All die Frauen, die das hier überleben

All die Frauen, die das hier überleben

Hardcover
4.617

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Beschreibung

DER SCHMERZ, DIE STILLE, DAS STIGMA – UND ENDLICH: FREIHEIT Ein Sog, der uns hinabzieht in die Realität unzähliger Frauen Martas Mann Maksym ist tot. Nach der Beerdigung nimmt sie Beileidswünsche entgegen, ein Mensch nach dem anderen reicht ihr die Hand, will Trost spenden – was man ihr nicht ansieht: Marta selbst ist erleichtert, befreit; dumpf spürt sie die Angst all der Jahre in sich, die ihr Leben mit Maksym begleitet hat. Ein Neuanfang hätte es für Marta damals sein sollen: die schnelle Heirat nach dem Tod ihrer eigenen Mutter, das Zusammenleben mit einem Partner an ihrer Seite, dessen Glanz sie wie ein Spiegel einzufangen gedachte. Es fühlte sich an, als wäre Maksym ein Mann, der Marta selbst „besser“ machen könnte; schöner, bewundernswerter. Wie weit können und müssen wir gehen, um uns selbst zu schützen? Doch es dauert nicht lange, bis Maksym eine andere Seite von sich zeigt. Stück für Stück, Tag für Tag: Maksym isoliert seine Frau mehr und mehr. Maksym trinkt mehr und mehr. Maksym wird jedes Mal ein kleines bisschen wütender, härter. Martas Umgebung beginnt stutzig zu werden. Letzen Endes muss Marta eine Entscheidung treffen: für sich selbst; für ihr eigenes Überleben. Natalja Tschajkowska erzählt mit herausragender Wucht die Geschichte einer gewaltvollen Beziehung Dieser Roman handelt – in bewundernswerter Klarheit verfasst, beinahe lakonisch wirkend – von den Untiefen des Menschlichen. Natalja Tschajkowska hat mit „All die Frauen, die das hier überleben“ einen Text geschaffen, der die brutale Alltäglichkeit von Gewalt, Wut und Zweifel, die gesellschaftliche Wertung, die Sehnsucht nach Liebe und Schutz – die Ambivalenz von Gefühlen – einfängt.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Hardcover
Seitenzahl
368
Preis
23.90 €

Beiträge

8
Alle
5

Die Handlung des Buches ist nicht allzu komplex, aber es lebt von seinen absolut detaillierten und grausam auf den Punkt getroffenen Darstellungen. Beschrieben wird die Beziehung zwischen Marta und Maksym, die sehr bald nach ihrem Kennenlernen heiraten. Beide haben Gründe dafür, die in ihrer Geschichte liegen und die sie anfangs voneinander noch nicht kennen. Sehr bald entwickelt sich die Beziehung zu einer extrem toxischen. Das Verleugnen und Schönreden beginnt, die Isolierung von anderen Menschen und die Gewalt wird brutaler. Vor dem Lesen sollte man wissen: es wird gar nichts ausgespart und das ist eine der heftigsten Lektüren zum Thema, die mir in den letzten Jahren begegnet sind.

