
18 Follower
Ich fand es relativ platt. Also es war ok, aber wirklich gefesselt hat es mich nicht.
13. Dez. 2023
Ich fand es relativ platt. Also es war ok, aber wirklich gefesselt hat es mich nicht.
13. Dez. 2023
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1 Bewertungen
29 Bewertungen
10 Rezensionen
4,0
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18 Follower
13. Dez. 2023
13. Dez. 2023

97 Follower
Ihre Haut trägt die Narben zahlreicher Verletzungen, aber die Narben von Jennas Seele vermag niemand zu sehen. Ihr Vater ist reicher Arzt, aber ein psychotischer Kontrollfreak, ihre Mutter trinkt und ihr Bruder ist dieser Albtraum-Familie entflohen, in dem er zum Militär ging. Um dem Schmerz in ihrem Inneren her zu werden, ritzt Jenna sich, was ihr einen Aufenthalt in einer psychiatrischen Anstalt eingebracht hat und nun den Neuanfang an einer Schule nicht eben erleichtert. Aber da gibt es diesen Lehrer, der eine Schwäche für hoffnungslose Schüler zu haben scheint und es dauert nicht lange, da hat Jenna sich in ihn verliebt. Und auch Mitch scheint nicht abgeneigt. Eine Liebe die nicht sein darf, die Jenna aber wieder Hoffnung gibt, Hoffnung in einem trostlosen Leben angefüllt mit Schmerz und Missbrauch. Doch schon bald stellt sie Ungereimtheiten fest in Mitchs Geschichten und sie beschleicht der Verdacht, dass sie nicht die erste Schülerin ist, um die er sich sehr intensiv kümmert und er nicht der selbstlose Prinz auf dem weißen Pferd zu sein scheint, der sie aus dem Drachenturm errettet. Diese Story einmal angefangen hat mich einfach nicht mehr losgelassen. Und selbst nachdem ich das Buch ausgelesen hatte, war ich noch immer nicht durch. Jennas Schicksal, ihre Trauer, ihre Angst, ihre unverarbeitete Wut und ihre Vernachlässigung schnürten mir die Kehle zu und ich musste mich der Frage stellen, ist eine Beziehung zwischen einem Lehrer und einer Schülerin so verwerflich, wenn er ihr als Erster wieder Hoffnung gibt. Die ganze Tragik der Geschichte entfaltet sich nicht schon auf den ersten Seiten für den Leser, sondern entwickelt sich im Laufe der Kapitel. So sind ein despotischer Vater und eine trinkfreudige Mutter nicht der Auslöser von Jennas Problemen, denn die Wurzel des Übels liegt tiefer. Erwachsene werden hier als selbstsüchtig handelnde Individuen gezeigt, die so mit ihrem eigenen Kummer beschäftigt sind, dass sie blind werden für ihre Umwelt. Auch Mitch, der vermeintliche Erretter verfolgt egoistische Pläne und mir wurde gezeigt, dass es im wahren Leben kein Schwarz und Weiß gibt, sondern nur unterschiedliche Abstufungen von Grau. Auch das es vielleicht einfach ist den moralischen Zeigefinger zu erheben, aber in welche Richtung soll dieser zeigen, wenn keiner sich als durchweg böse zeigt, sondern lediglich der Selbstsucht fröhnt? Dabei ist der Charakter von Jenna zu bewundern, die trotz der Talfahrt, die ihr junges Leben darstellt, eine gefestigte Persönlichkeit ist und vor ihrer Zeit erwachsen werden musste, um das innere Kind in sich zu schützen. Dieses Buch liest man nicht einfach und legt es dann beiseite, dieses Buch begleitet mich noch ein ganzes Stück. Gerade solche Geschichten sind es, die mich durchrütteln, mich zwingen mein bequemes hohes Ross zu verlassen und mir eine völlig neue Perspektive auf die Welt eröffnen.
