Blick ins Buch

Romane

Ein Raum zum Schreiben

4,1(25)
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Über das Buch

Obwohl sie mit dreißig mehrere international beachtete Romane veröffentlich hat, stellt Kristin Valla mit Anfang vierzig fest, dass niemand – nicht einmal sie selbst – sie noch als Schriftstellerin betrachtet. Inzwischen ist sie Mutter geworden, ihr ehemaliges Arbeitszimmer in der kleinen Osloer Wohnung zum Kinderzimmer, und im Kreise anderer Kreativer fragt schon längst niemand mehr, woran sie gerade arbeitet. So fasst sie den Entschluss, sich den verlorenen Schaffensraum zurückzuerobern, und begibt sich auf zwei parallele Reisen. Die erste führt sie – auf der Suche nach einem eigenen Arbeitsdomizil am Meer – nach Südfrankreich, die zweite auf die Spuren berühmter Literatinnen wie Daphne du Maurier, Selma Lagerlöf, Toni Morrison oder Chimamanda Ngozi Adichie, für die das Recht auf einen eigenen Raum zum Schreiben alles andere als selbstverständlich war.

Editionen (1)

ISBN9783866488489
Verlagmareverlag
Erscheinungsdatum21.03.25
Seitenzahl272

Rezensionen & Bewertungen

25 Bewertungen

7 Rezensionen

4,1

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  • 4,0

    Der Titel des Romans hat mich sofort an das Buch von Virginia Woolf "Ein Zimmer für sich allein" erinnert und genau um diese Thematik geht es auch in dem Buch von Kristin Valla. Wie kann man als Ehefrau und Mutter einen Ort der Ruhe und des sich Ausbreiten haben, um schreiben zu können? Wo die Geschichten fassen, die sich nur schwer fangen lassen wollen im Alltagsleben. Ein Ort, wo man schreiben, den Gedanken nachhängen und Klarheit erlangen kann, über das was man will. Kristin Valla macht sich auf die Suche nach diesem Ort. Einem kleinen Haus, dass sie sich von dem leisten kann, was sie zuletzt selbst verdient hat, denn es soll "ihr" Haus sein, in ihrer Verantwortung liegen. "Was ich wollte, war, an diesem Ort zu verschwinden. Mich dort einzuschließen, bis die Wörter kämen, bis ich wieder zur Autorin würde, aber das erschien mir als unbillige Forderung." Gefunden, machte es ihr dieses alte, heruntergekommenen und nach Schimmel stinkende Haus nicht leicht. "....ich schaute auf mein neues Königreich und weinte." Auch musste sie sich erstmal darüber klar werden, welches ihre Bedürfnisse überhaupt waren. Jahrelang sich um die der Familie zu sorgen, lässt die eigenen verschwinden und müssen diese erst wiedergefunden werden. Richtig spannend fand ich die zahlreichen Anekdoten und Geschichten die die Autorin zu anderen Frauen recherchiert hat, welche auch so ein Haus, eine Wohnung oder eine Hütte sich zu eigen gemacht haben, um darin endlich in Ruhe schreiben zu können. Wie sie diese finanziert und dann umgebaut und möbliert hatten. Da waren natürlich Virginia Woolf, aber auch Agatha Christie, Selma Lagerlöf, Toni Morrison, Alice Walker, George Sand und einige mehr. Mir hat dieses Buch schöne Lesestunden bereitet und mir klar gemacht hat, dass es oft nicht einfach ist, zu wissen was man wirklich will.

    31. Mai 2025

  • frauatze
    frauatze

    110 Follower

    3,0

    Frauen die schreiben

    Am Anfang war ich nah dran an der Ich-Erzählerin und Autorin Kristin Valla. Sie berichtet von ihrem Alltag als Mutter, der so schwer zu kombinieren ist mit dem Roman schreiben, mit einem Zurückziehen in Gedankenwelten, die es dazu braucht. Sie schildert glaubhaft und ausführlich, dass sie selbst kaum noch an ihr Schreiben glaubt. Dann kauft sie sich ein altes, heruntergekommenes Haus in Frankreich und versucht es wohnlich und später moderner zu machen. Interessant waren die eingeschobenen Kapitel von schreibenden Frauen aus der Vergangenheit. Viele kannte ich leider nicht, dass machte es ein wenig langatmig und langweilig für mich. Die Geschichten dieser Frauen hat Kristin Valla intensiv erforscht, denn es hängt ein umfangreicher Quellenteil an. Ab der Mitte hat mich das Buch leider verloren, es drehte sich zusehends nur um das alte Haus und war mir zu langatmig. Den Schluss rundet sie nach all den Selbstzweifeln ab und schreibt: „Eine schreibende Frau wohnt in diesem Haus. Es gibt sie.“

    15. Apr. 2025

  • jacq_roe
    jacq_roe

    74 Follower

    4,5

    Eine Schriftstellerin auf der Suche nach sich selbst, ihrer Stimme und ein Blick auf eine Schar von ebenso suchenden Autorinnen vor ihr

    „Ich lebte schon so lange in einer Familiensituation, dass ich nicht mehr wusste, was meine Bedürfnisse waren.“ S. 185 Wie gut ich das verstehe. Für Kristin Valla geht es aber noch um mehr. Sie hatte den Kontakt zu ihrer ersten Profession als Romanautorin verloren. Schreiben war zwar noch immer ihr Brotjob, aber sie schrieb eben keine Romane mehr. Und das, was sich bis dahin okay anfühlte - für Zeitschriften schreiben, sich um die Kinder kümmern etc. pp. war plötzlich für sie mit Anfang 40 nur noch ein Trostpflaster, das nicht mehr tröstete. Den Neustart sollte ein Haus bringen, eines für sie ganz allein. Ein Haus fernab von Norwegen im Süden von Frankreich. „Immer wenn ich in diese Räume zurückkehrte, war es, als ob sie mir etwas über mich erzählten, was ich selbst vergessen oder gar nicht gewusst hatte.“ S. 193 Doch ein sehr altes heruntergekommenes Haus in einem fremden Land und mit begrenzten Mitteln zu Renovieren, erweist sich für Kristin Valla nicht nur als Inspiration sondern auch als Kraftakt. In ihrem Buch begleitet man sie als Leser:in aber nicht nur auf diesem Abenteuer, sondern erfährt auch viel über andere Autorinnen, ihren besonderen Bezug zu bestimmten Häuser und was das für deren Schreiben bedeutete. Ich bin der Autorin genauso gerne nach Frankreich gefolgt, wie auf ihren Exkursen in die Biografien anderer Autorinnen. Ich habe das Buch sehr gemocht und kann es nur empfehlen.

    6. Apr. 2025

3 von 7 Rezensionen

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