Dänemark – Gekommen, um zu bleiben
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Beschreibung
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Mehr Autor als Dänemark – und genau das ist das Problem 🇩🇰🍺🙄
Tim Uhlemann wandert nach Hvide Sande an die dänische Westküste aus und erzählt von seinem neuen Leben zwischen Ferienhausvermietung, Nordsee, dänischer Gelassenheit und den Eigenheiten seiner Wahlheimat. Dabei streift er Themen wie die Mentalität der Dänen, den Alltag hinter der Urlaubsfassade, das Leben in Jütland und immer wieder auch persönliche Erlebnisse aus seinem Auswandererleben. Die Grundidee ist klar: ein unterhaltsamer Blick auf Dänemark aus der Perspektive eines Deutschen, der dort angekommen ist. Genau darauf hatte ich mich eigentlich gefreut. Vor allem, weil Hvide Sande eine Gegend ist, die ich selbst aus Urlauben kenne. Ich hatte gehofft, etwas mehr über den Alltag vor Ort zu erfahren. Wie leben die Menschen dort wirklich? Was unterscheidet Dänemark vom deutschen Alltag? Was bekommt man als Tourist normalerweise nicht mit? Leider beantwortet das Buch diese Fragen nur sehr oberflächlich. Immer wieder werden interessante Themen angerissen, aber kaum vertieft. Wie ist das nun eigentlich mit den Autos in Dänemark? Wie funktioniert manches im Alltag konkret? Genau an den Stellen, an denen es interessant wird, biegt das Buch häufig wieder ab. Stattdessen landet man bei den Erlebnissen des Autors selbst. Teilweise seitenlang. Da wird ausführlich über einen Halbmarathon berichtet, über persönliche Befindlichkeiten oder über Saufgeschichten, die mit Dänemark letztlich wenig zu tun haben. Irgendwann hatte ich das Gefühl, weniger ein Buch über Dänemark zu lesen als ein Buch über Tim Uhlemann. Der treffendere Titel wäre vielleicht gewesen: „Ich, wie ich versuche hip und cool zu sein“ mit dem Untertitel „…in Dänemark, Island, Norwegen, Mallorca und auch ein wenig im Ruhrpott.“ Denn selbst Island, Norwegen und Mallorca bekommen hier überraschend viel Aufmerksamkeit für ein Buch, das eigentlich Dänemark im Titel trägt. Dazu kommt der Humor. Vielleicht funktioniert er für manche Leser, meinen Nerv hat er leider überhaupt nicht getroffen. Viele der Sprüche wirkten auf mich wie klassische Schenkelklopfer mit erheblichem Fremdschäm-Potenzial. Irgendwo auf dem Level von Susanne Daubner liest das Jugendwort des Jahres und den Chauvi-Sprüchen des angeheiterten Onkels auf Familienfeiern, der versucht „lustig“ zu sein. Man fühlt sich dabei irgendwie unangenehm peinlich berührt. Da werden dann Sätze serviert wie: „Oberhausen ist so verschuldet, dass selbst Griechen schon Mitleid haben“, „Hier ist Erholung noch so weit entfernt wie die FDP von 15 Prozent“ oder „Ein Däne übergibt sich nicht! Was ein Däne bezahlt und säuft, bleibt drin“ usw. Das zog sich durch weite Teile des Buches. Ich musste dabei tatsächlich kein einziges Mal lachen und hatte stattdessen eher das Gefühl, einer Sammlung mäßiger Facebook-Sprüche von vor 15 Jahren beizuwohnen. Das Hörbuch hat die Sache für mich leider auch nicht besser gemacht. Die Sprecherwahl empfand ich als äußerst unglücklich. Eine Ich-Erzählung eines männlichen Autors von einer weiblichen Stimme (Jessy Peinemann) lesen zu lassen, fand ich schon befremdlich. Dazu kamen misslungene Dialekte, seltsame Betonungen und falsche Aussprachen (z.B. Mäzen), die mich regelmäßig aus dem Hörfluss gerissen haben. Die Stimme selbst hätte ich mir auch eher in einem Kinderbuch vorstellen könnte. Mit 1,3-facher Geschwindigkeit wurde es etwas erträglicher, wirklich gut wurde es für mich aber nicht. Am Ende blieb bei mir vor allem Enttäuschung zurück. Die Idee hätte mir gefallen. Ein ehrlicher, persönlicher Blick auf das Leben eines deutschen Auswanderers in Dänemark hätte durchaus spannend sein können. Stattdessen bekommt man viel Selbstinszenierung, viele Anekdoten und erstaunlich wenig wirklich Wissenswertes über das Land selbst, sodass ich ca. nach 1/4 abgebrochen habe. ⭐️

Das Hörbuch ist eine einzige Enttäuschung, ja Zumutung: Der Autor präsentiert eine Nonstop-Parade von Sprüchen auf unterstem Niveau. Da wird sich in aller Breite über den Silikongehalt von Brüsten ausgetauscht oder beim Betreten einer Kneipe "Na, wer von den Frauen hat das Abschleppunternehmen bestellt?" gerufen. Von einem Bericht über ein Saufwochenende auf dem Ballermann hätte ich nichts anderes erwartet, von dem auch in einem ganz merkwürdigen Vorwort angepriesenen Buch über Erfahrungen eines Auswanderers in Dänemark aber sehr wohl. Abgerundet wird der verheerende Gesamteindruck durch den laienhaften Vortrag des Hörbuchs - Abbruch nach zwei Stunden.
