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Biografien

Just Kids - Die Geschichte einer Freundschaft

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Über das Buch

Patti Smith führt uns in das New York der frühen Siebzigerjahre, in eine Ära, die für sie vor allem von der tiefen Freundschaft zu einem Menschen geprägt wird: dem später zu Weltruhm gelangten Fotografen Robert Mapplethorpe. "Just Kids" erzählt die bewegende Geschichte zweier Seelenverwandter, die für und durch die Kunst leben, und entwirft zugleich ein betörendes Bild einer revolutionären Epoche. Als Patti Smith und Robert Mapplethorpe sich im Sommer 1967 in New York kennen lernen, sind sie beide 23 und ohne einen Pfennig in der Tasche auf der Suche nach einem freien Leben als Künstler. Eine intensive Liebesgeschichte beginnt, die später in eine tiefe Freundschaft übergeht. Von Brooklyn ziehen sie ins Chelsea Hotel, wo Patti Smith Bekanntschaft macht mit Janis Joplin, Allen Ginsberg, Sam Shepard, Todd Rundgren, Tom Verlaine und vielen anderen Künstlern. Patti Smith taucht ein in die Welt der Rockmusik und wird zu einer der einflussreichsten und stilprägendsten Künstlerinnen des Jahrzehnts. Auch wenn sich ihre Wege zwischendurch trennen, bleiben Patti und Robert bis zu dessen Tod im Jahr 1989 eng verbunden. "Just Kids", halb Elegie, halb Romanze, entwirft ein so noch nicht gesehenes Bild einer aufregenden Epoche und besticht durch die Offenheit, Wärme, den feinen Humor und die große sprachliche Kraft, mit der Patti Smith erzählt. Radikal, zärtlich und unverwechselbar eigen ist hier die Künstlerin Patti Smith als Schriftstellerin zu entdecken.

Editionen (5)

ISBN9783864845406
VerlagTacheles!
Erscheinungsdatum25.02.19

Rezensionen & Bewertungen

289 Bewertungen

36 Rezensionen

4,3

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  • griabige
    griabige

    23 Follower

    4,5

    Zart, echt, lesenswert.

    Ich mag Pattis Sprache. In Kombination mit den künstlerischen Einflüssen, nimmt sie einen direkt mit in die Zeit der 60er bis 80er Jahre. Mir hat der Einblick in ihr Leben sehr gut gefallen, denn sie gibt nachvollziehbare, bildhafte Einblicke in ihre Lebensabschnitte, in ihre Generation und in die Subkultur der Kunstszene.

    10. Jan. 2026

  • jtk_0701
    jtk_0701

    344 Follower

    4,0

    Just Kids ist die Geschichte von Patti Smith und Robert Mapplethorpe, die als Liebe begann und zur tiefen Freundschaft wurde, welche bis zum Tod von Robert (1989) anhielt. Patti erzählt von den Anfängen in New York in den 60er/70er, wie sie Robert kennenlernt, mit ihm zusammenzieht, nächtelang kreativ sind, kaum Geld haben und statt Essen lieber Stifte kaufen und das Essen stehlen. Von der Zeit im Hotel Chelsea, wie sie mit vielen berühmten Künstlern und Musikern in Kontakt kommen, beide langsam, aber sicher ihren Weg finden. Sowohl im künstlerischen als auch im sexuellen. Patti findet zur Musik und Robert zur Fotografie und Männern. Patti Smith erzählt voller Dankbarkeit, Liebe, Toleranz und Zuneigung. Sie schafft es trotz einfacher Worte eine magische Stimmung zu übermitteln. Manchmal waren zu viele Namen zu lesen, hat mich aber wenig gestört, weil ich die besondere Künstlerszene genossen habe und sehr gern in dieses Künstlerleben abgetaucht bin.

