Blick ins Buch

Romane

Keyserlings Geheimnis

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Über das Buch

Klaus Modick erzählt von Liebe und Verrat und von einem Schriftsteller, den die Vergangenheit einholt. Im Jahr 1901 lädt der Dramatiker Max Halbe seine Freunde zur Sommerfrische am Starnberger See ein. Eduard von Keyserling, Dandy und Dichter, beliebt beim Publikum wie unter den Kollegen, sitzt dort in jenen Tagen dem Maler Lovis Corinth Modell. Corinth fragt voller Neugier nach der Vergangenheit des skandalumwitterten Grafen, nach seiner Jugend und Studentenzeit, bekommt aber nur ausweichende Antworten. Doch eben diese Vergangenheit holt Keyserling bei einem Konzertbesuch wieder ein. Dort lauscht er gemeinsam mit Frank Wedekind einer Sängerin, die ihm merkwürdig vertraut erscheint. Handelt es sich womöglich um jene Frau, die ihn einst in das Ärgernis hineinzog, das ihn zur Flucht nach Wien zwang und in Adelskreisen zur unerwünschten Person abstempelte? Voller Witz und Verve schildert Klaus Modick, wie ein Außenseiter zu jenem brillanten Schriftsteller wurde, der den Zerfall der eigenen Klasse mit Melancholie und scharfsinniger Ironie beschrieb. Detlef Bierstedt, die deutsche Stimme von George Clooney, Bill Pullman und anderen Hollywood-Größen, verleiht diesem ungekürzten Hörbuch durch sein markantes Timbre außerdem ein zusätzliches gewisses Etwas.

Editionen (4)

ISBN9783958620537
Verlagsteinbach sprechende bücher
Erscheinungsdatum20.03.18

Rezensionen & Bewertungen

10 Bewertungen

2 Rezensionen

3,5

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  • semjon
    semjon

    73 Follower

    5,0

    Nach [b:Konzert ohne Dichter|23901478|Konzert ohne Dichter|Klaus Modick|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1418761270l/23901478._SY75_.jpg|43509258] ist dies mein zweiter Künstlerromans von Klaus Modick, der sich wiederum einen in Vergessenheit geratenen Künstler der Jahrhundertwende annimmt. War es in seinem bekanntesten Roman der Maler Heinrich Vogeler und die Worpsweder Künstlergemeinschaft inklusive Rilke, ist es hier der Dichter Eduard Graf von Keyserling, ein impressionistischer Schriftsteller aus dem Baltikum, der durch Lovis Corinths Porträt einer größere Bekanntheit erhielt als durch seine Novellen und Erzählungen. Ausgehend von der Rahmenhandlung im Jahr 1901 in München, der 46jährige Keyserling ist von der Syphilis gezeichnet mit seinem abgemagerten Gesichtszügen und dem Glupschaugen, wird in Rückblicken die Jugend- und Studiumszeit des baltischen Landadligen erzählt. Keyserlings Spiel- und Amüsiersucht läßt hin aus seiner Heimat vor den Schulden fliehen, um dann in München und Wien das Leben zu leben, nachdem er sich immer gesehnt. Modick trifft wieder sehr gut die Sprache der Zeit und läßt ein wunderbares Bild des Schriftstellers mit seinen Sehnsüchten und Selbstzweifeln entstehen. Und am Ende gelingt es ihm sogar den Bogen zwischen seinem Geheimnis aus der Vergangenheit und der Aufdeckung 23 Jahre später zu schlagen. Ich finde, dass Modick sehr atmosphärisch schreiben kann und mir die Jugendstilzeit hervorragend in Geschichten verpackt. Das hat auf jeden Fall die Lust gesteigert, mehr von Keyserling zu lesen, dem sogenannten Fontane des Baltikums.

    23. Feb. 2024

  • semjon.pfalz
    semjon.pfalz

    38 Follower

    5,0

    Nach [b:Konzert ohne Dichter|23901478|Konzert ohne Dichter|Klaus Modick|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1418761270l/23901478._SY75_.jpg|43509258] ist dies mein zweiter Künstlerromans von Klaus Modick, der sich wiederum einen in Vergessenheit geratenen Künstler der Jahrhundertwende annimmt. War es in seinem bekanntesten Roman der Maler Heinrich Vogeler und die Worpsweder Künstlergemeinschaft inklusive Rilke, ist es hier der Dichter Eduard Graf von Keyserling, ein impressionistischer Schriftsteller aus dem Baltikum, der durch Lovis Corinths Porträt einer größere Bekanntheit erhielt als durch seine Novellen und Erzählungen. Ausgehend von der Rahmenhandlung im Jahr 1901 in München, der 46jährige Keyserling ist von der Syphilis gezeichnet mit seinem abgemagerten Gesichtszügen und dem Glupschaugen, wird in Rückblicken die Jugend- und Studiumszeit des baltischen Landadligen erzählt. Keyserlings Spiel- und Amüsiersucht läßt hin aus seiner Heimat vor den Schulden fliehen, um dann in München und Wien das Leben zu leben, nachdem er sich immer gesehnt. Modick trifft wieder sehr gut die Sprache der Zeit und läßt ein wunderbares Bild des Schriftstellers mit seinen Sehnsüchten und Selbstzweifeln entstehen. Und am Ende gelingt es ihm sogar den Bogen zwischen seinem Geheimnis aus der Vergangenheit und der Aufdeckung 23 Jahre später zu schlagen. Ich finde, dass Modick sehr atmosphärisch schreiben kann und mir die Jugendstilzeit hervorragend in Geschichten verpackt. Das hat auf jeden Fall die Lust gesteigert, mehr von Keyserling zu lesen, dem sogenannten Fontane des Baltikums.

    14. Apr. 2024

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