Blick ins Buch

Liebesromane

Der Tod in Venedig

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Über das Buch

Gustav von Aschenbach, ein berühmter Schriftsteller von etwas über fünfzig Jahren und schon länger verwitwet, hat sein Leben ganz auf Leistung gestellt. Eine sommerliche Erholungsreise führt ihn nach Venedig. Dort beobachtet er am Strand täglich einen schönen Knaben, der mit seiner eleganten Mutter und seinen Schwestern samt Gouvernante im gleichen Hotel wohnt. In ihn verliebt sich der Alternde. Er bewahrt zwar stets eine scheue Distanz zu dem Knaben, der späte Gefühlsrausch jedoch, dem sich der sonst so selbstgestrenge von Aschenbach nun willenlos hingibt, macht aus ihm letztlich einen würdelosen Greis.

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ISBN9783961112012
VerlagNova MD
Erscheinungsdatum14.04.17
Seitenzahl1

Rezensionen & Bewertungen

417 Bewertungen

56 Rezensionen

3,3

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  • _martin_kopp_
    _martin_kopp_

    283 Follower

    4,0

    Wenn aus Verliebtheit purer Wahn wird und die Konsequenz davon der Verfall ist.

    Der Autor erzählt die Geschichte eines alternden Schriftstellers, der im Urlaub der Schönheit eines Jungen verfällt und sich immer tiefer in eine Verliebtheit verliert. Das führt zu einem regelrechten Wahn und endet letztlich mit dem Verfall von Seele und Leib. Thomas Manns Novelle ist emotional und sehr poetisch geschrieben. Er legt den Fokus nicht auf die (gedankliche) Überschreitung der moralischen Grenze, sondern auf die Verliebtheit, und ihrer blindmachenden rosa roten Brille. Subtil vergleicht der Autor das mit der aufkommenden Seuche und der angehenden Krankheit. Der Leser ist hin und her gerissen zwischen der Moral (Ü50 und 14) und der poetischen Darstellung einseitiger Liebe. Die ellenlangen Schachtelsätze funktionieren bei Mann einfach wunderbar. Ein Stilmittel mit dem der Autor, gepaart mit der eleganten Sprache und einer gewissen Satz-Rhythmik, der Geschichte Detailreichtum und Leben einhaucht und allein dadurch schon eine gewisse Spannung aufbaut. Es macht einfach Spass den sehr poetischen Ausführungen und Gedanken des Autors zu folgen. Auch wenn man deutlich konzentrierter lesen muss.

    Wenn aus Verliebtheit purer Wahn wird und die Konsequenz davon der Verfall ist.

    2. Feb. 2026

  • ribrob99
    ribrob99

    89 Follower

    3,5

    Vom gefeierten Intellektuellen zum lüsternen Greis

    Aschenbachs Emotionen durchbrechen seine über ein Leben lang errichtete Mauer aus Verstand, Ordnung und Würde. Die Erhöhung eines Knaben zum Schönheitsideal bringt letztendlich nur Tod und Zerstörung. Ich hatte ganz vergessen wie stark man sich in Manns Geschichten eingraben muss, um deren Geschmeidigkeit auch noch im fünften Nebensatz aufnehmen und genießen zu können. Es lohnt sich aber, da es ab dem Punkt sehr unterhaltsam wird. Die Handlung hat mich zuerst skeptisch zurückgelassen aber nach weiterer Analyse wurde es verständlich. Ein Re-Read wäre definitiv keine Zeitverschwendung.

    16. Apr. 2026

  • yaduria1982
    yaduria1982

    268 Follower

    3,5

    Thematisch nicht leicht

    Ein alternder Intellektueller verliebt sich im Urlaub in Venedig in einen 14 jährigen. Viel passiert nicht im Roman, es geht sehr um das Innenleben des alternden Mannes. Der angebete Jüngling bleibt wage und verschwommen. Es dient mehr als Projektionsfläche für die Sehnsüchte des Älteren. Der Grat zwischen Verliebtsein und Obsession ist hier sehr schmal. Es wirkt sehr schwülstig, auch vor der warmen Kulisse Venedig. Thomas Manns Schreibstil ist unverkennbar, vor allem seine langen Schachtelsätze.

    12. Mai 2026

3 von 56 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Thomas Mann

Dem 1901 erschienenen ersten Roman Buddenbrooks folgten Novellen und Erzählungen wie Tonio Kröger, Tristan und Der Tod in Venedig. Der 1924 veröffentlichte Roman Der Zauberberg, mit dem er die Tradition des europäischen Bildungsromans fortführte, zeigt Manns Gestaltungskunst: Der Erzähler wahrt eine skeptisch-ironische Distanz zu den Figuren, typische Konstellationen[1] kehren leitmotivisch wieder, und es herrscht ein syntaktisch komplexer, anspruchsvoller Stil. Diese Merkmale prägen auch die folgenden Veröffentlichungen, unter denen die Novelle Mario und der Zauberer, die Romantetralogie Joseph und seine Brüder sowie das Spätwerk Doktor Faustus hervorzuheben sind. Für die Buddenbrooks erhielt Thomas Mann 1929 den Nobelpreis für Literatur. Quelle: Wikipedia

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