Blick ins Buch

Biografien

Das Jahr magischen Denkens

3,7(154)
Sprache
Deutsch
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Über das Buch

Die große amerikanische Schriftstellerin schreibt über die Trauer nach dem Tod ihres Ehemannes und über ihren Versuch, das Unfassbare begreiflich zu machen. Ein sehr offenes, sehr persönliches Buch, das zugleich von beeindruckender Allgemeingültigkeit ist. Joan Didion wurde dafür mit dem National Book Award ausgezeichnet. Vierzig Jahre waren Joan Didion und John Gregory Dunne verheiratet, als Dunne am Abend des 30. Dezember 2003 einen Herzinfarkt erlitt und starb. Das Jahr magischen Denkens erzählt von ihrer Ehe mit dem Schriftsteller, von der eigenen Welt zweier kreativer Menschen, die einander im Leben und in der Arbeit alles waren. Es erzählt von der schweren Krankheit der einzigen Tochter Quintana, die zu dem Zeitpunkt, als ihr Vater starb, auf der Intensivstation eines New Yorker Krankenhauses um ihr Leben kämpfte. Indem sie darüber schreibt, versucht Joan Didion, dem Geschehen einen Sinn abzugewinnen, es einzuordnen in Zusammenhänge von Ursache und Wirkung, von Ordnung und Zweck. Ihr Buch lotet auf klügste Weise die Grenzen der Klugheit aus, es ist ein Aufbegehren des Verstandes gegen die existentielle Unvernunft des Todes und eine brillante und bewegende Studie der Trauer. Entdecken Sie auch das Hörbuch zu diesem Titel!

Editionen (6)

ISBN9783546004053
VerlagClaassen
Erscheinungsdatum08.09.06
Seitenzahl256

Rezensionen & Bewertungen

154 Bewertungen

23 Rezensionen

3,7

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  • tyneweiss
    tyneweiss

    87 Follower

    3,0

    "Leid kommt, wenn es eintrifft, in nichts dem gleich, was wir erwarten." - Joan Didion

    Das Thema beschäftigt mich schon eine längere Zeit. Es ließ mich einfach nicht los und jetzt bin ich hier, philosophiere herum, ohne eine klaren Gedankengang für alles zu finden. Didion spricht in ihrem Buch davon, dass Leid einen im Leben trifft, ob man nun will oder nicht. Man hat keinen Einfluss auf den Schmerz, den wir Verspüren, wenn wir am zerbrechlichsten sind. Sie spricht von den Kummer, den sie nach dem Tod ihres Ehegatten erfahren hat. Ich würde weiter gehen und behaupten, dass nicht nur der Tod Leid verursacht, sondern auch der Verlust von Träumen, Wünschen die nicht in Erfüllung gehen, Erwartungen und vieles mehr. Kummer hat keine Grenze und jeder nimmt emotionales Leid unterschiedlich wahr. Und dennoch verbindet es durch die Tatsache, dass der Schmerz so stark ist, dass man den Eindruck hat, dass man daran ertrinkt. Man versinkt in den Gedanken, bis alles um einen herum nur noch Schwarz ist. »Wieso passiert das mir? Wurde ich bestraft? Wieso haben die das, nicht ich? Hätte ich etwas anders machen können?« So viele Fragen, die man in dem eigenen Kopf auskämpft. Und letztendlich können wir nicht akzeptieren was vor sich geht. Es ist schwer das loszulassen, was uns so sehnlichst nah war, was man sich Bedingungslos gewünscht hat und nun... fern ist. In einer Sekunde ist es noch da und nach einem Wimpernschlag zerrinnt es zwischen den Fingern, bis nichts mehr da ist und man sich bewusst werden muss... »Es ist weg.« Didion konnte dies dadurch deutlich machen, dass sie ihren Alltag nicht mehr bewältigen konnte. Der Kummer zog sie zurück, warf sie in Erinnerungen, die sich tief ihre Seele geritzt hatten. Erinnerungen, die so viel Bedeutung trugen, dass sie unvergesslich sind. Und dann soll man plötzlich alles löschen? Nein, man klammert sich an dem was war, was man so sehr wollte, fest. Versucht eine Form von Gleichgewicht für die entstandene Lücke zu schaffen oder sie sogar wiederherzustellen. »Mach es wieder rückgängig.« Vielleicht ist das der Gedanke, an den man sich selbst verliert. »Ich will es wieder haben. Es war doch so schön.« Man blockiert bewusst das offensichtliche, denn die Einsicht ist viel schwerer. Nichtsdestotrotz dreht sich die Zeit weiter, wenn auch ohne einen. Wie soll man denn den Verlust verarbeiten, wenn gleichzeitig erwartet wird, dass man sich schnellstens anpasst. Die Zeit zum akzeptieren wird uns genommen, selbst wenn man sie am meisten benötigt. Nur Heilung kann helfen. Doch Heilung ist komplizierter. Trauern, etwas, was so oft verpönt wird. Denn wir müssen oft funktionieren, bemühen uns und dennoch geht es nicht. Denn letztendlich ist nichts, wie es einmal war und es wird auch nicht mehr so sein. "Leid ist anders." - Joan Didion. •●•●•●•●•●•●•●●•●•●•●•●•●•●●•●• Meinungen können sich unterscheiden, deswegen muss jede:r wohl selbst entscheiden, welcher er/sie/div es hat. MEINE MEINUNG IST NICHT EURE. Die Autoren sollen nicht schlecht geredet werden. Jeder hat sein eigenes Sprachgefühl. •●•●•●•●•●•●•●•●•●•●•●•●•●•●•●•●

