Das letzte Feuer

Das letzte Feuer

Hardcover
4.312

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Beschreibung

Pélagie Arnaud will ihr altes Dorf nicht verlassen. Obwohl ihre Enkelin Berthe und alle anderen längst ins fruchtbare Tal gezogen sind.Im Bergdorf Orpierre-d’Asse hat man sich längst daran gewöhnt, am Hungertuch zu nagen und den Kindern, statt Äckern und Weinbergen, Steine zu hinterlassen. Doch als der reißende Fluss eingedeicht wird, locken seine fruchtbaren Auen eine Familie nach der anderen hinunter ins Tal. Nur die halsstarrige alte Pélagie mit ihrer kleinen Enkelin Berthe, der Ziege und den Hühnern will davon nichts wissen. Kein Deich, sagt sie, kann die Asse zähmen, und ihre feuchten Nebel machen krank. Unterdessen gedeiht im Tal das neue Dorf, bis eines Tages die Asse wieder anschwillt...Ein fehlendes Puzzlestück der Weltliteratur, aus dem Französischen in grandioser Übersetzung von Amelie Thoma. »Dieses Buch ist wie ein praller Sack voll Minze.« Jean Giono

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Klassiker
Format
Hardcover
Seitenzahl
128
Preis
20.60 €

Autorenbeschreibung

Maria Borrély wurde 1890 in Marseille geboren und lebte ein Leben voller Kämpfe. »Das letzte Feuer«, der zweite von insgesamt vier Romanen, die innerhalb weniger Jahre entstanden, wurde 1931 bei Gallimard veröffentlicht. Maria Borrélys Wunsch, selbst zu schreiben, reifte in der Künstler-Gruppe, der sie neben Jean Giono, dem Maler Bernard Thévenet, Gabriel Péri, Édouard Peisson und Paul Maurel angehörte.

Beiträge

7
Alle
5

Grandiose Stimme: ein Spiel zwischen Natur und Mensch

**** Worum geht es? ****
Ein französischer Klassiker, ins Deutsche übertragen: Während das Leben auf dem Berg sicher, aber von Hunger geprägt war, verspricht das Leben unten am Fluss pures Glück. Doch ist das wirklich so? **** Mein Eindruck ****
Borrély ist eine der literarischen Wiederentdeckungen der letzten Jahre! Auch ihr zweiter übersetzter Band zeigt vor allem eines: sprachliche Kunstfertigkeit und ein feines Gespür für die Wünsche und Bedürfnisse der Menschen. Dabei verleiht sie der Natur eine zugleich wundersame wie reale Kraft und zeigt, welche Bedeutung Beständigkeit im Gegensatz zur Habgier haben kann. Dieses Thema ist heute mindestens genauso relevant – und so trägt dieser Klassiker eine moderne Botschaft in sich, die in ihren Zwischentönen durchaus den Atem rauben kann. Bilder entstehen, Figuren kommen und gehen, und die Endlichkeit bekommt Raum in einer Welt, in der die Natur eine Konstante ist, die wir Menschen niemals berechnen können. Zwischenmenschlichkeit, Liebe, Pflicht und Verantwortung gehören hier ebenso zum Alltag wie das eigentliche Überleben. Auf kleinstem Raum hatte ich das Gefühl, eine ganze Welt aufblühen und zugleich ihrem selbst geschaffenen Schicksal erliegen zu sehen. Sprachlich leise und doch stets fokussiert – so einnehmend wie das Spiel der Natur selbst. **** Empfehlung? ****
Für Fans von Sprache, Feingefühl und dem Bewusstsein, dass nicht alles Alte schlecht war.

3

Hat mich leider nicht abgeholt, sprachlich, wie auch inhaltlich.

