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Eine dieser Überraschungen, die man völlig ungeplant findet.
Die tausend Leben des Ardor Benn war für mich eine dieser Überraschungen, die man völlig ungeplant findet. Ohne große Erwartungen gestartet und plötzlich saß ich da, fieberte mit einem Meisterdieb mit, lernte die unterschiedlichsten Malmarten kennen und stellte fest, dass Drachen einfach immer funktionieren. 🙌 Die Prämisse allein hatte mich zwar schon neugierig gemacht: Ein Meisterdieb beschließt, den wertvollsten Schatz des Königs zu stehlen. Klingt nach einem guten Heist-Roman? Ist es auch. Aber das Buch bietet deutlich mehr als einen cleveren Raubzug. Ardor Benn ist nämlich kein gewöhnlicher Dieb. Er ist natürlich DER Meister von List und Tücke, ein wandelnder Plan innerhalb eines Plans. Dabei wird ihm sein Vorhaben natürlich alles andere als leicht gemacht, was der Geschichte zusätzliche Spannung verleiht und immer wieder zum Miträtseln einlädt. » Von all der Musik, der ich habe lauschen dürfen, ist nichts vergleichbarer mit der harmonischen Dissonanz eines Drachenschreis.« Besonders begeistert hat mich aber die Welt, die Tyler Whitesides erschaffen hat. Natürlich gibt es Drachen – und ich liebe Drachen!! 🥹 Doch hier sind sie weit mehr als imposante Fantasy-Monster. Sie sind eng mit dem Gleichgewicht der Natur verbunden und spielen eine zentrale Rolle für die gesamte Welt. Je mehr man über sie erfährt, desto faszinierender werden sie. Ich habe mich wirklich in die Darstellung dieser Kreaturen verliebt. » Diese Schwingen, wie gigantisch sie waren, groß wie Schiffsegel. Äderchen verästelten sich auf ihrer ledrigen Oberfläche, und der Schein der Sonne, der durch sie hindurchschimmerte, ließ sie halb durchsichtig wirken. Beinahe schienen sie zu zart, um zu einer solch gewaltigen Kreatur zu gehören.« Und dann wäre da noch das Magiesystem. Als ich zum ersten Mal erfahren habe, worauf das Magiesystem in dieser Welt basiert (bzw. als ich geschnallt habe, was es mit dem abtragen des Krätzstein auf sich hat)musste ich kurz lachen. 😂 Es gehört definitiv zu den ungewöhnlichsten Ideen, die mir in der Fantasy bisher begegnet sind. Eine dieser Ideen, bei denen man sofort denkt: Das kann entweder genial werden oder komplett nach hinten losgehen. Zum Glück gehört dieses Buch eindeutig zur ersten Kategorie. Je nachdem, aus welcher Quelle das Malm stammt und wie es verarbeitet wird, entstehen unterschiedliche Fähigkeiten und Effekte. Was zunächst wie eine skurrile Idee wirkt, entwickelt sich nach und nach zu einem der spannendsten Bestandteile des gesamten Worldbuildings. Nie hatte ich das Gefühl, dass das Konzept albern oder lächerlich wirkt. Im Gegenteil: Je mehr man über Malm und seine Herkunft erfährt, desto faszinierender wird das System. Gleichzeitig ist das auch mein größter Kritikpunkt. An einigen Stellen hätte ich mir wirklich ein Glossar oder eine Übersicht über die verschiedenen Begriffe und Malmarten gewünscht, um nochmal nachschlagen zu können. Dadurch wirkte es gelegentlich komplexer, als sie eigentlich hätte sein müssen. Auch die Charaktere konnten mich überzeugen. Im Mittelpunkt stehen vor allem Ardor, Raek und Quarrah, die alle auf ihre eigene Weise interessant sind. Besonders angenehm fand ich, dass sie weder naiv noch unfehlbare Überflieger sind. Sie machen Fehler, hinterfragen und entwickeln sich im Verlauf der Geschichte spürbar weiter. Gerade diese Selbstreflexion verleiht ihnen eine gewisse Glaubwürdigkeit. » Ich schreibe diese Zeilen, ohne sehen zu können – weder mit den Augen, noch mit dem Glauben. Wäre es anders, würde ich erkennen, welche Auswirkungen meine Taten haben werden.