Blick ins Buch

Jugendbücher

Anton oder Die Zeit des unwerten Lebens

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Über das Buch

Ab 1939 sollen behinderte Kinder systematisch erfasst und vernichtet werden. Anton ist mathematisch sehr begabt, doch er stottert, und eine Lähmung im rechten Arm erschwert ihm das Schreiben. Schüler und Lehrer schikanieren ihn immer ungehemmter - bis seine Eltern ihn verstecken müssen. Dieses gut recherchierte Buch über die Euthanasie, nüchtern und bewegend zugleich, beruht auf einer wahren Begebenheit: Anton war Elisabeth Zöllers Onkel.

Editionen (3)

ISBN9783596851560
VerlagFISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum31.12.04
Seitenzahl224

Rezensionen & Bewertungen

31 Bewertungen

7 Rezensionen

4,4

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  • f.caecilie
    f.caecilie

    104 Follower

    4,0

    "... Aber Herz, Kopf und Augen waren jetzt voller Licht und Farbe. Und Mut und Wärme. Aber das sehen nur die, die im Land hinter der Sonne waren." Diese berührende Geschichte über Anton, einen Jungen, der durch einen Unfall irreversible Schäden, insbesondere am Sprachzenteum, davontrug, hallte bei mir lange nach. Als Mensch richtig, aber einfach zur falschen Zeit geboren zu sein, war ein großes Problem. Wobei es "ist" vielleicht besser trifft. Ich hatte beim Lesen mehrmals Tränen in den Augen und saß kopfschüttelnd vor den Seiten. Ich kann nicht verstehen, warum irgendein Leben mehr oder weniger wert sein sollte, als ein anderes. Anton ist ein starker, liebevoller und sehr kluger Junge. Es bricht mir das Herz, dass Menschen, die eine Behinderung haben oder "anders" sind, sich mit Ausgrenzungen, physischer Gewalt und dem psychischen Leid konfrontiert sehen mussten/müssen. Umso schöner war es, zu lesen, dass es eben auch Personen gibt, die den Menschen "dahinter" sehen, wertschätzen und lieben. Die Sprache ist jugendlich und leicht verständlich; sie passt gut zu dem Alter, in dem Anton nunmal ist. Das geschriebene Stottern hat zwar gut gepasst und macht dem Leser Antons Problem nahbarer. Teilweise störte es für mich etwas zu sehr den Lesefluss, was aber irgendwie auch gut war. Zwar als Jugendbuch vermarktet, kann es meiner Ansicht nach von jeder Altersgruppe gelesen und vor allem verstanden werden. Die Geschichte hat mir insgesamt gut gefallen :)

    4. Juni 2026

  • hannahs_books8
    hannahs_books8

    47 Follower

    4,0

    Anton steht für ein Leben, das andere als unwert bezeichnen – und entlarvt damit die Kälte eines solchen Denkens.

    Die Geschichte erzählt von Anton, einem Jungen, dessen Leben von seiner Umwelt als „unwert“ betrachtet wird, weil er nicht den gesellschaftlichen Vorstellungen von Gesundheit, Leistung oder Normalität entspricht. Anton erlebt Ausgrenzung, Gleichgültigkeit und eine wachsende Entmenschlichung, die sich nicht nur in einzelnen Figuren, sondern im Denken der gesamten Gesellschaft zeigt. Schritt für Schritt wird deutlich, wie gefährlich diese Haltung ist: Menschen werden nicht mehr als Individuen gesehen, sondern nach ihrem Nutzen beurteilt. Antons Schicksal macht sichtbar, wie kalt und zerstörerisch der Gedanke vom „unwerten Leben“ ist und wie leicht Mitgefühl durch Anpassung und Wegsehen ersetzt wird. Die Geschichte kritisiert diese Ideologie deutlich und stellt dem die Würde und den unveräußerlichen Wert jedes menschlichen Lebens entgegen. Das Buch war interessant und es war spannend von einer Person zu lesen die zur damaligen Zeit gelebt hat.

    2. Feb. 2026

  • pisamike
    pisamike

    64 Follower

    5,0

    Ein sehr schön geschriebenes jugendbuch über ein sehr schweres Thema.

    24. Apr. 2024

3 von 7 Rezensionen

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