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Romane

Der Buchhändler von Gaza

4,5(117)
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Über das Buch

Von einem Mann, den die Literatur am Leben hält

Gaza-Stadt 2014: In einer versteckten Gasse stößt der Fotojournalist Julien auf einen alten Mann, der inmitten von Büchern lebt. Nabil Al Jaber öffnet seine Buchhandlung mit Tagesanbruch, liest auf ihrer Schwelle und schenkt denen, die zu ihm kommen, ein eigens für sie ausgewähltes Buch. Als Julien den Sechsundsechzigjährigen fotografieren will, ermahnt dieser ihn, sich erst die Geschichte seines Lebens anzuhören. Ein Leben, das während der Nakba begann und für das Schicksal eines ganzen Volkes steht. Nabil erzählt von Flucht und Vertreibung, von einem dem Elend abgetrotzten Glück – und von der Literatur, die ihm Halt und Hoffnung gab.

»Der Buchhändler von Gaza« gleicht einem kleinen Wunder – ein warmherziger, lebenskluger, tief berührender Roman.

»Ein Roman von brennender Aktualität.« Ouest-France

»Ein notwendiges, unerlässliches Buch!« Trames

»Dieser aufwühlende Roman ist eine Hommage an die Menschen von Gaza, die alles verloren haben.« Libération

»Ein kurzer Roman, der die lange Geschichte der palästinensischen Tragödie erzählt, eine humanistische Fabel. Dieses Buch entfaltet seine Kraft in seiner Einfachheit.« France Culture

»Rachid Benzine ist ein Mann des Friedens und ein großer Schriftsteller.« Le Parisien

ISBN9783492074575
VerlagPiper
Erscheinungsdatum27.02.26
Seitenzahl128

Merkmale

1 Bewertungen

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Rezensionen & Bewertungen

117 Bewertungen

36 Rezensionen

4,5

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  • 4,5

    ... Dass dies für 38 Jahre so bleiben würde, haben wir damals nicht geahnt. Sonst wären wir wohl alle verrückt geworden.

    „…Fast alles, was es früher dort gegeben hatte, war verschwunden 😔. Alles war zerstört, in Trümmern 🏚️. Jedes zerbombte Haus stand für eine Familie, eine Geschichte, mehrere Leben 👨‍👩‍👧‍👦. Über die makabre, tödliche Stille herrschten nur noch die Drohnen, Flugzeuge und Befehle der Besatzer ✈️🚁. Die Armut war absolut. Du hattest keine Worte für das, was dir begegnete…“ ⭐️⭐️⭐️⭐️☆ (4,5/5) Der Buchhändler von Gaza ist ein zutiefst erschütterndes Buch 📖 – und eines, das bewusst wehtut. Rachid Benzine verbindet die Liebe zu Büchern mit der brutalen Realität eines Lebens im Gazastreifen ⚔️. Im Mittelpunkt steht ein Buchhändler, Kind eines Christen und einer Muslimin, der einem Journalisten seine Lebensgeschichte erzählt 🗣️ – eine Geschichte voller Trauer, Tod, Verlust und Hoffnungslosigkeit. Diese persönliche Perspektive macht das Buch so eindringlich, weil sie das große politische Geschehen auf ein einzelnes Leben herunterbricht 🎭. Der Roman schildert schonungslos die Gewalt und Zerstörung in Gaza 💥 und thematisiert dabei auch Kriegsverbrechen, die im Kontext des Konflikts begangen werden. Besonders stark ist, wie das Buch die Auswirkungen dieser Gewalt auf den Alltag der Menschen zeigt, die völlige Zerstörung von Heimat, Identität und Zukunft 🏚️🕊️. Dieses Buch ist für alle, die verstehen wollen, warum dieser Konflikt so festgefahren ist und warum Frieden so fern erscheint 🌍. Gleichzeitig ist es eine Geschichte über Menschlichkeit, über Bücher als Zuflucht 📚 und darüber, wie schwer es ist, inmitten von Chaos Hoffnung zu bewahren ✨. Ein wichtiges, unbequemes und sehr persönliches Werk, das lange nachhallt. 💔🖤❤️‍🩹

    ... Dass dies für 38 Jahre so bleiben würde, haben wir damals nicht geahnt. Sonst wären wir wohl alle verrückt geworden.

    2. Mai 2026

  • tinkarios
    tinkarios

    173 Follower

    5,0

    Und ich stelle mir noch immer die Frage, ob wir nicht alle irgendwie „Komplizen der internationalen Ohnmacht“ sind.

