Vorwort
Düstere Straßen im feuchten Nebel, das spärliche Licht einzelner Laternen wirft dunkle Schatten, entfernte Schreie tönen durch die Stille, schwarze Droschken poltern über das Pflaster, eilige Schritte hallen durch die Nacht, und ein einsamer Schutzmann mit Helm blickt sich ängstlich um. Das London des 19. Jahrhunderts, die Stadt von Charles Dickens, Sherlock Holmes oder später Edgar Wallace nimmt uns in ihren Bann. Was passiert hinter den verschlossenen Türen, in einsamen Gärten, an den Ufern der Themse? Robert Louis Stevenson hat den Schlüssel für eine dieser Türen und offenbart uns ein düsteres Geheimnis. Er zeigt uns die dunkle Seite des Menschen, offenbart Einblicke in menschliche Abgründe, die uns erschrecken.
Ein Wissenschaftler beginnt einen Selbstversuch, mit fatalen Folgen. Er will den Dingen auf den Grund gehen und als Versuchsobjekt sich selbst analysieren. Was er entdeckt, läßt uns erschauern, weckt unsere ureigenen Ängste, wirft neue Fragen auf. Wer bin ich? Welche dunklen Seiten hat mein Ich? Wieviele Façetten hat dieses Ich? Ist das menschliche Wesen eine vielschichtige Sammlung von einzelnen Wesenszügen, eine Summe von verschiedenen Identitäten, die sich immer neu mischen oder eine schlichte Trennung von Gut und Böse, Licht und Schatten, Engel oder Teufel? Was gewinnt unter welchen Bedingungen die Oberhand? Wer gewinnt den Kampf der Gegensätze? Physik und Metaphysik, Körper und Geist, Verstand und Gefühl, Physis und Psyche, Sein, Bewußtsein und Unterbewußtsein, wo ist der Mensch ein Mensch?
Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse, speziell der Quantenphysik, zwingen uns zu der Annahme, daß der Mensch, wie alle Materie, eigentlich zum größten Teil aus Nichts besteht, daß es letztendlich keine feste Materie gibt. Andererseits ist dieses Beinahe-Nichts unsere ganze Welt, jedenfalls die Vorstellung, die wir davon haben. Was machen wir mit dieser Erkenntnis?
Nun, wir wollen uns hier nicht an Spekulationen beteiligen oder gar wissenschaftliche Abhandlungen schreiben. Wir wollen uns der Frage nähern, was ist real, was ist der Mensch? Denn diese Fragen wirft der Autor in letzter Konsequenz in diesem weitbekannten Werk, bewußt oder unbewußt, auf. Woraus besteht der Mensch, wie setzt er sich zusammen, sowohl physisch als auch metaphysisch? Ist der Mensch real, materiell faßbar oder eine Idee, eine Projektion? Was ist die Seele, was ist das Bewußtsein? Läßt es sich unterteilen, spezifizieren und bestimmen? Woraus besteht ein Mensch?
Sicher war Stevenson kein Wissenschaftler oder Psychoanalyst, aber die weitverbreitete Bezeichnung Schauerroman oder Schauernovelle für dieses Werk greift eindeutig zu kurz. Hier geht es nicht um Gänsehaut, wenngleich diese beim Lesen durchaus ein Begleiter werden kann, hier geht es um die philosophische Frage, was den Menschen ausmacht, die Grenzen von Moral, die Analyse des menschlichen Wesens. Daß dieses Wesen durchaus seine Schattenseiten besitzt, ist beileibe keine neue Erkenntnis. Aber mit welcher Konsequenz diese dunkle Seite hier agieren darf und wie weit die Gedanken dazu getrieben werden, war für die Entstehungszeit des Buches eine Sensation. Und auch heute noch macht uns dieser Gedanke Angst, läßt uns die Abgründe unserer Seele ahnen und wirft noch immer dieselben Fragen auf.
h.f. von anhalt
Jeder hat schon davon gehört. Viele haben dunkle Gedanken, die sie gerne als andere Person ausleben möchten, es jedoch der Ethik wegen nicht tun.
Dr. Jekyll hat ein Elixier erfunden, damit er es tun konnte. Es war spannend über seinen psychischen Verfall zu lesen, bis er es nicht mehr unter Kontrolle hatte.
Ein Buch, dass ich vielen empfehlen kann.
1 Tage vor
5,0
Ein Klassiker
Jeder hat schon davon gehört. Viele haben dunkle Gedanken, die sie gerne als andere Person ausleben möchten, es jedoch der Ethik wegen nicht tun.
