Blick ins Buch

Biografien

Hinter goldenen Gittern

3,8(22)
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Über das Buch

Mit 42 Jahren lässt sich die Deutsche Lisa Hofmayer auf das Abenteuer ihres Lebens ein: Sie wird die 33. Frau eines afrikanischen Mannes in Nigeria. In ihrer neuen Großfamilie - mit 76 Kindern und 48 Frauen - findet Lisa ungeahnten Lebensmut. Schon bald wird ihre kleine Tochter Choga geboren. Glücklich wächst sie in der Obhut zahlreicher Mütter auf. Doch als sie 16 Jahre alt wird, bestimmt ihr Vater über ihr weiteres Schicksal: Sie wird gezwungen, einen 30 Jahre älteren Mann zu heiraten. Obwohl er an Aids erkrankt ist, vergewaltigt er seine junge Frau brutal. Aber mit Hilfe ihrer Mutter gelingt Choga die Flucht…

Editionen (2)

ISBN9783866674561
VerlagRADIOROPA Hörbuch
Erscheinungsdatum02.11.06

Rezensionen & Bewertungen

22 Bewertungen

5 Rezensionen

3,8

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  • hergen
    hergen

    148 Follower

    3,5

    Eine tragische Biografie

    Das ist ein älterer Roman von 2001, den ich aus den aussortierten Büchern meiner Mutter gerettet habe. Die autobiografische Geschichte behandelt vor allem das Aufwachsen und das Leben der Autorin in einem nigerianischen Harem. Man kann einen intensiven Eindruck von der Kultur der Vielehe inklusive der Beleuchtung der Bilder der verschiedenen Geschlechterrollen bekommen. Gleichzeitig kann man auch einen kritischen Blick auf die besondere Form des Patriarchats und white supremacy werfen. Choga wächst als Kind der deutschen Lisa Hofmayer mit 76 Kindern und 48 weiteren Frauen ihres Vaters auf. Ihr Platz in dem innerfamilären Dorf ist vorbestimmt. Man bekommt den Eindruck, dass sie allein durch die Sonderstellung ihrer Mutter besonders privilegiert zu sein scheint. Im Besonderen das Ende zeigt aber, dass sie trotz der allerbesten Unterstützung der Ungerechtigkeit und Übermacht des Patriarchats nicht entkommt. Auf wen Choga aber immer zählen kann, ist Zeit ihres Lebens die Mutter. Im letzten Drittel behandelt der Roman auch die Aidskrise in Afrika, mit dem Fokus auf die Familie. Ich möchte gar nicht zu viel vorweggreifen. Die Autorin verstarb 2003, zwei Jahre nach Veröffentlichung des Textes, im Jungen Alter von 27 Jahren. Mit ihrem Werk hinterlässt sie neben schönen Abschnitten, die Hoffnung geben und empowernd wirken, eine traurige, ergreifende und tragische Autobiografie.

    22. Sept. 2025

  • anki
    anki

    16 Follower

    3,5

    Eine bewegende und zugleich schockierende Biografie einer nigerianischen Frau

    Die Autorin erzählt uns ihre Geschichte: sie nimmt uns mit in ihre glückliche Kindheit in einem Haarem einer nigerianischen Sekte. Ihre aus Deutschland stammende Mutter hatte sich dem Haarem mit ihrer Hochzeit als 33. Frau des Oberhauptes angeschlossen. Die Autorin genießt die Fürsorge und das Miteinander in dieser Großfamilie. Doch die behütete Welt zerbricht für sie mit ihrem Erwachsenwerden. Sie wird zwangsverheiratet mit einem gewalttätigen Mann. Die Aussichtslosigkeit ist erdrückend. Ungerechtigkeiten und Schicksalsschläge reihen sich unermüdlich aneinander. Dennoch findet die Autorin durch die Besinnung auf ihre Werte immer wieder neuen Mut und neue Stärke. Die Entwicklungen deuteten sich teilweise schon frühzeitig an, sind in ihrer genauen Ausprägung aber dennoch überraschend. Die Erzählung liest sich gut, die Kapitel sind kurz und klar. Ich habe das Buch innerhalb von zwei Tagen beendet.

    4. Mai 2024

3 von 5 Rezensionen

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