Brief an mein Kind
Jetzt kaufen
Durch das Verwenden dieser Links unterstützt du READO. Wir erhalten eine Vermittlungsprovision, ohne dass dir zusätzliche Kosten entstehen.
Beschreibung
"Ein wunderschöner Dialog zwischen Mutter und Tochter. Aber ebenso eine Geschichte für alle Menschen – und ein Geschenk. Man sagt Danke und lächelt."
LA REPUBBLICA
Das poetische Zeugnis der bedingungslosen Liebe einer Mutter zu ihrer Tochter
Daria ist die Tochter, deren Schicksal von Geburt an von einer verpassten Diagnose geprägt ist. Ada ist die Mutter, die an der Schwelle zu ihrem fünfzigsten Lebensjahr feststellt, dass sie krank ist. Diese Entdeckung wird für sie zum Anlass, ihre Tochter direkt anzusprechen und ihr ihre Geschichte zu erzählen.
Alles geht durch die Körper von Ada und Daria: tägliche Nöte, Wut, Geheimnisse, aber auch unerwartete Freuden und Momente unendlicher Zärtlichkeit.
Ausgezeichnet mit dem wichtigsten Literaturpreis Italiens (Premio Strega)
300.000 verkaufte Exemplare in Italien
"Die gigantische Geschichte einer Liebe, die niemals aufrechnet." La Stampa
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Ada d‘Adamo war Balletttänzerin und Sachbuchautorin, deren Leben mit der Geburt ihrer schwerbehinderten Tochter Daria auf den Kopf gestellt wurde. Sie starb im April 2023 an einer Krebserkrankung, zwei Tage nachdem sie erfahren hatte, dass sie auf der Longlist für den Strega Preis stand. Wenige Monate später erhielt sie diesen posthum. Das Buch hat seitdem die italienische Literaturwelt im Sturm erobert und ist zum Bestseller geworden.
Beiträge
"Dass du so lange geschrien haben könntest, weil du deine Wut darüber herausgebrüllt hast, dass du behindert zur Welt gekommen bist, habe ich erst später begriffen." "Oftmals trennt, entfremdet und zerstört die Krankheit. Doch manchmal schafft sie auch etwas Neues, verbindet, und vervielfacht die Liebe." "Schreien war der einzige Pfeil in deinem Köcher, eine schlichte, armselige Waffe, aber höchst wirksam, geeignet, mir Herz und Hirn zu durchbohren." "Weg, weit weg sind auch die, die in der Nähe bleiben sollten. Weg sind Brüder und Schwestern. Weg sind Großeltern, Onkel und Tanten, Cousins und Cousinen, Neffen und Nichten. Schmerz entfremdet, Krankheit macht Angst." Ein schonungslos ehrliches, trauriges Buch und dabei trotzdem so voll von Liebe. Voll mit Liebe der krebskranken Ada für ihre Tochter Daria, die mit einem schweren Gehirndefekt (HPE) geboren wurde und das Leben der Familie komplett auf den Kopf stellt. Schwierigkeiten, Unverständnis und Hindernisse im Alltag, die bisher keine Rolle gespielt haben, zeigen sich jeden Tag. Sie lernen kleine Momente des Glücks wertzuschätzen und zu genießen. Ein sehr aufwühlendes und intensives , aber auch wunderschönes Buch über bedingungslose Liebe. Ada d'Adamo konnte den Gewinn des Strega-Preises leider nicht mehr erleben, zwei Tage nach Bekanntgabe, dass sie auf der Longlist steht, ist sie gestorben. Eine absolut verdiente Auszeichnung und von mir eine ganz klare Leseempfehlung für alle, die dieses schwere Thema aushalten ⭐
Daria ist ein besonderes Mädchen. Sie kann nichts sehen, sich nicht mitteilen, nicht laufen und ist so ganz anders als viele Kinder in ihrem Alter. Ihre Mama Ada liebt sie so wie sie ist, versucht alles um ihrer Tochter das bestmögliche Leben zu ermöglichen. Sie erkennt meistens ihre Bedürfnisse, weiß wie sie ihr helfen kann. Die größte Last trägt sie, der Vater wollte sie am Anfang nicht. Doch dann bekommt Ada eine erschütternde Diagnose, auch ihr Körper kann nicht mehr leisten was bisher völlig normal vor. Ein Kampf ums Überleben beginnt und das schlechte Gewissen nicht mehr so für Daria da sein zu können beschäftigt Ada stark. Ein Roman voller Liebe an die Tochter, emotional und aufwühlend. Ada macht auf viele Probleme aufmerksam, z. B. die schwierige Inklusion in den Schulen, Menschen, die Frauen verurteilen, weil sie sich aus gesundheitlichen Aspekten für eine Abtreibung entscheiden und auch die fehlende Akzeptanz gegenüber behinderter Menschen. Die Selbstaufgabe der Mutter wird hier vorausgesetzt. Eine herzzerreißende, poetische Geschichte, die mich sehr berührt hat und immer in meinem Kopf bleiben wird. Dieses Buch wurde bereits mit dem bedeutendsten Literaturpreis in Italien ausgezeichnet, den Ada leider nicht mehr entgegennehmen konnte. Leseempfehlung
Ein zutiefst berührender Roman, der einige Tränen hervorzulocken vermag. In „Brief an mein Kind“ von Ada D’Adamo begleitet man die Autorin über mehrere Jahre hinweg durch ihren Alltag mit einer schwerbehinderten Tochter. Dabei schildert sie schonungslos die vielen Hürden, denen sie gegenübersteht: von Ausgrenzung und Bürokratie bis hin zu den Herausforderungen der Pandemie und den Vorurteilen gegenüber Menschen mit Behinderung. Währenddessen kämpft sie selbst mit einer schweren Krebserkrankung. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht vorwegnehmen. D’Adamo streut immer wieder poetische Passagen ein, die zum Nachdenken anregen. Der Roman wirft tiefgehende Fragen auf, die einen noch lange nach dem Lesen beschäftigen werden. Dieses Buch hat mich tief berührt, und ich kann es nur empfehlen, weil es ein Bewusstsein für die Herausforderungen und Kämpfe von Familien mit behinderten Angehörigen schafft. Es öffnet den Blick für die alltäglichen Hürden, die oft unsichtbar bleiben, und für die Kraft, die nötig ist, um gegen Ausgrenzung und Vorurteile anzukämpfen. Unbedingt die Triggerwarnungen zu den Themen Tod, Krankheit und Abtreibung beachten.
"B" Mein erster Buch für die A-Z Challenge. Ein Buch das durch eine Empfehlung bei Instagram auf die Wunschliste kam. Gefunden habe ich es dann in der Bücherei. Es ist ein faszinierendes Buch das die Geschichtw von Mutter und Tochter erzählt. Nicht immer einfacher Inhalt,aber so ehrlich und ungeschönt,wie das Leben manchmal ist. 'Ein versehrtes Kind zu haben,heisst,allein zu sein....So wie früher wird es nie wieder sein. Es ist,als hätte sich ein Rüsselkäfer in dir eingenistet,der die Pflanze nach und nach von innen zernagt und sie in eine Hülle voller Sägemehl verwandelt.'