    "Leid kommt, wenn es eintrifft, in nichts dem gleich, was wir erwarten." - Joan Didion

    15. Feb. 2026

  • 4,0

    Die Anatomie der Trauer: warum Selbstmitleid eben auch lebensnotwendig ist

    Obwohl mir der trockene, journalistische Stil von Joan Didion keine unmittelbare Lesefreude bereitete, bin ich im Nachhinein dankbar, dieses Buch gelesen zu haben. Es fühlt sich an wie eine kleine Vorbereitung auf schwierige Zeiten. Gerade weil wir hier einen sehr analytischen Verstand einer großen amerikanischen Intellektuellen erleben, der fast gänzlich auf explizite Gefühlsdarlegungen verzichtet, wird ein beinahe medizinisches Muster der Trauerbewältigung erkennbar. Faszinierend ist dabei, wie Didion den Raum für Selbstmitleid nicht nur öffnet, sondern es förmlich einfordert. Sie macht deutlich, dass gerade dieses Zulassen notwendig ist, um mit seinen Emotionen überhaupt irgendwo landen zu können. Besonders beeindruckt hat mich zu sehen, wie ihr scharfer Intellekt phasenweise in absurde, realitätsferne und beinahe „verrückte“ Gedanken abtaucht und sie diesen Vorgang dann wiederum mit nüchternen Studien belegt. Diese Verbindung aus Wahnsinn und Wissenschaft zu erleben, vermittelt mir ein Wissen, das es mir ermöglicht, mehr Empathie und Einfühlungsvermögen für Menschen in solchen Ausnahmesituationen (und für mich selbst) aufzubringen. Wir gehen oft mit dem Selbstverständnis davon aus, dass man irgendwann einfach „darüber hinweg“ sein müsste. Die Ungeduld, zu der wir neigen, wenn wir glauben, es wäre doch längst an der Zeit mit dem Trauern abzuschließen, verliert sich hier.

    14. Mai 2026

  • elena_liest
    elena_liest

    248 Follower

    4,5

    Traurig und zugleich doch tröstlich - Joan Didion ist eine so beeindruckende Frau! Ich mochte auch den Schreibstil sehr. Ein Essay über Tod und Trauer und dass das Leben eben trotzdem irgendwie weitergeht.

    Traurig und zugleich doch tröstlich - Joan Didion ist eine so beeindruckende Frau! Ich mochte auch den Schreibstil sehr. Ein Essay über Tod und Trauer und dass das Leben eben trotzdem irgendwie weitergeht.

    28. Jan. 2026

3 von 23 Rezensionen

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