4

Wortgewaltig, aber auch schwierig

Das letzte Feuer brennt oben, über dem Tal, in einem einzelnen Haus. Die alte Pélagie Arnaud möchte ihre Heimat nicht verlassen. Alle anderen sind schon ins Tal hinuntergezogen, nachdem man den reißenden Fluss, die Asse, eingedämmt und große Brücken gebaut hatte. Der Talboden ist üppig und ertragreich. Das Land groß genug, dass sich die Bevölkerung aus dem Bergdorf Orpierre-d’Asse sich dort ausbreiten konnte, Felder bestellen und reiche Ernten einfahren können. Pélagie bleibt starrköpfig und bleibt mit ihrer Enkelin oben in den kargen Bergen. Hier weiß sie mit Widrigkeiten umzugehen. Nur ihre Enkelin Berthe sehnt sich nach den Freunden. Zur Schule muss sie nun auch immer den Berg hinabsteigen und am späten Nachmittag wieder hinauf, mit einem Korb voller Lebensmittel, die die Oma nun nicht mehr oben besorgen kann. Die Asse mag eingedeicht sein und doch stellt sie das Leben der Menschen im Tal auf harte Proben. Manchmal gelingt es ihr über die Ufer zu treten und doch wieder Keller oder Felder zu fluten. Manchmal ist es ein Nebel, der die Menschen krank macht. Die alte Pélagie hilft dann trotz ihres Alters immer wieder den Kranken. Oben auf dem Berg bleibt man eben ein bisschen fitter als dort unten in dem Tal. Irgendwann zieht es die Enkelin auch ins Tal und die Alte bleibt ganz alleine dort oben, nur mit ihren Ziegen und den Hühnern. Das Bergdorf verfällt immer mehr … Man vermisste das alte Dorf aus Haut und Knochen, das windgepeitschte Geröll, das Dorf der Steinhaufen und Disteln, wo der Pflug auf fels stieß, das lichte Dorf mit seinen steilen Abhängen, seinen holprigen Wegen, die gerade in den Himmel führen! (Seite 51) Das letzte Feuer Es ist nur ein kleines Büchlein, mit nicht allzu vielen Seiten. Die alte Pélagie ist aufmüpfig, schimpft auf die Männer und versucht ihre Enkelin zu beschützen. Die Jugend muss ihre Erfahrung machen und am Ende ist eben nicht alles gut, kann aber gut werden. Menschen werden sich entwickeln, genauso wie die Natur und das neue Dorf. Das alte Dorf verfällt und die Autorin Maria Borrély, beschreibt die Umgebung mit unglaublichen Worten. Es fiel mir schwer, Fuß zu fassen in dem französischen Alpenland. Es war nicht die Geschichte, es waren die Namen. Zu viele derer und zu Französisch. Ich konnte nur mit Mühe alle Personen auseinander halten und doch hat mich dieses Buch in seinen Bann gezogen. Die Beschreibungen der Natur, die bissigen Beschreibungen der Menschen und der liebevolle Blick auf die Lieben, hat mir das Buch am Ende zu einem Erlebnis gemacht. Maria Borrély’s Roman wurde das erste Mal 1931 in Frankreich veröffentlicht. Forellen springen wie Peitschenhiebe. Und die rauschende Asse schlägt übers Jahr unverdrossen ihre Kapriolen, verlässt ein Bett, um sich ein anderes zu graben, und wiegt dabei ihre Kiesel … (Seite 19) Die Autorin Maria Borrély … … wurde 1890 in Marseille geboren und lebte ein Leben voller Kämpfe. Mistral, der erste von insgesamt vier Romanen, die innerhalb weniger Jahre entstanden, wurde 1930 auf Empfehlung von André Gide bei Gallimard veröffentlicht. Maria Borrélys Wunsch, selbst zu schreiben, entstand in der Künstler-Gruppe, der sie neben Jean Giono, dem Maler Bernard Thévenet, Gabriel Péri, Édouard Peisson und Paul Maurel angehörte. (Diesen Text habe ich mir von der Kanon Verlagsseite ausgeliehen) Amelie Thoma hat den Roman übersetzt. Ich denke, es ist ein hartes Stück Arbeit einen solchen Roman so wiederzugeben, wie es sich die Autorin erdacht hat.

