Alma

Alma

Hardcover
3.516

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Beschreibung

Nach dem Tod ihres Vaters kehrt Alma in ihre Heimatstadt Triest zurück - eine Stadt an der Grenze zwischen Ost und West. Hier begegnet sie Vili wieder, ihrer Jugendliebe, der ihr nun das väterliche Erbe übergeben soll. Zwischen den Erinnerungen an die Habsburger Kaffeehäuser ihrer Großeltern, an endlose Kindheitssommer und die Straße gen Osten, auf der ihr Vater einst immer wieder verschwand, wird Alma mit Fragen nach Herkunft, Liebe und Identität konfrontiert. Und da ist auch der Schatten des Krieges jenseits der Grenze, der ihre Liebe zu Vili vor vielen Jahren erschüttert hat ...

Buchinformationen

Haupt-Genre
Liebesromane
Sub-Genre
N/A
Format
Hardcover
Seitenzahl
320
Preis
24.70 €

Autorenbeschreibung

Federica Manzon, geboren in Pordenone, ist Schriftstellerin und Verlegerin. 2008 erschien ihr Romandebüt, Come si dice addio (Wie man Abschied nimmt) Für ihren von der Kritik gefeierten fünften Roman, Alma, der 2024 in Italien erschien und in neun Sprachen übersetzt wird, erhielt sie verschiedene Preise, darunter den renommierten PREMIO CAMPIELLO. Federica Manzon lebt in Mailand und ist Verlegerin des Guanda Verlags. Alma ist ihr erster Roman, der auf Deutsch erscheint.

Beiträge

7
Alle
3

Hatte andere Erwartungen

Als ich das Cover und den Klappentext von Alma gesehen habe, hatte ich sofort eine geheimnisvolle Familiengeschichte mit Triester Setting im Kopf. Konnte die Geschichte meine Erwartungen erfüllen? Kurz zum Inhalt: Nach dem Tod ihres Vater kehrt Alma in ihre Heimatstadt Triest zurück. Hier soll ihr ihre damalige Jugendliebe Vili das väterliche Erbe übergeben. Eine Reise, die Alma nicht nur in Erinnerungen zurückwirft, sondern sie auch mit ihrer Herkunft uns Identität konfrontiert. Auch Erinnerungen an den Krieg kommen wieder an die Oberfläche. Mein Eindruck: Ich muss leider gestehen, dass ich anhand des Klappentextes andere Erwartungen hatte. In Alba befasst sich die Autorin Federica Manzon vor allem mit politischen Schwerpunkten und dem damaligen Zerfall Jugoslawiens. Was mir gefallen hat, dass man hier tatsächlich einiges über die Stadt Triest erfahren konnte. Auch der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, auch wenn ich ihn eher leicht anspruchsvoll einordnen würde. Einige Abschnitte musste ich mehrmals lesen, um dem Ganzen folgen zu können und ein rundes Bild zu bekommen. Vieles wird in Methapern geschrieben, so erzählt Alba zum Beispiel von "der Insel" statt "Brijuni". Eigentlich ein schönes Stilmittel, wenn man die Begrifflichkeiten dann zuordnen konnte.Was die Geschichte für mich letztendendes noch nahbarer machte, waren die eingefügten s/w-Fotografien, wo ich mich oft fragte, ob die Autorin eigene Schilderungen hat einfließen lassen. Wer sich für politische Schwerpunkte und die Geschichte Jugoslawiens /Triest interessiert, der wird hier viele, interessante Informationen bekommen.

