Das bessere Leben
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Beschreibung
Im 20. Jahrhundert diskutierten, lebten und kämpften junge Menschen an amerikanischen Universitäten, in Frankfurt und Moskau für eine gerechte Ordnung, für eine bessere Zukunft. Doch die Utopien sind in Terror umgeschlagen. Wir leben in einer radikal kapitalistischen Welt, unsere Gegenwart scheint undurchschaubar. Was ist aus unseren Utopien, Sehnsüchten und Träumen geworden?
Aus ehemaligen Revolutionären sind Manager geworden, Akteure der Wirtschaft. Sie sind involviert in globale Geschäfte zwischen Mailand, Südamerika und China, ihre Deals sind dubios. Haben sie alles verraten? Was heißt es heute in dieser Welt, gut zu leben? Was wäre das bessere Leben?
Jochen Brockmann ist erfolgreicher Sales Manager, doch er verstrickt sich in ein abstürzendes System. Die Bank gibt keinen Kredit mehr, Indonesien investiert nicht, es bieten sich die Chinesen an. Sylvester Lee Fleming ist ein skrupelloser Geschäftemacher, Finanz-Investor und Risiko-Berater. Er erscheint, als Retter, Verführer und Versucher. Ist er ein Abgesandter des Teufels oder nur ein Psycho? Er kreuzt Brockmanns Weg. Ist das Zufall oder Plan?
Ein philosophischer Roman, ein metaphysischer Thriller über das 21. Jahrhundert und die Gespenster der Vergangenheit.
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Ulrich Peltzer, geboren 1956 in Krefeld, studierte Philosophie und Psychologie in Berlin, wo er seit 1975 lebt. Er veröffentlichte die Romane »Die Sünden der Faulheit« (1987), »Stefan Martinez« (1995), »›Alle oder keiner‹« (1999), »Bryant Park« (2002) und »Teil der Lösung« (2007) sowie die Frankfurter Poetikvorlesungen »Angefangen wird mittendrin« (2011). Sein Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem dem Preis der SWR-Bestenliste, dem Berliner Literaturpreis und dem Heinrich-Böll-Preis. Ulrich Peltzers Roman »Das bessere Leben« (2015) stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und wurde unter anderem mit dem Marieluise-Fleißer-Preis, dem Peter-Weiss-Preis und dem Franz-Hessel-Preis geehrt. Zuletzt erschienen die Romane »Das bist du« (2021) und »Der Ernst des Lebens« (2024).Literaturpreise:Gerty-Spies-Literaturpreis 2016Franz-Hessel-Preis 2015Peter-Weiss-Preis 2015Platz 1 SWR Bestenliste September 2015Marieluise Fleißer-Preis 2015Shortlist Deutscher Buchpreis 2015Carl-Amery-Literaturpreis 2013Heinrich-Böll-Preis 2011Frankfurter Poetik-Dozentur 2010/11Mitglied der Akademie der Künste in Berlin 2010Stadtschreiber von Bergen-Enkheim 2009/2010Spycher: Literaturpreis Leuk 2008Düsseldorfer Literaturpreis 2008Berliner Literaturpreis für sein Gesamtwerk 2008Literaturpreis der Stadt Bremen 2003Niederrheinischer Literaturpreis der Stadt Krefeld 2001Preis der SWR-Bestenliste 2000Anna Seghers-Preis 1997Berliner Literaturpreis der Stiftung Preußische Seehandlung 1996Bertelsmann-Stipendium beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 1992
Beiträge
Das Bessere Leben, eine eindrucksvolle Collage über Chaos, Ordnung und Krieg und wer die Fäden in der Hand hält. Hört Euch zuerst ein paarmal den Song der Beatles „Blackbird“ an. Ein Schlüsselsong für das gesamte Buch: „Blackbird singing in the dead of night Take these broken wings and learn to fly All your life You were only waiting for this moment to arise Blackbird singing in the dead of night Take these sunken eyes and learn to see All your life You were only waiting for this moment to be free“ Dieses Buch ist harte Arbeit - Sprunghafte Sequenzen, Gedankenströme, ein Übermaß an Informationen und Verbindungen. Die reinste Schnitzeljagd. Ich hatte einen riesen Spass an dem Buch. Das Buch scheint völlig chaotisch, weshalb es mir gerade furchtbar schwer fällt es zusammenzufassen