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Vielleicht war das der Grund, warum alte Menschen gebeugt gingen, weil sie durch das Gewicht von Entscheidungen runtergedrückt wurden, die vielleicht richtig waren, sich aber falsch anfühlten.
In diesem Buch werden Recht, Gerechtigkeit und moralische Werte als Bälle eines Jongleurs so handwerklich meisterhaft benutzt, dass man beim Lesen selbst kaum weiß, was richtig und falsch ist. Takis Würger liefert uns viele sanfte Charaktere in einem rauen, bis hin zu kriminellen, Umfeld, welches nur von Widersprüchen und Geheimnissen lebt. Dabei sind die Figuren so nahbar geschrieben, dass man sie sich einerseits als Freund*innen wünscht, andererseits aber auch verachten kann. Man taucht in eine Welt ein, der man so gut wie niemandem wünscht, sie je betreten zu müssen. Ein Geflecht aus Boxsport, Partys und einer elitären Gruppe innerhalb einer elitären Studentenverbindung (selbstverständlich nur von Männern) trifft auf eigentlich sensible Menschen, aus denen viel schlechtes hervorgerufen wird. Die Grenzen der Moral werden auf eine harte Probe gestellt und man fragt sich in fast jedem Kapitel, wie man selbst handeln würde. Durch die Erzählweise aus der Ich-Perspektive aller mehr oder auch weniger Beteiligten ist das Buch unbeschreiblich lebendig und tiefgründig. Es ist wie ein Puzzle, welches durch rückgewandte Erzählungen immer mehr seines eigenen Bildes preisgibt und in einem würdigen Finale zusammengesetzt wird. Hierbei taucht man tief in die eigene soziale Herkunft und die Gedankenwelten jeder Figur ein und bekommt einen ungestellten Eindruck, teilweise aus mehreren Perspektiven, auf jede Situation. Ein wahnsinnig anspruchsvolles aber absolut lesenswertes Buch. Teilweise durchaus obszön, aber auf keinen Fall etwas, was man verpasst haben sollte, wenn man sich auf die moralischen Werte unserer Gesellschaft beruft und sich hiermit auseinandersetzt.
15. Okt. 2025
Vielleicht war das der Grund, warum alte Menschen gebeugt gingen, weil sie durch das Gewicht von Entscheidungen runtergedrückt wurden, die vielleicht richtig waren, sich aber falsch anfühlten.
In diesem Buch werden Recht, Gerechtigkeit und moralische Werte als Bälle eines Jongleurs so handwerklich meisterhaft benutzt, dass man beim Lesen selbst kaum weiß, was richtig und falsch ist. Takis Würger liefert uns viele sanfte Charaktere in einem rauen, bis hin zu kriminellen, Umfeld, welches nur von Widersprüchen und Geheimnissen lebt. Dabei sind die Figuren so nahbar geschrieben, dass man sie sich einerseits als Freund*innen wünscht, andererseits aber auch verachten kann. Man taucht in eine Welt ein, der man so gut wie niemandem wünscht, sie je betreten zu müssen. Ein Geflecht aus Boxsport, Partys und einer elitären Gruppe innerhalb einer elitären Studentenverbindung (selbstverständlich nur von Männern) trifft auf eigentlich sensible Menschen, aus denen viel schlechtes hervorgerufen wird. Die Grenzen der Moral werden auf eine harte Probe gestellt und man fragt sich in fast jedem Kapitel, wie man selbst handeln würde. Durch die Erzählweise aus der Ich-Perspektive aller mehr oder auch weniger Beteiligten ist das Buch unbeschreiblich lebendig und tiefgründig. Es ist wie ein Puzzle, welches durch rückgewandte Erzählungen immer mehr seines eigenen Bildes preisgibt und in einem würdigen Finale zusammengesetzt wird. Hierbei taucht man tief in die eigene soziale Herkunft und die Gedankenwelten jeder Figur ein und bekommt einen ungestellten Eindruck, teilweise aus mehreren Perspektiven, auf jede Situation. Ein wahnsinnig anspruchsvolles aber absolut lesenswertes Buch. Teilweise durchaus obszön, aber auf keinen Fall etwas, was man verpasst haben sollte, wenn man sich auf die moralischen Werte unserer Gesellschaft beruft und sich hiermit auseinandersetzt.
15. Okt. 2025