3

Hier hatte ich tatsächlich einen klassischen Fall von 'falschen Erwartungen', weshalb ich leider bis zum Ende keinen richtigen Zugang zur Geschichte gefunden habe. Ich war davon ausgegangen, dass es vor allem um eine Rückkehr in die alte Heimat geht - um Kindheit und Jugend, familiären Verstrickungen und vielleicht auch eine wiederauflebende Jugendliebe. In Ansätzen trifft das auch zu, allerdings nimmt der Roman einen starken politischen Fokus ein, insbesondere auf die Geschichte des ehemaligen Jugoslawiens und die Rolle der Stadt Triest. Wer sich für historische Ereignisse und politische Hintergründe interessiert oder selbst familiäre Wurzeln in dieser Region hat, wird an diesem Buch sicherlich mehr Gefallen finden. Im Mittelpunkt steht Alma, die nach dem Tod ihres Vaters nach Triest zurückkehrt. Dort begegnet sie ihrer Jugendliebe Vili wieder, und zahlreiche Erinnerungen werden wach. Ihr Vater, ein Vertrauter Titos, war stets eine eher distanzierte Figur in ihrem Leben und glänzt nur gelegentlich mit überraschenden Besuchen. 'Alma' von Federica Manzon ist sprachlich sehr gelungen, wenn auch stellenweise anspruchsvoll zu lesen. Besonders hervorzuheben ist die Fülle an interessanten Einblicken in die Geschichte Jugoslawiens. Da das Buch jedoch nicht meinem persönlichen Lesegeschmack entspricht, kann ich keine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen - was natürlich eine rein subjektive Einschätzung ist. Am besten macht ihr euch selbst ein Bild: Werft einen Blick in eine Leseprobe und entscheidet dann, ob euch die Geschichte anspricht.

Post image
4

Spürbare politisch-geschichtliche Zerissenheit.

"Im Leben kannst du noch so viele Freiheiten haben, doch wenn du nicht die Freiheit hast, zu sagen und zu schreiben, was du denkst, braut sich etwas sehr Hässliches zusammen." Mit ihrem in Italien mehrfach ausgezeichneten Roman "Alma", nimmt uns Frederica Manzon mit nach Trieste und gibt uns Einblicke in eine Stadt voller Erinnerungen und aufwühlender Historie. (Übersetzt aus dem Italienischen von Verena von Koskull.) "Und obwohl er elegante Hosen und ein makelloses Hemd trug, vermochten diese Kleidungsstücke nicht, ihm die Flüchtigkeit eines Menschen zu nehmen, der kurz an die Festtafel tritt, um anzustoßen, und dann im Staub der Welt verschwindet." Es ist ewig her, dass Alma in Trieste war. Doch nach dem Tod ihres Vaters bleibt ihr keine Wahl: Sie muss zurück. Zurück in eine Stadt, mit der sie nicht nur gute Erinnerungen teilt. Eine Stadt, die ihr immer wieder ihren Vater genommen hat. In der sie auf ihre Jugendliebe Vili treffen wird und die Fragen aufwerfen wird. Fragen nach ihrer Herkunft. Fragen nach ihrer Identität. Denn Alma wuchs in einer Stadt mit zwei Gesichtern auf, die sie innerlich förmlich zerriss. Auf der einen Seite die gut bürgerliche, italienische Seite ihrer Mutter, die in Trieste noch stark vom Habsburger Erbe geprägt ist. Und dann ist da die Seite ihres Vaters, der den Partisanen Titos angehört und der immer wieder nach Jugoslawien verschwindet. Als dann der Eiserne Vorhang auseinanderbricht, wird Alma in ihren Überzeugungen erschüttert. Und all diese Erinnerungen stürzen nun wieder auf Alma ein, als sie nach Trieste zurückkehrt. "Die wichtigen Dinge, die ihr Vater über Freiheit oder Grenzen zu sagen hat, sind ihr vorbehalten, denn er ist überzeugt, dass Mädchen besser durchs Leben kommen und es an ihnen ist, die Welt zu lenken." Manzon hat einen sehr bildhaften und fast schon poetischen Schreibstil, der uns auf eine historische Reise mitnimmt. In dieser Geschichte beschäftigt sich Manzon vor allem mit der wirklich sehr aufwühlenden Historie Triestes. Einer Stadt, in der seit jeher viele Kulturen, Sprachen, Ethnien und Religionen zusammentreffen. Manzon beschreibt das Leben zu einer Zeit, als die Stadt selbst zu Italien gehörte, das Umland jedoch zu Jugoslawien. Uns wird ein Gefühl für das Erbe dieser Stadt vermittelt, die von einer sehr wechselvollen Geschichte geprägt wurde. Tatsächlich stelle ich es mir nicht immer leicht vor, als Kind in einer Region aufzuwachsen, die so unterschiedlich geprägt ist. Ich glaube es ist schwer seine Zugehörigkeit zu finden. Manzon schafft es die Stadt und ihre Menschen lebendig werden zu lassen. Und dank einiger Bilder bekommt man zudem einen genaueren Blick auf diese Zeit. Zudem hat Manzon mein Interesse an der Geschichte Triestes geweckt und ich verstehe jetzt auch mehr, warum sich Trieste für mich persönlich nie so wirklich italienisch anfühlt. "Das, was später als die erste Täuschung eines psychologischen Krieges voller Kehrtwenden der Beteiligten erinnert werden wird, in dem die einen Geschäfte an den Grenzen machen und den Feinden Waffen verkaufen, und die anderen die Stadt sterben lassen, damit die internationale Gemeinschaft sich auf ihre Seite stellt, die sich derweil einfach abwendet, um sich selbst nicht im Spiegel sehen zu müssen, im Herzen eines Europas, das einen weiteren Völkermord vorbereitet (wieder einmal streitet man über die Bezeichnung, in Den Haag wie in Nürnberg)." Ich kann die Enttäuschung bei einigen Lesern durchaus verstehen, die aufgrund des Klappentextes etwas anderes erwartet haben. Wer also Romane mit stark geschichts-politischem Schwerpunkt, eingebettet in eine Familiengeschichte mag, der ist mit "Alma" wirklich gut beraten.