»Und so gleiche ich mich dir mehr und mehr an. Mein Körper erfährt, wenn auch in abgeschwächter Form, die Grenzen deines Körpers. «
Ada d‘Adamo verfasst einen Brief an ihre Tochter Daria, die seit der Geburt eine schwere Behinderung hat. Die Autorin selbst ist an Brustkrebs erkrankt und in ihren Aufzeichnungen schreibt sie schonungslos ehrlich von ihren Gedanken und Gefühlen bezüglich ihrer Krankheit und ihrem Leben als Mutter. Ada d‘Adamo schreibt sehr poetisch und der Roman hat mich immer wieder bewegt und Fragen in mir aufgeworfen.

In „Brief an mein Kind“ schreibt Ada d’Adamo – selbst schwer krank – an ihre schwerbehinderte Tochter. Ein Abschiedsbrief, eine Liebeserklärung, ein Versuch, alles Unausgesprochene zwischen Mutter und Tochter in Worte zu fassen. Schonungslos ehrlich blickt sie zurück: auf die Geburt ihrer Tochter, die Diagnose, die Überforderung, die Liebe, die Schuldgefühle. Und trotzdem ist zwischen all ihren Zweifeln so viel Nähe, Wärme, Zärtlichkeit zu spüren. „Und wieder denke ich an deine Geburt. An meinen geplatzten Traum vom Muttersein. Diesmal das Bewusstsein, dass deine Geburt etwas aufriss, was schon zerrissen war. Wie eine genähte Wunde, die der Chirurg mit einem Skalpell noch einmal aufschneidet. Und sie wieder öffnet.“ Was mich besonders berührt hat: Ada schreibt diesen Brief, während ihr eigener Körper immer weniger mitmacht – sie ist Anfang 50, als sie die Diagnose Krebs im Endstadium bekommt. Die Krankheit nimmt ihr Stück für Stück die Möglichkeit, für ihr Kind da zu sein. Und doch bleibt diese starke Verbindung zwischen den beiden spürbar. „In meinem Panzer fällt es mir schwer, ein wenig Sanftheit aufzubringen, sogar für dich. Ich schaue dich kaum an, berühre dich noch seltener. Hast du das bemerkt? Bist du mir böse? Verzeih. Ich habe mich vom Rest der Welt abgekapselt. Und in diesem Rest bist auch du gelandet. Ich spüre nichts. Weder Schmerz noch Angst.“ Selten wollte ich so viele Sätze mitschreiben – weil sie so ehrlich, so schön und so wahr sind. Eine leise, große Geschichte über Mutterschaft, Krankheit, Liebe – und das, was bleibt, wenn nichts mehr bleibt.

Das emotionalste, traurigste und schmerzhafteste Buch, das ich dieses Jahr gelesen habe! 💔
Wir sprechen von Zufällen, Schicksal, Sternenkonstellationen, Unvorhergesehenem, Unglück, menschlichen Begebenheiten - doch was das Leben für Ada bereithielt ist nur schwer mit Worten zu erfassen. Ada bringt ein Kind zur Welt, das sie sich so sehr wünscht, mit einem Mann an ihrer Seite, der zu Beginn der Schwangerschaft keine Lust hat, Vater dieser Tochter zu sein. Sie hat alles getan, was sie musste, Vorsorge für Schwangere wie aus dem Bilderbuch quasi - Untersuchungen und Tests. Doch ein Arzt hat einen Fehler gemacht, und dieses winzige Neugeborene, das ständig weint, wird mit einer schweren pränatal entstandenen Fehlbildung des Vorderhirns und des Gesichts geboren - Holoprosenzephalie (HPE), die man mit einem Ultraschall hätte diagnostizieren können - der Ada die Freiheit gegeben hätte, zu wählen. „In diesen Jahren habe ich zersplitterte Familien kennengelernt, zerbrochene Partnerschaften, Frauen, die in Depressionen versunken sind. Nicht jeder hat die körperliche Stärke, die psychologischen Mittel, die finanziellen Ressourcen oder die notwendige Bildung, um gegen die unerbittliche Bürokratie, die Grausamkeit gewisser Ärzte und die vorherrschende Unzivilisiertheit, die Einsamkeit und die Erschöpfung, und letztendlich gegen sich selbst und die eigene Unzulänglichkeit anzukämpfen. [...] Eine Abtreibung ist eine schmerzhafte Entscheidung für diejenigen, die sie treffen, aber sie ist eine Entscheidung und muss garantiert werden. Auch wenn sie mein Leben auf den Kopf gestellt hat, liebe ich meine wunderbare, unvollkommene Tochter. Aber wenn ich an jenem Tag hätte wählen können, hätte ich mich für einen medizinischen Schwangerschaftsabbruch entschieden. Den Ärzten, die Föten ohne Zustimmung der Mütter reanimieren wollen, sage ich: Verlasst die Intensivstationen und geht mit eigenen Augen sehen, was aus diesen Kindern geworden ist, in welches ewige Jetzt ihr diese Mütter verurteilt habt.“ Ein komplexes und erschöpfendes Leben beginnt, im Dienst von Daria, einem Wesen, das dazu bestimmt ist, niemals den Boden zu berühren, niemals zu gehen. Kämpfe, bürokratische Abläufe, Überlebensstrategien werden zu fast routinemäßigen Alltagsangelegenheiten, bis das nächste Schicksal erneut alles durcheinanderbringt: Ada erkrankt an Krebs. Nun wird das Überleben zur Priorität, und oft bedeutet Überleben, sich von dieser Symbiose zu lösen, die seit Darias Geburt zur Pflicht geworden war. „Ich bin nicht ich, ich bin ‚Darias Mutter‘. Besser gesagt, ich bin ‚die Mutter‘ und sonst nichts.