Das Herz von Libertalia
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Beschreibung
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Anna Kuschnarowa studierte Ägyptologie, Germanistik und Prähistorische Archäologie in Leipzig, Halle/Saale und Bremen und unterrichtete zehn Jahre an mehreren deutschen Hochschulen. Ihr wissenschaftliches Interesse gilt gender-Themen. Sie arbeitet als freie Autorin und Fotografin und gründete 2011 die Seschat Fernschule für Ägyptologie. In ihrer Freizeit reist sie so weit weg wie möglich und so oft sie kann. Bei Beltz & Gelberg erschienen ihre Romane "Spielverderber", "Schattensommer", "Junkgirl","Kinshasa Dreams" und "Djihad Paradise". www.anna-kuschnarowa.de
Merkmale
1 Bewertungen
Stimmung
Hauptfigur(en)
Handlungsgeschwindigkeit
Schreibstil
Beiträge
Wir befinden uns in Irland um das 1700 Jahrhundert herum, als Anne Bonny geboren wurde. Sie ist ein uneheliches Kind und wird von ihrem Vater als Junge aufgezogen. Schnell begreift sie, dass die klassische Rollenverteilung ihr gehörig gegen den Strich geht und sie reißt aus, um als Pirat das Land »Libertalia« zu finden. Ich habe dieses Buch gesehen und es war Liebe auf den ersten Blick. Das Buch hat mich förmlich angeschrien: “Nimm mich mit!” und ich habe es mitgenommen. Außerdem geht es hier um eine Piratengeschichte, also warum nicht. Ich war neugierig und die ersten 100 Seiten haben mich doch ganz gut gefesselt. Als ich angefangen habe, das Buch zu lesen, bin ich (keine Ahnung mehr wie) auf eine Rezension gestoßen, die das Buch runtergemacht hat, weil der Feminismus auf die Nerven ging. Zu dem Zeitpunkt habe ich gedacht: “Komisch, ist doch gar nicht so schlimm.” Die nächsten zwei, zweieinhalb Monate habe ich das Buch dann nicht mehr angerührt, weil es irgendwo auf Seite 120 die Spannung und dadurch mich verloren hat. Vor ein paar Tagen habe ich es noch einmal versucht und nach ein paar Seiten gedacht: “Geht ja.” und gelesen. Die letzten 100 Seiten waren aber eine Qual und ich konnte fast nicht mehr aufhören den Kopf zu schütteln. Selten hat mich eine Protagonistin so genervt. !Achtung könnte Spoiler enthalten! Zunächst war sie die geliebte Tochter, obwohl als Junge aufgezogen, wollten ihre Eltern sie in der Pubertät wieder umkrempeln und verheiraten. Sie stellt sich quer, soweit noch nachvollziehbar. Sie kritisiert aber nicht nur die Bekehrungsversuche ihrer Eltern, sondern auch den Umgang mit Sklaven. Gut, komm ich auch noch mit klar. Aber als sie dann zu einer wunderschönen jungen Frau heranreift, der die Männer reihenweise hinterstarren “und ich war mir sicher, dass er mir nachsah”, wird es skurril. Sie scheint keine Schwächen zu haben, sieht gut aus, kann kämpfen, verdreht den Männern reihenweise den Kopf, beherrscht einige medizinische Grundlagen, freundet sich mit jedem an, hat das Zeug zum Piratencapitain, … und kann sich selbst irgendwie immer aus einer misslichen Lage befreien oder wird befreit. Sie beschwert sich, wenn man(n) nicht nur ihr allein verfallen ist, vergnügt sich aber gern noch anderweitig. Genug zur Protagonistin, ich möchte euch ja nicht die ganze Spannung nehmen ;) Die Handlung … Tja, vielleicht ganz nett, aber es gibt keinen Antagonisten – zumindest keinen, der unserer Protagonistin gefährlich werden könnte. Sie kann gut fechten und beherrscht auch Schusswaffen, mit