Das Haus der glücklichen Alten

Das Haus der glücklichen Alten

Hardcover
2.03
AlterFreundschaft

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Beschreibung

Im Alter von 84 Jahren verliert Antonio Silva seine Frau. Aber es kommt noch schlimmer: Er muss ins Altersheim. Gemeinsam mit anderen Greisen versucht er dort, dem Tod so viel Leben wie möglich abzuringen, und durchläuft so eine ungeahnte Wandlung. Sein Herz öffnet sich, und die Erinnerungen an seine Vergangenheit im Portugal des 20. Jahrhunderts ändern das Bild, das er von sich selbst hat. Silva erkennt immer deutlicher, dass er zwar vordergründig ein guter Mensch war, dass dies in Zeiten einer Diktatur, wie der Salazars, aber nicht genügt. - Mit kantigem Humor und behutsamer Einfühlung erzählt Valter Hugo Mãe eine verblüffende Geschichte über Verantwortung, Freundschaft und Selbsterkenntnis.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Hardcover
Seitenzahl
304
Preis
23.60 €

Beiträge

3
Alle
2

Valter Hugo Mãe ist nach den Kommentaren der portugiesischen Leserschaft hier auf Goodreads eher ein Lyriker und kein Romancier. Das Buch über das Leben des 84jährigen Herrn Silva, der nach dem Tod seiner Frau von den Kindern ins Altersheim gesteckt wird, ist daher auch stilistisch ungewöhnlich. Der Autor arbeitet gerne mit Metaphern und derben Beispielen. Im Original muss es wohl ein Buch ohne Großschreibung sein, worauf aber in der Übersetzung verzichtet wurde. Die Dialoge sind zudem nie in direkter, sondern als lange Abfolge nur in indirekter Form zu finden. Es gibt viele Kapitel, aber wenig Absätze. Diese lange Litaneien sollen bestimmt aber eine Wirkung beim Leser erzielen, in dem Fall wohl das gleichförmige Dahinziehens des Lebens im letzten Abschnitt. Silva ist ein zorniger Mensch, der dem Alter nichts Positives abgewinnen kann. Erst langsam findet er sich in die Pensionsgemeinschaft ein, bis sich sogar richtige Freundschaften entwickeln. Der Hass brodelt aber unentwegt in ihm, was in Handgreiflichkeiten gegenüber Mitbewohner/innen führt. Ich hatte gehofft, dass sich im Verlauf der Geschichte aus der Anstalt eine persönliche Entwicklung feststellen lässt. Aber darauf hofft man vergebens. Silva bleibt eigentlich bis zum Ende unnachgiebig und unversöhnlich. So sagt er fast am Ende über seinen anstehenden Tod: “Wenn mich ein Engel holen will, sagte ich, dann schneidet ihm die Flügel ab, erwürgt ihn, aber lasst ihn nicht mit mir nach oben entkommen. Ich will weggeschmissen werden. Ich will unter die Erde kommen wie die Sachen, denen niemand eine Seele angedichtet hat. Ich erlaube nur, dass man mich nur in den dreckigen Grund der Erde bringt, wo mich die Würmer fressen und mir für immer den Ärger ersparen, mir der Ungerechtigkeit des Lebens bewusst zu sein.“ Auf so einen Stil muss man schon Lust haben. Ich war zu Beginn von der schonungslosen Art der Gedanken und Reden Silvas angetan, konnte dann aber recht schnell mit der destruktiven Weise nichts mehr anfangen. Im Altersheim hielten sich für mich zudem zu viele Stereotypen auf. Bedauerlich war es darüber hinaus, dass eine gute Grundlage über die portugiesische Geschichte hilfreich ist, um den Roman in seinen ganzen Anspielungen zu verstehen. Insofern musste ich viel nebenher noch recherchieren.