“ Ein Buch, das real und schonungslos ist, voller Liebe und Verzweiflung. Eine Frau, die alles sein möchte, nur keine "Mutter Courage". Sie behauptet entschlossen, dass Abtreibung ein Recht ist, und wurde stark kritisiert, weil sie sagte, sie hätte abgetrieben, wenn die pränatale Diagnose ihrer geliebten Tochter Daria, die schwer behindert ist, die enormen Probleme vor der Geburt offengelegt hätte. Nach der Nominierung für den Premio Strega (Italienischer Literaturpreis) und der Aufnahme in die Longlist ist Ada verstorben an ihrer Krebserkrankung . Wieder einmal hat das Schicksal hart und grausam zugeschlagen. Die Entscheidung der Jury war es, das Buch dennoch im Wettbewerb zu belassen. Ada D'Adamo erhält den Preis posthum, da sie am 1. April 2023 stirbt, kurz nachdem sie erfahren hatte, dass sie den Premio Strega Giovani gewonnen hat. Sie hinterlässt ihre Tochter Daria in der Obhut ihres Vaters und des italienischen Gesundheitssystems. Ein erschütterndes, wahres Buch, das auch die Krankheit beschreibt, mit der die Autorin selbst konfrontiert ist, die Behandlungen, die sie nach und nach schwächen und sie von sich selbst entfernen lassen, und die Ähnlichkeit, die sich mehr und mehr zwischen ihren beiden Körpern entwickelt. Es mag wie ein Buch voller Schmerz erscheinen – und das ist es auch, zweifellos –, aber es gibt auch unendliche Liebe: zur Tochter, zum Ehemann, zum Leben selbst. Das Buch prangert die Schwierigkeiten an, die die Behinderung in den Schulen und in der Inklusion mit sich bringt, und zeigt ihre Gefühle ohne Schnörkel, genau so, wie sie sind. Inhaltlich möchte ich ein paar Triggerwarnungen aussprechen, da ich das Buch definitiv zu dem härteren emotionalen Tobak zähle. Die Fehldiagnose, die für den Mediziner ohne Konsequenzen blieb, kann sehr belastend für Leser*innen dieses Buches sein und auch die damit verbundene Hilflosigkeit von Darias Eltern, da leider in Italien kein Auffangnetz für pflegende Familienangehörige existiert. Des Weiteren sollte von der Lektüre absehen, wer Schwangerschaftsabbrüche aus medizinischen Gründen ablehnt. Für mich ist „Brief an mein Kind“ zweifellos, das emotionalste, traurigste und schmerzhafteste Buch, das ich dieses Jahr gelesen habe - und doch bin ich froh über diese Leseerfahrung, denn ich konnte viel für mich selbst mitnehmen aus der Lektüre - danke Ada D‘Adamo in den Himmel, denn meine Zeilen werden sie auf diesem Wege leider nicht mehr erreichen.
„Eine Zeit des Friedens haben wir nie kennengelernt. Jedes Mal reagierten wir mit den Worten: »Das kriegen wir auch noch hin«, »Das schaffen wir«. Und prompt ließen wir die Abdrücke unserer Einsamkeit auf dem Sofa zurück und panzerten uns mit einer Umarmung, die uns unbesiegbar machen sollte.“
Eine Kurzgeschichte nach wahrer Begebenheit einer Mutter, die das Leben mit ihrer schwerbehinderten Tochter beschreibt. Daria leidet an einem schweren Hirndefekt, der erst bei der Geburt festgestellt wird. Das Buch behandelt den Umgang der Familie und den Umfeld mit der Krankheit der Tochter und umfasst schonungslose Gedanken der Mutter über ihr damit einhergehendes neues Leben. Gleichzeitig zeigt es auch über immer noch bestehende Missstände im Umgang mit behinderten Menschen auf, fehlende Inklusion und das es eben einem auch mal erlaubt ist negativ zu denken und man sein Kind trotzdem lieb haben kann. In all der Schwere erleidet die Mutter selbst einer schlimmen Krankheit und durchläuft zeitgleich noch ihr eigenes Krankheitsschicksal während sie mit aller Mühe versucht ihrer Tochter gerecht zu werden.. eine nahe gehende Geschichte, die nur das wahre Leben schreiben kann..
Sternebewertung fiktiv
„Manche Bücher haben die Macht, uns wieder mit Lebenserfahrungen zu verbinden, die irgendwo unter einer Schicht von Schweigen und Schmerz begraben liegen.“ Seite 104 Ada D’Adamo – Brief an mein Kind ist ein zutiefst bewegendes und schmerzhaft ehrliches Werk, das kaum zu fassen ist. Der autobiografische Roman, der posthum mit dem renommierten Premio Strega Literaturpreis ausgezeichnet wurde, lässt uns an der unermesslichen Tragik des Lebens einer Mutter und ihrer Tochter teilhaben. Ada bringt 2005 ihre Tochter Daria zur Welt, die mit einer schweren Fehlbildung und dem seltenen HPE-Syndrom geboren wird – eine Diagnose, die das Leben der beiden von Grund auf verändert. Obwohl diese Fehlbildung bereits im Mutterleib hätte erkannt werden können, bleibt Ada der Moment genommen, in dem sie bewusst eine Entscheidung treffen kann. Die Ärzte stehen ihr kaum zur Seite, und sie wird oft allein gelassen, überfordert und verzweifelt. Doch trotz aller Widrigkeiten und des überwältigenden Schmerzes, der diese Last mit sich bringt, gibt es eines, das in Adas Leben über allem steht: die tiefe, bedingungslose Liebe zu ihrer Tochter. Diese Liebe, die sich in jedem der Briefe, die sie an Daria schreibt, widerspiegelt, durchzieht das gesamte Buch. Ada selbst war jahrelang Balletttänzerin und muss sich mit der bitteren Realität auseinandersetzen, dass Daria wohl nie wird laufen oder tanzen können. Das Buch ist kein einfacher Roman, es ist vielmehr ein intimes Tagebuch, ein Vermächtnis an ihre Tochter, ein Ausdruck ihres unerschütterlichen Willens, Daria 16 Jahre lang voller Hingabe zu begleiten und zu lieben. Die Aufopferung, mit der Ada ihre Tochter pflegt, ist so tief bewegend, dass man beim Lesen oft innehalten und tief durchatmen muss. Es ist ein Werk, das nicht nur Herz und Seele berührt, sondern uns auch mit einer neuen Perspektive auf unser eigenes Leben zurücklässt – mit Demut und Dankbarkeit. „Brief an mein Kind" ist ein eindringlicher Abschiedsbrief, ein ergreifender Lebensbericht und eine Hommage an ein außergewöhnliches Mädchen und ihre starke, mutige Mutter. Ada D'Adamos Worte hallen noch lange nach - und lassen uns staunend und ergriffen zurück. Dankeschön auch an die Übersetzerin Karin Krieger, die diesen Schatz für uns zugänglich gemacht hat.
