
1099 Follower
Healthy Romance rund um das Thema ADHS, in welcher der investigative Journalismus trotz spannender Momente zweitrangig wurde und der Fokus wirklich auf dem Thema mentale Gesundheit lag. Es wird bei dieser Rezension definitiv zu Spoilern kommen, also seid euch dessen bitte bewusst.
Das hier wird eine etwas andere Rezension, noch viel persönlicher als sonst – wenn es nur um den eigenen Lesegeschmack geht – da ich auf das Thema ADHS und die Darstellung in diesem Buch aus Sicht einer Betroffenen eingehen werde. Ich wurde selbst im Alter von 24 Jahren mit ADHS diagnostiziert. Alice, die Protagonistin, ist mit ihren 23 also in meinem damaligen Alter, von dem her kann ich sehr gut mit ihr mitfühlen. Zwar erfahren wir im Verlauf des Buches nicht, ob Alice diese Diagnose tatsächlich erhält, allerdings fand ich das auch vollkommen in Ordnung, da es eine Zeit braucht, um einen Termin zu erhalten und bis eine seriöse Diagnose steht. Somit haben wir hier eher Alice' Weg zum ersten Kontakt mit der Thematik ADHS verfolgt. Interessant war aber die Dynamik mit Josh, welcher die Diagnose bereits als Kind erhielt. Auch in der Realität erhalten Männer die Diagnose oft schon im Kindesalter, während Frauen öfter "übersehen" werden. Alice war mir als Charakter insgesamt sehr symphatisch. Ich hab richtig mit ihr mitgefühlt, konnte mich gut in sie hineinversetzen und vieles habe ich wiedererkannt. Für mich ist sie eine realitätsnahe Darstellung einer (möglicherweise) ADHS-Betroffenen. Und das mit vielen Facetten. Denn wie Josh in dem obigen Zitat richtig anmerkt, ist ADHS sehr individuell, denn es ist ein Teil von einem, aber niemals das einzige, was eine Person ausmacht. Wie sie sich den Widrigkeiten entgegen gestellt und die ersten Schritte Richtung Therapie gemacht hat, fand ich wirklich stark. Es kostet Überwindung. Es war für mich nachvollziehbar, wie sie sich gefühlt und wie sie entsprechend gehandelt hat, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass sie und Josh über manches früher offen kommuniziert hätten. Josh fand ich als männlichen Protagonisten ebenfalls toll. Bei ihm ahnte ich von Anfang an, dass er die Diagnose hat, auch wenn es erst später im Buch erwähnt wird, so gab es recht am Anfang einige sehr deutliche Hinweise darauf. Seine Leidenschaft für die Fotografie konnte von Anfang an überspringen. Wie er sein Hobby zum Beruf gemacht hat und seinen Weg gefunden hat, hat mir sehr zugesagt. Die Thematik mit seiner Familie als ständiger Konfliktpunkt in seinem Leben hat dafür gesorgt, dass er mir stellenweise etwas Leid tat. Deswegen hat mich das Ende umso mehr erfreut. Ab und an braucht es einfach ein Happy End. Die Kapitel sind abwechselnd aus Alice' und aus Joshs Sicht geschrieben, sodass man bei beiden mehr Einblick ins Leben und in ihre Gefühls- und Gedankenwelt erhält. Das hat mir sehr gefallen, denn beide waren auf ihre Weise interessante Charaktere. Auch zusammen haben sie für mich glaubhaft funktioniert. Der Schreibstil war recht einfach, das Buch ließ sich flüssig lesen. Ein besonderes Highlight in diesem Buch, waren für mich die Szenen mit der ADHS-Selbsthilfegruppe. Diese waren so unfassbar nah an der Realität dran, dass sie mir richtig Freude bereitet haben. Denn so ähnlich läuft es in der Gruppe ab, die ich besuche. Ebenfalls positiv hervorheben möchte ich die Hinweise der Autorin am Ende, bezüglich der vielen Fehlinformationen rund um ADHS, die gerade auf Social Media herrschen. Hier auch meine Bitte: Informiert euch nur bei seriösen Quellen. In Sachen Realbezug würde ich dem Buch volle 5 Sterne geben. Etwas Abzug gibt es jedoch, einfach wegen der Formatierung und der damit einhergehenden vereinzelt leeren Seiten an den Kapitelenden und wegen der großen Kapitelüberschriften. Ganze Seiten werden dafür verwendet. Bei einer Anzahl von 26 Kapiteln + Epilog sind das 27 Seiten, die nicht weiter zum Inhalt beitragen, inklusive weiterer leerer Seiten, weil die Kapitel immer auf der linken Seite beginnen, auch wenn das davor auf der linken geendet hat und eine rechte Seite deshalb komplett leer bleibt. Dadurch wird das Buch zwar etwas dicker, der Inhalt aber nicht mehr. Abschließend gibt es hier eine ganz klare und große Leseempfehlung meinerseits, wenn ihr euch an eine "Healthy Romance" wagen wollt. Die bekommt ihr hier.

