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Romane

Die Geschichte der Bienen

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Über das Buch

Von Bienen und Menschen

England, 1852: William, Biologe, Samenhändler und Vater von acht Kindern, verlässt seit Wochen das Bett nicht. Das Geschäft liegt brach. Doch eine Idee könnte alles verändern: ein völlig neuartiger Bienenstock.

Ohio, 2007: Der Imker George arbeitet hart für seinen Traum. Der Hof soll größer werden, sein Sohn Tom eines Tages übernehmen. Der aber träumt vom Journalismus. Plötzlich geschieht das Unglaubliche: Die Bienen verschwinden.

China, 2098: Die Arbeiterin Tao bestäubt von Hand Bäume, denn Bienen gibt es längst nicht mehr. Mehr als alles andere wünscht sie sich ein besseres Leben für ihren Sohn. Doch dann steht alles auf dem Spiel: das Leben ihres Kindes und die Zukunft der Menschheit.

Ein hellsichtiger Roman darüber, wie alles mit allem zusammenhängt: Verlust und Hoffnung, das Schicksal der Generationen, die Geschichte der Bienen und die Geschichte der Menschen.

Gelesen von Bibiana Beglau, Thomas M. Meinhardt und Markus Fennert.

(Laufzeit: 12h 52)

Editionen (7)

ISBN9783844526226
VerlagDer Hörverlag
Erscheinungsdatum20.03.17

Rezensionen & Bewertungen

1391 Bewertungen

188 Rezensionen

4,0

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  • amygdalalimbus66
    amygdalalimbus66

    914 Follower

    5,0

    „Doch Bienen kann man nicht zähmen. Man kann sie nur pflegen, ihnen Fürsorge geben“.

    Dieses Buch hat sich wie feiner Blütenstaub auf meinen eigenen Gedanken niederlassen. Lunde spannt ihren Roman über drei Zeiten und drei Leben auf, das England des 19. Jahrhunderts, das Amerika der Gegenwart und ein China der Zukunft. Was auf den ersten Blick wie eine literarische Konstruktion wirkt, entfaltet sich mit jeder Seite mehr zu einem feinmaschigen Gewebe aus Hoffnungen, Versäumnissen, Generationenkonflikten und der Frage, wie viel Zukunft ein Mensch eigentlich verbrauchen darf. Was mich von Anfang an fasziniert hat, war die besondere Art, wie Maja Lunde die jeweilige Zeit erzählt. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft stehen hier nicht nebeneinander wie sauber beschriftete Kapitel eines Geschichtsbuchs. Sie wirken vielmehr wie drei Strömungen desselben Flusses, die sich unter der Oberfläche begegnen und gegenseitig beeinflussen. Die Schicksale von William, George und Tao scheinen zunächst weit voneinander entfernt, doch nach und nach offenbart sich ein unsichtbares Muster, das sie verbindet. Dabei erzählt Lunde nicht nur von Bienen. Sie schreibt über Eltern und Kinder, über Erwartungen, die schwerer wiegen als Worte, über Träume, die weitervererbt werden wie Familienerbstücke, und über die Frage, welche Spuren wir hinterlassen, wenn wir längst verschwunden sind. Die Bienen sind dabei nie bloß Symbolträger. Sie wirken wie ein unsichtbares Nervensystem des Romans. Sobald sie schwächer werden, beginnen auch die Beziehungen der Menschen zu flackern. Nicht, weil die Autorin eine einfache Gleichung aufstellt, sondern weil sie versteht, dass jedes Ökosystem, ob Familie oder Natur, von gegenseitiger Abhängigkeit lebt. Besonders berührt hat mich die Figur Tao. Ihre Welt wirkte auf mich wie ein Gemälde, aus dem die Farben herausgewaschen wurden. Menschen klettern auf Bäume, um mit Pinseln die Arbeit zu verrichten, die einst Milliarden Insekten ganz selbstverständlich erledigten. Dieses Bild hat sich tief in mir eingebrannt. Nicht weil es spektakulär ist, sondern weil es erschreckend plausibel erscheint. Sprachlich hat mich das Buch vor allem durch seine Klarheit überzeugt. Lunde verzichtet auf literarische Eitelkeiten. Ihre Sätze wollen nicht bewundert werden, sie wollen wirken. Und genau deshalb tun sie es. Zwischen den Zeilen entsteht eine stille Melancholie, die nie sentimental wird. Die Autorin vertraut darauf, dass ihre Leserinnen und Leser die Lücken selbst mit Gedanken füllen. Dieses Vertrauen konnte ich spüren. Was dieses Buch für mich zu einem Fünf-Sterne-Erlebnis macht, ist jedoch etwas anderes. Es verändert den Blick auf die Welt, ohne den Zeigefinger zu heben. Nach der Lektüre sieht man eine Biene nicht mehr als Teil der Kulisse. Man betrachtet sie plötzlich wie einen winzigen tragenden Balken eines gewaltigen Hauses. Einen Balken, dessen Bedeutung man erst erkennt, wenn man sich vorstellt, er wäre nicht mehr da. Die Geschichte der Bienen ist kein Roman über Insekten. Es ist ein Roman über die Zerbrechlichkeit dessen, was wir für selbstverständlich halten. Über die unsichtbaren Fäden zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Und über die unbequeme Erkenntnis, dass Fortschritt manchmal aussieht wie ein Mensch auf einem Ast, der mit einem Pinsel verzweifelt versucht, eine verlorene Welt zu ersetzen. Besonders beeindruckend fand ich, wie unaufgeregt die Autorin diese großen Themen behandelt. Sie baut keine dramatischen Kulissen auf und sucht nicht nach schnellen Effekten. Stattdessen richtet sie ihren Blick auf das Kleine, auf die scheinbar nebensächlichen Entscheidungen eines einzelnen Menschen. Gerade dadurch entsteht eine bemerkenswerte Kraft. Denn während man liest, wird immer deutlicher, dass die großen Erschütterungen der Welt oft lange bevor sie sichtbar werden ihren Anfang nehmen. In alltäglichen Momenten, die zunächst kaum Bedeutung zu haben scheinen. Dieses Buch hat mich nicht nur unterhalten. Es hat sich in meinem Denken eingenistet wie ein Schwarm unter einem Dachfirst. Unaufdringlich, lebendig und voller Bedeutung. Ein außergewöhnlicher Roman, dessen wahre Stärke nicht in seinem Ende liegt, sondern darin, dass er im Lesenden weiterarbeitet. Wie ein Echo. Oder eben wie das ferne Summen einer Biene an einem Sommertag, das man erst vermisst, wenn es verstummt. ♡♡♡ "Doch dann geschah etwas. Ich spürte ein Kitzeln an meiner Wade, ein hastiges Flügelzucken und kurz darauf einen stechenden Schmerz. Ich machte einen Satz, und ein heller, weibischer Schrei entfuhr mir. Zum Glück hörte mich niemand. Meine Hand schnellte instinktiv zum Bein, um den Plagegeist zu töten. Ich schüttelte mein Hosenbein. Die Biene fiel heraus und blieb auf dem Rücken liegen, mit ihrem pelzigen Körper und ihrem glänzenden Hinterteil, die dünnen Insektenbeinchen hilflos gespreizt. Mein Bein brannte höllisch. Dass etwas so Kleines einen so heftigen Schmerz hervorrufen konnte. Ich wollte sie zertrampeln, zermalmen, obwohl sie schon tot war. Doch ein kurzer Blick in Richtung des Stocks, zu all ihren Schwestern, hielt mich davon ab. Man konnte schließlich nie wissen."