und zu ordnen. Wo wir auch direkt beim Leitthema des Buches sind: Chaos und Ordnung bedingen einander. Themen: Globalisierung, Kapitalismus, Kommunismus, Anarchie, Determinismus, Fatalismus, Willensfreiheit, Religiösität, Atheismus, Buddhismus und Kunst (als Schlüsselbegriff). Die erste Hälfte des Buches beschäftigt sich intensiv mit der vermeintlichen Dualität von Ordnung und Chaos. Zufälle, Ereignisse, Begegnungen. Die Kunst ist hier das entscheidende Bindeglied: zu Beginn herrscht aggressives Chaos, das nach und nach geordnet wird. Brockmann beschreibt die Kunst als „Anteil an etwas überirdischem- göttlich“. Sie ist in der Lage durch den Konjunktiv zu retten ( hätte, könnte, würde), was die Wirklichkeit nicht vermag. Durch die Kunst kommt es zu einer indirekten Verbindung zwischen Brockmann und Flemming. Im 2. Teil des Buches geht es um Gleichheit und Krieg. Die Archäologie der Gewalt – Krieg in primitiven Gesellschaften als Notwendigkeit um Staatenbildung zu verhindern und die Autonomie zu bewahren. Krieg bedeutet Vereinzelung. Anarchie und Kommunismus kommen hier durch innere Monologe ins Spiel. Der Handel ist ein modifizierter Krieg. Daher verwendet Herr Peltzer in der 2. Hälfte viele Begriffe wie Vernichtung, vorrücken, Angriff, materielle Gewalt, Schlachtgetümmel, niederstrecken, Feind, wenn es um Geschäfte und den Handel geht. Sylvester Lee Fleming: Beratertätigkeit für Kapitalverwendung. In meinen Augen der symbolische Drache, der Chaoas und Zerstörung bringt und gleichzeitig der höchste Ordnungshüter über die Geschicke der Welt ist. Ein Sendbote. Der Magier. Die helfende Hand. Kaltblütig. Sorgt dafür dass Angelika in ein Restaurant geht, in dem sie auf Brockmann trifft. Der Beginn einer Liebe. Jochen Brockmann: Salesmanager für Asien- der Inbegriff der Globalisierung- Kunstliebhaber. Liebt seinen Job und hat gleichzeitig Überreizungssymptome (sensibel bei Geräuschen, Schwindel). Mit seiner Story wird das Thema Familie und alt werden besprochen und „all das Zeug das auf der Strecke bleibt“ Glaubt an den Zufall als Notwendigkeit. Seine These: Es lässt sich alles erklären. Damit steht er im direkten Widerspruch zu seiner Exfrau Heidegret. Heidegret Schöttler: Als Mutter und Ehefrau ein Schatten ihrer selbt. Hat ihren Frieden und ihre Freiheit auf dem Land in einem Bauenhaus und dem Buddhismus gefunden. Ihre These: Wenn man alles erklären könnte, würde man aufhören zu suchen. Es gibt nichts zu erreichen. Sie steht für mich als Antagonist zum Chaos und symbolisiert die innere Ordnung. Eine Ordnung, die zu Chaos im Leben von Mann und Tochter geführt hat. Der Roman ist durchsetzt mit theologischen Begriffen, Gleichnissen und Namensgebungen wir Dr. Angel und andere Wortspiele die auf Luzifer, Gott, Paradis, geschlachtete Lämmer etc. hinweisen. Wir finden Verweise auf Hegel, die Heilige Familie (Marx und Engels), Nietzsche und wahrscheinlich einige mehr, die mir durchgegangen sind. Die wenigen geordneten Szenen in dem Buch, sind das Treffen und die Liebe zwischen Brockmann und Angelika, die Gespräche zwischen Brockmann und den Geschwistern. Ich habe auch den Verdacht, dass er bei der Fragestellung: Worauf kommt es an? Den Genuss in den Mittelpunkt stellen wollte. Neben der Liebe zur Kunst, spielt gutes und leckeres Essen eine wichtige Rolle. Rezensionen behaupten das Buch habe keinen wirklichen Plot, liefere keine Antworten, wäre eindimensional und würde eine banale Weisheit vermitteln die uns allen doch klar ist, die nur in ein komplizierte Gerüst gepackt worden sei. Ich widerspreche da vehement. Das Buch war für mich die reinste Fundgrube und ein Grund mehr die eigene Utopie jetzt und sofort zu leben, denn (Zitat von Fleming) "der Tod ist ein Gesetz das sich erfüllt".
