
15 Follower
Kurz will er sich fassen euer Rezensent. Meister Willmann ward ein trefflich Werk gelungen! Ja muss ich gar, will ihm nur im mindesten gerecht ich werden, ein Meisterwerk es titulieren. Fünf Sterne will ich ihm geben, allein weil derer sechs das Urteilsmaß nicht zulässt. Es beginnt die Erzählung unseres Protagonisten in der Salpêtrière, im Jahr 1753, einem „Gemäuer des weiblichen Wahns“, wie er uns mitteilt, als Retrospektive seines Lebens. Aufgewachsen als Sohn eines bigotten Schulmeisters, auf dem Lande im „Örtchen K— an der T—, wo die Erwartungen an die Welt so niedrig waren wie die Stubendecken“, zumeist unter der Obhut eines einfältigen Kindermädchens (seine Mutter war bei seiner Geburt verstorben), gelingt es ihm später, mit Hilfe seines Oheims den strengen Vater zu überzeugen, für den Buben wäre die Lehre eines Uhrmachers der richtige, gleichsam gottgefällige Weg ins Leben. So gelangt er später schliesslich in jungen Jahren, ins Wien ihrer Majestät Kaiserin Maria-Theresias. Wir begleiten unseren „Jacob“ - es ist dies nicht der Name auf den er getauft wurde, welchen er jedoch im Verlauf der Ereignisse wählen wird - durchs geniale Konstrukt dieser Erzählung. Sei es in leidenschaftlichem Eros, gar grausiger Bataille auf dem Felde oder in furchtbarem Furor seiner Eifersucht. Es sei hierbei noch angemerkt, dass viel historisches in die famose Erzählung mit eingeflochten ward. Die mechanische Ente eines Jacques de Vaucanson, die Automaten des Pierre Jaquet-Droz oder die Katastrophe zu welcher sich ein Feuerwerk anlässlich der Hochzeit des späteren Königs Ludwig XVI. mit Marie-Antoinette, am 30. Mai 1770 in Paris entwickelt hatte. Der historisch geschulte vermag derlei noch weit mehr zu entdecken. Von den heiteren Neben- wie faszinierenden Hauptfiguren wär gar viel zu berichten. Mit ihnen ward gezecht allerorten und in der Taverne, gehurt in der Schenke und fantasievollem Etablissement, geforscht in der Mechanik und dem Gekröse dahingeschiedenen Getiers und - geliebt. So muss ich es gestehen, sogar mir, der nach langen Irrungen den Weg zu resignativer Reife fand, ward es schwer im Herzen und fand mich im Ringen mit drängenden Zähren, bei Schilderung der reizenden und anmutigen jungen Damen, vor allem Amalias. Zuletzt sei hier noch die wunderbare Sprache und ihre herrlichen Formulierungen erwähnt. Ich habe hier versucht darin zu reüssieren, gleichwohl es mir an Übung und Erforschung selbiger mangelt. Der Autor beherrscht sie freilich meisterlich.
11. Juli 2025
Kurz will er sich fassen euer Rezensent. Meister Willmann ward ein trefflich Werk gelungen! Ja muss ich gar, will ihm nur im mindesten gerecht ich werden, ein Meisterwerk es titulieren. Fünf Sterne will ich ihm geben, allein weil derer sechs das Urteilsmaß nicht zulässt. Es beginnt die Erzählung unseres Protagonisten in der Salpêtrière, im Jahr 1753, einem „Gemäuer des weiblichen Wahns“, wie er uns mitteilt, als Retrospektive seines Lebens. Aufgewachsen als Sohn eines bigotten Schulmeisters, auf dem Lande im „Örtchen K— an der T—, wo die Erwartungen an die Welt so niedrig waren wie die Stubendecken“, zumeist unter der Obhut eines einfältigen Kindermädchens (seine Mutter war bei seiner Geburt verstorben), gelingt es ihm später, mit Hilfe seines Oheims den strengen Vater zu überzeugen, für den Buben wäre die Lehre eines Uhrmachers der richtige, gleichsam gottgefällige Weg ins Leben. So gelangt er später schliesslich in jungen Jahren, ins Wien ihrer Majestät Kaiserin Maria-Theresias. Wir begleiten unseren „Jacob“ - es ist dies nicht der Name auf den er getauft wurde, welchen er jedoch im Verlauf der Ereignisse wählen wird - durchs geniale Konstrukt dieser Erzählung. Sei es in leidenschaftlichem Eros, gar grausiger Bataille auf dem Felde oder in furchtbarem Furor seiner Eifersucht. Es sei hierbei noch angemerkt, dass viel historisches in die famose Erzählung mit eingeflochten ward. Die mechanische Ente eines Jacques de Vaucanson, die Automaten des Pierre Jaquet-Droz oder die Katastrophe zu welcher sich ein Feuerwerk anlässlich der Hochzeit des späteren Königs Ludwig XVI. mit Marie-Antoinette, am 30. Mai 1770 in Paris entwickelt hatte. Der historisch geschulte vermag derlei noch weit mehr zu entdecken. Von den heiteren Neben- wie faszinierenden Hauptfiguren wär gar viel zu berichten. Mit ihnen ward gezecht allerorten und in der Taverne, gehurt in der Schenke und fantasievollem Etablissement, geforscht in der Mechanik und dem Gekröse dahingeschiedenen Getiers und - geliebt. So muss ich es gestehen, sogar mir, der nach langen Irrungen den Weg zu resignativer Reife fand, ward es schwer im Herzen und fand mich im Ringen mit drängenden Zähren, bei Schilderung der reizenden und anmutigen jungen Damen, vor allem Amalias. Zuletzt sei hier noch die wunderbare Sprache und ihre herrlichen Formulierungen erwähnt. Ich habe hier versucht darin zu reüssieren, gleichwohl es mir an Übung und Erforschung selbiger mangelt. Der Autor beherrscht sie freilich meisterlich.
11. Juli 2025