Dr. Jekyll hat ein Elixier erfunden, damit er es tun konnte. Es war spannend über seinen psychischen Verfall zu lesen, bis er es nicht mehr unter Kontrolle hatte.
Ein Buch, dass ich vielen empfehlen kann.
Der merkwürdige Fall von Doktor Jekyll und Mr. Hyde von Robert Louis Stevenson ist ein Klassiker, der sich überraschend gut lesen lässt. Obwohl das Buch schon über 100 Jahre alt ist, wirkt die Geschichte immer noch spannend und aktuell.
Am meisten hat mir gefallen, wie sich die Handlung langsam entwickelt und nach und nach das Geheimnis um Dr. Jekyll und Mr. Hyde gelüftet wird. Die düstere Stimmung zieht sich durch das ganze Buch und sorgt dafür, dass man wissen möchte, wie alles zusammenhängt. Gleichzeitig geht es nicht nur um Spannung, sondern auch um die Frage, ob jeder Mensch eine gute und eine schlechte Seite hat – ein Thema, das heute genauso relevant ist wie damals.
Die Sprache ist stellenweise etwas ungewohnt, aber nach ein paar Seiten kommt man gut rein. Das Buch ist außerdem nicht besonders lang, weshalb es sich auch gut lesen lässt, wenn man normalerweise nicht ständig Klassiker liest.
Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Es verbindet Spannung mit einer interessanten Botschaft und zeigt, warum es bis heute so bekannt ist. Wer Lust auf eine kurze, atmosphärische Geschichte mit psychologischem Tiefgang hat, sollte dem Roman auf jeden Fall eine Chance geben.
2. Juli 2026
3,5
Ein Klassiker, der bis heute unter die Haut geht
Der merkwürdige Fall von Doktor Jekyll und Mr. Hyde von Robert Louis Stevenson ist ein Klassiker, der sich überraschend gut lesen lässt. Obwohl das Buch schon über 100 Jahre alt ist, wirkt die Geschichte immer noch spannend und aktuell.
Am meisten hat mir gefallen, wie sich die Handlung langsam entwickelt und nach und nach das Geheimnis um Dr. Jekyll und Mr. Hyde gelüftet wird. Die düstere Stimmung zieht sich durch das ganze Buch und sorgt dafür, dass man wissen möchte, wie alles zusammenhängt. Gleichzeitig geht es nicht nur um Spannung, sondern auch um die Frage, ob jeder Mensch eine gute und eine schlechte Seite hat – ein Thema, das heute genauso relevant ist wie damals.
Die Sprache ist stellenweise etwas ungewohnt, aber nach ein paar Seiten kommt man gut rein. Das Buch ist außerdem nicht besonders lang, weshalb es sich auch gut lesen lässt, wenn man normalerweise nicht ständig Klassiker liest.
Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Es verbindet Spannung mit einer interessanten Botschaft und zeigt, warum es bis heute so bekannt ist. Wer Lust auf eine kurze, atmosphärische Geschichte mit psychologischem Tiefgang hat, sollte dem Roman auf jeden Fall eine Chance geben.
Die verstörendste Psychologie steckt in diesem Klassiker
Es geht um die dunklen Seiten des Menschen, verdrängte Triebe und den ständigen Kampf zwischen dem, was wir sind, und dem, was wir zeigen. (Hab eine Analyse dazu geschrieben) Später ist mir das Buch sogar in der Serie "You" aufgefallen es steht in Joes Bücherregal. Seitdem habe ich das Gefühl, dass sich "You" in vielen psychologischen Aspekten von Dr. Jekyll and Mr. Hyde inspirieren lässt. Vielleicht wirkt das Buch anfangs etwas trocken. Aber wenn man hinter die Geschichte blickt, entdeckt man einen der faszinierendsten psychologischen Klassiker überhaupt.
1 Tage vor
4,0
Die verstörendste Psychologie steckt in diesem Klassiker
Es geht um die dunklen Seiten des Menschen, verdrängte Triebe und den ständigen Kampf zwischen dem, was wir sind, und dem, was wir zeigen. (Hab eine Analyse dazu geschrieben) Später ist mir das Buch sogar in der Serie "You" aufgefallen es steht in Joes Bücherregal. Seitdem habe ich das Gefühl, dass sich "You" in vielen psychologischen Aspekten von Dr. Jekyll and Mr. Hyde inspirieren lässt. Vielleicht wirkt das Buch anfangs etwas trocken. Aber wenn man hinter die Geschichte blickt, entdeckt man einen der faszinierendsten psychologischen Klassiker überhaupt.