Blick ins Buch

Romane

Die Marquise von O... / Das Erdbeben in Chili

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Über das Buch

Die spektakuläre Geschichte der jungen Marquise von O... liest sich so spannend wie ein Kriminalroman, weil Kleist das Problem mit einem Paukenschlag enthüllt und dem Leser die Hintergründe erst langsam entdeckt: Eine 'Dame von vortrefflichem Ruf' ist schwanger, ohne zu wissen von wem. Über ein Zeitungsinserat bittet sie den Vater, sich zu melden, und verspricht ihm die Ehe. Ihr Mut und ihre Selbstständigkeit gegen die Konventionen der Zeit sind ein großartiges Beispiel früher Emanzipation. – Außerdem enthält dieser Band die berühmten Erzählungen 'Das Erdbeben in Chili' und 'Die Verlobung in St. Domingo'.

Editionen (4)

ISBN9783938484500
VerlagAnaconda Verlag
Erscheinungsdatum31.08.05
Seitenzahl96

Rezensionen & Bewertungen

111 Bewertungen

10 Rezensionen

2,6

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  • jareka
    jareka

    10 Follower

    1,0

    Was zur Hölle

    Diese Rezension bezieht sich einzig und allein auf ,,Die Marquise von O." Also...ich habe das Buch für meinen Deutsch-LK gelesen und bevor mir unterstellt werden könnte, dass ich es nur deswegen nicht mögen würde, muss ich betonen, dass ich grundsätzlich gerne Klassiker lese und viel Freude daran habe. Alleine der Gedanke an dieses Buch ruft allerdings Bluthochdruck bei mir hervor. Generell kann ich mich mit Kleist nicht so ganz anfreunden, aber mit dieser Erzählung hat er den Vogel abgeschossen! Verteidiger schreien laut "Emanzipation", aber von wirklicher Emanzipation kann man hier nicht reden. Natürlich lassen sich im Verhalten der Protagonistin vereinzelte Aspekte davon erkennen, wie das lossagen vom Elternhaus, allerdings wird diese ganze Entwicklung schlussendlich durch dieses furchtbare Ende zunichte gemacht. Grundsätzlich habe ich nichts dagegen, dass die Marquise den Grafen heiratet. Den gesellschaftskritischen Aspekt darin kann ich erkennen, aber warum brauchte es den letzten Einschub, dass sie in der Ehe schließlich doch glücklich wird? Das zerstört für mich diesen gesamten Gedanken von Emanzipation. Ein weiterer großer Kritikpunkt ist für mich die intime Szene zwischen der Marquise und ihrem Vater...WARUM? Diese Szene hat keinen Nutzen und spielt keine weitere Rolle! Sie verwirrt den/die Leser*in nur! Ja, das wars eigentlich schon. Nicht zu empfehlen, außer ihr sucht nach einem guten Negativbeispiel. (schrecklich mit was für Schäußlichkeiten Schüler*innen gequält werden)

    24. Okt. 2025

  • sadiehermine
    sadiehermine

    19 Follower

    4,0

    Seine Stoffe sind herausfordernd, sein Vortrag ist es nicht minder. - Thomas Mann

    Zwei starke Geschichten, die diskutiert werden willen. Brutal. Ich mag den Schreibstil, auch wenn man sich wirklich dran gewöhnen muss.

