Blick ins Buch

Lyrik & Dramen

Amphitryon

3,2(17)
Sprache
Deutsch
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Über das Buch

Mit Amphitryon (1807) greift Heinrich von Kleist den antiken, über Molière vermittelten Mythos vom göttlichen Doppelgänger auf und verwandelt die Komödie der Verwechslung in ein metaphysisches Prüfspiel der Identität. Jupiter erscheint Alkmene in der Gestalt ihres Gatten Amphitryon; aus dem erotischen Betrug erwächst eine Krise von Sprache, Gewissheit und ehelicher Treue. Kleists Versdrama verbindet klassische Formstrenge mit nervöser, dialogischer Präzision und steht zwischen Aufklärung, Weimarer Klassik und Frühromantik, indem es Vernunft und Gefühl gegeneinander ausspielt. Kleist (1777-1811), preußischer Offizier, rastloser Reisender und Außenseiter des literarischen Betriebs, war zeitlebens von Erkenntnisskepsis und gesellschaftlicher Entwurzelung geprägt. Seine berühmte Kant-Krise, seine Erfahrungen mit militärischer Disziplin und seine Suche nach einer tragfähigen Ordnung schärften seinen Blick für Masken, Rollen und instabile Wahrheiten. In Amphitryon findet diese intellektuelle Unruhe eine zugleich heitere und abgründige dramatische Gestalt. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die Mythologie nicht als bloßen Stoff, sondern als Experiment über Bewusstsein verstehen möchten. Kleists Amphitryon bietet funkelnde Komik, psychologische Genauigkeit und theologische Irritation in seltener Dichte. Wer die Frage reizvoll findet, woran Liebe glaubt, wenn alle Zeichen täuschen, wird hier ein Meisterwerk deutscher Dramatik entdecken.

Editionen (15)

ISBN9788028344597
VerlagSharp Ink
Erscheinungsdatum01.12.23
Seitenzahl140

Rezensionen & Bewertungen

17 Bewertungen

1 Rezensionen

3,2

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  • taaya
    taaya

    8 Follower

    1,0

    Sprachlich unterirdisch. Was mich aber am Meisten stört, ist, dass hier Vergewaltigung (nichts Anderes ist Zeus' Treiben hier) als lustig dargestellt werden soll. Nicht zu vergessen, dass Zeus dafür am Ende dem Gatten der Frau Belohnungen verspricht, mit der er geschlafen hat, was es zusätzlich noch zu Prostitution samt Zuhälterei macht. Was bitte finden Deutschlehrer (zumindest meiner damals) daran lustig?!

    23. Sept. 2022

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