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Romane

Tess von den d'Urbervilles

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Über das Buch

Tess von den d'Urbervilles, erstmals 1891 erschienen, ist Thomas Hardys schonungslose Tragödie einer jungen Landarbeiterin, deren Leben durch Herkunftsmythen, sexuelle Gewalt, soziale Heuchelei und ein unerbittliches Schicksalsdenken zerstört wird. In der fiktiven Landschaft Wessex verbindet Hardy realistische Milieubeobachtung mit symbolischer Naturdarstellung und einer fast antiken Tragik. Der Roman steht im Kontext des späten viktorianischen Realismus, sprengt jedoch dessen moralische Konventionen durch seine Verteidigung einer "reinen Frau" gegen die Urteile der Gesellschaft. Thomas Hardy, 1840 in Dorset geboren, kannte die ländliche Welt, ihre Arbeitsformen, Dialekte und Klassenordnungen aus unmittelbarer Erfahrung. Als ausgebildeter Architekt und späterer Schriftsteller entwickelte er ein besonderes Gespür für Räume, Traditionen und deren Verfall unter dem Druck der Moderne. Seine skeptische Haltung gegenüber Religion, Fortschrittsoptimismus und viktorianischer Sexualmoral prägt Tess' Geschichte ebenso wie seine lebenslange Beschäftigung mit Zufall, sozialer Determination und menschlicher Verletzlichkeit. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die psychologische Tiefe, gesellschaftskritische Schärfe und sprachliche Schönheit schätzen. Hardy zwingt dazu, Schuld, Unschuld und moralisches Urteil neu zu bedenken. Tess bleibt deshalb nicht nur eine Romanfigur, sondern eine der bewegendsten Gestalten der europäischen Literatur.

Editionen (12)

ISBN9788028394059
VerlagCopycat
Erscheinungsdatum24.06.25
Seitenzahl276

Rezensionen & Bewertungen

101 Bewertungen

16 Rezensionen

4,0

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  • bookswithchristina
    bookswithchristina

    150 Follower

    5,0

    Tess of the d'Urbervilles von Thomas Hardy ist kein Buch, das man einfach liest – es ist eines, das einen emotional zermürbt und lange beschäftigt 🥺 Im Zentrum steht Tess, eine junge Frau, die von Anfang an in ein Leben hineingezogen wird, das sie nie wirklich selbst bestimmen darf. Was dieses Buch so intensiv macht, ist nicht nur ihre Geschichte, sondern die gnadenlose Art, wie Hardy zeigt, wie wenig Kontrolle sie über ihr eigenes Schicksal hat. Immer wieder hofft man als Leser, dass sich für Tess alles zum Guten wendet – und genau diese Hoffnung macht die Geschichte so schmerzhaft. Besonders eindrücklich ist die Kritik an den gesellschaftlichen Moralvorstellungen der Zeit. Tess wird für Dinge verurteilt, die außerhalb ihrer Kontrolle liegen, während männliche Figuren deutlich milder behandelt werden. Diese Ungerechtigkeit zieht sich durch das gesamte Buch und sorgt für eine tiefe Frustration beim Lesen. Man spürt regelrecht, wie sehr Tess unter den Erwartungen und Normen ihrer Umgebung leidet und wie wenig Raum ihr bleibt, sich daraus zu befreien. Die Figuren tragen stark zur Wirkung des Romans bei. Tess selbst ist eine unglaublich tragische und zugleich bewundernswerte Figur, deren „Reinheit“ nicht den gesellschaftlichen Vorstellungen entspricht, sondern aus ihrer inneren Stärke kommt. Auch die Atmosphäre des Buches ist bemerkenswert. Die Naturbeschreibungen sind nicht nur schön, sondern oft beklemmend, weil sie Tess’ inneren Zustand widerspiegeln. Es entsteht das Gefühl, dass die Welt um sie herum gleichgültig gegenüber ihrem Leid ist, als würde alles einfach weitergehen, egal was ihr widerfährt. Hardys Schreibstil ist dabei poetisch, aber gleichzeitig schonungslos. Er nimmt sich Zeit für Details, für Emotionen, für Entwicklungen – und genau das macht die Geschichte so intensiv. Man wird nicht nur Zeuge von Tess’ Leben, sondern fühlt sich, als würde man es mit ihr durchleben. Was dieses Buch letztlich so stark macht, ist die Mischung aus Hoffnung und unausweichlicher Tragik. Es zeigt, wie zerstörerisch gesellschaftliche Normen sein können und wie unfair das Leben manchmal verläuft. Tess’ Geschichte ist keine, die Trost spendet – sie ist eine, die aufrüttelt. Tess of the d’Urbervilles ist damit ein tief bewegender, oft schmerzhafter Roman, der unter die Haut geht. Kein leichtes Buch, aber eines, das man nicht so schnell vergisst.

    22. Apr. 2026

  • lauralein
    lauralein

    90 Follower

    4,5

    Vielleicht mein neuer Lieblingsklassiker?

    Wow… was für ein tolles Buch. 📕 Es lag lange auf meinem SUB, da ich für einen Klassiker auch die Ruhe brauche… aber dieses Buch war sooo fesselnd! Ja, an den Schreibstil muss man sich immer erst einmal gewöhnen, aber das gelang mir hier recht schnell. Tess widerfährt wirklich eine Reihe unglücklicher Ereignisse & dass die Grundgedanken und die Gesellschaftskritik damals ein Skandal waren ist sehr gut nachvollziehbar. Die tollen Extras des Coppenrath Verlags bringen wieder viel Wissenswertes rund um das Werk und den Autor mit sich.. den Bezug von Fifty Shades of grey hatte ich gar nicht mehr auf dem Schirm. Aber das ich das gelesen habe ist auch schon lange her. 😅 Mein eigentlicher Lieblingsklassiker ist Sturmhöhe. Aber vielleicht muss ich das nochmal überdenken.

    1. März 2026

  • redskorpia
    redskorpia

    100 Follower

    4,5

    Damals skandalös - heute ein zeitloser Klassiker!

    Zunächst muss einmal gesagt werden, dass dieser Roman sicherlich nichts für jedermann ist! Wer die Geschichte von Tess noch nicht kennt, sollte wissen, dass es keine Liebesgeschichte im herkömmlichen Sinne ist, sondern vordergründig ein Drama, das zuweilen sehr melanchonisch, tragisch und depresiv anmutet. Die Geschichte ist sehr lesenswert und ist in Schrift und Bild wortgewaltig! Hardy war der damaligen Zeit mit dieser Geschichte vorraus. Was damals als skandalös galt und für viel Kritik sorgte, ist heute, wenn man von einigen Wortlauten und Formulierungen absieht, sehr gut auf die heutige Zeit und Gesellschaft anwendbar. Eine wortgewande und bildliche Tragödie, die in Wort und Stil ihres gleichen sucht.

    Damals skandalös - heute ein zeitloser Klassiker!

    18. Feb. 2026

3 von 16 Rezensionen

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