Der Büßer

Der Büßer

Taschenbuch
3.01
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Beschreibung

»›Zufall‹ ist kein koscheres Wort.« Joseph Shapiro lebt mit seiner Frau Celia als wohlhabender Geschäftsmann in New York. Angestachelt von seinem Umfeld, lässt er sich zu erotischen Abenteuern verleiten und hat schließlich eine Geliebte, die ihm mit ihrer Tochter das Geld aus der Tasche zieht. Irgendwann beginnt er zu zweifeln, sein Leben erscheint ihm zunehmend geistlos und leer. Auf der Suche nach dem rechten Weg verlässt er die Frauen und wandert nach Israel aus, wo er als »Büßer« ein neues Leben beginnen will. Doch schon zu Beginn der Reise zeigt sich, dass es nicht einfach ist, sein Leben schlagartig zu ändern …

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
N/A
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
153
Preis
11.40 €

Autorenbeschreibung

Isaac Bashevis Singer wurde am 21. November 1902 in Polen geboren. In seinen Jugendjahren gab er den 14. Juli 1904 als offizielles Geburtsdatum an, eine vorsichtige Richtigstellung erfolgte im Alter. Singer wuchs in Warschau auf und emigrierte 1935 in die USA. Er lebte in New York und gehörte dort bald zum Redaktionsstab des Jewish Daily Forward. 1978 wurde ihm für sein Gesamtwerk der Nobelpreis für Literatur verliehen. Er starb am 24. Juli 1991 in Miami.

Beiträge

1
Alle
3

“Jeder Lügner ist überzeugt, dass er der ganzen Welt etwas vormachen kann.tatsächlich aber macht er sich selbst am meisten vor” S.37 Joseph Shapiro emigriert 1945 aus Stalins Land in die USA. Dort lebt er mit seiner Frau und etabliert sich zu einem reichen Geschäftsmann. Doch Konsum und Lüstereien prägen sein Leben und er beschließt, alles hinter sich zu lassen: Seine Liebhaberin, seine Frau, seinen Job. In Israel möchte er sich ganz dem Leben unter jüdischer Tradition widmen. Doch auch hier scheinen sich die traditionellen Werte der modernen Welt zu beugen und eine kleine teuflische Stimme versucht immer wieder, Joseph von seinem neuen Weg abzuleiten.  Der Roman thematisiert den Versuch, den Wandel der Zeit von strenggläubiger Tradition hin zur kapitalistischen, materialistischen Moderne,  zu übergehen. Unser Protagonist brüskiert sich ununterbrochen über den modernen Lebensstil, über Frauen, über Lust und Konsum. Und nur die, die voll und ganz nach dem jüdischen Glauben Leben, sind frei von seinem strengen Urteil.  In Singers Text sind mir die homophoben und sexistischen Aussagen nicht entgangen und ich habe versucht herauszufinden, inwieweit diese Aussagen aus der Denkweise des Autors hervorgehen oder der Erschaffung des Charakterbilds dienen. Ich denke, in diesem Fall ist es tatsächlich die Ideologie des Protagonisten, nicht die des Autors. Im Vorwort distanziert sich Singer bereits von J. Shapiro Ansichten. Dennoch, es hinterlässt einen etwas bitteren Nachgeschmack. Es ist mein zweites Buch von Singer und auch hier bin ich wieder begeistert von seinem Sprachstil und der kraftvollen Erzählung. Doch ganz so begeistern wie seine Kurzgeschichtensammlung “Old Love” konnte mich “Der Büsser” nicht. Dies lag vor allem an der teils sehr philosophischen Auseinandersetzung mit dem Thema.

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