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Acqua alta

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Über das Buch

2021: Venedig ist von den Wassermassen eines letzten Acqua alta verschlungen worden. Guido Malegatti, einer der Überlebenden, fährt mit dem Boot durch die Ruinen, auf der Suche nach Frau und Tochter. Zwei Jahre zuvor: Angesichts des drohenden Meeresspiegelanstiegs bahnt sich der Konflikt innerhalb der Familie an. Guido als Wirtschaftsrat schwört auf den Tourismus und die Segnungen der Technik. Seine Frau Maria Alba schwelgt in der vergangenen Pracht einer Stadt am Rande des Zusammenbruchs. Und ihre 17-jährige Tochter Léa wird in dem Versuch, die geliebte Stadt zu retten, zur Gegnerin ihres Vaters. Isabelle Autissier entwirft das so dramatische wie realistische Szenario vom Untergang Venedigs. Mitreißend zeichnet sie der Perspektive dreier Familienmitglieder nach, wie es zur Katastrophe kommt, und stellt uns alle vor die Frage: Wie würde ich mich verhalten?

Editionen (2)

ISBN9783866487086
Verlagmareverlag
Erscheinungsdatum20.02.24
Seitenzahl208

Rezensionen & Bewertungen

59 Bewertungen

21 Rezensionen

3,8

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  • minijane
    minijane

    167 Follower

    4,0

    Der Untergang Venedigs Der Roman „Acqua Alta“ zu deutsch „Hochwasser“ nimmt eine mögliche Zukunft Venedigs schon auf den ersten Seiten vorweg. Eine Flutwelle zerstört die Stelzenstadt , und daran kann auch das gigantisch große und teure Sturmflutsperrwerk M.O.S.E nichts mehr ändern. Dieses ambitionierte Bauwerk gibt es wirklich und auch die Proteste seiner Gegner, wie z.b den Umweltschutzverbänden, die das Stellwerk für wenig umweltverträglich und veraltet halten. All das ist Thema in dem Buch der französischen Autorin Isabelle Autissier. Der Roman hat also durchaus auch Züge eines Sachbuchs und es war spannend und interessant immer wieder selbst nachzurecherchieren, um dann wieder zum Roman zurückzukehren. Wir begleiten die Familie Malegatti kurz vor Beginn der Pandemie, wo die Geschichte ihren Anfang nimmt. Vater Guido ist Wirtschaftsrat der Stadt, der den Tourismus weiter ankurbeln möchte und der fest an die Segnungen der Technik glaubt, Mutter Maria Alba, verarmtes venezianisches Adelsgeschlecht, lebt immer ein bisschen in der Pracht der Vergangenheit und Tochter Léa, 17 Jahre jung und rebellisch nimmt eine radikale Gegenposition zu ihrem Vater ein und möchte sich auf ihre Weise für ihre Stadt einsetzen. Der Konflikt, insbesondere zwischen Vater und Tochter spitzt sich immer weiter zu, bis es zur unvermeidlichen Katastrophe kommt. Das Buch war sprachlich schon eine Freude zu lesen, sehr atmosphärisch und sehr klug ausformuliert aber auch inhaltlich werden viele Denkanstöße gegeben. Ohne Zweifel es könnte genauso kommen, wie in dem Roman beschrieben und dass, nicht in einer fernen Zukunft, sondern vielleicht schon bei einem der nächsten Hochwasser, die mit dem Klimawandel wohl immer häufiger und heftiger ausfallen werden. Insofern hinterlässt das Buch große Trauer und Desillusionierung.

    15. Juni 2024

  • biggieule
    biggieule

    39 Follower

    4,0

    Klimaschutz. Ein hochaktuelles Thema sehr gut in Romanform verpackt . Anhand des -noch- fiktiven Untergangs von Venedig schildert die Autorin das Aufeinanderprallen von Klimaschutz und wirtschaftlichen Interessen und wie beides eine Familie entzweit. Das Buch gibt viele Denkanstöße. Klare Leseempfehlung

    8. Mai 2024

  • siralexfelixson
    siralexfelixson

    324 Follower

    4,0

    Eine Geschichte, die mich einfach nur wütend macht, ob der sinnlosen Profitgier der Menschen.