4.5

„Ich weiß, dass diese Qualen früher oder später enden, denn so kann es nicht ewig weitergehen. Dieses Duell muss aufhören, und obwohl ich keine Ahnung habe, wie, muss ich als Siegerin daraus hervorgehen.“ Natalja Tschajkowskas Roman „All die Frauen, die das hier überleben“ ist das erste ihrer Bücher, das ins Deutsche übertragen wurde (Ü. Von Jutta Lindekugel) und zugleich eins besonders harter Thematik. Marta heiratet nach dem Tod ihrer Mutter ziemlich überstürzt Maksym, einen Mann, den sie erst wenige Tage kennt, aber von dem sie denkt, dass er sie selbst „besser“ macht. Doch schnell merkt Marta, dass sich ihre Vorstellung vom Glück nicht bewahrheitet. Denn genau das Gegenteil ist der Fall: ihre Angst wächst von Tag zu Tag. Maksym entlarvt sich als Tyrann. Sie sieht sich übelsten Beleidigungen, psychischen und physischem Missbrauch begegnet, der sie an ihre eigenen Grenzen bringt. Es ist an Marta eine Entscheidung zu fällen — für ihr eigenes Überleben. Tschajkowska erzählt auf 365 Seiten vom unermesslichen Unrecht, was Marta erfährt. Sie gibt der Angst, der zunehmenden Gewalttätigkeit und Bedrohung einen Raum. Spricht aus, was oftmals tabuisiert wird. Häusliche Gewalt ruft Scham hervor, Selbstzweifel und mindert schleppend das Selbstbewusstsein. Marta sieht sich in einer Spirale der Gewalt gefangen, zunehmend isoliert. Die Bedrohung spitzt sich von Seite zu Seite zu, ist teilweise nur schwer ertragbar. Die Autorin ist der Frage auf der Spur, wieviel ein Mensch ertragen kann. Leben und Tod werden immer stringenter miteinander verknüpft. Für was wird sie sich entscheiden? Doch wieso wird die Schuld immer wieder bei den Frauen gesucht? Wieso wird nicht ihnen geglaubt, sondern den Männern, die die Gewalt ausüben? Tschajkowska gibt nicht nur einem individuellen Schicksal eine Stimme, sondern kritisiert scharf die Gesellschaft, in der dieses beinah unbemerkt geschehen kann. Die kleinen Schritte in die Isolation, die Abhängigkeiten und zusetzt die Gewalt werden eindringlich aufgezeigt. Eine Triggerwarnung befindet sich im Buch. Leseempfehlung; am Rande des Ertragbaren!

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4.5

Düster, gewaltig, befremdlich, traurig Maksime verwüstet, zerstört und vernichtet nicht nur das Leben von Marta und deren Sohn.... und kommt vorerst ungestraft davon..... 4,5⭐️

5

HIGHLIGHT

HIGHLIGHT "Meine Befreiungsversuche werden schwächer und schwächer...Ich glaube, ich weiß bereits, was der Tod bedeutet. Denn ich sehe ihn vor mir." S.299 All die Frauen, die das hier überleben, handelt von einer toxischen und gewalttätigen Beziehung. Protagonistin ist Marta. Sie heiratet Maksym , der sich bereits kurz nach der Hochzeit von seiner negativen Seite zeigt. Schritt für Schritt isoliert er Marta von ihrer Umwelt, beleidigt und demütigt sie. Immer häufiger wird Maksym gewalttätig und brutal. Nach den Attacken fleht er um Vergebung. Irgendwann wird Marta klar, dass sie einen Weg aus ihrer Ehehölle finden muss, wenn sie überleben will. Dieses Buch hat mir Gänsehaut bereitet. Es hat mich mal richtig wütend, mal traurig gemacht. Die Geschichte ist richtig harter Tobak. Was Marta in ihrer Ehehölle erlebt hat, ist unglaublich. Erzählt wird aus Martas Perspektive. Ihr Schmerz, die Verzweiflung, die Hoffnungslosigkeit und die Angst sind greifbar. Beim Lesen hatte ich mehrfach ein richtig beklemmendes Gefühl. Das Buch beginnt mit Maksyms Beerdigung. Man weiß also von Anfang an, dass Maksym tot ist. Dann erfährt man die Leidensgeschichte Martas von Anfang an. Woran Maksym gestorben ist, erfährt man erst ganz zum Schluss. Die Geschichte kann mit jedem Thriller mithalten. Ich konnte nicht mehr aufhören, zu lesen. Absolute Leseempfehlung für jeden, dem die Thematik nicht zu heftig ist. Für mich war es ein Lesehighlight 2023 Die Autorin kommt aus der Ukraine.Sie hat mehrere Romane und Kurzgeschichten verfasst.

