Berliner Kindheit um neunzehnhundert

Berliner Kindheit um neunzehnhundert

Taschenbuch
2.910
BibliophilieBuchdruckDesignAdorno

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Beschreibung

In großartigen Prosaminiaturen erzählt Walter Benjamin von seiner Kindheit im Berlin der Jahrhundertwende. Die Ausgabe enthält die umfangreichste Fassung letzter Hand in der von Benjamin selbst festgelegten Anordnung.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Lyrik & Dramen
Sub-Genre
Kritiken & Literaturwissenschaft
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
117
Preis
10.30 €

Autorenbeschreibung

Walter Benjamin wurde am 15. Juli 1892 als erstes von drei Kindern in Berlin geboren und nahm sich am 26. September 1940 in Portbou/Spanien das Leben. Benjamins Familie gehörte dem assimilierten Judentum an. Nach dem Abitur 1912 studierte er Philosophie, deutsche Literatur und Psychologie in Freiburg im Breisgau, München und Berlin. 1915 lernte er den fünf Jahre jüngeren Mathematikstudenten Gershom Scholem kennen, mit dem er zeit seines Lebens befreundet blieb. 1917 heiratete Benjamin Dora Kellner und wurde Vater eines Sohnes, Stefan Rafael (1918 –1972). Die Ehe hielt 13 Jahre. Noch im Jahr der Eheschließung wechselte Benjamin nach Bern, wo er zwei Jahre später mit der Arbeit Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik bei Richard Herbertz promovierte. 1923/24 lernte er in Frankfurt am Main Theodor W. Adorno und Siegfried Kracauer kennen. Der Versuch, sich mit der Arbeit Ursprung des deutschen Trauerspiels an der Frankfurter Universität zu habilitieren, scheiterte. Benjamin wurde nahegelegt, sein Gesuch zurückzuziehen, was er 1925 auch tat. Sein Interesse für den Kommunismus führte Benjamin für mehrere Monate nach Moskau. Zu Beginn der 1930er Jahre verfolgte Benjamin gemeinsam mit Bertolt Brecht publizistische Pläne und arbeitete für den Rundfunk. Die Machtübernahme der Nationalsozialisten zwang Benjamin, im September 1933 ins Exil zu gehen. Im französischen Nevers wurde Benjamin 1939 für drei Monate mit anderen deutschen Flüchtlingen in einem Sammellager interniert. Im September 1940 unternahm er den vergeblichen Versuch, über die Grenze nach Spanien zu gelangen. Um seiner bevorstehenden Auslieferung an Deutschland zu entgehen, nahm er sich das Leben.

Beiträge

4
Alle
3

Benjamin beschwört in kurzen und sehr kurzen Texten Bilder seiner Erinnerung herauf, die im Einzelnen durchaus plastisch geraten und sinnliche Eindrücke vermitteln. Es geht um das Erkunden und Inbesitznehmen der Umgebung. Die Seelenschau, die Benjamin bietet, bleibt gleichwohl recht unpersönlich. Oder hatten in der großbürgerlichen Familie Gefühle kaum einen Platz? Der episodale Charakter der Texte ist für mich nicht zu einem Mosaik zusammengewachsen. Während eine Entwicklung des Kindes ausbleibt und nur im Triebleben immer wieder angedeutet wird, steuert der Rückblick des Erwachsenen Elemente einer gesellschaftspolitischen und ökonomischen Analyse bei, die der Vorstellungswelt des Knaben angesichts Umfeld und Erziehung fremd gewesen sein dürfte. Interessant, aber für mich kein Gipfelpunkt der Memoirenliteratur.

3.5

Nichts für nebenbei

Benjamins Sprache ist sehr ästhetisch, die Kapitel sind jeweils momenthafte Eindrücke aus seinen Kindertagen. Diese sind manchmal etwas schwer zugänglich und düster, aber ein wichtiges literarisches Zeitzeugnis - auch in Anbetracht der Umstände der Niederschrift und Publikation.

3

Warum dieses Buch ,Berliner Kindheit um 1900‘ heißt erschließt sich mir nicht. Die Anzahl der beschriebenen Orte kann es nicht sein, für mich sind die recht wenigen Berliner und Potsdamer Orte sehr allgemein beschrieben und könnten überall liegen. Das ist eher eine Zusammenstellung von Begebenheiten einer Kindheit, die in der Oberklasse der Gesellschaft stattfand. Das Nachwort von Theodor W. Adorno und das editorische Postskriptum waren interessanter als die Texte selbst.

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