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Romane

Vater Goriot

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Über das Buch

Balzacs Roman »Vater Goriot« (»Le Père Goriot«, 1834 und 1835 veröffentlicht) thematisiert an einem nahezu alle Sozialschichten umfassenden Personenensemble sowohl den gesellschaftlichen Aufstieg als auch dessen Niederungen und Abgründe im Kontext der Restauration des beginnenden 19. Jahrhunderts. Balzac gewährt am Beispiel des alternden Nudelfabrikanten Goriot, der nur für seine Töchter lebt, im Gegenzug ausgenutzt wird und schließlich »wie ein Hund« stirbt, einen Blick auf die ideelle Ausrichtung der Gesellschaft, ihre Fixierung auf Ruhm, Macht und den aufkommenden Kapitalismus mit seinem immer stärkeren Eindringen des Geldes in alle Lebensbereiche. Die oft schonungslose Darstellung der Gesellschaft mündet schließlich in eine Kritik. Soziale Mobilität ist nach Balzacs Analyse möglich, so wie ein Goriot durch geschickte Getreidespekulation die soziale Leiter zunächst nach oben steigt, sich in einer auf Korruption und Dekor basierenden Gesellschaft aber nicht zurechtfindet und durch seine monomane Vaterliebe nicht überleben kann. Die Darstellung der Geldfixiertheit und der Unersättlichkeit als Triebfeder der Gesellschaft der postnapoleonischen Ära mündet nicht nur in eine Desillusionierung des Lesers, sondern auch in eine Kritik zeitgenössischen sozialen Handelns, das jeglicher traditioneller bzw. ethischer Grundwerte entbehrt [Wikipedia].

Editionen (20)

ISBN9783947618460
VerlagBoer Verlag
Erscheinungsdatum31.12.23
Seitenzahl344

Rezensionen & Bewertungen

23 Bewertungen

3 Rezensionen

3,8

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  • evergreen
    evergreen

    40 Follower

    4,0

    Es zerriss mein Leserherz, zu erfahren, wie das Elend des Vaters Goriot seinen Lauf nahm. Der blind Liebende, der erst ganz zuletzt erkannte, in welchen Zustand und Kummer ihn seine unbedingte Liebe trieb. Doch, eine Bedingung gab es, eine Gabe forderte er - dass seine Töchter zuletzt an seiner Seite sind. "Die Welt geht zugrunde, wenn die Rechte der Väter mit Füßen getreten werden.", sagt er und schnürt mir mit seinem Seitenlänge Monolog die Kehle zu. Doch auch Rastignacs Entwicklung habe ich gespannt verfolgt. In ihm erkannte ich, nach Lesen der Biografie vor ein paar Wochen, viel von Balzac selbst. Mitreißend erzählt.

    25. Jan. 2025

  • 3,0

    Sehr interessantes Buch

    Das Buch habe ich auf Instagram gefunden, ich fand es irgendwie interessant, ein Buch zu lesen, von einem Typen, der all sein Geld verloren habe, da dies die Beschreibung vom Buch war. Ich bin also ohne jeden Gedanken an dieses Buch herangetreten. Erst hielt ich es für ein sehr schlechtes Buch aber es enthält ein sehr wichtigen Punkt, es kritisiert den Stellenwert von Geld in unserer Gesellschaft, dass finde ich sehr gut. Die Töchter lieben ihren Vater Goriot über alles, aber als er kein Geld mehr hat, sind die Kinder nicht mehr an ihm interessiert, das finde ich total traurig aber dennoch hat es mich zum nachdenken gebracht. Ich finde, das Buch muss man nicht gelesen haben, es ist schwierig zu lesen, da die Namen der Charaktere französischer Herkunft sind, was mich irritiert hat beim lesen und die Kritik an Geld wird in anderen Klassikern bestimmt auch besprochen, dennoch, wen jemand gezielt das Thema „Kritik an der Gesellschaft“ in einem Buch sucht, würde ich dieses Buch aufjedenfall erwähnen.

    26. Dez. 2022

  • olaf_raack_autor
    olaf_raack_autor

    47 Follower

    4,0

    Wer schon immer wissen wollte, wie es sich Anfang des 19. Jahrhunderts in Paris gelebt hat, der sollte sich dieses Buch zu Gemüte führen. Balzac bildet hier ein Leben zwischen bürgerlicher Armut und dem Prunk der gehobenen Gesellschaft mit all seinen Schattenseiten ab, von denen die Oberflächlichkeit noch die geringste ist. Ja, die Sprache ist blumig, theatralisch, altmodisch und bewusst, sowie teilweise unfreiwillig, komisch, aber das Bild, das der Autor zeichnet ist in gewisser Weise zeitlos. Denn auch heute gibt es undankbare und nach Geld lechzende Kinder, Menschen, die der grundsätzlichen Auffassung sind, etwas Besseres zu sein und sich über jene, die sie als Pöbel bezeichnen, zu erheben trachten. Gesellschaft bleibt eben Gesellschaft. Etwas, das sich sicher niemals ändern wird. Einige der wortreichen, schwülstigen und über mehrere Seite reichenden Monologe und theatralischen Ausbrüche der Protagonisten haben mich herausgefordert, aber letztlich bleibt ein durchaus positives Lesegefühl zurück. Denn gerade einige der Dialoge sind wirklich verdammt gut und amüsant geschrieben! Anders, aber ein Werk, das sich den Namen Klassiker zurecht verdient hat.

    29. Aug. 2023

Autorin / Autor

Über Honoré de Balzac

1799-1850

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