« Besonders die Freundschaft zwischen Ardor und Raek mochte ich sehr. Ihre Dynamik verleiht der Geschichte immer wieder emotionale Momente zwischen all den Intrigen, Plänen und Explosionen von Donnermalm. Auch der Humor hat für mich hervorragend funktioniert. Das ist tatsächlich etwas, womit ich oft Schwierigkeiten habe. Übertriebene Dauer-Comedy oder Figuren, die ständig einen flapsigen Spruch nach dem anderen raushauen, sind normalerweise nicht mein Fall. Hier ist der Humor jedoch angenehm dosiert und lockert die Geschichte auf, ohne jemals die ernsten Momente zu untergraben. Besonders das letzte Drittel hat mich dann noch einmal positiv überrascht. Denn hinter dem großen Abenteuer steckt auch eine Botschaft darüber, warum manche Dinge geschützt statt ausgebeutet werden sollten – und warum manche Ressourcen vielleicht wertvoller sind, als wir zunächst denken. Ein Highlight wurde das Buch für mich zwar nicht. Dafür gab es dann doch ein paar Längen und kleinere Schwächen. Trotzdem war es eine unterhaltsame, kreative und spannende Reise, die mich begleitet hat. Warum aber dieses Buch auf Bookstagram so selten auftaucht, ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel. Es hat definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient. Wer Lust auf einen cleveren Heist, großartige Drachen, ein interessantes Magiesystem und sympathische Charaktere hat, sollte Ardor Benn definitiv eine Chance geben. Noch ein kleiner Tipp am Rande ☝️ Falls euch beim Anblick von 800 Seiten spontan die Lesemotivation verlässt…Keine Sorge 😄 Ardor Benn gibt’s auch für die Ohren. Beim Ronin-Hörverlag sind bereits Bände als Hörbücher erhältlich. Band 3 folgt demnächst. So könnt ihr euch Ards Meisterpläne ganz bequem ins Ohr schmuggeln lassen. ✌️

18. Juni 2026
Eine dieser Überraschungen, die man völlig ungeplant findet.
Die tausend Leben des Ardor Benn war für mich eine dieser Überraschungen, die man völlig ungeplant findet. Ohne große Erwartungen gestartet und plötzlich saß ich da, fieberte mit einem Meisterdieb mit, lernte die unterschiedlichsten Malmarten kennen und stellte fest, dass Drachen einfach immer funktionieren. 🙌 Die Prämisse allein hatte mich zwar schon neugierig gemacht: Ein Meisterdieb beschließt, den wertvollsten Schatz des Königs zu stehlen. Klingt nach einem guten Heist-Roman? Ist es auch. Aber das Buch bietet deutlich mehr als einen cleveren Raubzug. Ardor Benn ist nämlich kein gewöhnlicher Dieb. Er ist natürlich DER Meister von List und Tücke, ein wandelnder Plan innerhalb eines Plans. Dabei wird ihm sein Vorhaben natürlich alles andere als leicht gemacht, was der Geschichte zusätzliche Spannung verleiht und immer wieder zum Miträtseln einlädt. » Von all der Musik, der ich habe lauschen dürfen, ist nichts vergleichbarer mit der harmonischen Dissonanz eines Drachenschreis.« Besonders begeistert hat mich aber die Welt, die Tyler Whitesides erschaffen hat. Natürlich gibt es Drachen – und ich liebe Drachen!! 🥹 Doch hier sind sie weit mehr als imposante Fantasy-Monster. Sie sind eng mit dem Gleichgewicht der Natur verbunden und spielen eine zentrale Rolle für die gesamte Welt. Je mehr man über sie erfährt, desto faszinierender werden sie. Ich habe mich wirklich in die Darstellung dieser Kreaturen verliebt. » Diese Schwingen, wie gigantisch sie waren, groß wie Schiffsegel. Äderchen verästelten sich auf ihrer ledrigen Oberfläche, und der Schein der Sonne, der durch sie hindurchschimmerte, ließ sie halb durchsichtig wirken. Beinahe schienen sie zu zart, um zu einer solch gewaltigen Kreatur zu gehören.