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Mehr Autor als Dänemark – und genau das ist das Problem 🇩🇰🍺🙄
Tim Uhlemann wandert nach Hvide Sande an die dänische Westküste aus und erzählt von seinem neuen Leben zwischen Ferienhausvermietung, Nordsee, dänischer Gelassenheit und den Eigenheiten seiner Wahlheimat. Dabei streift er Themen wie die Mentalität der Dänen, den Alltag hinter der Urlaubsfassade, das Leben in Jütland und immer wieder auch persönliche Erlebnisse aus seinem Auswandererleben. Die Grundidee ist klar: ein unterhaltsamer Blick auf Dänemark aus der Perspektive eines Deutschen, der dort angekommen ist. Genau darauf hatte ich mich eigentlich gefreut. Vor allem, weil Hvide Sande eine Gegend ist, die ich selbst aus Urlauben kenne. Ich hatte gehofft, etwas mehr über den Alltag vor Ort zu erfahren. Wie leben die Menschen dort wirklich? Was unterscheidet Dänemark vom deutschen Alltag? Was bekommt man als Tourist normalerweise nicht mit? Leider beantwortet das Buch diese Fragen nur sehr oberflächlich. Immer wieder werden interessante Themen angerissen, aber kaum vertieft. Wie ist das nun eigentlich mit den Autos in Dänemark? Wie funktioniert manches im Alltag konkret? Genau an den Stellen, an denen es interessant wird, biegt das Buch häufig wieder ab. Stattdessen landet man bei den Erlebnissen des Autors selbst. Teilweise seitenlang. Da wird ausführlich über einen Halbmarathon berichtet, über persönliche Befindlichkeiten oder über Saufgeschichten, die mit Dänemark letztlich wenig zu tun haben. Irgendwann hatte ich das Gefühl, weniger ein Buch über Dänemark zu lesen als ein Buch über Tim Uhlemann. Der treffendere Titel wäre vielleicht gewesen: „Ich, wie ich versuche hip und cool zu sein“ mit dem Untertitel „…in Dänemark, Island, Norwegen, Mallorca und auch ein wenig im Ruhrpott.“ Denn selbst Island, Norwegen und Mallorca bekommen hier überraschend viel Aufmerksamkeit für ein Buch, das eigentlich Dänemark im Titel trägt. Dazu kommt der Humor. Vielleicht funktioniert er für manche Leser, meinen Nerv hat er leider überhaupt nicht getroffen. Viele der Sprüche wirkten auf mich wie klassische Schenkelklopfer mit erheblichem Fremdschäm-Potenzial. Irgendwo auf dem Level von Susanne Daubner liest das Jugendwort des Jahres und den Chauvi-Sprüchen des angeheiterten Onkels auf Familienfeiern, der versucht „lustig“ zu sein. Man fühlt sich dabei irgendwie unangenehm peinlich berührt. Da werden dann Sätze serviert wie: „Oberhausen ist so verschuldet, dass selbst Griechen schon Mitleid haben“, „Hier ist Erholung noch so weit entfernt wie die FDP von 15 Prozent“ oder „Ein Däne übergibt sich nicht! Was ein Däne bezahlt und säuft, bleibt drin“ usw. Das zog sich durch weite Teile des Buches. Ich musste dabei tatsächlich kein einziges Mal lachen und hatte stattdessen eher das Gefühl, einer Sammlung mäßiger Facebook-Sprüche von vor 15 Jahren beizuwohnen. Das Hörbuch hat die Sache für mich leider auch nicht besser gemacht. Die Sprecherwahl empfand ich als äußerst unglücklich. Eine Ich-Erzählung eines männlichen Autors von einer weiblichen Stimme (Jessy Peinemann) lesen zu lassen, fand ich schon befremdlich. Dazu kamen misslungene Dialekte, seltsame Betonungen und falsche Aussprachen (z.B. Mäzen), die mich regelmäßig aus dem Hörfluss gerissen haben. Die Stimme selbst hätte ich mir auch eher in einem Kinderbuch vorstellen könnte. Mit 1,3-facher Geschwindigkeit wurde es etwas erträglicher, wirklich gut wurde es für mich aber nicht. Am Ende blieb bei mir vor allem Enttäuschung zurück. Die Idee hätte mir gefallen. Ein ehrlicher, persönlicher Blick auf das Leben eines deutschen Auswanderers in Dänemark hätte durchaus spannend sein können. Stattdessen bekommt man viel Selbstinszenierung, viele Anekdoten und erstaunlich wenig wirklich Wissenswertes über das Land selbst, sodass ich ca. nach 1/4 abgebrochen habe. ⭐️