Beschreibung
Im 20. Jahrhundert diskutierten, lebten und kämpften junge Menschen an amerikanischen Universitäten, in Frankfurt und Moskau für eine gerechte Ordnung, für eine bessere Zukunft. Doch die Utopien sind in Terror umgeschlagen. Wir leben in einer radikal kapitalistischen Welt, unsere Gegenwart scheint undurchschaubar. Was ist aus unseren Utopien, Sehnsüchten und Träumen geworden?
Aus ehemaligen Revolutionären sind Manager geworden, Akteure der Wirtschaft. Sie sind involviert in globale Geschäfte zwischen Mailand, Südamerika und China, ihre Deals sind dubios. Haben sie alles verraten? Was heißt es heute in dieser Welt, gut zu leben? Was wäre das bessere Leben?
Jochen Brockmann ist erfolgreicher Sales Manager, doch er verstrickt sich in ein abstürzendes System. Die Bank gibt keinen Kredit mehr, Indonesien investiert nicht, es bieten sich die Chinesen an. Sylvester Lee Fleming ist ein skrupelloser Geschäftemacher, Finanz-Investor und Risiko-Berater. Er erscheint, als Retter, Verführer und Versucher. Ist er ein Abgesandter des Teufels oder nur ein Psycho? Er kreuzt Brockmanns Weg. Ist das Zufall oder Plan?
Ein philosophischer Roman, ein metaphysischer Thriller über das 21. Jahrhundert und die Gespenster der Vergangenheit.
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Ulrich Peltzer, geboren 1956 in Krefeld, studierte Philosophie und Psychologie in Berlin, wo er seit 1975 lebt. Er veröffentlichte die Romane »Die Sünden der Faulheit« (1987), »Stefan Martinez« (1995), »›Alle oder keiner‹« (1999), »Bryant Park« (2002) und »Teil der Lösung« (2007) sowie die Frankfurter Poetikvorlesungen »Angefangen wird mittendrin« (2011). Sein Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem dem Preis der SWR-Bestenliste, dem Berliner Literaturpreis und dem Heinrich-Böll-Preis. Ulrich Peltzers Roman »Das bessere Leben« (2015) stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und wurde unter anderem mit dem Marieluise-Fleißer-Preis, dem Peter-Weiss-Preis und dem Franz-Hessel-Preis geehrt. Zuletzt erschienen die Romane »Das bist du« (2021) und »Der Ernst des Lebens« (2024).Literaturpreise:Gerty-Spies-Literaturpreis 2016Franz-Hessel-Preis 2015Peter-Weiss-Preis 2015Platz 1 SWR Bestenliste September 2015Marieluise Fleißer-Preis 2015Shortlist Deutscher Buchpreis 2015Carl-Amery-Literaturpreis 2013Heinrich-Böll-Preis 2011Frankfurter Poetik-Dozentur 2010/11Mitglied der Akademie der Künste in Berlin 2010Stadtschreiber von Bergen-Enkheim 2009/2010Spycher: Literaturpreis Leuk 2008Düsseldorfer Literaturpreis 2008Berliner Literaturpreis für sein Gesamtwerk 2008Literaturpreis der Stadt Bremen 2003Niederrheinischer Literaturpreis der Stadt Krefeld 2001Preis der SWR-Bestenliste 2000Anna Seghers-Preis 1997Berliner Literaturpreis der Stiftung Preußische Seehandlung 1996Bertelsmann-Stipendium beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 1992
Beiträge
Das Bessere Leben, eine eindrucksvolle Collage über Chaos, Ordnung und Krieg und wer die Fäden in der Hand hält. Hört Euch zuerst ein paarmal den Song der Beatles „Blackbird“ an. Ein Schlüsselsong für das gesamte Buch: „Blackbird singing in the dead of night Take these broken wings and learn to fly All your life You were only waiting for this moment to arise Blackbird singing in the dead of night Take these sunken eyes and learn to see All your life You were only waiting for this moment to be free“ Dieses Buch ist harte Arbeit - Sprunghafte Sequenzen, Gedankenströme, ein Übermaß an Informationen und Verbindungen. Die reinste Schnitzeljagd. Ich hatte einen riesen Spass an dem Buch. Das Buch scheint völlig chaotisch, weshalb es mir gerade furchtbar schwer fällt es zusammenzufassen und zu ordnen. Wo wir auch