« Und dann wäre da noch das Magiesystem. Als ich zum ersten Mal erfahren habe, worauf das Magiesystem in dieser Welt basiert (bzw. als ich geschnallt habe, was es mit dem abtragen des Krätzstein auf sich hat)musste ich kurz lachen. 😂 Es gehört definitiv zu den ungewöhnlichsten Ideen, die mir in der Fantasy bisher begegnet sind. Eine dieser Ideen, bei denen man sofort denkt: Das kann entweder genial werden oder komplett nach hinten losgehen. Zum Glück gehört dieses Buch eindeutig zur ersten Kategorie. Je nachdem, aus welcher Quelle das Malm stammt und wie es verarbeitet wird, entstehen unterschiedliche Fähigkeiten und Effekte. Was zunächst wie eine skurrile Idee wirkt, entwickelt sich nach und nach zu einem der spannendsten Bestandteile des gesamten Worldbuildings. Nie hatte ich das Gefühl, dass das Konzept albern oder lächerlich wirkt. Im Gegenteil: Je mehr man über Malm und seine Herkunft erfährt, desto faszinierender wird das System. Gleichzeitig ist das auch mein größter Kritikpunkt. An einigen Stellen hätte ich mir wirklich ein Glossar oder eine Übersicht über die verschiedenen Begriffe und Malmarten gewünscht, um nochmal nachschlagen zu können. Dadurch wirkte es gelegentlich komplexer, als sie eigentlich hätte sein müssen. Auch die Charaktere konnten mich überzeugen. Im Mittelpunkt stehen vor allem Ardor, Raek und Quarrah, die alle auf ihre eigene Weise interessant sind. Besonders angenehm fand ich, dass sie weder naiv noch unfehlbare Überflieger sind. Sie machen Fehler, hinterfragen und entwickeln sich im Verlauf der Geschichte spürbar weiter. Gerade diese Selbstreflexion verleiht ihnen eine gewisse Glaubwürdigkeit. » Ich schreibe diese Zeilen, ohne sehen zu können – weder mit den Augen, noch mit dem Glauben. Wäre es anders, würde ich erkennen, welche Auswirkungen meine Taten haben werden.« Besonders die Freundschaft zwischen Ardor und Raek mochte ich sehr. Ihre Dynamik verleiht der Geschichte immer wieder emotionale Momente zwischen all den Intrigen, Plänen und Explosionen von Donnermalm. Auch der Humor hat für mich hervorragend funktioniert. Das ist tatsächlich etwas, womit ich oft Schwierigkeiten habe. Übertriebene Dauer-Comedy oder Figuren, die ständig einen flapsigen Spruch nach dem anderen raushauen, sind normalerweise nicht mein Fall. Hier ist der Humor jedoch angenehm dosiert und lockert die Geschichte auf, ohne jemals die ernsten Momente zu untergraben. Besonders das letzte Drittel hat mich dann noch einmal positiv überrascht. Denn hinter dem großen Abenteuer steckt auch eine Botschaft darüber, warum manche Dinge geschützt statt ausgebeutet werden sollten – und warum manche Ressourcen vielleicht wertvoller sind, als wir zunächst denken. Ein Highlight wurde das Buch für mich zwar nicht. Dafür gab es dann doch ein paar Längen und kleinere Schwächen. Trotzdem war es eine unterhaltsame, kreative und spannende Reise, die mich begleitet hat. Warum aber dieses Buch auf Bookstagram so selten auftaucht, ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel. Es hat definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient. Wer Lust auf einen cleveren Heist, großartige Drachen, ein interessantes Magiesystem und sympathische Charaktere hat, sollte Ardor Benn definitiv eine Chance geben. Noch ein kleiner Tipp am Rande ☝️ Falls euch beim Anblick von 800 Seiten spontan die Lesemotivation verlässt…Keine Sorge 😄 Ardor Benn gibt’s auch für die Ohren. Beim Ronin-Hörverlag sind bereits Bände als Hörbücher erhältlich. Band 3 folgt demnächst. So könnt ihr euch Ards Meisterpläne ganz bequem ins Ohr schmuggeln lassen. ✌️
18. Juni 2026









