geplagt von Vorwürfen. Wäre es anders gekommen, wenn er seiner Tochter mehr über ihre Wurzeln erzählt hätte? Wenn er ihr Fremdheitsgefühl ernster genommen hätte? Aber nun ist es zu spät und seine Tochter ist unterwegs in eine Heimat, die ihr fremd ist. Geflüchtet in eine Religion, die sie kaum kennt. In einen Krieg, dessen Ausmasse sie sich nicht vorstellen kann. Murad macht sich auf die Suche nach seiner Tochter Naima und beginnt eine gefährliche Reise. Mit Hilfe von Schleusern will er durch das kurdische Gebiet bei der türkisch-syrischen Grenze gelangen. Als er von einem Schleuser ein Audiotagebuch bekommt, welches höchstwahrscheinlich von Naima ist, gibt es für ihn nur noch eine Lösung: er muss in das Herrschaftsgebiet des Islamischen Staates gelangen. 📖 Meinung Dieses Buch hat mich komplett gefesselt, ich konnte es kaum aus der Hand legen. Die Erzählweise war so gut. Murad ist mir schnell nahe gekommen und der Autor konnte seine Gefühle so gut rüber bringen, dass ich sie förmlich greifen konnte. Die verschiedenen Emotionen die Murad durchlebt, sind auf mich übergegangen und ich habe die Geschichte praktisch durch sein Herz gesehen. Seine verzweifelte Suche nach seiner Tochter wird durch die abwechselnden Kapitel mit dem Audiotagebuch noch nervenaufreibender gestaltet. Man weiss nicht, ob es sich um Naima handelt und die unbekannte Frau berichtet eindrucksvoll von ihren Erlebnissen im Kriegsgebiet. Sie legt ihre Hoffnungen und Ängste eindrücklich dar. Da auch Murad die Geschichte zeitgleich mitbekommt, wird die Spannung dadurch nur noch mehr gesteigert und ich habe wirklich mit ihm mitgefiebert. Das Buch war ein sehr eindrucksvolles, bleibendes Leseerlebnis für mich. Der Autor behandelt so gekonnt ein hochaktuelles Thema, über das mehr aufgeklärt werden müsste. Für mich ein must-read, dass ich nur weiter empfehlen kann.

    26. Apr. 2025

  • marzipanhirsch
    marzipanhirsch

    122 Follower

    5,0

    Ein Vater ist auf der Suche nach seiner Tochter, die sich mit einem IS-Terroristen verheiratet hat und in Syrien untergetaucht ist. Die wochenlange Reise ist eine Reise durch karge, harte Landschaften, immer am Rande von Kriegshandlungen und Brutalität. Es ist aber auch eine Reise voller Begegnungen mit Menschen und vor allem eine Reise zu sich selbst und seiner getrennten Ehefrau, die in Deutschland auf die Rückkehr der Tochter hofft. Wie geht man damit um, wenn das eigene Kind nicht nur in höchster Lebensgefahr schwebt sondern auch noch mitverantwortlich für Folter und Mord sein könnte? Dieses Buch werde ich so schnell nicht vergessen. Es ist hart zu lesen aber sehr sehr lohnend.

    4. Nov. 2023

  • rikwal
    rikwal

    358 Follower

    4,0

    Murad macht sich auf den Weg ins kurdische Grenzgebiet zu Syrien zu der Zeit als ISIS/Islamischer Staat/Daesh noch ein "Kalifat" errichtet hatten in Teilen Syriens. Er hat einen Boten engagiert, der seine Tochter finden soll, die verschwunden ist und sich scheinbar mit ihrem französischen Freund radikalisiert hat und diesem Kampf angeschlossen hat. Murad wartet vor allem und muss sich mit den Menschen im Grenzgebiet sowie seiner Ex-Frau und einem eher seltsamen Freund in Deutschland auseinandersetzen. Zunächst beginnt das Buch sehr poetisch, dann wird es schnell viel Selbstreflexion, Beobachtung, Einsamkeit und leider auch viel Selbstmitleid mit dem abwesenden Vater, der seine Tochter nicht versteht und offensichtlich auch nie wirklich erreicht hat. Viele Beobachtungen aus Syrien/dem kurdischen Autonomiegebiet. Es wird viel gewartet, geraucht und Tee getrunken. Der letzte Teil wird dann spannender, aber auch etwas vertrackt, ohne wirkliches Happy End. Sehr spannendes Thema, mal ohne Sachbuch zu sein

    1. Jan. 2024

3 von 6 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Sherko Fatah

Sherko Fatah wurde 1964 in Ost-Berlin als Sohn eines irakischen Kurden und einer Deutschen geboren. Er wuchs in der DDR auf und siedelte 1975 mit seiner Familie über Wien nach West-Berlin über. Er studierte Philosophie und Kunstgeschichte. Für sein erzählerisches Werk hat er zahlreiche Auszeichnungen erhalten, zuletzt den Großen Kunstpreis Berlin der Akademie der Künste und den Adelbert-von-Chamisso-Preis 2015, außerdem den Aspekte-Literaturpreis für den Roman »Im Grenzland«. Er wurde mehrfach für den Preis der Leipziger Buchmesse (2008 mit »Das dunkle Schiff«, 2012 mit »Ein weißes Land«) nominiert, stand mit »Das dunkle Schiff« 2008 auf der Shortlist und mit »Der große Wunsch« 2023 auf der Longlist des Deutschen Buchpreises.

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