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Das verlorene Kopftuch

4,0(11)
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Über das Buch

Ohne Kopftuch auf die Straße gehen, Wein trinken und sich bis über beide Ohren in einen Mann verlieben. All das erlebt Nadine Pungs im Iran, obwohl es streng verboten ist. Von Teheran über den Persischen Golf bis fast an die Grenze zu Aserbaidschan erkundet sie, wie das Land jenseits westlicher Klischees tatsächlich tickt. Wortgewaltig schildert sie, wie es sie herausfordert und zugleich beschenkt. Wie sich ihre Schwarz-Weiß-Vorstellungen in tausendundeine Schattierung auflösen und die Perser ihr Herz schließlich zum Überlaufen bringen …

»Hier ist eine Frau unterwegs, die nichts versteckt, auch nicht die Mühsal der Fremde, die Sprachlosigkeit, die Unruhe. Und die sie in einem Ton schildert, der swingt und uns daran erinnert, was dreißig stille Buchstaben vermögen.« Andreas Altmann

Editionen (2)

ISBN9783890294940
VerlagMALIK
Erscheinungsdatum02.05.18
Seitenzahl256

Rezensionen & Bewertungen

11 Bewertungen

2 Rezensionen

4,0

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  • peter_f
    peter_f

    84 Follower

    4,0

    „Das verlorene Kopftuch“ ist für mich eine eindrucksvolle, persönliche Reise durch den Iran, die Klischees aufbricht und ein Land voller Widersprüche, Schönheit und strenger Regeln zeigt.

    Nadine Pungs nimmt die Leserinnen und Leser mit auf eine sehr persönliche Reise durch den Iran. Von Teheran über den Süden bis in den Norden des Landes beschreibt sie nicht nur Landschaften und Begegnungen, sondern vor allem den Alltag in einem Staat, in dem Frauen stark eingeschränkt werden und scheinbar selbstverständliche Dinge wie ein Glas Wein, ein Spaziergang ohne Kopftuch oder ein freier Umgang zwischen Mann und Frau schnell gefährlich werden können. Gerade dieser Kontrast zwischen äußerer Strenge und innerer Lebendigkeit macht das Buch so spannend. Besonders gelungen finde ich, dass Pungs nicht von oben herab schreibt, sondern offen, neugierig und mit großem Interesse an den Menschen vor Ort. Sie versucht, hinter westliche Klischees zu blicken und den Iran nicht nur als „Problemland“ zu zeigen, sondern auch als einen Ort voller Gastfreundschaft, Widersprüche, Humor und Schönheit. Dadurch entsteht ein sehr lebendiges Bild eines Landes, das politisch oft einseitig wahrgenommen wird. Die Reise bleibt dabei nie nur geografisch. Auch innerlich verändert sich die Erzählerin, vor allem durch die Begegnungen, die Begegnungen mit Verboten, Freiheiten und mit dem smarten Kourosh, der das Geschehen zusätzlich belebt. Die poetische Sprache und die persönliche Perspektive machen das Buch angenehm zu lesen, ohne dass die ernsten Themen verloren gehen. Für mich ist „Das verlorene Kopftuch“ deshalb ein kluger, atmosphärischer und sehr menschlicher Reisebericht, der lange nachwirkt.

    „Das verlorene Kopftuch“ ist für mich eine eindrucksvolle, persönliche Reise durch den Iran, die Klischees aufbricht und ein Land voller Widersprüche, Schönheit und strenger Regeln zeigt.

    5. Juni 2026

  • jari
    jari

    56 Follower

    4,0

    Lesen ist das, was meiner Meinung nach dem eigentlichen Reisen am nächsten kommt. Deshalb lasse ich mich gerne von Büchern in fremde Länder entführen, um zumindest auf diese Weise ein paar neue Eindrücke zu bekommen. Als ich den Rückentext von "Das verlorene Kopftuch" las, war für mich klar, dass ich mehr über Pungs Erfahrungen in diesem fremden Land namens Iran erfahren möchte. Pungs erzählt aussergewöhnlich sympathisch und humorvoll von ihren Erlebnissen im Iran. Dabei gerät auch der Leser immer wieder ins Staunen über die Vielfalt der Lebensentwürfe und wie die Einwohner die strengen Regeln umgehen. Wir erfahren vom Kopftuchzwang, wie dieser umgangen wird, von eigentlich verbotenen Liebschaften, von hilfreichen Taxifahrern und dem alltäglichen Leben in einem uns eher unbekannten Land. Tatsächlich weckte "Das verlorene Kopftuch" in mir den Wunsch, selbst mal in den Iran zu fahren und all das, wovon Pungs berichtet, selbst zu erleben und zu sehen. Das Buch baut Ängste und Vorurteile ab, wobei die Autorin jedoch auch ihre Gedanken fliegen lässt. Sie verurteilt keinen der Menschen, die sie trifft, hat aber auch harsche Kritik an der Frauenfeindlichkeit des Systems. Und am örtlichen Strassenverkehr. Dabei kann man nur den Mut und die Aufgeschlossenheit Nadine Pungs bewundern. Sie reist nicht nur an typischen, unterdessen auf ausländische Touristen eingestellte Orte, sondern auch in Gebiete, von denen ihr selbst im Land direkt abgeraten werden. Man spürt, dass Pungs jeden Teil des Landes kennenlernen möchte, sich alles einprägen und eigenen Schranken abbauen will. Davon erzählt sie derart poetisch und schwungvoll, dass das Lesen wahrlich ein Genuss ist. Das Buch sprüht vor unterhaltsamen Vergleichen, Ideen und Sätzen. Die Seiten fliegen nur so dahin und viel zu schnell ist die Zeit im Iran auch für den Leser wieder vorbei. Wer wirklich etwas über den Iran erfahren möchte, reist hin. Oder liest dieses Buch. Oder am besten beides. Ich bin wirklich dankbar für die Lektüre, half sie mir doch ein wenig dabei, diesem Land ein Gesicht zu gaben, von dem ich bisher noch kaum etwas wusste. Ehrlich, ich weiss auch jetzt noch kaum etwas darüber, aber die negativen Gefühle sind verpufft und das nur dank Pung. Und ich glaube, in der heutigen Zeit braucht es das. Da braucht es Bücher wie "Das verlorene Kopftuch" und es braucht mutige Menschen, mutige Frauen, die sich Dinge wagen, die sich andere nicht trauen. Um dann Bücher darüber zu schreiben und diese den Daheimgebliebenen vorzulegen. Ein Buch, das ich wirklich nur empfehlen kann.

    21. Dez. 2024

Autorin / Autor

Über Nadine Pungs

Nadine Pungs, 1981 im Rheinland geboren, studierte Literaturwissenschaft und Geschichte. Davor, währenddessen und danach tingelte sie jahrelang als Kleinkünstlerin durch die Dörfer und spielte am Theater. Auf der Suche nach Intensität und Schönheit zieht es sie immer wieder in die Welt. Bei Malik erschien zuletzt »Meine Reise ins Übermorgenland. Allein unterwegs von Jordanien bis Oman«.

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