Wortgewaltig, aber auch schwierig
5

Ein literarisches Kleinod neu entdeckt

Die gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Marseille geborene Autorin hat vier Romane geschrieben. Ihr zweiter Roman "Das letzte Feuer" wurde erstmals 1931 veröffentlicht und war, wie auch ihre anderen Werke, lange Zeit in Vergessenheit geraten. Nun wurde er, in einer sehr sorgfältigen und einfühlsamen Übersetzung von Amelie Thoma, neu aufgelegt. Die Geschichte spielt in dem kleinen Bergdorf Orpierre-d'Asse. Das Leben dort ist hart, die Arbeit schwer und das Essen knapp. Als die Asse, vormals ein reißender Fluss, eingedeicht wird, beschließen immer mehr Bewohner von Orpierre-d'Asse, ins Tal zu ziehen, wo der Boden fruchtbar ist und den Menschen einen gewissen Wohlstand verspricht. Nur die alte Pélagie weigert sich, ihr Haus in dem alten Bergdorf zu verlassen. Sie bleibt allein zurück, auch als ihre Enkelin Berthe heiratet. Es ist sehr eindrucksvoll beschrieben, wie das Dorf immer leerer und einsamer wird und sich die Natur Haus um Haus zurückholt. Pélagie traut dem Frieden nicht, denn sie ist der festen Überzeugung, dass kein Deich die Asse aufhalten kann und das Klima am Fluss für die Menschen ungesund ist. So begleitet man die alte Frau während ihrer letzten Jahre, die sie immer noch rüstig verbringt und nicht nur einmal den beschwerlichen Weg hinunter ins Tal auf sich nimmt, um ihre Enkelin zu besuchen. Die Handlung schildert weitgehend den Alltag der Menschen in dem kleinen Dorf. Man erfährt, was sie umtreibt, welche Entscheidungen sie treffen und welche Verbindungen sie eingehen. Was den Roman jedoch ausmacht, ist die Eloquenz, mit der Maria Borrély die Naturgewalten beschreibt. Ihre Schilderungen sind ausdrucksvoll und mächtig und haben mich fasziniert. Dieses literarische Kleinod sollte man vor allem wegen seiner wundervollen Sprache genießen. Daneben hat der Roman auch noch eine Botschaft, denn er zeigt, dass sich die Natur nicht vom Menschen eindämmen lässt, sondern ihre Kraft weiterhin entfaltet.

5

Phantastische Sprache

Nachdem ich letzten Sommer “Mistral” las, musste ich unbedingt diesen Sommer “das letzte Feuer” von Maria Borrély lesen. Es geht vom das Leben in der Provence oben in den Bergen zu Beginn des 20. Jahrhunderts, es geht um den harten Alltag der Dorfbewohner, die Neuerrichtung eines Dorfes, den zunehmenden Wohlstand und das Überleben. Wieder in dieser unvergleichlichen Sprache, lyrisch, knorrig, nach Salz der Berge schmeckend, den Wind spürend und das Gurgeln und Sprudeln der Asse hörend. Phantastisch!

3

Dieses Buch besticht durch seine malerische Sprache, die die Schönheit der französischen Natur perfekt einfängt. Die Poetik schafft Bilder, wie man sie heute nur noch selten findet, und berührt das Herz auf einzigartige Weise.

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5

Malerischer Schreibstil

Ich liebe den Schreibstil von Maria Borrély sehr. Schon Mistral begeisterte mich, so auch Das letzte Feuer. Eine Geschichte die aus jedem Bauernort kommen könnte, in einer malerischen Umgebung, erzählt mit den schönsten Worten, die ich je gelesen habe. Vielleicht nicht das spannendste Buch, aber mit viel Gefühl für die Umgebung und die Charaktere lassen viel Spielraum für Interpretationen.

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