Blick ins Buch

Biografien

Bei Dämmerung zu lesen

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Über das Buch

Mit Vehemenz und Sprachwitz – Unbekannte Glanzstücke von Charles Dickens // „Zwischen uns beiden sei’s gesagt: bewunderungswürdig!“, frohlockt Charles Dickens in einem Brief an einen Freund und kann sich in dieser Äußerung der Begeisterung über einen eigenen Text, den er gerade für seine Zeitschrift „House­hold Words“ geschrieben hat, nicht enthalten. Dickens war zeitlebens ein journalistischer Schriftsteller, verdankte seinen frühen Erfolg den Skizzen und Erzählungen, die er in Zeitungen veröffentlichte. Mit „Household Words“ und „All the Year Round“ gründete er später zwei eigene Zeitschriften, in denen er nicht nur seine Romane in Fortsetzungen erscheinen ließ, sondern regelmäßig auch Erzählungen, Reportagen und Kommentare zum Zeitgeschehen. Anspruch, Unterhaltung und Drängen auf Sozialreformen waren Dickens’ Ziele als Zeitschriftenmacher, und der Erfolg spiegelte sich in den Hunderttausenden von Leserinnen und Lesern, die jede Ausgabe erreichte. Dieser Band versammelt die besten bei uns unbekannt gebliebenen Dickens-Beiträge, zahlreiche davon erstmals auf Deutsch. Dickens’ Feder braust vor Energie, Angriffs- und Erzähllust, und gar manches erweist sich als zeitlos und heute wieder aktuell.

Editionen (1)

ISBN9783949749155
VerlagMorio
Erscheinungsdatum31.08.23
Seitenzahl172

Rezensionen & Bewertungen

2 Bewertungen

1 Rezensionen

3,5

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  • tante_tanja
    tante_tanja

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    3,0

    "Die Welt hat uns von früh bis spät zu sehr im Griff. Lasst diese wertvolle, alte Ausflucht vor ihr in Frieden." (Verrat an den Märchen, Seite 126). Wie der Titelzusatz dieses schmucken Hardcover Buches verrät, findet der geneigte Leser im Inhalt die "Ungehobenen Schätze aus seinen Zeitschriftenbeiträgen. Der emsige Schriftsteller und Journalist Charles Dickens hatte gleich zwei eigene Zeitschriften, nämlich "Household Words" und "All the Year Round" in denen er nicht nur seine Werke als Fortsetzungsromane publizierte, sondern auch gesellschaftskritische Beiträge und Kommentare. Mit spitzer Feder kommentiert er beispielsweise die Missstände des Postkutschensystems und entwirft eine satirische Form von den Geschichten aus 1000 und einer Nacht, oder lässt ein modernes Aschenputtel zuletzt als Tyrannin herrschen. Er gibt einen Einblick in seine berühmten öffentlichen Lesungen oder prangert das Tierleid auf den berüchtigten Märkten an. Manchmal wirken seine Texte geradezu modern, auf der anderen Seite sind sie ganz klar ihrer Zeit verhaftet. Der unvergleichliche Schreibstil, der sich durch seine Eindringlichkeit und Fabulierkunst auszeichnet, ist klar erkennbar. Was jedoch das Lesevergnügen klar einschränkt, ist der fehlende Kontext. Es gibt hier zwar ein teilweise erhellendes Nachwort des Übersetzers Michael Klein, der eine überzeugende Qualität abliefert, aber für eine bessere Einordnung der einzelnen Texte wären vorangestellte Hinweise zur damaligen Veröffentlichung auf jeden Fall hilfreich gewesen. So erscheint die Zusammenstellung der Beiträge sehr willkürlich und da die Texte in Länge und Stil stark voneinander abweichen, ist das Leseerleben auch schwankend erfolgreich. FAZIT Wer als eingefleischter Fan jedes Wort des Unvergleichlichen inhalieren möchte, wird Gefallen an diesem ansprechend gestalteten Büchlein finden und über den Mangel des fehlenden Kontextes wahrscheinlich hinwegsehen. Allen anderen Lesern kann diese Sammlung von Zeitschriftenbeiträgen nur bedingt zur Lektüre empfohlen werden. Als Einstieg in die Welt Charles Dickens ist dieses Buch ungeeignet!

    29. März 2024

Autorin / Autor

Über Charles Dickens

Charles Dickens (1812–1870) gehört bis heute zu den beliebtesten Schriftstellern der Weltliteratur, in England ist er geradezu eine nationale Institution, und auch bei uns erfreuen sich seine Werke einer nicht nachlassenden Beliebtheit. Sein „Weihnachtslied in Prosa“ erscheint im deutschsprachigen Raum bis heute alljährlich in immer neuen Ausgaben und Adaptionen. Dickens’ lebensvoller Erzählstil, sein quirliger Humor, sein vehementer Humanismus und seine mitreißende Schaffensfreude brachten ihm den Beinamen „der Unnachahmliche“ ein.

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