20. Okt. 2022
Ihre Haut trägt die Narben zahlreicher Verletzungen, aber die Narben von Jennas Seele vermag niemand zu sehen. Ihr Vater ist reicher Arzt, aber ein psychotischer Kontrollfreak, ihre Mutter trinkt und ihr Bruder ist dieser Albtraum-Familie entflohen, in dem er zum Militär ging. Um dem Schmerz in ihrem Inneren her zu werden, ritzt Jenna sich, was ihr einen Aufenthalt in einer psychiatrischen Anstalt eingebracht hat und nun den Neuanfang an einer Schule nicht eben erleichtert. Aber da gibt es diesen Lehrer, der eine Schwäche für hoffnungslose Schüler zu haben scheint und es dauert nicht lange, da hat Jenna sich in ihn verliebt. Und auch Mitch scheint nicht abgeneigt. Eine Liebe die nicht sein darf, die Jenna aber wieder Hoffnung gibt, Hoffnung in einem trostlosen Leben angefüllt mit Schmerz und Missbrauch. Doch schon bald stellt sie Ungereimtheiten fest in Mitchs Geschichten und sie beschleicht der Verdacht, dass sie nicht die erste Schülerin ist, um die er sich sehr intensiv kümmert und er nicht der selbstlose Prinz auf dem weißen Pferd zu sein scheint, der sie aus dem Drachenturm errettet. Diese Story einmal angefangen hat mich einfach nicht mehr losgelassen. Und selbst nachdem ich das Buch ausgelesen hatte, war ich noch immer nicht durch. Jennas Schicksal, ihre Trauer, ihre Angst, ihre unverarbeitete Wut und ihre Vernachlässigung schnürten mir die Kehle zu und ich musste mich der Frage stellen, ist eine Beziehung zwischen einem Lehrer und einer Schülerin so verwerflich, wenn er ihr als Erster wieder Hoffnung gibt. Die ganze Tragik der Geschichte entfaltet sich nicht schon auf den ersten Seiten für den Leser, sondern entwickelt sich im Laufe der Kapitel. So sind ein despotischer Vater und eine trinkfreudige Mutter nicht der Auslöser von Jennas Problemen, denn die Wurzel des Übels liegt tiefer. Erwachsene werden hier als selbstsüchtig handelnde Individuen gezeigt, die so mit ihrem eigenen Kummer beschäftigt sind, dass sie blind werden für ihre Umwelt. Auch Mitch, der vermeintliche Erretter verfolgt egoistische Pläne und mir wurde gezeigt, dass es im wahren Leben kein Schwarz und Weiß gibt, sondern nur unterschiedliche Abstufungen von Grau. Auch das es vielleicht einfach ist den moralischen Zeigefinger zu erheben, aber in welche Richtung soll dieser zeigen, wenn keiner sich als durchweg böse zeigt, sondern lediglich der Selbstsucht fröhnt? Dabei ist der Charakter von Jenna zu bewundern, die trotz der Talfahrt, die ihr junges Leben darstellt, eine gefestigte Persönlichkeit ist und vor ihrer Zeit erwachsen werden musste, um das innere Kind in sich zu schützen. Dieses Buch liest man nicht einfach und legt es dann beiseite, dieses Buch begleitet mich noch ein ganzes Stück. Gerade solche Geschichten sind es, die mich durchrütteln, mich zwingen mein bequemes hohes Ross zu verlassen und mir eine völlig neue Perspektive auf die Welt eröffnen.
20. Okt. 2022

116 Follower
Ilsa J. Bick wirft uns ohne Vorwarnung wortwörtlich ins kalte Wasser. "Atemnot" steigt direkt nach einem 'Unfall' ein. Als Leser weiss man nicht genau, was passiert ist, nur so viel, dass Jenna vor einer Stunde aus einem See gezogen wurde und nun von einem Polizisten aufgefordert wird, die ganze Geschichte, die Wahrheit zu erzählen. Er lässt ihr dafür ein Aufnahmegerät da. Dadurch richtet sie ihre Geschichte an Bob, den Polizisten, was der Erzählweise etwas Spezielles aufdrückt. Jenna redet drauf los: direkt, schonungslos und manchmal etwas abgehakt in unbeendeten Sätzen. Das und auch die jugendliche Sprache ist ein Grund, dass diese Geschichte derart authentisch wirkt. Nach und nach erfährt man von Jennas schwieriger Familiensituation: dem Kontrollfreak als Vater, der Mutter, die zu oft zum Alkohol greift, dem Grandpad, der ihr schon als Kind zu nahe gekommen ist und vom Bruder, ihrem Halt, der nun im Irak stationiert ist. Doch sie trägt nicht nur seelische Narben. Als Achtjährige wurde sie aus einem brennenden Haus gerettet und so ist ein Teil ihrer Haut vernarbt. Und um bei all dem sich selber noch zu spüren, Druck abbauen zu können, hat sie begonnen, sich zu ritzen, warum sie auch in psychologischer Behandlung ist. Dann steht ein Schulwechsel an, was für Jenna als Einzelgängerin und mit ihrer Geschichte, sehr schwierig ist. Anschluss findet sie dann nicht bei Mitmenschen sondern bei ihrem Chemielehrer und Lauftrainer Mitch Anderson. Er nimmt sich gerne Schülern mit Schwierigkeiten an und bei Jenna ist er mit viel mehr Engagement und Herz bei der Sache als er eigentlich müsste, eigentlich sollte ..... Ilsa J. Bick baut eine enorm dichte und beklemmende Atmosphäre auf, die einen atemlos durch die Geschichte hasten lässt, denn man möchte endlich die ganze Wahrheit erfahren. Mit einigen ungeahnten Wendungen führt sie uns gekonnt aufs Glatteis und bringt auch unsere Moralansichten stellenweise ins Straucheln. Denn die Autorin wagt sich mit "Atemnot" auf einen schmalen Grat, meistert das Tabuthema jedoch wirklich grossartig. Sie zeichnet nicht nur schwarz-weiss sondern zeigt viele Nuancen von Gut und Böse auf, so dass man als Leser selber nicht mehr genau weiss, was richtig und falsch ist. Was sie uns hier auftischt ist weder Fastfood noch leichte Kost. Ilsa J. Bick beschönigt nicht, sondern konfrontiert uns mit einer brutalen Realität, die nichts fürs leichte Gemüt ist. "Atemnot" ist ein eindrückliches Jugenddrama fern ab von seichtem 0815-Lesefutter. Fazit: Ilsa J. Bick hat mit "Atemnot" ein ausserordentlich eindringliches und beklemmendes Drama zu Papier gebracht, das einen die Seiten mit angehaltenem Atem umblättern lässt und auch nach dem Ende noch lange nachhallt.
