Blick ins Buch

Biografien

Der Junge muss an die frische Luft

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Über das Buch

Mit Ich bin dann mal weg hat er Millionen Menschen inspiriert, persönliche Grenzen zu überschreiten. Jetzt spricht Hape Kerkeling über seine Kindheit; entwaffnend ehrlich, mit großem Humor und Ernsthaftigkeit. Über die frühen Jahre im Ruhrgebiet, Bonanza-Spiele, Gurkenschnittchen und den ersten Farbfernseher; das Auf und Ab einer dreißigjährigen, turbulenten Karriere – und darüber, warum es manchmal ein Glück ist, sich hinter Schnauzbart und Herrenhandtasche verstecken zu können. Über berührende Begegnungen und Verluste, Lebensmut und die Energie, immer wieder aufzustehen.

»Was, um Himmels willen, hat mich bloß ins gleißende Scheinwerferlicht getrieben, mitten unter die Showwölfe? Eigentlich bin ich doch mehr der gemütliche, tapsige Typ und überhaupt keine Rampensau. Warum wollte ich also bereits im zarten Kindesalter mit aller Macht ›berühmt werden‹? Und wieso hat das dann tatsächlich geklappt? Nun, vielleicht einfach deshalb, weil ich es meiner Oma als sechsjähriger Knirps genau so versprechen musste ...«

Editionen (7)

ISBN9783844911824
VerlagOSTERWOLDaudio
Erscheinungsdatum06.10.14

Rezensionen & Bewertungen

311 Bewertungen

49 Rezensionen

4,4

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  • mateicee
    mateicee

    322 Follower

    5,0

    Der Junge muss an die frische Luft ist kein Buch über Prominenz, sondern ein Buch über Überleben. Über das Weiterleben eines Kindes, dem viel zu früh das Fundament entzogen wird. Hape Kerkeling erzählt von seiner Kindheit mit einer bemerkenswerten Haltung: nahbar, offen, aber niemals voyeuristisch. Er verurteilt weder seine Mutter noch ihre Krankheit. Gleichzeitig erlaubt er sich – aus der Perspektive des Kindes völlig nachvollziehbar – die Handlung ihres Suizids zu verurteilen. Dieses Spannungsfeld hält das Buch aus, ohne es aufzulösen. Genau darin liegt seine Stärke. Besonders eindrücklich ist die Darstellung der Endgültigkeit: Nicht der Tod als Ereignis steht im Mittelpunkt, sondern das Danach. Die Leere. Die Verschiebung aller Gewichte. Das Buch fragt nicht nach Schuld, sondern danach, wie ein achtjähriges Kind weiterlebt, wenn es eigentlich keinen Halt mehr geben dürfte. Die Mutter erscheint als zutiefst tragische Figur: eine Nachkriegsfrau, überfordert von Care-Arbeit, Isolation, Krankheit und gesellschaftlichem Schweigen. Ihr Leid wird sichtbar, ohne entschuldigt zu werden. Gleichzeitig wird das strukturelle Versagen des Umfelds spürbar – nicht anklagend, sondern erschreckend still. Was dieses Buch jedoch nicht zu einer reinen Trauererzählung macht, sind die Menschen, die bleiben: starke Frauen wie Oma Bertha und Oma Änne, die keine Ersatzmütter sind, sondern Korrektive gegen das Alleinsein. Sie geben Sicherheit, ohne große Worte – und zeigen, wie lebensrettend bloßes Dasein sein kann. Humor zieht sich als leiser Rettungsring durch das Buch. Nicht als Gag, sondern als früh erlernte Überlebensstrategie: der Versuch, eine apathische Welt wieder ins Leben zu holen. Dieser Humor relativiert nichts – er hält aus. Am Ende bleibt man als Leser traurig, erschöpft, aber seltsam gehalten. Nicht, weil das Buch Hoffnung verspricht, sondern weil es zeigt, dass Würde, Mitgefühl und Weiterleben selbst unter unmenschlichen Umständen möglich sind. Ein zutiefst menschliches, ehrliches und tröstliches Buch. Eines, das lange nachhallt – und völlig zu Recht fünf Sterne verdient.

    27. Jan. 2026

  • here_is_gerry
    here_is_gerry

    115 Follower

    5,0

    „Der Junge muss an die frische Luft“ von Hape Kerkeling hat mich tief berührt. Schon im „Vorwort“, mit der Begegnung eines todkranken Kindes, das ihn unbedingt als Horst Schlemmer sehen wollte, zeigt sich, dass Humor bei ihm nie nur Spaß ist, sondern auch Nähe und Trost schenken kann. Damit gibt er dem Buch eine Richtung, die weit über bloße Anekdoten hinausgeht. Die eigentliche Kindheitserzählung beginnt dann leichtfüßig im Ruhrpott, mit all den Eigenheiten von Familie und Umfeld. Doch immer wieder spürt man, wie Verluste das Leben des Jungen prägen: erst Oma Änne, die für ihn ein Anker war, und dann die Veränderung seiner Mutter. Diese Passagen sind bedrückend und traurig, dabei aber nie übertrieben. Kerkeling beschreibt sie schlicht, ehrlich und dadurch umso eindrücklicher. Der Freitod der Mutter ist das Herzstück und der schmerzhafte Einschnitt. Er reißt den Jungen viel zu früh aus seiner Jugend und erklärt, warum in Hapes Humor immer auch ein leiser Schatten mitschwingt. Das Buch ist deshalb keine gewöhnliche Promi-Biografie, sondern eine berührende Erinnerung an eine Kindheit zwischen Lachen und Schmerz – ehrlich, traurig und voller Menschlichkeit.

    11. Sept. 2025

  • lostinbooks20
    lostinbooks20

    137 Follower

    5,0

    Als Hörbuch grandios vertont. Ich hab geweint und herzhaft gelacht! Hape Kerkeling ist einmalig!

    31. Juli 2023

3 von 49 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 4715%
mateicee
mateicee25. Jan. 2026

Das sind Schicksale die keine Wortr beschreiben können...

Seite 23576%

1 Kommentar verdeckt

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Autorin / Autor

Über Hape Kerkeling

Hape (eigentlich Hans-Peter) Kerkeling, geboren 1964 in Recklinghausen, arbeitet seit 1984 beim Fernsehen; berühmt wurde er mit der Rolle »Hannilein«. Seitdem folgte eine Vielzahl erfolgreicher Live-Auftritte sowie TV-Shows und Serien wie »Känguru«, »Total Normal«, »Hape trifft« und »Let’s Dance«; als »Königin Beatrix«, »Hurz«-Sänger Miroslav Lemm, Uschi Blum oder Horst Schlämmer. Der Entertainer, Schlagersänger, Moderator und Kabarettist wurde u. a. mit der Goldenen Kamera, dem Grimme-Preis und dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Sein Buch »Ich bin dann mal weg« stand 100 Wochen auf Platz 1 der SPIEGEL-Bestsellerliste und hat bis heute fast fünf Millionen Leser erreicht. Die Verfilmung mit Devid Striesow in der Hauptrolle kam 2015 in die Kinos. Auch seine 2014 erschienene Autobiografie »Der Junge muss an die frische Luft« wurde zum Bestseller und 2018 von Oscar-Preisträgerin Caroline Link verfilmt.

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