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Männer, Gefühle - warum kommt ihr zwei so schlecht miteinander aus?
💛 Wie kommt es, dass Männer deutlich seltener enge Beziehungen pflegen, häufiger Gewalt ausüben und sich häufiger das Leben nehmen? Eine Ursache liegt in der Unterdrückung von Gefühlen, die nicht biologisch, sondern gesellschaftlich begründet ist. Ole Liebl setzt sich mit diesem Thema aus einer queeren männlichen Perspektive auseinander. Er hebt die eigene Fragilität als Stärke hervor, analysiert treffend die Zusammenhänge zwischen Kapitalismus und Patriarchat und arbeitet heraus, welche Dimensionen die Kategorie „des Männlichen“ bestimmen. Dabei schreibt er stets verständnisvoll ohne Verurteilung oder Spott, übt sogar auch Kritik an manchen radikal feministischen Perspektiven. Es wird deutlich: Es geht ihm nicht um einen herablassenden Blick auf „die Männer“, sondern darum, dass es allen Menschen besser geht, indem sie ihre Gefühle verbalisieren und ausleben können. Besonders stark sind seine Kapitel zur emotionalen Ausbeutung an Frauen und die verschiedenen Abstufungen der toxischen Männlichkeit, vor der sich auch progressiv denkende Männer nicht freisprechen können. Es handelt sich um ein systemisches Phänomen, was Liebl gut hervorhebt. Und doch erfüllt das Buch nur bedingt die Zielsetzung – zu viele Aspekte fehlen mir. Zwingend hätte ich mir einen Blick auf die Sozialisation von Jugendlichen gewünscht, doch der Fokus liegt zu sehr auf Paarbeziehungen. Klarere Maßnahmen fehlen meist, das letzte Kapitel mit Lösungsansätzen ist zu allgemein und lässt gerade hier den systemischen Blick fast komplett aus. Auch finde ich es ungünstig, dass so oft Filme als Referenz gewählt werden. Sie sind zwar leicht verständlich, aber es hätte so viele Realbeispiele gegeben, an denen die Themenfelder aufgezeigt werden können. Daher dient das Buch als guter Einstieg in die Auseinandersetzung mit Männlichkeit und Gefühle. Für eine tiefer gehende Analyse sollten andere Werke herangezogen werden.

2 Tage vor
Männer, Gefühle - warum kommt ihr zwei so schlecht miteinander aus?
💛 Wie kommt es, dass Männer deutlich seltener enge Beziehungen pflegen, häufiger Gewalt ausüben und sich häufiger das Leben nehmen? Eine Ursache liegt in der Unterdrückung von Gefühlen, die nicht biologisch, sondern gesellschaftlich begründet ist. Ole Liebl setzt sich mit diesem Thema aus einer queeren männlichen Perspektive auseinander. Er hebt die eigene Fragilität als Stärke hervor, analysiert treffend die Zusammenhänge zwischen Kapitalismus und Patriarchat und arbeitet heraus, welche Dimensionen die Kategorie „des Männlichen“ bestimmen. Dabei schreibt er stets verständnisvoll ohne Verurteilung oder Spott, übt sogar auch Kritik an manchen radikal feministischen Perspektiven. Es wird deutlich: Es geht ihm nicht um einen herablassenden Blick auf „die Männer“, sondern darum, dass es allen Menschen besser geht, indem sie ihre Gefühle verbalisieren und ausleben können. Besonders stark sind seine Kapitel zur emotionalen Ausbeutung an Frauen und die verschiedenen Abstufungen der toxischen Männlichkeit, vor der sich auch progressiv denkende Männer nicht freisprechen können. Es handelt sich um ein systemisches Phänomen, was Liebl gut hervorhebt. Und doch erfüllt das Buch nur bedingt die Zielsetzung – zu viele Aspekte fehlen mir. Zwingend hätte ich mir einen Blick auf die Sozialisation von Jugendlichen gewünscht, doch der Fokus liegt zu sehr auf Paarbeziehungen. Klarere Maßnahmen fehlen meist, das letzte Kapitel mit Lösungsansätzen ist zu allgemein und lässt gerade hier den systemischen Blick fast komplett aus. Auch finde ich es ungünstig, dass so oft Filme als Referenz gewählt werden. Sie sind zwar leicht verständlich, aber es hätte so viele Realbeispiele gegeben, an denen die Themenfelder aufgezeigt werden können. Daher dient das Buch als guter Einstieg in die Auseinandersetzung mit Männlichkeit und Gefühle. Für eine tiefer gehende Analyse sollten andere Werke herangezogen werden.
2 Tage vor







