Boris Godunow

Boris Godunow

Taschenbuch

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Beschreibung

Alexander Sergejewitsch Puschkin (1799 - 1837) nahm die Arbeit des Werkes Boris Godunow Ende des Jahres 1824 auf. Die Idee des Dramas kam ihm, nach der Lektüre „Der Geschichte des russischen Staates“ von N.M. Karamsin (1766 - 1826). Dabei stellte er fest, dass die Geschichte der nationalen Bewegung und der Kampf um die Macht sehr viele Ähnlichkeiten mit seiner Zeit erweisen. Das Stück basiert nicht auf dem persönlichen Leben des Helden, sondern auf dem Schicksal des Volkes, das stets auf der Bühne präsent ist. Boris Godunow ist ein philosophisches Werk über die Tragödie der Machtübernahme und das Leid des Volkes. Die Charaktere in Boris Godunow sind von der Gier nach Macht so besessen, dass sie bereit sind, für sie alles zu opfern - Gewissen, Ehre, Moral. Das Volk und die Vertreter des Volkes wurden von Puschkin mit ausgeprägten Sinn für Moral und spiritueller Kraft ausgestattet, doch auch hier gilt, dass die Betrogenen die Verlierer sind. Die Früchte ihrer Arbeit machen sich die Herrscher, Heuchler und Scharlatane zu eigen, die die Macht degenerieren und das Volk zum Aufstand treiben.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Klassiker
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
200
Preis
20.50 €

Beiträge

1
Alle

Ich wusste ehrlich gesagt schon in dem Moment, in dem ich das E-Book geöffnet habe und mir klar wurde, dass es sich um ein Theaterstück handelt, dass das schwierig wird. Und genau so kam es dann auch. Mit „Boris Godunow“ erzählt eine Geschichte über Macht, Schuld und die Frage, wie legitim ein Herrscher eigentlich ist. Im Zentrum steht Zar Boris, der nicht nur politisch unter Druck gerät, sondern auch zunehmend an seinem eigenen Gewissen zu zerbrechen scheint. Parallel dazu entfaltet sich ein Intrigenspiel, das das ganze Reich ins Wanken bringt. Inhaltlich also eigentlich genau die Art von Stoff, die ich spannend finde. Und ich bin mir auch ziemlich sicher: Das ist kein schlechtes Werk. Im Gegenteil, es ist vermutlich richtig gut – durchdacht, vielschichtig und genau das, was man von Puschkin erwartet. Das Problem bin in diesem Fall einfach ich. Ich komme mit der Form des Theaters einfach nicht klar. Diese ganzen Szenenwechsel, die vielen Figuren, die ausschließlich über Dialoge funktionieren – mir fehlt da komplett die Führung. Ich brauche beim Lesen Struktur, ein Gefühl für Entwicklung, für Zusammenhänge. Hier hatte ich eher das Gefühl, ich stehe daneben und muss mir alles selbst zusammensortieren, ohne wirklich reingezogen zu werden. Was auf einer Bühne wahrscheinlich durch Schauspiel, Stimmung und Inszenierung lebendig wird, bleibt für mich auf dem Papier erstaunlich trocken und distanziert. Ich sehe, was da steckt – aber ich komme nicht richtig ran. Gerade im Vergleich dazu funktionieren Puschkins Gedichte und Erzählungen für mich deutlich besser. Die sind greifbarer, direkter und holen mich emotional viel mehr ab. „Boris Godunow“ hingegen fühlt sich eher an wie ein Werk, das ich respektiere, aber nicht wirklich erlebe. Unterm Strich ist das also weniger eine Bewertung des Stücks als eine Erkenntnis über meinen eigenen Lesegeschmack: Theater ist einfach nicht meine Welt. Und auch wenn ich Puschkin als Autor sehr schätze, ändert das daran nichts.

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