„Brief an mein Kind“ von Ada D’Adamo ist ein zutiefst bewegendes Memoire, das in Briefform an die Tochter der Autorin, Daria, gerichtet ist. Das Buch erzählt von einer Mutter, die mit der Diagnose Holoprosenzephalie (HPE) bei ihrer neugeborenen Tochter konfrontiert wird – einer schweren Fehlbildung des Gehirns und des Gesichts, die während der Schwangerschaft nicht erkannt wurde. Mit schonungsloser Offenheit beschreibt D'Adamo die emotionalen und physischen Herausforderungen, die das Leben mit einem schwerbehinderten Kind mit sich bringt und taucht dabei tief in die Themen Mutterschaft, Selbstaufopferung und gesellschaftliche Erwartungen ein. Die Intensität des Buches liegt in der ungeschminkten Ehrlichkeit der Autorin. D'Adamo verschweigt nicht die immensen Belastungen und die Verzweiflung, die sie nach der Geburt ihrer Tochter durchlebt. Von Anfang an wird klar, dass das Leben mit einem behinderten Kind sie völlig vereinnahmt – nicht nur physisch, sondern auch in ihrer Identität. Eine Mutterrolle, die sie völlig vereinnahmt und sie als Frau und Mensch in den Hintergrund drängt. Diese Identitätsauflösung und der Verlust der eigenen Autonomie ziehen sich wie ein roter Faden durch das Buch und sind ebenso schmerzlich wie nachvollziehbar. Besonders beeindruckend ist die Balance, die D’Adamo zwischen der Darstellung der schier unerträglichen Herausforderungen und der bedingungslosen Liebe zu ihrer Tochter findet. Ihre widersprüchlichen Gefühle – die tief empfundene Liebe und das Gefühl der Überforderung – machen das Memoire authentisch und emotional fesselnd. Sie beschreibt, wie sie oft am Rande ihrer Kräfte steht und dennoch immer wieder den Mut findet, weiterzumachen, nicht zuletzt aus Liebe zu Daria, die auf ihre ganz eigene Weise die Welt wahrnimmt und liebt. Ein weiterer zentraler Aspekt des Buches ist die Kritik an den gesellschaftlichen und medizinischen Strukturen. D’Adamo prangert den Mangel an Unterstützung für Eltern von behinderten Kindern und die Gleichgültigkeit vieler Ärzt*innen und Institutionen an. Besonders eindringlich ist ihre Kritik an den pränatalen Diagnosemöglichkeiten sowie den fehlenden Entscheidungen, die werdenden Eltern gegeben werden. Ihre Aussage, dass sie sich möglicherweise für einen Schwangerschaftsabbruch entschieden hätte, wenn sie früher von Darias Zustand erfahren hätte, zeigt die Komplexität der moralischen und ethischen Fragen, denen sich Eltern in solchen Situationen stellen müssen. Auch D’Adamos persönliche Kämpfe rücken zunehmend in den Vordergrund, als sie selbst an Krebs erkrankt. Diese zweite Tragödie verstärkt die existenzielle Schwere des Buches, da die Autorin nicht nur um ihr eigenes Leben kämpft, sondern auch mit der Angst konfrontiert wird, was aus ihrer Tochter wird, wenn sie selbst nicht mehr für sie da sein kann. Die Reflexionen über ihre Krankheit und den drohenden Verlust sind besonders herzzerreißend und machen deutlich, wie sehr D’Adamo trotz aller Schwierigkeiten für ihre Tochter lebt. „Brief an mein Kind“ ist ein Buch, das immens unter die Haut geht. Ada D’Adamo schreibt mit einer poetischen, aber zugleich schonungslos offenen Sprache über die dunkelsten und hellsten Momente in ihrem Leben als Mutter. Ihr Memoire ist ein kraftvoller Appell an Empathie, ein bewegendes Zeugnis der Liebe und zugleich eine ernüchternde Kritik an den gesellschaftlichen und institutionellen Hürden, denen sich Eltern von behinderten Kindern gegenübersehen. Ein absolut lesenswertes, emotional aufwühlendes Werk, das 2023 zu Recht mit dem Premio Strega ausgezeichnet wurde – einem Preis, den Ada D’Adamo leider nicht mehr entgegennehmen konnte, da sie im April 2023 ihrem Krebsleiden erlegen ist. Aus dem Italienischen von Karin Krieger.

Daria
•Buchrezi• 😳 (puh) Bedingungslose Liebe?! Daria, irgendwie ein Wunschkind, dennoch nicht geplant. Doch Ada möchte dieses Kind, hat sich von ihrem Partner schon mal zu einer Abtreibung überreden lassen. Sie entscheidet sich für das Kind, nimmt alle Untersuchungen in Anspruch und freut sich auf den Moment in dem sie Daria zum ersten Mal in den Armen halten darf. Doch Daria ist klein, zu klein, der Kopf winzig und schon bald wird klar, hier stimmt etwas nicht. Daria wird nicht wie die anderen Kinder sein, sie wird nie selbst die Schwerkraft auf ihren Beinen spüren, nie richtig hören können, sich nie ausdrücken können… dafür weint sie viel, sehnt sich nach Körperkontakt. Doch irgendwann kann Ada ihr diesen nicht mehr geben, ihr Körper zerfällt, sie hat Krebs. Ada beschreibt nicht nur das Leben mit Daria, sondern kritisiert auch das System, die fehlende Barrierefreiheit, das mangelnde Schulsystem, der schwere Zugang zu Abtreibungen. Zwischendurch kleine Anekdoten aus dem Leben: „Die Kleine zeigt auf den Rollstuhl und antwortet: Aber da müssen doch Leute drinsitzen und nicht Kinder!“ Wut, Trauer, Liebe. 192 Seiten, die mich noch lange begleiten werden. Ob dieses Buch wirklich eine „gigantische Liebesgeschichte“ und ein „wunderschöner Dialog“ ist, wie es auf dem Buchrücken steht, ich weiß es nicht. Hier kämpft eine Mutter mit einem Leben, das sie sich so nicht ausgesucht hat. Die Angst sich nicht mehr um Daria kümmern zu können und das Bewusstsein, dass sie den Krebs nicht überleben wird. Doch frag ich mich immer wieder, was würde Daria sagen? Solche Geschichten werden immer nur und ja, können nur aus der Sicht der Eltern geschrieben werden. Das lässt mich mit einem Kopf voller Gedanken zurück. Und stellenweise machen mich Adas Aussagen auch sprachlos. So schreibt sie, dass Daria trotz ihrer Behinderung schön ist, andere Kinder hingegen wären mit dieser Art von Erkrankung hässlich, das bricht mir das Herz. Schönheit und Liebe ist so individuell. Punkt. Eine Leseempfehlung spreche ich nur bedingt aus, vielleicht auch, weil es mich persönlich betrifft…
Eine kurze, aber intensive, Geschichte einer Mutter die erzählt wie es ist, ein behindertes Kind aufzuziehen. Die Kapitel sind kurz, voller kleiner Anekdoten und aus dem Leben gegriffener Momente, eher zusammenhanglose "weißt-du-noch", aber mit einer unglaublichen Schwere erzählt. Dieses Buch ließ mich innehalten und beschäftigt mich sicher noch eine ganze Weile.
Emotional
Die Geschichte einer unfassbar starken Frau. Die Angst, die Wut und dann die wundervollen Momente, so selten wie Diamanten. Das alles erfährt man von der Mutter einer schwer eingeschränkten Tochter, die schlussendlich auch mit ihrer eigenen Gesundheit zu kämpfen hat. Kein Buch für sensible Gemüter.