denen sie im Duell immer als Siegerin hervorgeht. Und nein, sie ist so gnädig, wie kein Zweiter: Will im Duell keinen töten, beim Überfall kein Blut vergießen, wenn es dann doch passiert, hat sie es nicht gewollt. Und am Ende, als sie ihre Liebhaber verliert, bemitleidet sie sich selbst. Buhu! (Entschuldigt, wir sind schon wieder bei der Protagonistin!) Im Grunde plätschert die Handlung nur so dahin und wir wissen, auch die verzwickteste Lage ist nicht verzwickt genug, um der lieben Anne … ja was, gefährlich zu werden, sie schwer zu verletzen, den Leser gebannt innehalten zu lassen? Dazu kommt, dass die Handlung für mich im letzten Drittel so vorausschaubar war. Ich habe gedacht, das kanns doch jetzt nicht sein, lass es bitte nicht passieren, das wäre zu viel des Guten (?). Aber nein, sie muss sich ja zufällig in jemanden verlieben, der sich dann auch als Mann verkleidet und ebenso wie sie eigentlich eine Frau ist. Natürlich kann auch diese Liebe nicht lange halten, denn diese andere Frau, fühlt sich zu einem Leben hingezogen, dass der guten Anne nicht passt und sie lässt sie (oh wie gnädig) mit ihrer neuen Liebschaft ziehen. (Daraufhin bemitleidet sie sich übrigens selbst) Mir ist schon klar, dass Anne überleben muss, hat sie doch ein historisches Vorbild, das irgendwann spurlos verschwunden ist. Aber so? Ich finde es auch gut, wenn jemand mit seiner Geschichte die Augen öffnen will über Zustände, die echt nicht in Ordnung sind. Aber so viel? So belehrend? Das mag niemand! Ich hatte den Eindruck, dass Anne eher weniger ihrer Zeit gemäß, als eher unserer Zeit gemäß denkt. Das hat irgendwie nicht gepasst. Die Bücher von Sarah Lark, die ich gelesen habe, behandeln auch die Sklaverei, gehen kritisch mit ihr um und prangern sie an, aber das passiert auf eine sanftere Art und eher nebenbei und nicht so, als würde man einen Brocken hingeworfen bekommen á la “Friss oder stirb”. Ach, noch eine kurze Zwischenbemerkung, bevor es wieder positiver wird. Die Protagonistin ist perfekt und hat kaum Fehler, die ihr irgendwie im Weg stehen – und sie heißt Anne. Die Autorin Anna. Hm … Hätte ich nicht vor kurzem einen Artikel über Mary Sue gelesen, dann hätte ich jetzt wohl keinen passenden Ausdruck dafür gefunden. Und mir scheint er in Anbetracht dieser Tatsachen wirklich sehr passend. Was allerdings wieder positiv anzumerken ist, ist der Schreibstil. Das Buch liest sich flüssig und wirklich schnell. 100 Seiten am Tag sind keine große Kunst, obwohl ich wirklich nicht schnell lese. Allerdings gab es eine Stelle, an der ich mich doch sehr veräppelt gefühlt habe, weil Annes Gedanken sich schon zu arg auf wenigen Seiten wiederholt haben. Fazit: ♥/♥♥♥♥♥ Ich habe lange darüber nachgedacht, wie viele Herzchen ich diesem Buch geben möchte. Zwei erscheinen mir zu viel, eins etwas zu wenig, obwohl ich durch die letzten Seiten gehetzt bin und froh war, dass ich das Buch beendet hatte. Bleibe ich bei 1,5 Herzchen, möchte aber oben nicht aufrunden. Das Cover und die Idee sind auf jeden Fall ein Pluspunkt, wobei für mich leider die Protagonistin am meisten schwächelt, obwohl sie doch neben der Handlung erst einmal das wichtigste ist. Die Handlung ist irgendwie … ja, plätschernd, was vielleicht auch zum Thema passen mag, wir befinden uns den größten Teil auf offener See und den anderen auf Inseln.