    „Doch Bienen kann man nicht zähmen. Man kann sie nur pflegen, ihnen Fürsorge geben“.

    7. Juni 2026

  • missyliest
    missyliest

    312 Follower

    4,0

    Leseprojekt 2026: 26x Europa - Land 16: Norwegen Im Rahmen meines Europaprojekts hole ich endlich diesen Bestseller von Maja Lunde nach! Wie der Titel schon verrät, geht es um Bienen, und zwar wirklich um deren Geschichte: Lunde nimmt uns in 3 Zeitebenen und 3 verschiedene Länder mit. So geht es zusammen mit dem englischen Forscher William ins Jahr 1852, mit dem amerikanischen Imker George ins Jahr 2007 und mit der chinesischen Bestäuberin Tao in die nahe Zukunft, nämlich ins Jahr 2089, wenn Bienen ausgestorben sind und die Menschen die Bäume bestäuben müssen. Lunde hat einen angenehmen, leicht zu lesenden Stil. Zudem gelingt es ihr, trotz der kurzen Kapitel und der regelmäßigen Perspektivwechsel stets Spannung aufzubauen. Ich habe mit allen drei Figuren mitgefiebert. Dadurch wird der Roman zum Pageturner, und zwar durchgängig bis zum Schluss! [Im Rahmen meines Europaprojekts 2026 habe ich bisher Texte aus folgenden Ländern gelesen; in alphabetischer Reihenfolge: Albanien, Belgien, Bosnien, Deutschland, Italien, Island, Irland, Österreich, Russland, Schweden, Schweiz, Spanien, Tschechien.]

    10. Juni 2026

  • griabige
    griabige

    23 Follower

    4,0

    Geistreicher Roman zu einem hochaktuellen Thema

    Ich bin durch dieses Buch nur so durchgeflogen, nicht nur, weil die Geschichte sehr interessant ist, auch weil mir der Aufbau und der Schreibstil sehr gut gefallen hat. Maja Lunde beleuchtet drei unterschiedliche Familien jeweils in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und man ist die ganze Zeit gespannt, wie diese Geschichten schlussendlich zusammen hängen. Die Inhalte sind gut recherchiert und auch die gesellschaftskritische Perspektive der jeweiligen Zeit wird aufgegriffen.

    6. Dez. 2025

3 von 188 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

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jackiejanenowy
jackiejanenowy1. Juni 2026

Bisher finde ich keine von den Hauptfiguren sympathisch... Schreibstil ist ok, aber so richtig gepackt hat mich die Handlung bisher noch nicht...

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Autorin / Autor

Über Maja Lunde

Maja Lunde wurde 1975 in Oslo geboren, wo sie auch heute noch mit ihrer Familie lebt. Sie ist eine bekannte Drehbuch- sowie Kinder- und Jugendbuchautorin. »Die Geschichte der Bienen« war ihr erster Roman für Erwachsene, der zunächst national und schließlich auch international für Furore sorgte. Das Buch stand monatelang auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste. Es folgten »Die Geschichte des Wassers«, »Die Letzten ihrer Art« und »Der Traum von einem Baum«, mit dem sie 2023 ihr literarisches »Klimaquartett« abschloss. Außerdem veröffentlich sie mit der bekannten Illustratorin Lisa Aisato erfolgreiche All-Age-Bücher wie »Die Schneeschwester«, »Die Sonnenwächterin« und »Die Windmacherin«.

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