    22. Mai 2024

  • dunis.lesefutter
    dunis.lesefutter

    420 Follower

    5,0

    Ein Meilenstein in der Literatur

    Patti Smith ist keine Randfigur, sondern eine Verbindungsachse zwischen Hochkultur und Underground. Sie ist Inspiration für viele und hat Rock und ganz besonders Punk mit Lyrik auf hohen Niveau angereichert. In anderen Künsten ist sie ebenfalls zu Hause. Das Schreiben war ihr großes Ziel, dass sie, wie wir heute wissen, mehr als erreicht hat. Aber auch die bildende Kunst, und das Schauspiel gehören in ihr Leben. Sie ist mit Menschen befreundet gewesen, die Popkultur nicht konsumierten, sondern neu erfanden. Einen davon hat sie ganz besonders geliebt - Robert Mapplethorpe, ihren besten Freund! Ihm versprach sie vor seinem Tod, die Geschichte ihrer Freundschaft aufzuschreiben. Mit diesem Buch hat sie ihm ein Denkmal gesetzt, ihm und einer ganz besonderen Zeit. Sie begegnen sich in New York als Patti mittellos und ohne feste Bleibe durch die Stadt streift. Sie ist aus New Jersey in den Big Apple gezogen um Künstlerin zu werden, und wollte vor allem mit Lyrik groß rauskommen. Auch Robert ist noch nicht der berühmte Fotograf, als der erst später bekannt sein wird. Noch am selben Tag begann eine Verbindung, die romantisch, freundschaftlich, existenziell und zutiefst künstlerisch war. Smith verankert diesen Zeitpunkt als Start ihres Künstlerlebens. Robert ist für Smith schüchtern, schön, ernsthaft und voller innerem Drang nach Kunst. Sie lebten zunächst extrem arm zusammen, teilten Essen, Bücher und Träume und unterstützten sich gegenseitig bedingungslos. Später zogen sie gemeinsam ins Chelsea Hotel, einem Ort, in dem sich Künstler bewegten und begegneten und so wundert es nicht, dass sie ganz selbstverständlich von Allan Ginsbourg, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison, und Lou Reed erzählt. Man kannte sich. Robert bewegte sich im Dunstkreis von Andy Warhol und seiner Factory, dem Patti immer kritisch, aber respektvoll gegenüberstand. Smith arbeitete an Gedichten, Mapplethorpe an Zeichnungen und später Fotografie. Sie glaubten an das Talent des jeweils anderen, lange bevor es die Welt tat. Die beiden wurden zu einem der legendärsten Künstlerpaare des 20. Jahrhunderts und einer Blaupause für kreative Partnerschaft. Ohne diese Begegnung wären beide Karrieren wahrscheinlich kaum in dieser Form denkbar. Die Art und Weise, wie Smith, die Geschichte dieser Freundschaft erzählt, ist unglaublich berührend. Robert, der sehr mit seiner Sexualität strugglet und diese auf oft sehr radikale Weise bedient und auch ausdrückt, wird von ihr immer verstanden, selbst dann wenn seine Performances Selbstzerstörung zelebrieren. Sein Ringen mit sich selbst hätte ich als Freundin auch nur schwer aushalten können, und so kommt es, wie es kommen muss, das tägliche Miteinander driftet irgendwann auseinander, nicht etwa, weil Patti gehen möchte, sondern andere Menschen für Robert existenziell werden. Ich weiß nicht, ob man die Beziehung heute als toxisch einschätzen würde. Auf mich machten sie auf jeden Fall im Rückblick von Smith einen beruhigenden und sehr reflektierte Eindruck, was sicherlich auch an der Art und Weise liegt, wie Patti sich selbst als Frau und Künstlerin interpretiert. Stilistisch hat mich dieses Buch von seiner ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Ich selber wäre unglaublich gern in dieser Zeit jung gewesen, hätte gern in ähnlichen Kreisen gelebt und mich mit Kunst aktiv und passiv umgeben (nur die Läuse und das finanziell doch sehr unsichere Leben wäre wahrscheinlich nichts für mich gewesen). Sie schreibt interessant und zugänglich. Der Text scheint leicht und sanft in mein Ohr zu schweben. Sie streichelt einen mit Worten. Wenn man so ein interessantes Leben geführt hat wie diese Frau, dann kann man eigentlich nur gefesselt sein von dem, was sie einem ins Ohr flüstert. Es ist mein erstes Buch von dieser Ausnahmekünstlerin, die dem Wort „Selbstermächtigung“ Atem einhaucht. Und für mich ist klar, dass ich alles von ihr lesen möchte. Wer so schreibt, wie sie , sollte, nein „muss“, von allen gelesen werden. Dass sie sich Robert bis über seinen frühen Tod hinaus eng verbunden fühlte, ihn irgendwie immer geliebt hat, hat mich sehr berührt und zu Tränen gerührt. Das längst verloren geglaubte Dinge zu einem zurückkehren können, wie sie es im Anhang beschreibt, hat mich dann endgültig aus der Bahn geworfen und ich hab geheult wie ein Schlosshund. Wenn es ein Freundschaftsbuch gibt, dann wohl dieses hier! Patti Smith hat die Welt mit ihrem literarischen Werk sehr viel reicher gemacht. Und ich hab nun einen weiteren Menschen auf dieser Welt gefunden mit dem ich mal gerne einen Kaffee trinken würde. Ich empfehle dieses Memoir allen, besonders aber denjenigen, die sich gerne im Kosmos popkultureller Kunstströmungen bewegen und von einer lebenden Ikone mit viel Gefühl erfahren möchten, wie es damals zugegangen ist.

    14. Dez. 2025

3 von 36 Rezensionen

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