Oder ist Glück nicht ohnehin immer nur auf der Durchreise? Eine vergängliche, freudige Aufwallung, ein kurzer Sturm, auf den die lange Flaute des Alltäglichen folgt, so lange, bis sich irgendwann etwas Neues, ein neuer Sturm, am Horizont abzeichnet? Ich war komplett überrascht als ich feststellte, dass ich knapp die erste Hälfte fast komplett am Stück durchlas. Ich war direkt in Annes Zeit zurückversetzt und fieberte mit ihren Erlebnissen mit. Gleich zu Beginn kommt direkt "Fluch der Karibik" Stimmung auf und ich war neugierig herauszufinden, wie Anne sich auf einem Piratenschiff wiederfindet. Doch leider zog sich das Buch im letzten Drittel sehr. Ich habe die Lust an der Geschichte verloren, da es irgendwann doch sehr eintönig wurde. Ihr außerordentlichen Talente konnte ich ihr irgendwann auch einfach nicht mehr abkaufen. Positiv überrascht war ich jedoch, dass Themen wie Menstruation, Sex, und sogar 'Freudenspender' offen angesprochen wurden. Ebenso war ich überrascht, dass Anne offen sagte, dass sie über ihre Schwangerschaft nicht glücklich war, und dass der Gedanke eines Kindes nichts positives für sie war. Auch eine Fehlgeburt kam vor. Solche Themen werden in Jugendbüchern nie angesprochen, weshalb ich froh bin, dass die Autorin den Mut hatte, damit so offen umzugehen. Was mich jedoch ein wenig irritierte war die Tatsache, dass Libertalia nicht unbedingt der größte Fokus des Buches war. Ich erwartete, dass das Annes Motivation war, doch es wurde nur ab und an mal nebenbei erwähnt. Der Schreibstil der Autorin ließ sich jedoch sehr gut lesen, auch wenn ich es hasse, wenn in Büchern mehrere '?' oder '!' genutzt werden. Piratenliteratur ist vielleicht nicht unbedingt mein Genre doch nachdem ich das Bild einer Statute Anne Bonny sah musste ich einfach mehr über sie herausfinden. Ich liebte den feministischen Unterton des Buches und Anne war wahrlich ein Charaktere mit dem man mit fieberte. Leider erhoffte ich mir mehr ihrer lesbischen Liebesbeziehung, welche entgegen meiner Erwartungen nicht wirklich im Mittelpunkt stand, sondern eher gegen Ende kurz vorkam. Doch ich feiere sie dennoch dafür, dass sie eine starke bisexuelle Piratin war. Mehr solcher Charaktere, vor allem in deutschen Büchern!
Merkmale
1 Bewertungen
Stimmung
Hauptfigur(en)
Handlungsgeschwindigkeit
Schreibstil
Beschreibung
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Anna Kuschnarowa studierte Ägyptologie, Germanistik und Prähistorische Archäologie in Leipzig, Halle/Saale und Bremen und unterrichtete zehn Jahre an mehreren deutschen Hochschulen. Ihr wissenschaftliches Interesse gilt gender-Themen. Sie arbeitet als freie Autorin und Fotografin und gründete 2011 die Seschat Fernschule für Ägyptologie. In ihrer Freizeit reist sie so weit weg wie möglich und so oft sie kann. Bei Beltz & Gelberg erschienen ihre Romane "Spielverderber", "Schattensommer", "Junkgirl","Kinshasa Dreams" und "Djihad Paradise". www.anna-kuschnarowa.de
Beiträge
Wir befinden uns in Irland um das 1700 Jahrhundert herum, als Anne Bonny geboren wurde. Sie ist ein uneheliches Kind und wird von ihrem Vater als Junge aufgezogen. Schnell begreift sie, dass die klassische Rollenverteilung ihr gehörig gegen den Strich geht und sie reißt aus, um als Pirat das Land »Libertalia« zu finden. Ich habe dieses Buch gesehen und es war Liebe auf den ersten Blick. Das Buch hat mich förmlich angeschrien: “Nimm mich mit!” und ich habe es mitgenommen. Außerdem geht es hier um eine Piratengeschichte, also warum nicht. Ich war neugierig und die ersten 100 Seiten haben mich doch ganz gut gefesselt. Als ich angefangen habe, das Buch zu lesen, bin ich (keine Ahnung mehr wie) auf eine Rezension gestoßen, die