    Du gehst durch Gaza, deine Augen sind die eines Fotografen. Die Beschreibungen sind detailliert, präzise, umfangreich, sodass die Stadt in deiner Vorstellung mit ihren Geräuschen, Gerüchen und Gassen zum Leben erweckt wird. Bis deine Augen das finden, was du einfangen willst. Und so beginnt die Geschichte von Julien und Nabil. Und sie trifft mitten ins Herz. In diesem kurzweiligen Roman finden sich zwei Erzählweisen, die die beiden Hauptprotagonisten widerspiegeln. Die Passagen des Fotografen sind beschreiben bis ins kleinste Detail, fast greifbar und gleichzeitig distanziert. So als würdest du ein Foto oder eine kurze Videosequenz betrachten. Die Erzählungen des Buchhändlers sind emotional, persönlich, beschreiben Einzelheiten, die das Gesamtbild rahmen. Du lauschst im wahrsten Sinne des Wortes der Geschichte seines Lebens. In der Kürze des Romans und seiner sprachlicher Gestaltung liegen aus meiner Perspektive zwei große Stärken. Der Autor präsentiert uns eine Erzählung über die Vergangenheit, mit so viel Gewicht in der Gegenwart und dem sich immer weiter verflüchtigenden Gedanken, dass die Zukunft doch anders werden könnte. In einem sich sich ewig wiederholenden Kreislauf aus Hoffnungslosigkeit, Vergessen und Unsichtbarkeit. Nabils Leben steht exemplarisch für das Schicksal einer ganzen Nation und deren Lebensrealität. Mein Wissen über den Konflikt zwischen Israel und Palästina sowie den Komplex des Nahostkonflikts ist eher oberflächlicher Natur, sodass ich die genannten, historischen Ereignisse während des Lesens vertiefend recherchierte. Am Ende bleibt die Gewissheit, dass es im Krieg keine Sieger gibt. Die größten Verluste trägt immer die Bevölkerung, deren lebenslanges Leid durch die Erzählung des Buchhändlers greifbarere und verstehbarer wird. Ich will nicht mit dieser Hoffnungslosigkeit enden, sondern damit, dass ich dieses Werk auch als kleinen Liebesbrief an die Literatur und literarische Kunst verstanden habe. Den trotz des bedrückenden Gefühls, was mich während des Lesens begleitete, gab es auch diese Momente. Die der Hoffnung. Mein Dank gilt „theagri“, deren Rezension mich auf „Der Buchhändler von Gaza“ aufmerksam machte. Ebenso bedanke ich mich beim Piper Verlag und NetGalleyDe für die Bereitstellung des kostenlosen Rezensionsexemplars.

    Und ich stelle mir noch immer die Frage, ob wir nicht alle irgendwie „Komplizen der internationalen Ohnmacht“ sind.

    21. März 2026

  • entropie
    entropie

    131 Follower

    5,0

    Erschütternd, berührend und unbedingt lesenswert!

    Der Buchhändler von Gaza ist eines dieser Bücher, die man nicht einfach liest, sondern spürt. Ich bin über andere Rezensionen darauf gestoßen – und diese Lektüre hat mich tief getroffen. Sie macht den Schmerz, die Ohnmacht und die alltägliche Absurdität des Lebens in Gaza spürbar, ohne je in Voyeurismus oder Pathos abzurutschen. Das Buch spielt vor dem israelischen Angriff, springt aber im Epilog in die Gegenwart. Die Erzählung in der Du‑Form hat mich anfangs etwas auf Distanz gehalten. Wir begleiten den Fotojournalisten Julien, der in Gaza nach Bildern sucht, die nicht nur Zerstörung zeigen, sondern Leben, Hoffnung, Menschlichkeit. Auf dieser Suche begegnet er Nabil, einem Buchhändler, der sich nicht einfach fotografieren lassen will. Stattdessen lädt er Julien ein, über mehrere Tage seine Geschichte zu hören. Nabils Lebensweg ist geprägt von Verlust, Vertreibung, Demütigung und Perspektivlosigkeit – und dennoch ist er kein Mann der Resignation. Seine Liebe zur Literatur, seine Überzeugung an die Kraft der Worte und sein beharrliches Nicht‑Aufgeben machen ihn zu einer Figur, die lange nachhallt. Das Buch zeigt, wie Hoffnung selbst dort existiert, wo die Welt am unmenschlichsten erscheint. Besonders berührt hat mich das Gedicht, das Nabil rezitiert und das ihm Orientierung gibt: Ihr auf der Schwelle, die ihr dasteht, tretet ein und trinkt mit uns arabischen Kaffee. Fühlt euch als Menschen, wie wir, Ihr auf der Schwelle, die ihr dasteht, Kommt aus unserem Morgen heraus, Uns wird beruhigen, so zu sein wie ihr, Wie Menschen! Ein schweres, wichtiges Buch, das ich unbedingt empfehle.

    16. Apr. 2026

3 von 36 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 1613%
gunda.burgunder
gunda.burgunder31. März 2026

Ich dachte fast, Nabil sitzt vor mir 😳 so detailreich wurde er beschrieben.

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1 Kommentar verdeckt

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1 Kommentar verdeckt

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Autorin / Autor

Über Rachid Benzine

Rachid Benzine, geboren 1971 in Kénitra (Marokko) und aufgewachsen bei Versailles, zählt zu den angesehensten Politologen und Islamwissenschaftlern Europas. Als Autor von sechs hochgelobten Romanen und einigen Sachbüchern wurde er in Frankreich und Marokko mit dem nationalen Verdienstorden ausgezeichnet. 2024 erhielt er den Grand Prix du Roman Métis, bei Piper erschien bisher »Als ich ihr Balzac vorlas«.

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