Der Ernst des Lebens

Der Ernst des Lebens

Hardcover
2.73

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Beschreibung

Was braucht man wirklich im Leben?

Bruno van Gelderen ist auf einem Bauernhof am Niederrhein aufgewachsen und landet in den späten Neunzigern in Berlin. Statt zu studieren, arbeitet er für eine Konzertagentur und verspielt sein Geld an Slot Machines. Alkohol und Amphetamine tun ihr Übriges, nach Überfällen auf eine Kinokasse und einen Spätkauf verbringt er zwei Jahre im Gefängnis. Danach schreibt Bruno zunächst für ein kleines Fachblatt über Berliner Amateur-Fußball und hat plötzlich einen Job bei einer Investment-Firma. Zum ersten Mal in seinem Leben kommt er zu Geld. Und zum ersten Mal hat er so etwas wie einen Plan ...
Wie sein Held staunt auch Ulrich Peltzers neuer Roman über all die Angebote und Weisheiten, die Tricks und Traditionen, mit denen wir unserem Leben einen Sinn zu geben versuchen. Aber worauf kommt es an und wo ist mein Platz in dieser Welt? Wunderbar unaufgeregt stellt sich Peltzers Roman diese so einfachen wie elementaren Fragen. Nichts ist ihm dabei fremder als die große Gereiztheit unserer Zeit. Und wie nebenbei erzählt er vom Einzigen, das für alle zu zählen scheint: vom Geld.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Hardcover
Seitenzahl
304
Preis
24.70 €

Autorenbeschreibung

Ulrich Peltzer, geboren 1956 in Krefeld, studierte Philosophie und Psychologie in Berlin, wo er seit 1975 lebt. Er veröffentlichte die Romane »Die Sünden der Faulheit« (1987), »Stefan Martinez« (1995), »›Alle oder keiner‹« (1999), »Bryant Park« (2002) und »Teil der Lösung« (2007) sowie die Frankfurter Poetikvorlesungen »Angefangen wird mittendrin« (2011). Sein Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem dem Preis der SWR-Bestenliste, dem Berliner Literaturpreis und dem Heinrich-Böll-Preis. Ulrich Peltzers Roman »Das bessere Leben« (2015) stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und wurde unter anderem mit dem Marieluise-Fleißer-Preis, dem Peter-Weiss-Preis und dem Franz-Hessel-Preis geehrt. Zuletzt erschienen die Romane »Das bist du« (2021) und »Der Ernst des Lebens« (2024).Literaturpreise:Gerty-Spies-Literaturpreis 2016Franz-Hessel-Preis 2015Peter-Weiss-Preis 2015Platz 1 SWR Bestenliste September 2015Marieluise Fleißer-Preis 2015Shortlist Deutscher Buchpreis 2015Carl-Amery-Literaturpreis 2013Heinrich-Böll-Preis 2011Frankfurter Poetik-Dozentur 2010/11Mitglied der Akademie der Künste in Berlin 2010Stadtschreiber von Bergen-Enkheim 2009/2010Spycher: Literaturpreis Leuk 2008Düsseldorfer Literaturpreis 2008Berliner Literaturpreis für sein Gesamtwerk 2008Literaturpreis der Stadt Bremen 2003Niederrheinischer Literaturpreis der Stadt Krefeld 2001Preis der SWR-Bestenliste 2000Anna Seghers-Preis 1997Berliner Literaturpreis der Stiftung Preußische Seehandlung 1996Bertelsmann-Stipendium beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 1992

Beiträge

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Alle
3

„Wir werden ja sehen, wo man mich in ein paar Jahren wiedertrifft, ich sage nichts voraus. Das dürfte doch klar geworden sein.“ Ich bemerke, dass das Buch keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat, als ich diesen abrufen will.

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Endlich ein Buch frei von Melancholie, Nostalgie und jeglichem Versuch eine bedrückende Schwere auf ein Leben zu legen. Der Icherzähler aus Peltzers Roman springt mit uns durch sein Leben. Retrospektiv erzählt, unverbindlich, in gewisser Distanz, reflexiv, in äußerst unterhaltsamen Plauderton. Das Ganze ähnelt einem Bewusstseinsstrom, der szenisch und sprunghaft angelegt ist. „Vielleicht ist das der Grund, warum ich versuche, mir alles ins Gedächtnis zu rufen, eine Zickzacklinie bis in die Gegenwart, zwei Zimmer, Küche, Bad, die mir gehören, sicher geparkte Ersparnisse, die Idee mit der Galerie. Man erzählt sich die eigene Geschichte, um darin einen Sinn zu entdecken, Logik. Die äußeren Bedingungen, die einem im Weg gestanden sind, der innere Schweinehund, wie die Redewendung lautet, den es an die Kette zu legen gilt, und was nicht noch alles. So eine Stimme im Kopf, die einem sagt, geh spielen, betrüg deine Frau, Ausländer raus. Aber die gibt es nicht, trotzdem unternimmt man Dinge, die einem schwer schaden, als hasste man sich selbst. Fragt sich nur, wofür, als würde es schon ausreichen, da zu sein. Zu existieren. Was sich nicht verändert hat im Lauf der Zeit, ist schwer zu sagen. Was immer gleich bleibt, unter der Oberfläche. Und ob das etwas mit der Herkunft zu tun hat, einer Landschaft, zu der man sich hingezogen fühlt, der Sprache, die dort gesprochen wird. „Wie man’s andererseits oft nicht aushält, wenn man länger als drei Tage in der alten Umgebung ist. Was mache ich hier?, fragt man sich, aber genauso gut könnte man sich fragen, was man überhaupt irgendwo macht. Zu suchen hat. Rational ist das nicht zu entscheiden, höchstens, wenn es um Geld geht, wenn das eine mit dem anderen zusammenhängt. Situative Beschreibungen, beiläufige Beobachtungen. Sämtliche Lebensbereiche werden beleuchtet. Er webt sehr organisch und subtil popkulturelle Referenzen, gesellschaftspolitische Themen und psychologische Feinheiten ein. Insgesamt ist das extrem gut gearbeitet. „Die Frage, wohin ich gehöre, habe ich mir nie gestellt, ich weiß aber, dass man mit rationalen Gründen allein einer Antwort nicht näherkommt. Man kann mit dem besten Job irgendwo todunglücklich sein, metaphysisch sozusagen. Mir scheint, das ist ähnlich wie in der Liebe, der Point of no Return, man muss nur den Mut aufbringen, sich drauf einzulassen. Um den Rest seines Lebens nicht mit Halbheiten zu verbringen. Scheitern inklusive, Selbsttäuschungen, aber wenigstens weiß man’s dann hinterher. Das ist ja auch was.“ Allerdings ist mit dieser Erzählanlage und der Themensetzung schnell die Luft raus. Er hält dieses Schema bis zum Ende durch. Es ermüdet mich zu schnell. Im Grunde hätte ich nach 40% das Buch abbrechen müssen. Das Buch leidet durch den erfrischend schwerelosen Duktus irgendwann an fehlender Substanz. Die eigentlich da ist, versteckt, verwoben. Sehr seltsam. Ich kann das nicht anders benennen, als ein wirklich gutes Buch gelesen zu haben, das mir so rein gar nichts hinterlässt. Hä?

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