das Buch runtergemacht hat, weil der Feminismus auf die Nerven ging. Zu dem Zeitpunkt habe ich gedacht: “Komisch, ist doch gar nicht so schlimm.” Die nächsten zwei, zweieinhalb Monate habe ich das Buch dann nicht mehr angerührt, weil es irgendwo auf Seite 120 die Spannung und dadurch mich verloren hat. Vor ein paar Tagen habe ich es noch einmal versucht und nach ein paar Seiten gedacht: “Geht ja.” und gelesen. Die letzten 100 Seiten waren aber eine Qual und ich konnte fast nicht mehr aufhören den Kopf zu schütteln. Selten hat mich eine Protagonistin so genervt. !Achtung könnte Spoiler enthalten! Zunächst war sie die geliebte Tochter, obwohl als Junge aufgezogen, wollten ihre Eltern sie in der Pubertät wieder umkrempeln und verheiraten. Sie stellt sich quer, soweit noch nachvollziehbar. Sie kritisiert aber nicht nur die Bekehrungsversuche ihrer Eltern, sondern auch den Umgang mit Sklaven. Gut, komm ich auch noch mit klar. Aber als sie dann zu einer wunderschönen jungen Frau heranreift, der die Männer reihenweise hinterstarren “und ich war mir sicher, dass er mir nachsah”, wird es skurril. Sie scheint keine Schwächen zu haben, sieht gut aus, kann kämpfen, verdreht den Männern reihenweise den Kopf, beherrscht einige medizinische Grundlagen, freundet sich mit jedem an, hat das Zeug zum Piratencapitain, … und kann sich selbst irgendwie immer aus einer misslichen Lage befreien oder wird befreit. Sie beschwert sich, wenn man(n) nicht nur ihr allein verfallen ist, vergnügt sich aber gern noch anderweitig. Genug zur Protagonistin, ich möchte euch ja nicht die ganze Spannung nehmen ;) Die Handlung … Tja, vielleicht ganz nett, aber es gibt keinen Antagonisten – zumindest keinen, der unserer Protagonistin gefährlich werden könnte. Sie kann gut fechten und beherrscht auch Schusswaffen, mit denen sie im Duell immer als Siegerin hervorgeht. Und nein, sie ist so gnädig, wie kein Zweiter: Will im Duell keinen töten, beim Überfall kein Blut vergießen, wenn es dann doch passiert, hat sie es nicht gewollt. Und am Ende, als sie ihre Liebhaber verliert, bemitleidet sie sich selbst. Buhu! (Entschuldigt, wir sind schon wieder bei der Protagonistin!) Im Grunde plätschert die Handlung nur so dahin und wir wissen, auch die verzwickteste Lage ist nicht verzwickt genug, um der lieben Anne … ja was, gefährlich zu werden, sie schwer zu verletzen, den Leser gebannt innehalten zu lassen? Dazu kommt, dass die Handlung für mich im letzten Drittel so vorausschaubar war. Ich habe gedacht, das kanns doch jetzt nicht sein, lass es bitte nicht passieren, das wäre zu viel des Guten (?). Aber nein, sie muss sich ja zufällig in jemanden verlieben, der sich dann auch als Mann verkleidet und ebenso wie sie eigentlich eine Frau ist. Natürlich kann auch diese Liebe nicht lange halten, denn diese andere Frau, fühlt sich zu einem Leben hingezogen, dass der guten Anne nicht passt und sie lässt sie (oh wie gnädig) mit ihrer neuen Liebschaft ziehen. (Daraufhin bemitleidet sie sich übrigens selbst) Mir ist schon klar, dass Anne überleben muss, hat sie doch ein historisches Vorbild, das irgendwann spurlos verschwunden ist. Aber so? Ich finde es auch gut, wenn jemand mit seiner Geschichte die Augen öffnen will über Zustände, die echt nicht in Ordnung sind. Aber so viel? So belehrend? Das mag niemand! Ich hatte den Eindruck, dass Anne eher weniger ihrer Zeit gemäß, als eher unserer Zeit gemäß denkt. Das hat irgendwie nicht gepasst. Die Bücher von Sarah Lark, die ich gelesen habe, behandeln auch die Sklaverei, gehen kritisch mit ihr um und prangern sie an, aber das passiert auf eine sanftere Art und eher nebenbei und nicht so, als würde man einen Brocken hingeworfen bekommen á la “Friss oder stirb”. Ach, noch eine kurze Zwischenbemerkung, bevor es wieder positiver wird. Die Protagonistin ist perfekt und hat kaum Fehler, die ihr irgendwie im Weg stehen – und sie heißt Anne. Die Autorin Anna. Hm … Hätte ich nicht vor kurzem einen Artikel über Mary Sue gelesen, dann hätte ich jetzt wohl keinen passenden Ausdruck dafür gefunden. Und mir scheint er in Anbetracht dieser Tatsachen wirklich sehr passend. Was allerdings wieder positiv anzumerken ist, ist der Schreibstil. Das Buch liest sich flüssig und wirklich schnell. 