Beschreibung
"Ein wunderschöner Dialog zwischen Mutter und Tochter. Aber ebenso eine Geschichte für alle Menschen – und ein Geschenk. Man sagt Danke und lächelt."
LA REPUBBLICA
Das poetische Zeugnis der bedingungslosen Liebe einer Mutter zu ihrer Tochter
Daria ist die Tochter, deren Schicksal von Geburt an von einer verpassten Diagnose geprägt ist. Ada ist die Mutter, die an der Schwelle zu ihrem fünfzigsten Lebensjahr feststellt, dass sie krank ist. Diese Entdeckung wird für sie zum Anlass, ihre Tochter direkt anzusprechen und ihr ihre Geschichte zu erzählen.
Alles geht durch die Körper von Ada und Daria: tägliche Nöte, Wut, Geheimnisse, aber auch unerwartete Freuden und Momente unendlicher Zärtlichkeit.
Ausgezeichnet mit dem wichtigsten Literaturpreis Italiens (Premio Strega)
300.000 verkaufte Exemplare in Italien
"Die gigantische Geschichte einer Liebe, die niemals aufrechnet." La Stampa
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Ada d‘Adamo war Balletttänzerin und Sachbuchautorin, deren Leben mit der Geburt ihrer schwerbehinderten Tochter Daria auf den Kopf gestellt wurde. Sie starb im April 2023 an einer Krebserkrankung, zwei Tage nachdem sie erfahren hatte, dass sie auf der Longlist für den Strega Preis stand. Wenige Monate später erhielt sie diesen posthum. Das Buch hat seitdem die italienische Literaturwelt im Sturm erobert und ist zum Bestseller geworden.
Beiträge
"Dass du so lange geschrien haben könntest, weil du deine Wut darüber herausgebrüllt hast, dass du behindert zur Welt gekommen bist, habe ich erst später begriffen." "Oftmals trennt, entfremdet und zerstört die Krankheit. Doch manchmal schafft sie auch etwas Neues, verbindet, und vervielfacht die Liebe." "Schreien war der einzige Pfeil in deinem Köcher, eine schlichte, armselige Waffe, aber höchst wirksam, geeignet, mir Herz und Hirn zu durchbohren." "Weg, weit weg sind auch die, die in der Nähe bleiben sollten. Weg sind Brüder und Schwestern. Weg sind Großeltern, Onkel und Tanten, Cousins und Cousinen, Neffen und Nichten. Schmerz entfremdet, Krankheit macht Angst." Ein schonungslos ehrliches, trauriges Buch und dabei trotzdem so voll von Liebe. Voll mit Liebe der krebskranken Ada für ihre Tochter Daria, die mit einem schweren Gehirndefekt (HPE) geboren wurde und das Leben der Familie komplett auf den Kopf stellt. Schwierigkeiten, Unverständnis und Hindernisse im Alltag, die bisher keine Rolle gespielt haben, zeigen sich jeden Tag. Sie lernen kleine Momente des Glücks wertzuschätzen und zu genießen. Ein sehr aufwühlendes und intensives , aber auch wunderschönes Buch über bedingungslose Liebe. Ada d'Adamo konnte den Gewinn des Strega-Preises leider nicht mehr erleben, zwei Tage nach Bekanntgabe, dass sie auf der Longlist steht, ist sie gestorben. Eine absolut verdiente Auszeichnung und von mir eine ganz klare Leseempfehlung für alle, die dieses schwere Thema aushalten ⭐
Daria ist ein besonderes Mädchen. Sie kann nichts sehen, sich nicht mitteilen, nicht laufen und ist so ganz anders als viele Kinder in ihrem Alter. Ihre Mama Ada liebt sie so wie sie ist, versucht alles um ihrer Tochter das bestmögliche Leben zu ermöglichen. Sie erkennt meistens ihre Bedürfnisse, weiß wie sie ihr helfen kann. Die größte Last trägt sie, der Vater wollte sie am Anfang nicht. Doch dann bekommt Ada eine erschütternde Diagnose, auch ihr Körper kann nicht mehr leisten was bisher völlig normal vor. Ein Kampf ums Überleben beginnt und das schlechte Gewissen nicht mehr so für Daria da sein zu können beschäftigt Ada stark. Ein Roman voller Liebe an die Tochter, emotional und aufwühlend. Ada macht auf viele Probleme aufmerksam, z. B. die schwierige Inklusion in den Schulen, Menschen, die Frauen verurteilen, weil sie sich aus gesundheitlichen Aspekten für eine Abtreibung entscheiden und auch die fehlende Akzeptanz gegenüber behinderter Menschen. Die Selbstaufgabe der Mutter wird hier vorausgesetzt. Eine herzzerreißende, poetische Geschichte, die mich sehr berührt hat und immer in meinem Kopf bleiben wird. Dieses Buch wurde bereits mit dem bedeutendsten Literaturpreis in Italien ausgezeichnet, den Ada leider nicht mehr entgegennehmen konnte. Leseempfehlung
Ein zutiefst berührender Roman, der einige Tränen hervorzulocken vermag. In „Brief an mein Kind“ von Ada D’Adamo begleitet man die Autorin über mehrere Jahre hinweg durch ihren Alltag mit einer schwerbehinderten Tochter. Dabei schildert sie schonungslos die vielen Hürden, denen sie gegenübersteht: von Ausgrenzung und Bürokratie bis hin zu den Herausforderungen der Pandemie und den Vorurteilen gegenüber Menschen mit Behinderung. Währenddessen kämpft sie selbst mit einer schweren Krebserkrankung. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht vorwegnehmen. D’Adamo streut immer wieder poetische Passagen ein, die zum Nachdenken anregen. Der Roman wirft tiefgehende Fragen auf, die einen noch lange nach dem Lesen beschäftigen werden. Dieses Buch hat mich tief berührt, und ich kann es nur empfehlen, weil es ein Bewusstsein für die Herausforderungen und Kämpfe von Familien mit behinderten Angehörigen schafft. Es öffnet den Blick für die alltäglichen Hürden, die oft unsichtbar bleiben, und für die Kraft, die nötig ist, um gegen Ausgrenzung und Vorurteile anzukämpfen. Unbedingt die Triggerwarnungen zu den Themen Tod, Krankheit und Abtreibung beachten.
"B" Mein erster Buch für die A-Z Challenge. Ein Buch das durch eine Empfehlung bei Instagram auf die Wunschliste kam. Gefunden habe ich es dann in der Bücherei. Es ist ein faszinierendes Buch das die Geschichtw von Mutter und Tochter erzählt. Nicht immer einfacher Inhalt,aber so ehrlich und ungeschönt,wie das Leben manchmal ist. 'Ein versehrtes Kind zu haben,heisst,allein zu sein....So wie früher wird es nie wieder sein. Es ist,als hätte sich ein Rüsselkäfer in dir eingenistet,der die Pflanze nach und nach von innen zernagt und sie in eine Hülle voller Sägemehl verwandelt.'