Spürbare politisch-geschichtliche Zerissenheit.
4

Ein Roman, der Aufmerksamkeit erfordert

"Alma" von Federica Manzon hat mich auf vielfältige Weise beeindruckt. Alma kehrt zurück nach Triest, der geschichtsträchtigen Stadt im Osten Italiens, der ehemaligen Grenze zu Jugoslawien. Dort trifft sie ihre Jugendliebe Vili wieder, den ihr Vater einst aus Jugoslawien mitgebracht hat. In Gedankensplittern begleiten wir Alma, durch ihre Kindheit und Jugend, ihr jetziges Leben, den Rückblick auf den schrecklichen Krieg im ehemaligen Jugoslawien nach dem Tod Titos. Tito, zu dem ihr Vater ein besonderes Verhältnis hatte. Ich hatte am Anfang leichte Schwierigkeiten, in das Buch hinein zu finden, dann hat es mich allerdings vollständig gepackt. Der Roman beschreibt in für mich wunderschöner und auch sehr bildhafter Sprache ein Kapitel der Geschichte, das mir so noch nie begegnet ist. Ein politisch interessantes Kapitel, das in der Literatur meines Wissens nicht (ausreichend) behandelt wird. Die Zerrissenheit der Menschen in der Region Triest, eben noch Grenze gen Osten und plötzlich mitten in einem Europa, das sich neu gliedert. Und dazwischen Alma, die als Journalistin tiefer gehen will. Es ist ein Buch, das Aufmerksamkeit fordert, ein Buch, das in der Zeit springt. Nicht immer sofort und offensichtlich. Ein Buch, das die Menschen in Triest zum Leben erweckt. Der Vater Almas, der immer unterwegs ist, manchmal sehr lange. Die Großeltern, die in alter Zeit gefangen sind und Habsburger Traditionen leben. Dazwischen die Jugend auf der Suche nach Orientierung. Alma war mir sehr sympathisch bei ihrer Suche nach der Vergangenheit und ihren Erinnerungen. Was ich mir gewünscht hätte, wäre ein Zeitstrahl am Ende des Buchs gewesen, der die Geschichte Jugoslawiens und seiner Nachfolgestaaten, aber auch die Geschichte Triests darstellt. Handelt es sich doch um einen Abschnitt der Geschichte, der nicht so bekannt ist, wie er es verdient hätte. Der Roman ist auf jeden Fall eine Empfehlung wert, ich habe allerdings zu einigen Ereignissen Goggle befragen müssen. Daher auch nur 4 Sterne!

