Al Qanater

Al Qanater

Hardcover
4.54
AuslandGesellschaft

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Beschreibung

Fünf Jahre saß Hannes Führinger unschuldig im Horror-Gefängnis Al Qanater in der Nähe von Kairo. Die ägyptische Staatssicherheit verurteilte den österreichischen Security-Mann in einem Schauprozess gegen einen „ungläubige Ausländer“ wegen angeblichem illegalen Waffenbesitzes zu sieben Jahren erschwerter Haft und hielt ihn weiter fest, als sogar ein Höchstgericht seine Unschuld bestätigte. Während er jeden Tag um sein Leben kämpfte, bekam er den Umbruch des Landes und die Flüchtlingsströme im Zerrspiegel einer Gefängniszelle mit. Ein Buch über die Grenzen der menschlichen Belastbarkeit, die dunkelsten Seiten Ägyptens und eine späte Befreiung.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Biografien
Sub-Genre
N/A
Format
Hardcover
Seitenzahl
240
Preis
21.90 €

Autorenbeschreibung

Hannes Führinger, geboren 1979, gründete nach einer Laufbahn beim österreichischen Militär und bei der Polizei eine Sicherheitsfirma, mit der er sich auf den Schutz von Lastschiffen vor Piratenangriffen spezialisierte. Bei einer Reise zu einem Einsatz im Jahr 2011 verhaftete ihn die ägyptische Polizei, obwohl er seine mitgeführten Waffen ordnungsgemäß deklariert hatte. Erst im Oktober 2016 kam er zurück nach Österreich.

Beiträge

1
Alle
5

Grausame Realität

»Wenn es nach mir ginge, würde ich alle Ungläubigen hängen lassen«, sagte der Richter. »Leider kann ich dieses Strafmaß an diesem Gericht nicht verhängen. Deshalb verhänge ich die höchstmögliche Strafe, die für die beiden Angeklagten möglich ist.« Er deutete auf mich. »Der erste Angeklagte erhält sieben Jahre erschwerte Haft.« Sein Finger wanderte in Richtung Karl. »Der zweite Angeklagte erhält drei Jahre erschwerte Haft.« (S. 139) Hannes Führinger saß aufgrund reiner Willkür unschuldig fünf Jahre unter den menschenunwürdigsten Umständen in Ägypten im Gefängnis. Wem das Tora Gefängnis ein Begriff ist weiß, welch menschenverachtende Machenschaften an der Tagesordnung sind. „Jede Zelle maß etwa 30 mal 50 Meter. 150 Quadratmeter, in die jeweils 200 bis 300 Menschen gepfercht waren.“ (S. 146) Krankheit, Ungeziefer, Ausscheidungen jeglicher Art und die Schrei gefolterter Insassen sind an der Tagesordnung. Wasser fließt täglich für 30 Minuten. Das Essen eine undefinierbare Brühe, angereichert mit Unrat. Sein letzter, aktiver Auftrag war es, ein Schiff namens „Four Smile“ vor Piraten zu schützen. Doch dazu kam es nicht mehr. Nach vielen Jahren Inhaftierung sollte das Ende der Haftzeit nahen. Ein Gefangenenaustasch sollte vollzogen werden. Das Auswärtige Amt lehnte ab. Half Hannes nicht! Die Umstände im Gefängnis seien zu desaströs, als dass man die angebotenen Häftlinge im Tausch in jenes Gefängnis stecken könnte. Dieses Buch schmerzt. Macht aber auch zeitgleich Hoffnung, dass es irgendwo dort draußen Menschen gibt, die nicht aufgeben und für das Gute kämpfen. Und was das wichtigste ist: Sich selbst und den Glauben, das es irgendwann besser wird, nicht zu verlieren. Ich mag mir nicht in meinen kühnsten Träumen ausmalen, wie es Hannes während dieser Zeit erging und was seine Frau Lisa von außen an Arbeit leistete, um ihren Mann zu unterstützen. „Al Qanater“ ist ein Buch für Realisten. Verschweigt nichts. Warum auch, wenn es solche Zustände in der Realität gibt. Euphemismen sucht man vergebens. Vielen Dank für diesen intimen Einblick. P.S. @saynotobooms jetzt weiß ich auch, wofür die PlayStation gut war 🥹

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