»Und so gleiche ich mich dir mehr und mehr an. Mein Körper erfährt, wenn auch in abgeschwächter Form, die Grenzen deines Körpers. «
Ada d‘Adamo verfasst einen Brief an ihre Tochter Daria, die seit der Geburt eine schwere Behinderung hat. Die Autorin selbst ist an Brustkrebs erkrankt und in ihren Aufzeichnungen schreibt sie schonungslos ehrlich von ihren Gedanken und Gefühlen bezüglich ihrer Krankheit und ihrem Leben als Mutter. Ada d‘Adamo schreibt sehr poetisch und der Roman hat mich immer wieder bewegt und Fragen in mir aufgeworfen.

In „Brief an mein Kind“ schreibt Ada d’Adamo – selbst schwer krank – an ihre schwerbehinderte Tochter. Ein Abschiedsbrief, eine Liebeserklärung, ein Versuch, alles Unausgesprochene zwischen Mutter und Tochter in Worte zu fassen. Schonungslos ehrlich blickt sie zurück: auf die Geburt ihrer Tochter, die Diagnose, die Überforderung, die Liebe, die Schuldgefühle. Und trotzdem ist zwischen all ihren Zweifeln so viel Nähe, Wärme, Zärtlichkeit zu spüren. „Und wieder denke ich an deine Geburt. An meinen geplatzten Traum vom Muttersein. Diesmal das Bewusstsein, dass deine Geburt etwas aufriss, was schon zerrissen war. Wie eine genähte Wunde, die der Chirurg mit einem Skalpell noch einmal aufschneidet. Und sie wieder öffnet.“ Was mich besonders berührt hat: Ada schreibt diesen Brief, während ihr eigener Körper immer weniger mitmacht – sie ist Anfang 50, als sie die Diagnose Krebs im Endstadium bekommt. Die Krankheit nimmt ihr Stück für Stück die Möglichkeit, für ihr Kind da zu sein. Und doch bleibt diese starke Verbindung zwischen den beiden spürbar. „In meinem Panzer fällt es mir schwer, ein wenig Sanftheit aufzubringen, sogar für dich. Ich schaue dich kaum an, berühre dich noch seltener. Hast du das bemerkt? Bist du mir böse? Verzeih. Ich habe mich vom Rest der Welt abgekapselt. Und in diesem Rest bist auch du gelandet. Ich spüre nichts. Weder Schmerz noch Angst.“ Selten wollte ich so viele Sätze mitschreiben – weil sie so ehrlich, so schön und so wahr sind. Eine leise, große Geschichte über Mutterschaft, Krankheit, Liebe – und das, was bleibt, wenn nichts mehr bleibt.

Das emotionalste, traurigste und schmerzhafteste Buch, das ich dieses Jahr gelesen habe! 💔
Wir sprechen von Zufällen, Schicksal, Sternenkonstellationen, Unvorhergesehenem, Unglück, menschlichen Begebenheiten - doch was das Leben für Ada bereithielt ist nur schwer mit Worten zu erfassen. Ada bringt ein Kind zur Welt, das sie sich so sehr wünscht, mit einem Mann an ihrer Seite, der zu Beginn der Schwangerschaft keine Lust hat, Vater dieser Tochter zu sein. Sie hat alles getan, was sie musste, Vorsorge für Schwangere wie aus dem Bilderbuch quasi - Untersuchungen und Tests. Doch ein Arzt hat einen Fehler gemacht, und dieses winzige Neugeborene, das ständig weint, wird mit einer schweren pränatal entstandenen Fehlbildung des Vorderhirns und des Gesichts geboren - Holoprosenzephalie (HPE), die man mit einem Ultraschall hätte diagnostizieren können - der Ada die Freiheit gegeben hätte, zu wählen. „In diesen Jahren habe ich zersplitterte Familien kennengelernt, zerbrochene Partnerschaften, Frauen, die in Depressionen versunken sind. Nicht jeder hat die körperliche Stärke, die psychologischen Mittel, die finanziellen Ressourcen oder die notwendige Bildung, um gegen die unerbittliche Bürokratie, die Grausamkeit gewisser Ärzte und die vorherrschende Unzivilisiertheit, die Einsamkeit und die Erschöpfung, und letztendlich gegen sich selbst und die eigene Unzulänglichkeit anzukämpfen. [...] Eine Abtreibung ist eine schmerzhafte Entscheidung für diejenigen, die sie treffen, aber sie ist eine Entscheidung und muss garantiert werden. Auch wenn sie mein Leben auf den Kopf gestellt hat, liebe ich meine wunderbare, unvollkommene Tochter. Aber wenn ich an jenem Tag hätte wählen können, hätte ich mich für einen medizinischen Schwangerschaftsabbruch entschieden. Den Ärzten, die Föten ohne Zustimmung der Mütter reanimieren wollen, sage ich: Verlasst die Intensivstationen und geht mit eigenen Augen sehen, was aus diesen Kindern geworden ist, in welches ewige Jetzt ihr diese Mütter verurteilt habt.“ Ein komplexes und erschöpfendes Leben beginnt, im Dienst von Daria, einem Wesen, das dazu bestimmt ist, niemals den Boden zu berühren, niemals zu gehen. Kämpfe, bürokratische Abläufe, Überlebensstrategien werden zu fast routinemäßigen Alltagsangelegenheiten, bis das nächste Schicksal erneut alles durcheinanderbringt: Ada erkrankt an Krebs. Nun wird das Überleben zur Priorität, und oft bedeutet Überleben, sich von dieser Symbiose zu lösen, die seit Darias Geburt zur Pflicht geworden war. „Ich bin nicht ich, ich bin ‚Darias Mutter‘. Besser gesagt, ich bin ‚die Mutter‘ und sonst nichts.“ Ein Buch, das real und schonungslos ist, voller Liebe und Verzweiflung. Eine Frau, die alles sein möchte, nur keine "Mutter Courage". Sie behauptet entschlossen, dass Abtreibung ein Recht ist, und wurde stark kritisiert, weil sie sagte, sie hätte abgetrieben, wenn die pränatale Diagnose ihrer geliebten Tochter Daria, die schwer behindert ist, die enormen Probleme vor der Geburt offengelegt hätte. Nach der Nominierung für den Premio Strega (Italienischer Literaturpreis) und der Aufnahme in die Longlist ist Ada verstorben an ihrer Krebserkrankung . Wieder einmal hat das Schicksal hart und grausam zugeschlagen. Die Entscheidung der Jury war es, das Buch dennoch im Wettbewerb zu belassen. Ada D'Adamo erhält den Preis posthum, da sie am 1. April 2023 stirbt, kurz nachdem sie erfahren hatte, dass sie den Premio Strega Giovani gewonnen hat. Sie hinterlässt ihre Tochter Daria in der Obhut ihres Vaters und des italienischen Gesundheitssystems. Ein erschütterndes, wahres Buch, das auch die Krankheit beschreibt, mit der die Autorin selbst konfrontiert ist, die Behandlungen, die sie nach und nach schwächen und sie von sich selbst entfernen lassen, und die Ähnlichkeit, die sich mehr und mehr zwischen ihren beiden Körpern entwickelt. Es mag wie ein Buch voller Schmerz erscheinen – und das ist es auch, zweifellos –, aber es gibt auch unendliche Liebe: zur Tochter, zum Ehemann, zum Leben selbst. Das Buch prangert die Schwierigkeiten an, die die Behinderung in den Schulen und in der Inklusion mit sich bringt, und zeigt ihre Gefühle ohne Schnörkel, genau so, wie sie sind. Inhaltlich möchte ich ein paar Triggerwarnungen aussprechen, da ich das Buch definitiv zu dem härteren emotionalen Tobak zähle. Die Fehldiagnose, die für den Mediziner ohne Konsequenzen blieb, kann sehr belastend für Leser*innen dieses Buches sein und auch die damit verbundene Hilflosigkeit von Darias Eltern, da leider in Italien kein Auffangnetz für pflegende Familienangehörige existiert. Des Weiteren sollte von der Lektüre absehen, wer Schwangerschaftsabbrüche aus medizinischen Gründen ablehnt. Für mich ist „Brief an mein Kind“ zweifellos, das emotionalste, traurigste und schmerzhafteste Buch, das ich dieses Jahr gelesen habe - und doch bin ich froh über diese Leseerfahrung, denn ich konnte viel für mich selbst mitnehmen aus der Lektüre - danke Ada D‘Adamo in den Himmel, denn meine Zeilen werden sie auf diesem Wege leider nicht mehr erreichen.