HIGHLIGHT
4

Fesselndes Drama um häusliche Gewalt, das mich in vielerlei Hinsicht fassungslos gemacht hat

5

Ein Buch über das Thema „Häusliche Gewalt“. Schmerzhaft, aber sehr lesenswert.

3.5

Triggerwarnung, häusliche Gewalt, Psychterror und sexuelle Gewalt aber lesenswert

Marta ist eine Frau die schon viel erlebt hat und die Vergangenheit noch nicht verarbeitet hat. Dies nimmt sie mit in ihre Gegenwart und verirrt sich in eine Ehe die alles andere als Glücklich ist. Trotz Warnsignale und Warnungen von Freundinnen, heiratet sie Kurzerhand Maksym. Schleichend entwickelt sich eine gewaltätige und unterdrückte Beziehung. Man spürt die Bedrohung in der Schreibweise von der Autorin und hofft für Marta das nicht bis zum äußersten geht. Es ist in Form eines Tagebuches geschrieben und wird aus der" Ich "Perspektive erzählt. Man bekommt die Gedanken, Ängste und den Kampf zurück ins Leben von Marta sehr detailreich mit. Es ist ein Fiktiver Roman aber nicht weniger Real. Vielen Frauen geht es so wie Marta und nicht jede überlebt den Terror. Eine schmerzhafte, schwere und brutale Kost und Eine Triggerwarnung !!!!! Wenn du Gewalt gegen Frauen und Psychterror ertragen kannst dann ist das ein Buch was man lesen sollte.

Triggerwarnung, häusliche Gewalt, Psychterror und sexuelle Gewalt aber lesenswert
4

Marta heiratet ziemlich überstürzt Maksym und wird nach und nach immer mehr von ihrer Familie und von Freunden abgeschottet. Mit einer Leichtigkeit wird Marta in eine Abhängigkeit bugsiert. Die genauen Hintergründe, warum sie sich so schnell und vor allem auf diesen Typ Mann eingelassen hat, werden nicht näher erläutert. Es ist einfach nicht zu fassen. Sämtliche Warnungen werden zwar wahrgenommen, aber bald darauf verdrängt. Im ersten Viertel habe ich sogar überlegt, das Buch abzubrechen. Ich habe es kaum ausgehalten, dass sich Marta auf solch eine Ehe einlässt, dass sie es zulässt, wie er mit ihr umgeht. Gegenseitige Zuneigung ist gar nicht zu spüren. Die Ehe eingegangen, um den Ansprüchen der Gesellschaft zu entsprechen. Maksym ist ein wahr gewordener Albtraum. Ein erstes Vermissen ist zu spüren, als er auf Dienstreise ist. Ein halbes Jahr später gibt es dann die erste Liebeserklärung. Wird es besser? Wird er sich bessern? Kann eine Schwangerschaft die Beziehung zueinander retten? Nein, natürlich nicht. Aber Marta hat keine Kraft, diesen Mann aus ihrem Leben zu verbannen. Sie ist sämtlichen Arten von Gewalt ausgesetzt. Das einzig Gute ist das erste Kapitel. Das hat mich durchhalten lassen. „All die Frauen, die das hier überleben“ von Natalja Tschajkowksa kann ich nur eingeschränkt weiterempfehlen. Lest es nur, wenn ihr euch dazu in der Lage fühlt und keinerlei Gewalt erfahren habt. Mein Leseerlebnis hat sich vor ein paar Wochen noch intensiviert, weil eine Reportage über häusliche Gewalt im TV lief. Ein grausames, erdrückendes und extrem intensives Buch. Auch nach Wochen fällt es mir schwer, hier die richtigen Worte zu finden. „Ich werde von einer Vielzahl widersprüchlicher Empfindungen erfasst: Panik, Vergnügen, Scham, Hilflosigkeit ... Aber schließlich kehrt Frieden in mir ein. Endlich passiert etwas.“

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