Alice Rose und die grosse Silberverschwörung
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Wenn man beim Aufräumen plötzlich ein Buch in den Händen hat, an das man sich komplett nicht erinnert ... ist das meist ein Zeichen dafür, dass es auch nicht besonders war. "Alice Rose" kriegt von mir mal einen Stern Zusatz dafür, dass ich seit vielen Jahren nicht mehr zur Zielgruppe gehöre. Alice Rose, die titelgebende Protagonistin, ist 12-13 im Buch. Sie lebt im Amerika des 19. Jahrhunderts, zur Zeit des Gold- und Silberrauschs und des Bürgerkriegs, in einer Bergbausiedlung im Westen Amerikas. Ansonsten ist ihr Leben eher ungewöhnlich, mit einem Journalisten-Vater, der eher trinkt als sich um seine Tochter zu kümmern, und einer Mutter, die direkt vor Einsetzen der Handlung stirbt. Prinzipiell also eine interessante Zeit, mal das Leben einer Teenagerin in diesem Setting zu betrachten und die Jugendbücher dieser Art haben damals enorm geholfen, mein Weltbild zu vergrößern. (Ich erinnere mich vage an Annie, die in einer ähnlichen Welt lebte und die ich viel toller fand - immerhin erinnere ich mich heute noch an sie.) Leider bleibt Alice Rose aber in allen Belangen etwas flach. Sie freundet sich mit dem Mann an, der später als Mark Twain bekannt wird, und wenn man dem Nachwort glauben mag, dann ging es Frau Lasky vor allem darum, einen Charakter zu erschaffen, der an Marks Seite ein Abenteuer erleben konnte, weil sie ein großer Fan von ihm ist. Leider teile ich ihre Begeisterung für Mark Twain und daher auch den Charakter im Buch nicht und das Abenteuer von Alice Rose und ihm ist auch eher mau. Dennoch, wäre ich noch mal 12, fände ich das Buch sicher gut, vor allem, weil ich vorher nicht wusste, was ein Claim ist oder wie man sich das Leben in Amerika zu der Zeit vorstellen sollte. Ob es nun hundert Prozent korrekt ist, weiß ich nicht, aber ich finde, das muss ein Jugendbuch auch nicht - hauptsache, es weckt Interesse und vermittelt überhaupt ein Bild, das nicht überaus romantisiert ist. Und das ist es hier definitiv nicht, stattdessen findet man durchaus Kritik an Sklaverei und Rassismus zwischen den Zeilen versteckt.
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Wenn man beim Aufräumen plötzlich ein Buch in den Händen hat, an das man sich komplett nicht erinnert ... ist das meist ein Zeichen dafür, dass es auch nicht besonders war. "Alice Rose" kriegt von mir mal einen Stern Zusatz dafür, dass ich seit vielen Jahren nicht mehr zur Zielgruppe gehöre. Alice Rose, die titelgebende Protagonistin, ist 12-13 im Buch. Sie lebt im Amerika des 19. Jahrhunderts, zur Zeit des Gold- und Silberrauschs und des Bürgerkriegs, in einer Bergbausiedlung im Westen Amerikas. Ansonsten ist ihr Leben eher ungewöhnlich, mit einem Journalisten-Vater, der eher trinkt als sich um seine Tochter zu kümmern, und einer Mutter, die direkt vor Einsetzen der Handlung stirbt. Prinzipiell also eine interessante Zeit, mal das Leben einer Teenagerin in diesem Setting zu betrachten und die Jugendbücher dieser Art haben damals enorm geholfen, mein Weltbild zu vergrößern. (Ich erinnere mich vage an Annie, die in einer ähnlichen Welt lebte und die ich viel toller fand - immerhin erinnere ich mich heute noch an sie.) Leider bleibt Alice Rose aber in allen Belangen etwas flach. Sie freundet sich mit dem Mann an, der später als Mark Twain bekannt wird, und wenn man dem Nachwort glauben mag, dann ging es Frau Lasky vor allem darum, einen Charakter zu erschaffen, der an Marks Seite ein Abenteuer erleben konnte, weil sie ein großer Fan von ihm ist. Leider teile ich ihre Begeisterung für Mark Twain und daher auch den Charakter im Buch nicht und das Abenteuer von Alice Rose und ihm ist auch eher mau. Dennoch, wäre ich noch mal 12, fände ich das Buch sicher gut, vor allem, weil ich vorher nicht wusste, was ein Claim ist oder wie man sich das Leben in Amerika zu der Zeit vorstellen sollte. Ob es nun hundert Prozent korrekt ist, weiß ich nicht, aber ich finde, das muss ein Jugendbuch auch nicht - hauptsache, es weckt Interesse und vermittelt überhaupt ein Bild, das nicht überaus romantisiert ist. Und das ist es hier definitiv nicht, stattdessen findet man durchaus Kritik an Sklaverei und Rassismus zwischen den Zeilen versteckt.




