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Romane

Pole Poppenspäler

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Über das Buch

Theodor Storm erzählte einmal seiner Tochter Gertrud: Mehrere Jahre habe ich meine ganze Freizeit außer der Schule mit der Direktion meines Puppentheaters ausgefüllt. Eine alte Jungfrau half uns die Puppen, die freilich nur von Papier waren, auszuschneiden und Drähte daran zu befestigen. Aber bald genügten mir die Papierpuppen nicht mehr. Ich nähte mit Baumwolle ausgestopfte Puppen von Batist mit kleinen Puppengesichtern. Mutter und Schwester Helene mussten für die Kleider sorgen. Über die Frauenhaare wurden Mützen genäht und Schnurrbärte ins Gesicht gemalt, wenn’s ein Mann sein sollte. So ging die Aufführung mit großem Beifall vor sich. Als wir in der Schule »Pole Poppenspäler« lasen, war ich so begeistert, dass ich wie Theodor Storm begann, mein eigenes Marionettentheater zu bauen, das im Lauf der Jahre auf über 2o Marionetten anwuchs. In der Aula des Gymnasiums hatten wir bereits die Aufführung der Augsburger Puppenkiste von der »Höllenfahrt des Dr. Faust« gesehen, die in Theodor Storms Novelle vorkommt. Ich formte Pappmascheeköpfe aus Zeitungspapier mit Mehlkleister, ich sägte aus Holz die Puppenskelette und Fadenkreuze, verband die Kugel- und Klappgelenke mit Ringschrauben und Stoffbändern und lernte die Singer-Nähmaschine meiner Oma zu bedienen, um die Puppen maßgeschneidert einzukleiden. Nur der Tod blieb nackt, damit man das mit Phosphorfarbe bestrichene Skelett mit Katzenaugen auch im Dunkeln sehen konnte … Meine ganze Kindheit ersteht bei der Lektüre dieser rührenden Liebesgeschichte wieder auf. – Für den Schulunterricht ist ein ausführliches Glossar beigefügt. – Jan Müller

Editionen (27)

ISBN9783945004616
VerlagAlfa-Veda-Verlag
Erscheinungsdatum14.09.21
Seitenzahl94

Rezensionen & Bewertungen

19 Bewertungen

3 Rezensionen

3,2

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  • semjon.pfalz
    semjon.pfalz

    38 Follower

    1,0

    Fürchterlich. In jeglicher Hinsicht, d.h. Sprache, Inhalt unter Berücksichtigung der Vita des Autors und vor allem Stil im Vergleich zu seinen europäischen Zeitgenossen. Während Tolstoi an Anna Karenina sitzt und Zola die Gesellschaft realistisch beäugt, setzt sich der alte Storm hin und schreibt Novellen für die Jugend, poetisch verklärt mit mindestens fünf Verniedlichungsformen auf jeder Seite. Ach was hat die hübsche Kleine doch für ein süßes Mündchen, und die Füßchen in den Schühchen. Und wenn man noch Storms Vorliebe für... Ach nee, la la la, nicht daran denken. Es waren ja andere Zeiten. Klappe zu, nächstes Buch.

    14. Apr. 2024

  • 4,0

    Noch eine schöne und traurige Novelle von Theodor Storm. Nach [b:Der Schimmelreiter|1210271|Der Schimmelreiter|Theodor Storm|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1181899507l/1210271._SY75_.jpg|1198644] und [b:Immensee und andere Novellen|2331570|Immensee und andere Novellen|Theodor Storm|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1327992108l/2331570._SY75_.jpg|2338144] ist es die dritte Novelle, die ich von ihm lese. Für mich haben alle drei einen melancholischen Nachklang. Sie sind schön, aber auch irgendwie immer etwas traurig.

    26. März 2022

  • 4,0

    Schöner Einstieg in die klassische Literatur

    Ich habe dieses Buch als Einstieg in die klassische Literatur gelesen und fand es dafür ganz gut. Keine komplizierte Sprache und durch die Kürze gut und fix durchzulesen

    11. Apr. 2026

Autorin / Autor

Über Theodor Storm

Theodor Stor (1817–1888) gehört zu den bedeutendsten Vertretern des bürgerlichen Realismus. Er ist vor allem für seine Novellen bekannt, empfand sich allerdings in erster Linie als Lyriker und sah die Gedichte als Ursprung seiner Erzählungen. Storm war Jurist und arbeitete unter anderem als Rechtsanwalt und Richter.

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