„Eine Zeit des Friedens haben wir nie kennengelernt. Jedes Mal reagierten wir mit den Worten: »Das kriegen wir auch noch hin«, »Das schaffen wir«. Und prompt ließen wir die Abdrücke unserer Einsamkeit auf dem Sofa zurück und panzerten uns mit einer Umarmung, die uns unbesiegbar machen sollte.“
Eine Kurzgeschichte nach wahrer Begebenheit einer Mutter, die das Leben mit ihrer schwerbehinderten Tochter beschreibt. Daria leidet an einem schweren Hirndefekt, der erst bei der Geburt festgestellt wird. Das Buch behandelt den Umgang der Familie und den Umfeld mit der Krankheit der Tochter und umfasst schonungslose Gedanken der Mutter über ihr damit einhergehendes neues Leben. Gleichzeitig zeigt es auch über immer noch bestehende Missstände im Umgang mit behinderten Menschen auf, fehlende Inklusion und das es eben einem auch mal erlaubt ist negativ zu denken und man sein Kind trotzdem lieb haben kann. In all der Schwere erleidet die Mutter selbst einer schlimmen Krankheit und durchläuft zeitgleich noch ihr eigenes Krankheitsschicksal während sie mit aller Mühe versucht ihrer Tochter gerecht zu werden.. eine nahe gehende Geschichte, die nur das wahre Leben schreiben kann..
Sternebewertung fiktiv
„Manche Bücher haben die Macht, uns wieder mit Lebenserfahrungen zu verbinden, die irgendwo unter einer Schicht von Schweigen und Schmerz begraben liegen.“ Seite 104 Ada D’Adamo – Brief an mein Kind ist ein zutiefst bewegendes und schmerzhaft ehrliches Werk, das kaum zu fassen ist. Der autobiografische Roman, der posthum mit dem renommierten Premio Strega Literaturpreis ausgezeichnet wurde, lässt uns an der unermesslichen Tragik des Lebens einer Mutter und ihrer Tochter teilhaben. Ada bringt 2005 ihre Tochter Daria zur Welt, die mit einer schweren Fehlbildung und dem seltenen HPE-Syndrom geboren wird – eine Diagnose, die das Leben der beiden von Grund auf verändert. Obwohl diese Fehlbildung bereits im Mutterleib hätte erkannt werden können, bleibt Ada der Moment genommen, in dem sie bewusst eine Entscheidung treffen kann. Die Ärzte stehen ihr kaum zur Seite, und sie wird oft allein gelassen, überfordert und verzweifelt. Doch trotz aller Widrigkeiten und des überwältigenden Schmerzes, der diese Last mit sich bringt, gibt es eines, das in Adas Leben über allem steht: die tiefe, bedingungslose Liebe zu ihrer Tochter. Diese Liebe, die sich in jedem der Briefe, die sie an Daria schreibt, widerspiegelt, durchzieht das gesamte Buch. Ada selbst war jahrelang Balletttänzerin und muss sich mit der bitteren Realität auseinandersetzen, dass Daria wohl nie wird laufen oder tanzen können. Das Buch ist kein einfacher Roman, es ist vielmehr ein intimes Tagebuch, ein Vermächtnis an ihre Tochter, ein Ausdruck ihres unerschütterlichen Willens, Daria 16 Jahre lang voller Hingabe zu begleiten und zu lieben. Die Aufopferung, mit der Ada ihre Tochter pflegt, ist so tief bewegend, dass man beim Lesen oft innehalten und tief durchatmen muss. Es ist ein Werk, das nicht nur Herz und Seele berührt, sondern uns auch mit einer neuen Perspektive auf unser eigenes Leben zurücklässt – mit Demut und Dankbarkeit. „Brief an mein Kind" ist ein eindringlicher Abschiedsbrief, ein ergreifender Lebensbericht und eine Hommage an ein außergewöhnliches Mädchen und ihre starke, mutige Mutter. Ada D'Adamos Worte hallen noch lange nach - und lassen uns staunend und ergriffen zurück. Dankeschön auch an die Übersetzerin Karin Krieger, die diesen Schatz für uns zugänglich gemacht hat.