2. Aug. 2025
Healthy Romance rund um das Thema ADHS, in welcher der investigative Journalismus trotz spannender Momente zweitrangig wurde und der Fokus wirklich auf dem Thema mentale Gesundheit lag. Es wird bei dieser Rezension definitiv zu Spoilern kommen, also seid euch dessen bitte bewusst.
Das hier wird eine etwas andere Rezension, noch viel persönlicher als sonst – wenn es nur um den eigenen Lesegeschmack geht – da ich auf das Thema ADHS und die Darstellung in diesem Buch aus Sicht einer Betroffenen eingehen werde. Ich wurde selbst im Alter von 24 Jahren mit ADHS diagnostiziert. Alice, die Protagonistin, ist mit ihren 23 also in meinem damaligen Alter, von dem her kann ich sehr gut mit ihr mitfühlen. Zwar erfahren wir im Verlauf des Buches nicht, ob Alice diese Diagnose tatsächlich erhält, allerdings fand ich das auch vollkommen in Ordnung, da es eine Zeit braucht, um einen Termin zu erhalten und bis eine seriöse Diagnose steht. Somit haben wir hier eher Alice' Weg zum ersten Kontakt mit der Thematik ADHS verfolgt. Interessant war aber die Dynamik mit Josh, welcher die Diagnose bereits als Kind erhielt. Auch in der Realität erhalten Männer die Diagnose oft schon im Kindesalter, während Frauen öfter "übersehen" werden. Alice war mir als Charakter insgesamt sehr symphatisch. Ich hab richtig mit ihr mitgefühlt, konnte mich gut in sie hineinversetzen und vieles habe ich wiedererkannt. Für mich ist sie eine realitätsnahe Darstellung einer (möglicherweise) ADHS-Betroffenen. Und das mit vielen Facetten. Denn wie Josh in dem obigen Zitat richtig anmerkt, ist ADHS sehr individuell, denn es ist ein Teil von einem, aber niemals das einzige, was eine Person ausmacht. Wie sie sich den Widrigkeiten entgegen gestellt und die ersten Schritte Richtung Therapie gemacht hat, fand ich wirklich stark. Es kostet Überwindung. Es war für mich nachvollziehbar, wie sie sich gefühlt und wie sie entsprechend gehandelt hat, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass sie und Josh über manches früher offen kommuniziert hätten. Josh fand ich als männlichen Protagonisten ebenfalls toll. Bei ihm ahnte ich von Anfang an, dass er die Diagnose hat, auch wenn es erst später im Buch erwähnt wird, so gab es recht am Anfang einige sehr deutliche Hinweise darauf. Seine Leidenschaft für die Fotografie konnte von Anfang an überspringen. Wie er sein Hobby zum Beruf gemacht hat und seinen Weg gefunden hat, hat mir sehr zugesagt. Die Thematik mit seiner Familie als ständiger Konfliktpunkt in seinem Leben hat dafür gesorgt, dass er mir stellenweise etwas Leid tat. Deswegen hat mich das Ende umso mehr erfreut. Ab und an braucht es einfach ein Happy End. Die Kapitel sind abwechselnd aus Alice' und aus Joshs Sicht geschrieben, sodass man bei beiden mehr Einblick ins Leben und in ihre Gefühls- und Gedankenwelt erhält. Das hat mir sehr gefallen, denn beide waren auf ihre Weise interessante Charaktere. Auch zusammen haben sie für mich glaubhaft funktioniert. Der Schreibstil war recht einfach, das Buch ließ sich flüssig lesen. Ein besonderes Highlight in diesem Buch, waren für mich die Szenen mit der ADHS-Selbsthilfegruppe. Diese waren so unfassbar nah an der Realität dran, dass sie mir richtig Freude bereitet haben. Denn so ähnlich läuft es in der Gruppe ab, die ich besuche. Ebenfalls positiv hervorheben möchte ich die Hinweise der Autorin am Ende, bezüglich der vielen Fehlinformationen rund um ADHS, die gerade auf Social Media herrschen. Hier auch meine Bitte: Informiert euch nur bei seriösen Quellen. In Sachen Realbezug würde ich dem Buch volle 5 Sterne geben. Etwas Abzug gibt es jedoch, einfach wegen der Formatierung und der damit einhergehenden vereinzelt leeren Seiten an den Kapitelenden und wegen der großen Kapitelüberschriften. Ganze Seiten werden dafür verwendet. Bei einer Anzahl von 26 Kapiteln + Epilog sind das 27 Seiten, die nicht weiter zum Inhalt beitragen, inklusive weiterer leerer Seiten, weil die Kapitel immer auf der linken Seite beginnen, auch wenn das davor auf der linken geendet hat und eine rechte Seite deshalb komplett leer bleibt. Dadurch wird das Buch zwar etwas dicker, der Inhalt aber nicht mehr. Abschließend gibt es hier eine ganz klare und große Leseempfehlung meinerseits, wenn ihr euch an eine "Healthy Romance" wagen wollt. Die bekommt ihr hier.
2. Aug. 2025