3

Komplex und gewaltig

„Alma“ ist ein Roman, der aufgrund seines Klappentexts bei mir leider falsche Erwartungen geweckt hat. Statt eines Schattens des Krieges stehen der Krieg und seine Auswirkungen klar im Mittelpunkt. Ich hatte einen Roman über die Schönheiten Triests erwartet und bekam stattdessen ausführliche Schilderungen der geschichtlichen Entwicklung der Stadt und ihrer Umgebung. Zu Beginn lernen wir Alma und ihre familiäre Situation kennen. Die Mutter wirkt unglücklich und scheint sich selbst und ihre Tochter zu vernachlässigen – bis der Vater plötzlich wieder auftaucht, den Familienalltag durcheinanderbringt und nach wenigen Tagen erneut verschwindet. Lange bleibt unklar, was er dann eigentlich treibt und womit er sein Geld verdient. Eine entscheidende Wendung erfährt Almas Leben, als Vili, ein Junge mit geheimnisvoller Vergangenheit, vom Vater kurzerhand zum neuen Familienmitglied erklärt wird. Zwischen Alma und Vili entsteht eine ungewöhnliche, vielschichtige Beziehung, die sich über Jahrzehnte hinweg entwickelt. Der Roman ist sehr detailreich und intensiv recherchiert, insbesondere in geografischer und historischer Hinsicht. Einige real wirkende Fotografien verleihen der Erzählung zusätzliche Authentizität. Während ich zu Beginn noch bemüht war, Ort und Zeit einzuordnen, verlor ich im Verlauf zunehmend den Überblick, da konkrete Angaben oft fehlen. Geografische und geschichtliche Vorkenntnisse sind daher enorm hilfreich, um der Handlung besser folgen zu können. Auch der Schreibstil fordert Aufmerksamkeit: Die Sätze sind häufig komplex und dicht, sodass sich das Buch weniger für zwischendurch eignet. Gleichzeitig finden sich viele poetische und nachdenkliche Passagen, die mich berührt und zum Nachdenken angeregt haben. Besonders interessant sind die Momente, in denen deutlich wird, wie stark Familie, Herkunft und vielleicht sogar Gene unser Verhalten prägen. Wer sich für die Geschichte Triests und die Auswirkungen des Krieges in dieser Region interessiert, erhält mit „Alma“ umfangreiche Einblicke. Und wer die Macht der Sprache liebt, wird mit diesem Schreibstil ebenfalls vieles für sich entdecken. Für einen genaueren Eindruck empfehle ich einen Blick auf den italienischen Original-Klappentext, der deutlich konkreter ist als die deutsche Übersetzung.

4.5

Alma returns back to Triest for her father’s will. Her childhood and adolescence were during Tito’s reign and Balcanian wars after the fallout of Yugoslavia.

Big small book with complex yet not very interesting main character. The disclaimer highly implies some documentary or personal story behind the book. Alma seems very fractured, passive, the runaway who never grew out (into the adulthood). She is yet one of many pieces on the chess board. Her friend Villy is active, yar misplaced. They both struggle with identity, nationality, motherland. Most plot is a journey through childhood, youth. The sudden twist works. The cultural and historical complexities nowadays hit so much closer to home. This book has been a worthwhile read. Good translation.

3

Düster und schwermütig Federica Manzon nimmt uns mit in die Geschichte von Triest, das Leben in einem Jugoslawien, das auseinanderbricht. Alma reist in ihre Heimat, um das Erbe ihres Vaters anzutreten. Dabei trifft sie auf Vili, ihre große Liebe und Erinnerungen werden wach. Die Geschichte beschreibt den Zeitraum von drei Tagen und ist auch dementsprechend in Kapitel eingeteilt. Die Handlung selbst war für mich schwer zu erfassen, die Figuren konnten mich nicht emotional packen. Alma ist auf der Suche nach ihrer Herkunft, dem, was ihre Identität ausmacht. Der Vater, den sie so selten sieht, ist eine wichtige Person in ihrem Leben. Und doch wusste sie eigentlich nichts über ihn. Die Kriegsereignisse werden nicht beschönigt, aber zum besseren Verständnis wären hier Vorkenntnisse durchaus sinnvoll. Gut gefallen haben mir die schwarzweiß Fotos im Buch, die die Zeit widerspiegeln. Die Kombination aus Selbstfindung und geschichtlichen Ereignissen war diesmal nicht mein Buch. Die Zeitsprünge haben es mir schwer gemacht, der Handlung zu folgen und haben mich teilweise verwirrt zurückgelassen. Ein Buch, das schwer zu lesen ist und einen eher traurigen und schwermütigen Charakter hat.

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