direkt beim Leitthema des Buches sind: Chaos und Ordnung bedingen einander. Themen: Globalisierung, Kapitalismus, Kommunismus, Anarchie, Determinismus, Fatalismus, Willensfreiheit, Religiösität, Atheismus, Buddhismus und Kunst (als Schlüsselbegriff). Die erste Hälfte des Buches beschäftigt sich intensiv mit der vermeintlichen Dualität von Ordnung und Chaos. Zufälle, Ereignisse, Begegnungen. Die Kunst ist hier das entscheidende Bindeglied: zu Beginn herrscht aggressives Chaos, das nach und nach geordnet wird. Brockmann beschreibt die Kunst als „Anteil an etwas überirdischem- göttlich“. Sie ist in der Lage durch den Konjunktiv zu retten ( hätte, könnte, würde), was die Wirklichkeit nicht vermag. Durch die Kunst kommt es zu einer indirekten Verbindung zwischen Brockmann und Flemming. Im 2. Teil des Buches geht es um Gleichheit und Krieg. Die Archäologie der Gewalt – Krieg in primitiven Gesellschaften als Notwendigkeit um Staatenbildung zu verhindern und die Autonomie zu bewahren. Krieg bedeutet Vereinzelung. Anarchie und Kommunismus kommen hier durch innere Monologe ins Spiel. Der Handel ist ein modifizierter Krieg. Daher verwendet Herr Peltzer in der 2. Hälfte viele Begriffe wie Vernichtung, vorrücken, Angriff, materielle Gewalt, Schlachtgetümmel, niederstrecken, Feind, wenn es um Geschäfte und den Handel geht. Sylvester Lee Fleming: Beratertätigkeit für Kapitalverwendung. In meinen Augen der symbolische Drache, der Chaoas und Zerstörung bringt und gleichzeitig der höchste Ordnungshüter über die Geschicke der Welt ist. Ein Sendbote. Der Magier. Die helfende Hand. Kaltblütig. Sorgt dafür dass Angelika in ein Restaurant geht, in dem sie auf Brockmann trifft. Der Beginn einer Liebe. Jochen Brockmann: Salesmanager für Asien- der Inbegriff der Globalisierung- Kunstliebhaber. Liebt seinen Job und hat gleichzeitig Überreizungssymptome (sensibel bei Geräuschen, Schwindel). Mit seiner Story wird das Thema Familie und alt werden besprochen und „all das Zeug das auf der Strecke bleibt“ Glaubt an den Zufall als Notwendigkeit. Seine These: Es lässt sich alles erklären. Damit steht er im direkten Widerspruch zu seiner Exfrau Heidegret. Heidegret Schöttler: Als Mutter und Ehefrau ein Schatten ihrer selbt. Hat ihren Frieden und ihre Freiheit auf dem Land in einem Bauenhaus und dem Buddhismus gefunden. Ihre These: Wenn man alles erklären könnte, würde man aufhören zu suchen. Es gibt nichts zu erreichen. Sie steht für mich als Antagonist zum Chaos und symbolisiert die innere Ordnung. Eine Ordnung, die zu Chaos im Leben von Mann und Tochter geführt hat. Der Roman ist durchsetzt mit theologischen Begriffen, Gleichnissen und Namensgebungen wir Dr. Angel und andere Wortspiele die auf Luzifer, Gott, Paradis, geschlachtete Lämmer etc. hinweisen. Wir finden Verweise auf Hegel, die Heilige Familie (Marx und Engels), Nietzsche und wahrscheinlich einige mehr, die mir durchgegangen sind. Die wenigen geordneten Szenen in dem Buch, sind das Treffen und die Liebe zwischen Brockmann und Angelika, die Gespräche zwischen Brockmann und den Geschwistern. Ich habe auch den Verdacht, dass er bei der Fragestellung: Worauf kommt es an? Den Genuss in den Mittelpunkt stellen wollte. Neben der Liebe zur Kunst, spielt gutes und leckeres Essen eine wichtige Rolle. Rezensionen behaupten das Buch habe keinen wirklichen Plot, liefere keine Antworten, wäre eindimensional und würde eine banale Weisheit vermitteln die uns allen doch klar ist, die nur in ein komplizierte Gerüst gepackt worden sei. Ich widerspreche da vehement. Das Buch war für mich die reinste Fundgrube und ein Grund mehr die eigene Utopie jetzt und sofort zu leben, denn (Zitat von Fleming) "der Tod ist ein Gesetz das sich erfüllt".