„Brief an mein Kind“ von Ada D’Adamo ist ein zutiefst bewegendes Memoire, das in Briefform an die Tochter der Autorin, Daria, gerichtet ist. Das Buch erzählt von einer Mutter, die mit der Diagnose Holoprosenzephalie (HPE) bei ihrer neugeborenen Tochter konfrontiert wird – einer schweren Fehlbildung des Gehirns und des Gesichts, die während der Schwangerschaft nicht erkannt wurde. Mit schonungsloser Offenheit beschreibt D'Adamo die emotionalen und physischen Herausforderungen, die das Leben mit einem schwerbehinderten Kind mit sich bringt und taucht dabei tief in die Themen Mutterschaft, Selbstaufopferung und gesellschaftliche Erwartungen ein. Die Intensität des Buches liegt in der ungeschminkten Ehrlichkeit der Autorin. D'Adamo verschweigt nicht die immensen Belastungen und die Verzweiflung, die sie nach der Geburt ihrer Tochter durchlebt. Von Anfang an wird klar, dass das Leben mit einem behinderten Kind sie völlig vereinnahmt – nicht nur physisch, sondern auch in ihrer Identität. Eine Mutterrolle, die sie völlig vereinnahmt und sie als Frau und Mensch in den Hintergrund drängt. Diese Identitätsauflösung und der Verlust der eigenen Autonomie ziehen sich wie ein roter Faden durch das Buch und sind ebenso schmerzlich wie nachvollziehbar. Besonders beeindruckend ist die Balance, die D’Adamo zwischen der Darstellung der schier unerträglichen Herausforderungen und der bedingungslosen Liebe zu ihrer Tochter findet. Ihre widersprüchlichen Gefühle – die tief empfundene Liebe und das Gefühl der Überforderung – machen das Memoire authentisch und emotional fesselnd. Sie beschreibt, wie sie oft am Rande ihrer Kräfte steht und dennoch immer wieder den Mut findet, weiterzumachen, nicht zuletzt aus Liebe zu Daria, die auf ihre ganz eigene Weise die Welt wahrnimmt und liebt. Ein weiterer zentraler Aspekt des Buches ist die Kritik an den gesellschaftlichen und medizinischen Strukturen. D’Adamo prangert den Mangel an Unterstützung für Eltern von behinderten Kindern und die Gleichgültigkeit vieler Ärzt*innen und Institutionen an. Besonders eindringlich ist ihre Kritik an den pränatalen Diagnosemöglichkeiten sowie den fehlenden Entscheidungen, die werdenden Eltern gegeben werden. Ihre Aussage, dass sie sich möglicherweise für einen Schwangerschaftsabbruch entschieden hätte, wenn sie früher von Darias Zustand erfahren hätte, zeigt die Komplexität der moralischen und ethischen Fragen, denen sich Eltern in solchen Situationen stellen müssen. Auch D’Adamos persönliche Kämpfe rücken zunehmend in den Vordergrund, als sie selbst an Krebs erkrankt. Diese zweite Tragödie verstärkt die existenzielle Schwere des Buches, da die Autorin nicht nur um ihr eigenes Leben kämpft, sondern auch mit der Angst konfrontiert wird, was aus ihrer Tochter wird, wenn sie selbst nicht mehr für sie da sein kann. Die Reflexionen über ihre Krankheit und den drohenden Verlust sind besonders herzzerreißend und machen deutlich, wie sehr D’Adamo trotz aller Schwierigkeiten für ihre Tochter lebt. „Brief an mein Kind“ ist ein Buch, das immens unter die Haut geht. Ada D’Adamo schreibt mit einer poetischen, aber zugleich schonungslos offenen Sprache über die dunkelsten und hellsten Momente in ihrem Leben als Mutter. Ihr Memoire ist ein kraftvoller Appell an Empathie, ein bewegendes Zeugnis der Liebe und zugleich eine ernüchternde Kritik an den gesellschaftlichen und institutionellen Hürden, denen sich Eltern von behinderten Kindern gegenübersehen. Ein absolut lesenswertes, emotional aufwühlendes Werk, das 2023 zu Recht mit dem Premio Strega ausgezeichnet wurde – einem Preis, den Ada D’Adamo leider nicht mehr entgegennehmen konnte, da sie im April 2023 ihrem Krebsleiden erlegen ist. Aus dem Italienischen von Karin Krieger.

Daria
•Buchrezi• 😳 (puh) Bedingungslose Liebe?! Daria, irgendwie ein Wunschkind, dennoch nicht geplant. Doch Ada möchte dieses Kind, hat sich von ihrem Partner schon mal zu einer Abtreibung überreden lassen. Sie entscheidet sich für das Kind, nimmt alle Untersuchungen in Anspruch und freut sich auf den Moment in dem sie Daria zum ersten Mal in den Armen halten darf. Doch Daria ist klein, zu klein, der Kopf winzig und schon bald wird klar, hier stimmt etwas nicht. Daria wird nicht wie die anderen Kinder sein, sie wird nie selbst die Schwerkraft auf ihren Beinen spüren, nie richtig hören können, sich nie ausdrücken können… dafür weint sie viel, sehnt sich nach Körperkontakt. Doch irgendwann kann Ada ihr diesen nicht mehr geben, ihr Körper zerfällt, sie hat Krebs. Ada beschreibt nicht nur das Leben mit Daria, sondern kritisiert auch das System, die fehlende Barrierefreiheit, das mangelnde Schulsystem, der schwere Zugang zu Abtreibungen. Zwischendurch kleine Anekdoten aus dem Leben: „Die Kleine zeigt auf den Rollstuhl und antwortet: Aber da müssen doch Leute drinsitzen und nicht Kinder!“ Wut, Trauer, Liebe. 192 Seiten, die mich noch lange begleiten werden. Ob dieses Buch wirklich eine „gigantische Liebesgeschichte“ und ein „wunderschöner Dialog“ ist, wie es auf dem Buchrücken steht, ich weiß es nicht. Hier kämpft eine Mutter mit einem Leben, das sie sich so nicht ausgesucht hat. Die Angst sich nicht mehr um Daria kümmern zu können und das Bewusstsein, dass sie den Krebs nicht überleben wird. Doch frag ich mich immer wieder, was würde Daria sagen? Solche Geschichten werden immer nur und ja, können nur aus der Sicht der Eltern geschrieben werden. Das lässt mich mit einem Kopf voller Gedanken zurück. Und stellenweise machen mich Adas Aussagen auch sprachlos. So schreibt sie, dass Daria trotz ihrer Behinderung schön ist, andere Kinder hingegen wären mit dieser Art von Erkrankung hässlich, das bricht mir das Herz. Schönheit und Liebe ist so individuell. Punkt. Eine Leseempfehlung spreche ich nur bedingt aus, vielleicht auch, weil es mich persönlich betrifft…
Eine kurze, aber intensive, Geschichte einer Mutter die erzählt wie es ist, ein behindertes Kind aufzuziehen. Die Kapitel sind kurz, voller kleiner Anekdoten und aus dem Leben gegriffener Momente, eher zusammenhanglose "weißt-du-noch", aber mit einer unglaublichen Schwere erzählt. Dieses Buch ließ mich innehalten und beschäftigt mich sicher noch eine ganze Weile.
Emotional
Die Geschichte einer unfassbar starken Frau. Die Angst, die Wut und dann die wundervollen Momente, so selten wie Diamanten. Das alles erfährt man von der Mutter einer schwer eingeschränkten Tochter, die schlussendlich auch mit ihrer eigenen Gesundheit zu kämpfen hat. Kein Buch für sensible Gemüter.




















