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Romane

Ausradiert

4,0(27)
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Über das Buch

Thelonious 'Monk' Ellison ist Schriftsteller und Afroamerikaner. Aus einer wohlhabenden Akademikerfamilie stammend, spielt Hautfarbe für ihn keine Rolle. So werden seine Bücher zwar von der Kritik gelobt, zugleich wirft man ihm aber vor, nicht schwarz genug zu schreiben. Angesichts seines kommerziellen Versagens hadert er mit dem Erfolg vermeintlich authentisch schwarzer Ghettoliteratur. Wütend schreibt er unter einem Gangsta-Pseudonym seinen eigenen Ghettoroman, der begeistert aufgenommen und ein Bestseller wird. Während der öffentliche Druck auf Monk wächst, durchlebt er persönliche und familiäre Krisen, die ihn zwingen, seine Identität zu behaupten.

Editionen (4)

ISBN9783938973080
VerlagSeeling, Jens
Erscheinungsdatum30.11.08
Seitenzahl286

Rezensionen & Bewertungen

27 Bewertungen

6 Rezensionen

4,0

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  • soulfulrina_reads
    soulfulrina_reads

    116 Follower

    3,0

    Klug geschrieben, aber schwer zugänglich

    Ausradiert war für mich ein Buch, bei dem ich etwas zwiegespalten zurückbleibe. Einerseits merkt man deutlich, wie klug, literarisch und pointiert Percival Everett schreibt. Andererseits fiel mir der Zugang zu dem Roman nicht leicht. Der Schreibstil liest sich grundsätzlich flüssig, ist aber dennoch anspruchsvoll und stellenweise etwas sperrig. Inhaltlich steckt viel im Buch. Es geht um Monks ambivalentes Verhältnis zu seinem Leben als Schriftsteller, um die Dynamiken in seiner Familie, um seine Mutter, die zunehmend Hilfe braucht, um verdrängte Familiengeheimnisse und um seine eigene Identität. Gleichzeitig ist Ausradiert auch eine bissige Satire auf den Literaturbetrieb und darauf, welche Geschichten Aufmerksamkeit bekommen – und welche nicht. Viele Themen wirken auch heute noch aktuell, vielleicht sogar mehr denn je. Trotzdem blieb für mich einiges eher auf einer gedanklichen Ebene. Ich habe verstanden, was der Autor sagen wollte, emotional hat es mich aber nicht wirklich erreicht. Schwierig fand ich zudem die längere Passage aus Monks eigenem Roman, in der sehr häufig das N-Wort verwendet wird. Mir ist bewusst, dass das satirisch gemeint ist, trotzdem war dieser Teil für mich unangenehm zu lesen. Insgesamt ist Ausradiert für mich kein schlechtes Buch. Es ist klug, bissig und literarisch stark. Persönlich habe ich jedoch keinen richtigen Zugang dazu gefunden. *unbezahlte Werbung- Rezensionsexemplar

