Blick ins Buch
Vielleicht ist es sogar schön
Über das Buch
«Meine Mutter war vierundfünfzig Jahre alt, als sie eines Tages unerwartet anrief und bat, noch an diesem Abend vorbeizukommen.» So beginnt Jakob Heins kurze Geschichte seiner Familie. Sie beginnt mit einem Ende. Denn das, was die Mutter seinem Bruder und ihm anzukündigen hat und was nicht am Telefon geschehen kann, ist die Nachricht von ihrer lebensgefährlichen Erkrankung. Aber natürlich ist das nicht das Ende, kann es nicht sein. Man darf nur nicht die Kontrolle verlieren. Die eigenen Gedanken unter Kontrolle zu halten und alles zu erfahren über diese Krankheit seiner Mutter, das ist die Absicht des Sohnes. Unwillkürlich beginnt er sich zu erinnern an das Leben mit ihr: an die gemeinsamen Schreibnachmittage der ganzen Familie, die plötzlich so lange zurückzuliegen scheinen; an ihre kuriose jüdische Gemeinde in Ostberlin, die wie ein kleines Holzfloß gewesen war, das steuerlos auf dem Meer trieb; und an den kommunistischen Stiefgroßvater, den letzten Stalinisten der untergegangenen DDR. Nichts spricht doch dafür, sagt er sich verzweifelt, daß die Mutter jetzt schon sterben wird.
Editionen (4)
Autorin / Autor
Über Jakob Hein
Jakob Hein, geboren 1971 in Leipzig, arbeitet als Schriftsteller und Arzt in Berlin. Nach etlichen Auftritten auf der Reformbühne Heim u. Welt im Kaffee Burger schrieb er 2001 sein erstes Buch Mein erstes T-Shirt. Es folgten der Bestsellerroman Herr Jensen steigt aus und Gebrauchsanweisung für Berlin.
Lesen ist schöner mit der READO App.
Bücher entdecken, tracken, gemeinsam lesen.




Bibliothek
Behalte den Überblick