    La Serenissima. Ein Name wie ein Gedicht. Eine eigene kleide Ode an diesen Traum von Stadt. Wenn ich an Venedig denke, denke ich an alte prachtvolle Palazzi, wunderschöne Fresken und Mosaike, an Kunst und Musik, geschmackvoll gekleidete Italiener, an wunderschöne Masken, an Geheimnisse und natürlich die Kanäle mit ihren Gondolieri. Dieses Venedig scheint für mich unwiederbringlich verloren. Gerne hätte ich diese Stadt erkundet, so wie sie damals war, ehe Ströme von Touristen die Plätze überschwemmten wie das Aqua Alta. Andächtig und still wäre ich durch die Straßen dieser würdevollen Stadt gewandert, hätte die Bauwerke und die Kunst bewundert, wäre auf den Spuren von Jacobello del Fiore gewandelt oder hätte mich von einem Gondoliere durch die Kanäle staken lassen, während ich seiner barcarola lausche. Doch ich weigere mich strikt mich den Touristenströmen anzuschließen, die in ihrer abscheulichen Maßlosigkeit die Plätze fluten und diese Welt zerstören. Venedig wurde von geldgierigen, zum größten Teil vor allem von ausländischen Investoren, zu einer Hure gemacht. Dazu benutzt möglichst viel Geld zu scheffeln, solange Venedig noch ausgebeutet werden kann. Das Wirtschaftsmodell vom Vergnügungspark Veniceland lockt immer mehr Investoren und Unmengen von Touristen an und bringt einigen wenigen Geldsäcken jährlich Milliarden ein. Besagte Aasgeier scheren sich einen Dreck um diese einst wunderschöne, geschichtsträchtige, einmalige Stadt. Sie zerstören sie wissentlich und es ist ihnen absolut egal. Außer an ihre eigene Zukunft und wie sie ihren Reichtum vermehren können, denken diese Aasgeier und Leichenfledderer an nichts. Sie vertreiben die Einheimischen aus ihren Häusern, um diese viel lukrativer als Airbnb-Wohnungen an Touristen zu vermieten. Sie haben die Profitgier auf die Spitze getrieben. Und genau da setzt Isabelle Autissier mit ihrem Roman "Aqua Alta" an. Es geht um die Familie Malegatti und die verschiedenen Ansichten zu diesem Thema und ihre Verbindung und Gefühle zu La Serenissima. "Venedig retten" ist der Pakt den Léa Malegatti mit der Geschichte und dem kulturellen Erbe ihrer Stadt schließt. Und damit stellt sie vehement sich gegen ihren Vater Guido, der im Wirtschaftsrat der Stadt sitzt und stets nur die wirtschaftlichen Interessen im Auge hat. Der immer nach neuen lukrativen Ideen sucht, mit denen man noch mehr Geld aus Venedig herauspressen kann. Die Fronten zwischen Vater und Tochter sind dementsprechend verhärtet und Maria Alba, Mutter und Ehefrau, sitzt zwischen diesen Fronten. Maria Alba, die aus der ehrwürdigen, alteingesessenen Familie Dandolo stammt, die der Stadt vier Dogen beschert hat, hängt selbst noch der alten Zeit nach. Einer Zeit, in der die Stadt noch nicht verwilderte und verfiel. Einer Zeit, in der sich Generationen von Venezianern gemeinsam um das Gleichgewicht zwischen Bebauung und Wasser gekümmert haben. Einer Zeit, in der Venedig noch echte Aufmerksamkeit von seinen Bewohnern geschenkt bekam und nicht falsche von Investoren. Übersetzt aus dem Französischen von Kirsten Gleinig.

    Eine Geschichte, die mich einfach nur wütend macht, ob der sinnlosen Profitgier der Menschen.

    18. Juni 2024

3 von 21 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Isabelle Autissier

Isabelle Autissier, 1956 in Paris geboren und dort aufgewachsen, lebt heute in La Rochelle. 1991 machte Furore als erste Frau, die allein im Rahmen einer Regatta die Welt umsegelte. Seit den Neunzigerjahren widmet sie sich dem Schreiben und war von 2009 bis 2021 Präsidentin des WWF Frankreich. Zuletzt erschien im mareverlag ihr bei Publikum und Presse erfolgreicher Roman »Klara vergessen« (2020). Ihr Roman »Herz auf Eis« (2017) war für den Prix Goncourt nominiert, wurde SPIEGEL-Bestseller und für das Kino adaptiert.

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