    21. Apr. 2026

  • alexaengel
    alexaengel

    198 Follower

    4,5

    Provakation und bissige Satire, die zum Nachdenken anregt💯👍💯 Der Roman Ausradiert von Percival Everett ist eine bissige, satirische und zugleich vielschichtige Auseinandersetzung mit Rassismus, Identitätsfragen und den Erwartungen des Literaturmarkts. Im Mittelpunkt steht Thelonious „Monk“ Ellison, ein intellektueller Autor, dessen anspruchsvolle, kluge Werke kaum Beachtung finden, weil sie nicht den gängigen Vorstellungen von „schwarzer Literatur“ entsprechen. Aus Frustration heraus verfasst er schließlich unter falschem Namen einen bewusst stereotypen Roman – und erzielt damit genau den Erfolg, der ihm zuvor verwehrt blieb. Diese Roman findet quasi im Roman Ausradiert sein Platz, und der Leser hat eine Kostprobe davon, was vom Literaturmarkt gewünscht wird. Mir persönlich ging dieser Roman, der die gefragte und gefeierte Literatur darstellen sollte, gehörig auf die Nerven. Solche Ausdrucksweise begegnet einem zu selten in der Literatur und ich muss gestehen, für mich waren die ganzen "f..." Wörter und "ni...er" schwer zu ertragen. Everett nutzt diese Ausgangslage für eine bissige Satire, die besonders dort überzeugt, wo sie die Widersprüche eines Systems offenlegt, das Authentizität fordert, tatsächlich aber klischeehafte Bilder belohnt. Diese Kritik ist treffend. Gleichzeitig wird Monks persönliche Situation – geprägt von familiären Spannungen und innerer Zerrissenheit – in die Handlung eingebunden, was dem Roman eine zusätzliche emotionale Dimension verleiht, denn er muss den Tod seiner Schwester, Probleme seines Bruders und Demenz seiner Mutter zusätzlich zu seinem Doppelleben verarbeiten. Dennoch zeigt sich auch eine gewisse Schwäche: Die starke Fokussierung auf die satirische Idee führt dazu, dass Figuren teilweise blass bleiben. Monk selbst erscheint trotz seiner Konflikte stellenweise distanziert. Insgesamt ist „Ausradiert“ ein intelligenter und bewusst provozierender Roman, der mit Erwartungen spielt und gängige Denkmuster infrage stellt. Seine Stärke liegt in der Schärfe und Originalität, auch wenn dies gelegentlich zulasten der erzählerischen Nähe geht. Gerade dieses Spannungsverhältnis macht das Buch jedoch bemerkenswert und anregend. Eins kann man dem Autor sicher lassen, wenn provozieren das Ziel war, ich wurde provoziert. Alles in allem eine gelungene, böse Satire. Lesenswert. Das Buch wurde erfolgreich verfilmt und erschien bei Hanser Verlag. Der Film Anerican Fiction wurde Oscar prämiert.

    26. März 2026

  • ksynwoldt
    ksynwoldt

    73 Follower

    5,0

    Kein einfach zu lesender Roman, aber jede Minute und Seite wert

    Werbung, Rezensionsexemplar von netgalley.de Thelonious »Monk« Ellison ist Schriftsteller – und verzweifelt: Seine anspruchsvollen Bücher finden kaum Beachtung, niemand scheint auch nur annähernd zu verstehen, worüber er schreibt. Ein endgültiger Tiefpunkt für ihn ist die Entdeckung eines Romans, der vor sprachlicher Einfachheit und Klischees nur so strotzt. Kurzerhand schreibt er unter einem Pseudonym selbst einen solchen Roman - und hat Erfolg. Dabei verliert er sich selbst immer mehr in den Verstrickungen, denn niemand soll herausfinden, von wem der Roman „Fuck“ tatsächlich geschrieben wurde. Dazu kommen noch Tiefschläge im Bereich seiner Familie, die er irgendwie versucht zu managen. „Ausradiert“ ist kein Roman für zwischendurch. Es gibt viele Einschübe zum Beispiel über Holz und Forellen, dazu immer wieder Rückblicke in seine Kindheit. Zunächst wirkt es ein wenig konfus, aber wer bis zum Ende durchhält, dem erschließt sich auch deren Bedeutungen zum eigentlichen Roman. Es ist eine tragische Satire auf die Konsumgesellschaft, die nur noch etwas Seichtes braucht, egal wie klischeehaft es ist. Die nicht mehr hinterfragt, nicht mehr nachdenken möchte, die zu viel Reizüberflutung ausgesetzt ist, um noch innezuhalten. Es ist auch ein Hinterfragen des eigenen Selbst als Künstler (Maler, Autor, Bildhauer…). Wie weit ist man bereit zu gehen für den Erfolg, wenn dabei das eigene Ich auf der Strecke bleibt, hinter dem schnellen und Geld und Ruhm verschwindet. Oder inwieweit bleibt man sich selbst treu auch wenn dadurch der Erfolg auf der Strecke bleibt? Sprachlich ist es sehr gut zu lesen, selbst die Einschübe sind einfach gehalten. Außer sein Vortrag, der im Prinzip widerspiegelt, wie sich die eigentlichen Romane des Protagonistenlesen. Die Erzählperspektive erinnert mich ein wenig an Margaret Atwood, vieles wirkt banal, wie aus dem Nähkästchen geplaudert - aber man hört trotzdem nicht auf. Der Roman „Ausradiert“ von Percival Everett erscheint am 17.03.2026 im Hanser-Verlag

    20. Feb. 2026

3 von 6 Rezensionen

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