    19. Mai 2026

  • 1,0

    Ich kann dieses Buch nicht mögen. Ich habe es für meinen Deutsch Grundkurs gelesen und eigentlich mag ich Klassiker, aber nicht dieses. Kleist Schreibstil ist mehr als Gewöhnungsbedürftig und auch das Thema fand ich einfach falsch. In der Geschichte wird eine Frau schwanger, doch weiß sie nicht wie. Anders gesagt, sie wurde vergewaltigt... Da sie einen 'Bastard' in sich trägt, wird sie von ihrer Familie verstoßen, da sie ihr nicht glauben. Ich als junge Frau fand die Geschichte einfach ekelerregend. Natürlich für die Zeit war das halt das übliche Vorgehen, aber auch, dass fast alle Namen in der Geschichte abgekürzt werden, gibt mir das Gefühl, dass der Autor die Geschichte nicht recht ernst nimmt. Vielleicht ist auch einfach mein Frust darüber, dass es das 5. Buch ist, dass ich lesen muss und keinerlei Bezug aufbauen kann, weil ich nicht im 18. Jahrhundert lebe. Edit: Es ist jetzt zwei Jahre her, dass ich dieses Buch gelesen habe und da ab und zu Menschen anscheinend immer noch diese Rezension finden, will ich ergänzen. Die Prämisse und Geschichte des Buches sind an sich ein interessantes Thema und könnten zu einer Geschichte von Emanzipation und Gesellschaftskritik führen, dass Problem jedoch ist, dass es dies nicht in meinen Augen tut. Was dieses Problem verstärkt hat, dass meine Deutschlehrerin damals versuchte, mir das Buch unter dem Schirm von emanzipierten weiblichen Charakteren zu verkaufen. Man kann argumentieren, dass sich O. nach der Unterstellung der Beziehung außerhalb des Ehebundes, von ihrer Familie distanziert hat und diese Entscheidung augenscheinlich selbst traff, aber rückblickend ich immer mehr empfinde, dass anstelle einer emanzipierten Frau, von Kleist eine Sturre dargestellt wird. Wir hatten zudem auch Adaptionen geschaut, in welcher am Ende der weibliche Charakter dem Vergewaltiger verzeiht, welche für mich noch einmal zeigten, wie auch im Buch am Ende für einfaches Stockholm-Syndrom plädiert wird. So ist der Mann schließlich Retter und Täter zugleich, und warum sich damit auseinandersetzten, welche Gewalt der Frau durch ihn zugefügt wurde, wenn man auch einfach ihm verzeichen könnte und sämtliches Trauma, dass Frauen zu der Zeit (und auch heute noch) durchleben, wenn sie vergewaltigt werden. Je mehr ich über sexuelle Gewalt lerne und desto länger ich über dieses Buch reflektiere, desto mehr hasse ich es. Zu guter Letzt noch ein Problem der Neuzeit. Um jungen Frauen, Männern und alles dazwischen, tatsächlich wertvolle Literatur und Lebenswissen mit zu geben, sollten wir ihnen nicht Bücher wie dieses oder Faust geben, wo Männer über Frauen schreiben und ihre altherren Fantasien ausleben sondern Bücher, die aktuelle Probleme aufgreifen und es zu lassen einen Diskurs über Probleme unserer Gesellschaft zu führen. Ein Klassiker hier und dort schadet nicht, aber wenn die aktuellste Literatur am Anfang des 20. Jahrhundert geschrieben wurde, dann müssen wir uns nicht wundern, wenn Jugendliche erst mit Anfang begreifen, dass Literatur mehr Sinn hat, als in einem Test abgefragt zu werden.

    23. Sept. 2022

3 von 10 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Heinrich von von Kleist

Heinrich von Kleist wurde 1777 in Frankfurt an der Oder geboren und wurde als Fünfzehnjähriger Soldat. Erst 1799 schied er aus dem Militärdienst aus, um ein Studium der Philosophie, Mathematik und Physik aufzunehmen, das er 1800 jedoch schon wieder aufgab. Im gleichen Jahr verlobte er sich mit der Generalstochter Wilhelmine von Zenge und trat auf Wunsch der Familie seiner Braut in den Staatsdienst ein. Auf der beständigen Suche nach dem ihm entsprechenden Lebensentwurf begab er sich ab 1801 wiederholt auf ausgedehnte Reisen, übte verschiedene Tätigkeiten aus, u.a. als Journalist, und brach mit seiner Verlobten. 1810 erschien der erste Band mit seinen Erzählungen (»Michael Kohlhaas«, »Die Marquise von O…«, »Das Erdbeben in Chili«) sowie das Theaterstück »Das Käthchen von Heilbronn«. Unter dem Eindruck seines persönlichen Scheiterns als Dichter beging er 1811 am Wannsee bei Potsdam Selbstmord.

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