9. Jan. 2023
Ilsa J. Bick wirft uns ohne Vorwarnung wortwörtlich ins kalte Wasser. "Atemnot" steigt direkt nach einem 'Unfall' ein. Als Leser weiss man nicht genau, was passiert ist, nur so viel, dass Jenna vor einer Stunde aus einem See gezogen wurde und nun von einem Polizisten aufgefordert wird, die ganze Geschichte, die Wahrheit zu erzählen. Er lässt ihr dafür ein Aufnahmegerät da. Dadurch richtet sie ihre Geschichte an Bob, den Polizisten, was der Erzählweise etwas Spezielles aufdrückt. Jenna redet drauf los: direkt, schonungslos und manchmal etwas abgehakt in unbeendeten Sätzen. Das und auch die jugendliche Sprache ist ein Grund, dass diese Geschichte derart authentisch wirkt. Nach und nach erfährt man von Jennas schwieriger Familiensituation: dem Kontrollfreak als Vater, der Mutter, die zu oft zum Alkohol greift, dem Grandpad, der ihr schon als Kind zu nahe gekommen ist und vom Bruder, ihrem Halt, der nun im Irak stationiert ist. Doch sie trägt nicht nur seelische Narben. Als Achtjährige wurde sie aus einem brennenden Haus gerettet und so ist ein Teil ihrer Haut vernarbt. Und um bei all dem sich selber noch zu spüren, Druck abbauen zu können, hat sie begonnen, sich zu ritzen, warum sie auch in psychologischer Behandlung ist. Dann steht ein Schulwechsel an, was für Jenna als Einzelgängerin und mit ihrer Geschichte, sehr schwierig ist. Anschluss findet sie dann nicht bei Mitmenschen sondern bei ihrem Chemielehrer und Lauftrainer Mitch Anderson. Er nimmt sich gerne Schülern mit Schwierigkeiten an und bei Jenna ist er mit viel mehr Engagement und Herz bei der Sache als er eigentlich müsste, eigentlich sollte ..... Ilsa J. Bick baut eine enorm dichte und beklemmende Atmosphäre auf, die einen atemlos durch die Geschichte hasten lässt, denn man möchte endlich die ganze Wahrheit erfahren. Mit einigen ungeahnten Wendungen führt sie uns gekonnt aufs Glatteis und bringt auch unsere Moralansichten stellenweise ins Straucheln. Denn die Autorin wagt sich mit "Atemnot" auf einen schmalen Grat, meistert das Tabuthema jedoch wirklich grossartig. Sie zeichnet nicht nur schwarz-weiss sondern zeigt viele Nuancen von Gut und Böse auf, so dass man als Leser selber nicht mehr genau weiss, was richtig und falsch ist. Was sie uns hier auftischt ist weder Fastfood noch leichte Kost. Ilsa J. Bick beschönigt nicht, sondern konfrontiert uns mit einer brutalen Realität, die nichts fürs leichte Gemüt ist. "Atemnot" ist ein eindrückliches Jugenddrama fern ab von seichtem 0815-Lesefutter. Fazit: Ilsa J. Bick hat mit "Atemnot" ein ausserordentlich eindringliches und beklemmendes Drama zu Papier gebracht, das einen die Seiten mit angehaltenem Atem umblättern lässt und auch nach dem Ende noch lange nachhallt.
9. Jan. 2023
3 von 10 Rezensionen
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