2

Valter Hugo Mãe ist nach den Kommentaren der portugiesischen Leserschaft hier auf Goodreads eher ein Lyriker und kein Romancier. Das Buch über das Leben des 84jährigen Herrn Silva, der nach dem Tod seiner Frau von den Kindern ins Altersheim gesteckt wird, ist daher auch stilistisch ungewöhnlich. Der Autor arbeitet gerne mit Metaphern und derben Beispielen. Im Original muss es wohl ein Buch ohne Großschreibung sein, worauf aber in der Übersetzung verzichtet wurde. Die Dialoge sind zudem nie in direkter, sondern als lange Abfolge nur in indirekter Form zu finden. Es gibt viele Kapitel, aber wenig Absätze. Diese lange Litaneien sollen bestimmt aber eine Wirkung beim Leser erzielen, in dem Fall wohl das gleichförmige Dahinziehens des Lebens im letzten Abschnitt. Silva ist ein zorniger Mensch, der dem Alter nichts Positives abgewinnen kann. Erst langsam findet er sich in die Pensionsgemeinschaft ein, bis sich sogar richtige Freundschaften entwickeln. Der Hass brodelt aber unentwegt in ihm, was in Handgreiflichkeiten gegenüber Mitbewohner/innen führt. Ich hatte gehofft, dass sich im Verlauf der Geschichte aus der Anstalt eine persönliche Entwicklung feststellen lässt. Aber darauf hofft man vergebens. Silva bleibt eigentlich bis zum Ende unnachgiebig und unversöhnlich. So sagt er fast am Ende über seinen anstehenden Tod: “Wenn mich ein Engel holen will, sagte ich, dann schneidet ihm die Flügel ab, erwürgt ihn, aber lasst ihn nicht mit mir nach oben entkommen. Ich will weggeschmissen werden. Ich will unter die Erde kommen wie die Sachen, denen niemand eine Seele angedichtet hat. Ich erlaube nur, dass man mich nur in den dreckigen Grund der Erde bringt, wo mich die Würmer fressen und mir für immer den Ärger ersparen, mir der Ungerechtigkeit des Lebens bewusst zu sein.“ Auf so einen Stil muss man schon Lust haben. Ich war zu Beginn von der schonungslosen Art der Gedanken und Reden Silvas angetan, konnte dann aber recht schnell mit der destruktiven Weise nichts mehr anfangen. Im Altersheim hielten sich für mich zudem zu viele Stereotypen auf. Bedauerlich war es darüber hinaus, dass eine gute Grundlage über die portugiesische Geschichte hilfreich ist, um den Roman in seinen ganzen Anspielungen zu verstehen. Insofern musste ich viel nebenher noch recherchieren.

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Valter Hugo Mãe ist nach den Kommentaren der portugiesischen Leserschaft hier auf Goodreads eher ein Lyriker und kein Romancier. Das Buch über das Leben des 84jährigen Herrn Silva, der nach dem Tod seiner Frau von den Kindern ins Altersheim gesteckt wird, ist daher auch stilistisch ungewöhnlich. Der Autor arbeitet gerne mit Metaphern und derben Beispielen. Im Original muss es wohl ein Buch ohne Großschreibung sein, worauf aber in der Übersetzung verzichtet wurde. Die Dialoge sind zudem nie in direkter, sondern als lange Abfolge nur in indirekter Form zu finden. Es gibt viele Kapitel, aber wenig Absätze. Diese lange Litaneien sollen bestimmt aber eine Wirkung beim Leser erzielen, in dem Fall wohl das gleichförmige Dahinziehens des Lebens im letzten Abschnitt. Silva ist ein zorniger Mensch, der dem Alter nichts Positives abgewinnen kann. Erst langsam findet er sich in die Pensionsgemeinschaft ein, bis sich sogar richtige Freundschaften entwickeln. Der Hass brodelt aber unentwegt in ihm, was in Handgreiflichkeiten gegenüber Mitbewohner/innen führt. Ich hatte gehofft, dass sich im Verlauf der Geschichte aus der Anstalt eine persönliche Entwicklung feststellen lässt. Aber darauf hofft man vergebens. Silva bleibt eigentlich bis zum Ende unnachgiebig und unversöhnlich. So sagt er fast am Ende über seinen anstehenden Tod: “Wenn mich ein Engel holen will, sagte ich, dann schneidet ihm die Flügel ab, erwürgt ihn, aber lasst ihn nicht mit mir nach oben entkommen. Ich will weggeschmissen werden. Ich will unter die Erde kommen wie die Sachen, denen niemand eine Seele angedichtet hat. Ich erlaube nur, dass man mich nur in den dreckigen Grund der Erde bringt, wo mich die Würmer fressen und mir für immer den Ärger ersparen, mir der Ungerechtigkeit des Lebens bewusst zu sein.“ Auf so einen Stil muss man schon Lust haben. Ich war zu Beginn von der schonungslosen Art der Gedanken und Reden Silvas angetan, konnte dann aber recht schnell mit der destruktiven Weise nichts mehr anfangen. Im Altersheim hielten sich für mich zudem zu viele Stereotypen auf. Bedauerlich war es darüber hinaus, dass eine gute Grundlage über die portugiesische Geschichte hilfreich ist, um den Roman in seinen ganzen Anspielungen zu verstehen. Insofern musste ich viel nebenher noch recherchieren.

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