100 Seiten am Tag sind keine große Kunst, obwohl ich wirklich nicht schnell lese. Allerdings gab es eine Stelle, an der ich mich doch sehr veräppelt gefühlt habe, weil Annes Gedanken sich schon zu arg auf wenigen Seiten wiederholt haben. Fazit: ♥/♥♥♥♥♥ Ich habe lange darüber nachgedacht, wie viele Herzchen ich diesem Buch geben möchte. Zwei erscheinen mir zu viel, eins etwas zu wenig, obwohl ich durch die letzten Seiten gehetzt bin und froh war, dass ich das Buch beendet hatte. Bleibe ich bei 1,5 Herzchen, möchte aber oben nicht aufrunden. Das Cover und die Idee sind auf jeden Fall ein Pluspunkt, wobei für mich leider die Protagonistin am meisten schwächelt, obwohl sie doch neben der Handlung erst einmal das wichtigste ist. Die Handlung ist irgendwie … ja, plätschernd, was vielleicht auch zum Thema passen mag, wir befinden uns den größten Teil auf offener See und den anderen auf Inseln.
Oder ist Glück nicht ohnehin immer nur auf der Durchreise? Eine vergängliche, freudige Aufwallung, ein kurzer Sturm, auf den die lange Flaute des Alltäglichen folgt, so lange, bis sich irgendwann etwas Neues, ein neuer Sturm, am Horizont abzeichnet? Ich war komplett überrascht als ich feststellte, dass ich knapp die erste Hälfte fast komplett am Stück durchlas. Ich war direkt in Annes Zeit zurückversetzt und fieberte mit ihren Erlebnissen mit. Gleich zu Beginn kommt direkt "Fluch der Karibik" Stimmung auf und ich war neugierig herauszufinden, wie Anne sich auf einem Piratenschiff wiederfindet. Doch leider zog sich das Buch im letzten Drittel sehr. Ich habe die Lust an der Geschichte verloren, da es irgendwann doch sehr eintönig wurde. Ihr außerordentlichen Talente konnte ich ihr irgendwann auch einfach nicht mehr abkaufen. Positiv überrascht war ich jedoch, dass Themen wie Menstruation, Sex, und sogar 'Freudenspender' offen angesprochen wurden. Ebenso war ich überrascht, dass Anne offen sagte, dass sie über ihre Schwangerschaft nicht glücklich war, und dass der Gedanke eines Kindes nichts positives für sie war. Auch eine Fehlgeburt kam vor. Solche Themen werden in Jugendbüchern nie angesprochen, weshalb ich froh bin, dass die Autorin den Mut hatte, damit so offen umzugehen. Was mich jedoch ein wenig irritierte war die Tatsache, dass Libertalia nicht unbedingt der größte Fokus des Buches war. Ich erwartete, dass das Annes Motivation war, doch es wurde nur ab und an mal nebenbei erwähnt. Der Schreibstil der Autorin ließ sich jedoch sehr gut lesen, auch wenn ich es hasse, wenn in Büchern mehrere '?' oder '!' genutzt werden. Piratenliteratur ist vielleicht nicht unbedingt mein Genre doch nachdem ich das Bild einer Statute Anne Bonny sah musste ich einfach mehr über sie herausfinden. Ich liebte den feministischen Unterton des Buches und Anne war wahrlich ein Charaktere mit dem man mit fieberte. Leider erhoffte ich mir mehr ihrer lesbischen Liebesbeziehung, welche entgegen meiner Erwartungen nicht wirklich im Mittelpunkt stand, sondern eher gegen Ende kurz vorkam. Doch ich feiere sie dennoch dafür, dass sie eine starke bisexuelle Piratin war. Mehr solcher Charaktere, vor allem in deutschen Büchern!






